Baden-Badener Rebland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Baden-Baden
Baden-Baden
Deutschlandkarte, Position der Stadt Baden-Baden hervorgehoben
48.7619444444448.2408333333333161Koordinaten: 48° 46′ N, 8° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Stadtkreis
Höhe: 161 m ü. NN
Fläche: 140,21 km²
Einwohner: 54.853 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 391 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 76530–76534
Vorwahlen: 07221 und im Rebland 07223
Kfz-Kennzeichen: BAD
Gemeindeschlüssel: 08 2 11 000
Adresse der Stadtverwaltung: Marktplatz 2
76530 Baden-Baden
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Wolfgang Gerstner (CDU)
Blick auf Baden-Baden vom Merkur

Baden-Baden ist eine Stadt im Westen Baden-Württembergs. Die Stadt ist ein weltbekannter Kurort und heute vor allem als Bäderstadt, Mineralheilbad, Urlaubsort, Medien- und Kunststadt sowie internationale Festspielstadt bekannt. Die Spielbank trägt ebenfalls wesentlich zur Bekanntheit bei.

Bis 1931 hieß die Stadt nur Baden. Man nannte sie zur besseren Unterscheidung zu anderen Städten (Baden bei Wien und Baden in der Schweiz) meist Baden in Baden. Bereits im 19. Jahrhundert bezeichneten viele Besucher die Stadt inoffiziell als Baden-Baden. So entstand der heutige Doppelname. Baden-Baden war bis 1535 Residenzstadt der Markgrafschaft Baden und von 1535 bis 1705 Residenzstadt der Markgrafschaft Baden-Baden.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Ruine Hohenbaden, das so genannte Alte Schloss, vom Kurhaus gesehen
Altes Dampfbad

Baden-Baden liegt am Westrand des nördlichen Schwarzwaldes im Tal der Oos, einem kleinen Fluss, der etwa 13 Kilometer weiter bei Rastatt in die Murg mündet. Die östlichen Stadtteile schmiegen sich teilweise in die Hänge des Schwarzwaldes. Höchster Punkt des Stadtkreises ist mit 1003 Metern die Badener Höhe. Die westlichen Stadtteile liegen in der Oberrheinischen Tiefebene, tiefster Punkt der Gemarkung ist das Naturschutzgebiet Geggenau mit 112 Metern. Mit 85,8 Quadratkilometern Waldfläche hat Baden-Baden mit einem Anteil von 61 Prozent den größten Stadtwald der Bundesrepublik.[2]

Baden-Baden ist mit 54.600 Einwohnern die kleinste der insgesamt neun kreisfreien Städte des Landes und bildet ein Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums. Zum Mittelbereich Baden-Baden gehören neben der Stadt Baden-Baden auch die Gemeinden Hügelsheim und Sinzheim, welche beide im Landkreis Rastatt liegen. Darüber hinaus bestehen Beziehungen mit dem französischen Nord-Elsass.

Stadtgliederung

Der Stadtkreis Baden-Baden gliedert sich in folgende Stadtteile: Oos, Sandweier, Haueneberstein, Balg, Ebersteinburg, Weststadt mit dem Ooswinkel, Cité, Innenstadt, Lichtental, Oberbeuern, Geroldsau, Neuweier, Steinbach und Varnhalt.

Außerdem gibt es zahlreiche weitere Wohnplätze oder Wohngebiete mit eigenem Namen, die teilweise sehr verstreut sind: Gaisbach, Gallenbach (Varnhalt), Hungerberg, Malschbach, Mührich, Müllenbach, Schmalbach, Schneckenbach, Seelach, Umweg (Steinbach) und Unterer Plättig.

Die Stadtteile Ebersteinburg, Haueneberstein und Sandweier haben jeweils eine eigene Ortsverwaltung mit einem Ortsvorsteher. Die Stadtteile Steinbach, Neuweier und Varnhalt haben eine gemeinsame Ortsverwaltung (Rebland) ebenfalls mit einem Ortsvorsteher.

Innerhalb des Gemarkungsgebietes des Stadtkreises Baden-Baden liegen drei relativ unbewohnte Exklaven der Nachbargemeinde Sinzheim, darunter das Klostergut Fremersberg.

Nachbarkommunen

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Baden-Baden. Sie werden im Uhrzeigersinn genannt, beginnend im Norden, und gehören alle zum Landkreis Rastatt: Rastatt, Kuppenheim, Gaggenau, Gernsbach, Weisenbach, Forbach, Bühl, Bühlertal, Sinzheim, Hügelsheim und Iffezheim.

Geschichte

Baden-Baden im Jahre 1643
Baden-Baden um 1900
Erster Staatsempfang für US-Präsident Barack Obama in Deutschland am 3. April 2009 auf dem Baden-Badener Marktplatz

Erste Spuren der Besiedlung des Oostals finden sich aus der Mittelsteinzeit um 8000 bis 4000 v. Chr., Grabfunde in der Rheinebene und im Übergang zum Schwarzwald sind auch für die nachfolgenden Epochen der Stein- und der Bronzezeit belegt. Auf dem Battert finden sich noch Überreste eines keltischen Ringwalls. Doch vor allem mit den Römern, die die bis zu 68 Grad Celsius heißen Thermalquellen schätzten, kam Baden-Baden (damals wie viele Städte mit Heilquellen Aquae genannt) zu seiner Bedeutung. Um 80 n. Chr. gründeten sie im heutigen Gebiet der Altstadt eine Siedlung und errichteten mehrere Bäder. Um 260 n. Chr. eroberten die Alamannen die Gegend. Im 8. Jahrhundert kam das Gebiet unter fränkische Herrschaft.[2]

Graf Hermann II. aus dem Geschlecht der Zähringer erwarb das Gebiet um Baden-Baden Anfang des 12. Jahrhunderts und nannte sich Markgraf von Baden, Herr der Markgrafschaft Baden. Das Stadtrecht wurde Baden-Baden um 1250 verliehen.

Mit der Erlaubnis des Markgrafen Friedrich II. wurden ab 1306 die Thermalquellen für Bäder genutzt. Die erste Kurtaxe wurde 1507 erhoben, und ein Kurdirektor kümmerte sich um den aufstrebenden Kurbetrieb.

Nach Teilung der Markgrafschaft Baden 1535 blieb Baden-Baden Residenzstadt der Bernhardinischen Linie des Herrscherhauses und Hauptstadt der Markgrafschaft Baden-Baden. Während des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurde Baden-Baden am 24. August 1689 von französischen Truppen niedergebrannt, in der Folge kam auch der Bäderbetrieb zum Erliegen.[2] 1705 verlegte Ludwig Wilhelm von Baden-Baden die Residenz nach Rastatt, Baden-Baden blieb aber Amtsstadt.

Mit dem Rastatter Kongress wurde Baden-Baden am Ende des 18. Jahrhunderts als mondäner Kurort wiederentdeckt. Viele herrschaftliche Gäste machten den Ort zur Sommerhauptstadt Europas. Paris war die Winterhauptstadt. Es entstanden Luxushotels das Kurhaus (1821–1824) und die Spielbank (1810–1811), die jedoch 1872 wieder geschlossen und 1933 bis 1943 wieder geöffnet wurde.[2] Internationale Pferderennen finden seit 1858 in Iffezheim statt. Veranstalter der Pferderennen ist der 1872 gegründete Internationale Club Baden-Baden.

1863 wurde der Kreis Baden errichtet, dem die Amtsbezirke Achern, Baden-Baden, Bühl, Rastatt und Gernsbach angehörten. 1924 wurde das Amt Baden aufgelöst, doch wurde Baden-Baden 1939 zum Stadtkreis erklärt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Baden-Baden Sitz der französischen Zonen-Regierung und Hauptquartier der französischen Streitkräfte in Deutschland; die Spielbank nahm 1950 ihren Betrieb wieder auf.[2] Es entstand der Südwestfunk in Baden-Baden, dessen Nachfolger Südwestrundfunk noch heute einen Großteil seiner Programme in der Stadt produziert. 1981 war Baden-Baden Gastgeber der zweiten Landesgartenschau Baden-Württembergs. Seit 1992 wird in Baden-Baden der Deutsche Medienpreis verliehen. Mit dem bis 1999 vollzogenen Abzug der französischen Streitkräfte wurden in den westlichen Stadtgebieten große Grundstücks- und Gebäudeflächen für eine zivile Umnutzung frei.

Seit 1997 ist Baden-Baden Olympische Stadt. Mit diesem Titel wurde Baden-Baden durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) geehrt – auch in Anerkennung des im Jahre 1981 dort abgehaltenen Nominierungskongresses, bei dem die beiden Städte Calgary (Kanada) und Seoul (Südkorea) für die Olympischen Spiele 1988 als Austragungsstätten nominiert wurden.

Am 3. und 4. April 2009 war Baden-Baden einer der Gastgeberorte des Gipfels zum 60. Jubiläum der NATO. Im Kurhaus fand ein Arbeitsessen der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten statt.

Religion

Christentum

Stiftskirche Baden-Baden
Evangelische Stadtkirche

Baden-Baden gehörte anfangs zum Bistum Speyer und zur Mainzer Kirchenprovinz. Bald nach dem Reichstag zu Worms ließ Markgraf Philipp II. evangelische Prediger in die Stadt und bereits ab 1538 soll die ganze Stadt protestantisch gewesen sein. Offiziell wurde die Reformation aber erst 1556 eingeführt. Doch mussten nach seinem Tod seine Kinder auf Druck ihres Vormunds Herzog Albrecht V. wieder katholisch werden und der evangelische Gottesdienst wurde ab 1571 verboten. 1610 wurde dann wieder ein evangelischer Hofprediger ernannt, doch holte Markgraf Wilhelm die Jesuiten in die Stadt, welche die Rekatholisierung vollzogen. Wer evangelisch bleiben wollte, musste die Stadt verlassen, so dass es ab 1650 keine Protestanten mehr in Baden-Baden gab. Unter Markgraf Karl Friedrich war ab 1771 nur der katholische Gottesdienst erlaubt. Die Gläubigen gehörten zunächst noch zum Bistum Speyer, nach dessen Auflösung zum Generalvikariat Bruchsal, und 1821/1827 wurde die Gemeinde Teil des neu gegründeten Erzbistums Freiburg. Baden-Baden wurde Sitz eines Dekanats. Die dem Dekanat zugeordneten Kirchengemeinden wurden 1976 neu geordnet. Die Dekanatsgrenzen wurden dabei dem neuen Stadtkreis Baden-Baden angepasst.

Im Stadtgebiet Baden-Badens gibt es heute folgende katholischen Kirchen- bzw. Pfarrgemeinden: Stiftskirche (Altstadt), St. Bernhard (Weststadt), St. Josef, St. Bonifatius Lichtental, St. Dionysius Oos, St. Eucharius Balg, Hl. Geist Geroldsau, St. Antonius Ebersteinburg, St. Bartholomäus Haueneberstein, St. Jakobus Steinbach, St. Katharina Sandweier, St. Michael Neuweier, Herz-Jesu Varnhalt sowie die Autobahnkirche St. Christophorus an der Raststätte Baden-Baden. Mit dem Kloster Lichtenthal besteht eine Zisterzienserinnenabtei in der Stadt

Neben den römisch-katholischen Gemeinden gibt es auch eine Rumänisch-Orthodoxe Kirche (Stourdza-Kapelle) und eine Russisch-Orthodoxe Kirche.

Die wenigen Protestanten in Baden-Baden zu Anfang des 19. Jahrhunderts konnten 1832 ihre erste Gemeinde gründen. Diese gehört wie auch alle anderen heutigen Kirchengemeinden zur Evangelischen Landeskirche in Baden (Kirchenkreis Südbaden). 1855 konnte sich die Gemeinde ihre eigene Kirche erbauen, die heutige Stadtkirche. 1960/1964 wurde die Kirchengemeinde in die Lukasgemeinde und Markusgemeinde aufgeteilt. Weitere protestantische Gemeinden im Stadtgebiet sind die Luthergemeinde Lichtental (Pfarrei 1936 errichtet), die Paulusgemeinde in der Weststadt (Pfarrei 1946 errichtet), die Friedensgemeinde Baden-Oos (Pfarrei 1949 errichtet) und die Matthäusgemeinde Steinbach-Sinzheim. In Sandweier und Haueneberstein gibt es ferner einen Kirchsaal für evangelische Gottesdienste. Alle evangelischen Kirchengemeinden Baden-Badens gehören heute zum Kirchenbezirk Baden-Baden und Rastatt.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Baden-Baden auch Freikirchen und Gemeinden, darunter eine Lutherische Gemeinde (1912 gegründet), die zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Baden gehört, und eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten. Ferner gibt es eine Alt-Katholische Gemeinde, deren Gottesdienste in der Spitalkirche gefeiert werden. Die Anglikanisch-Episkopalische Kirche ist in der Stadt ebenfalls mit einer Gemeinde vertreten und betreut überwiegend US-amerikanische Gläubige.

Auch die Neuapostolische Kirche ist in Baden-Baden vertreten.

Judentum

Die Israelitische Religionsgemeinde hatte in der Stephanienstraße eine eigene Synagoge. Bei der ersten Volkszählung nach der „MachtergreifungHitlers wurden 260 Glaubensjuden erfasst.

Kolonne verhafteter Juden in Baden-Baden unter Bewachung von SS und Polizei nach den Novemberpogromen 1938

Baden-Baden blieben die schlimmsten Exzesse der Nationalsozialisten aufgrund der internationalen Beziehungen des weltberühmten Kurorts zunächst erspart – bis zum 10. November 1938. In den frühen Morgenstunden wurden viele der in Baden-Baden wohnenden Juden durch die Polizei abgeführt und zum Hof der alten Polizeidirektion (neben der heutigen Caracalla Therme) gebracht. Gegen Mittag wurden sie als bewachte Kolonne zur Synagoge geleitet. Augenzeugen berichten von Demütigungen durch die SS, von brutalen Übergriffen Baden-Badener Bürger. Etliche Juden wurden mit Steinen beworfen, verprügelt, ausgepeitscht oder bewusstlos geschlagen.

Im Inneren des Gebäudes waren SS-Männer aus der Umgebung Baden-Badens damit beschäftigt, auf der Frauenempore Feuer zu legen. Die Juden wurden entwürdigt, teilweise körperlich misshandelt. Die Synagoge wurde durch den Pöbel entweiht.

Bis auf etwa 60 Personen wurden schließlich alle zusammengetriebenen Juden mit einem Bus zum Bahnhof gefahren. Von dort wurden die Baden-Badener Juden mit einem Sonderzug zusammen mit anderen Juden aus dem Schwarzwaldgebiet ins Konzentrationslager Dachau verschleppt.

Die Synagoge in Baden-Baden brannte vollständig aus. Das Synagogengrundstück erwarb später eine Druckerei. Auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge ist heute ein Gedenkstein mit der Inschrift zu finden:

„Hier stand die Baden-Badener Synagoge, zerstört durch Brandstiftung am 10. November 1938.“

Am 22. Oktober 1940 wurden 106 Juden aus Baden-Baden in das Camp de Gurs deportiert. Von ihnen starben mindestens 14 in Auschwitz, einer in Lublin-Majdanek und 22 in verschiedenen anderen Lagern. 1941 wurden noch 44 Juden im Stadtkreis gezählt. Sie wurden nach Lublin und nach Theresienstadt verschleppt. Nur zwei kehrten in ihre Heimatstadt zurück, alle anderen sind umgekommen.

Der jüdische Friedhof in Baden-Baden (Lichtental) wurde aufgrund eines Erlasses des Badischen Innenministers vom 12. September 1941 nicht geschlossen oder verkauft, wie es vielen anderen Jüdischen Friedhöfen ergangen ist. Am 25. November 1976 wurde ein Gedenkstein für die jüdischen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft eingeweiht; der Gedenkstein enthält eine Bodenplatte der Baden-Badener Synagoge.

„Denn Tag und Nacht beweine ich die Erschlagenen meines Volkes“

Inschrift – Jeremia 8,23

Die längst vernichtete Israelitische Gemeinde Baden-Baden wurde am 23. Februar 1951 formell aus dem Vereinsregister gelöscht, 1956 wiedergegründet. Der Gottesdienst wurde eine Zeit lang in einem Betsaal, den die Bäder- und Kurverwaltung zur Verfügung stellte, abgehalten.

Eingemeindungen

Folgende Städte und Gemeinden wurden in die Stadt bzw. in den Stadtkreis Baden-Baden eingegliedert:

  • 1909: Lichtental und Beuern
  • 1928: Oos und Oosscheuern
  • 1939: Balg
  • 1. Januar 1972: Ebersteinburg, Landkreis Rastatt
  • 1. Juli 1972: Neuweier, Steinbach (Stadt) und Varnhalt, alle Landkreis Bühl
  • 1. Januar 1973: Haueneberstein, Landkreis Rastatt
  • 1. Januar 1975: Sandweier, Landkreis Rastatt

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Einwohnerentwicklung in Baden-Baden 1790-2005
Jahr Einwohner
1790 1900
1812 3085
1852 6714
1. Dezember 1871 ¹ 10.080
1. Dezember 1880 ¹ 11.923
1. Dezember 1890 ¹ 13.884
1. Dezember 1900 ¹ 15.718
1. Dezember 1910 ¹ 22.066
8. Oktober 1919 ¹ 23.359
16. Juni 1925 ¹ 26.021
16. Juni 1933 ¹ 30.262
17. Mai 1939 ¹ 33.166
Jahr Einwohner
1946 ¹ 32.359
13. September 1950 ¹ 36.582
6. Juni 1961 ¹ 40.029
27. Mai 1970 ¹ 37.537
31. Dezember 1975 49.718
31. Dezember 1980 49.142
30. September 1982[2] 49.012
27. Mai 1987 ¹ 50.127
31. Dezember 1990 51.849
31. Dezember 1995 52.745
31. Dezember 2000 52.729
31. Dezember 2005 54.581

¹ Volkszählungsergebnis

Politik

Gemeinderat

Die Wahl zum Gemeinderat am 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:

(46 Sitze, davon 10 Überhangmandate)

  1. CDU: 41,3 Prozent – 19 Sitze
  2. SPD: 15,2 Prozent – 8 Sitze
  3. GRÜNE: 15,2 Prozent – 7 Sitze
  4. FW: 15,2 Prozent – 7 Sitze
  5. FDP/DVP: 10,9 Prozent – 5 Sitze
  6. ZiB (Zukunft in Baden-Baden): 2,2 Prozent – 1 Sitz

Der Abgeordnete der ZiB ist 2008 Mitglied der SPD-Fraktion geworden.

Oberbürgermeister

An der Spitze der Stadt Baden-Baden standen seit dem 15. Jahrhundert der Schultheiß, der Bürgermeister, das Gericht und der Rat mit je 12 Mitgliedern. Sie bildeten das Stadtregiment. Der Schultheiß stand dem Gericht vor, der Bürgermeister dem Rat. Er hing aber von den Weisungen des Schultheißen und des Rates ab. 1507 erhielt die Stadt eine Stadtordnung. Anfang des 19. Jahrhunderts gab es einen Magistrat, dem zwei Bürgermeister und zwölf Ratsmitglieder angehörten. Nach Einführung der badischen Städteordnung 1874 bekam der Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister.

In der heutigen Zeit wird der Oberbürgermeister von der wahlberechtigten Bevölkerung für ein Amtsperiode von acht Jahren direkt gewählt. Sein ständiger Vertreter ist der „Erste Beigeordnete“ mit der Amtsbezeichnung „Erster Bürgermeister“.

Bürgermeister und Oberbürgermeister seit 1815:

  • 1815–1829: Felix Schneider
  • 1830–1835: Anton Jörger
  • 1835–1840: Robert Schlund
  • 1840–1858: Josef Jörger
  • 1858–1859: Ignaz Leile
  • 1860–1874: August Gaus
  • 1874–1875: A. Zachmann
  • 1875–1907: Albert Gönner
  • 1907–1929: Reinhard Fieser
  • 1929–1934: Hermann Elfner
  • 1934–1945: Hans Schwedhelm (während der Abwesenheit infolge des Militärdienstes führte Bürgermeister Kurt Bürkle die Amtsgeschäfte)
  • 12. April 1945 bis 13. Mai 1945: Ludwig Schmitt, Städt. Verwaltungsdirektor
  • 14. Mai 1945 bis 13. Januar 1946: Dr. Karl Beck, Städt. Oberrechtsrat
  • 14. Januar 1946 bis September 1946: Dr. Eddy Schacht
  • 1946–1969: Dr. h. c. Ernst Schlapper (CDU)
  • 1969–1990: Dr. jur. Walter Carlein (CDU)
  • 1990–1998: Ulrich Wendt (CDU)
  • 1998–2006: Dr. Sigrun Lang (parteilos)
  • Seit 10. Juni 2006: Wolfgang Gerstner (CDU)

Wappen

Stadtwappen

Das Wappen der Stadt Baden-Baden ist in drei breite Felder in den Farben rot und gelb auf die Flagge gesetzt. Die Umrandung und die Mauerkrone ist auf der Flagge in dunkelbraun gehalten. Bei der Flagge handelt es sich um die Dienstflagge der Stadt, die für öffentliche Gebäude einschließlich Schulen bestimmt ist.

Baden-Baden ist Stadtkreis und hat in seinem Siegel immer das Wappen der Landesfürsten geführt. Der erste Abdruck liegt aus dem Jahre 1421 vor. Das Wappen der früheren Landesherren, der Herzöge von Zähringen, ist ein roter, schräg rechts auf einem goldenen Schild liegender Balken. Zur Unterscheidung zum Landeswappen wurde das Stadtwappen mit einer dreizackigen Mauer versehen. Im 18. Jahrhundert zeigten die Siegel eine Laubkrone, ab dem 19. Jahrhundert eine dreitürmige Mauer.

Städtepartnerschaften

Baden-Baden unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Vorlage:Großes Bild/Wartung/Breite mit Einheit

Blick auf Baden-Baden von der Ruine Hohenbaden.
Blick auf Baden-Baden von der Ruine Hohenbaden.


Gemeindefinanzen

Nach der Kommunalabfrage 2007 des Bundes der Steuerzahler Baden-Württemberg stehen städtischen Steuereinnahmen von insgesamt 57,863 Millionen Euro 2006 und geschätzten Steuereinnahmen für 2007 von insgesamt 60,357 Millionen Euro folgende Schulden der Kommune gegenüber:

  • 2006 insgesamt 81,421 Millionen Euro Schulden (nämlich: 29,335 Millionen Euro Schulden des Kämmereihaushaltes und 52,086 Millionen Euro Schulden der städtischen Eigenbetriebe/Sondervermögen)
  • 2007 insgesamt 99,610 Millionen Euro Schulden (nämlich: 39,340 Millionen Euro Schulden des Kämmereihaushaltes und 60,270 Millionen Euro Schulden der städtischen Eigenbetriebe/Sondervermögen).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater und Veranstaltungsorte

Theater Baden-Baden
Museum Frieder Burda

Das Theater Baden-Baden ist eine Sprechbühne mit festem Ensemble. Darüber hinaus wird auch das Spiegelfoyer im Theater mit kleineren Produktionen bespielt. Das neben dem Theater befindliche TIK (Theater im Kulissenhaus) dient seit einiger Zeit als Bühne für Kinder- und Jugendtheaterstücke.

Das Festspielhaus Baden-Baden, durch völligen Umbau des ehemaligen am 15. Juli 1845 eingeweihten Stadtbahnhofs entstanden, ist das zweitgrößte Konzerthaus Europas mit Opern, Musicals und Konzerten.

Museen

Musik

Die Philharmonie Baden-Baden ist das ständige Orchester der Stadt Baden-Baden. Es gehört zu den traditionsreichsten Klangkörpern Deutschlands. Erste Anfänge datieren die Gründung der Hofkapelle auf das Jahr 1460. Aus dem Jahre 1582 existiert eine detaillierte Aufstellung des Instrumentariums des zu dieser Zeit von Francesco Guami (Posaunenmeister der von Orlando di Lasso geleiteten Münchner Hofkapelle) dirigierten Orchesters. Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts gab es ein überwiegend mit böhmischen Musikern besetztes Sommerorchester, nach 1854 dann ein ganzjährig auftretendes Orchester. Rund 60000 Konzerte dürfte das Orchester seit dieser Zeit gespielt haben. Hector Berlioz leitete über viele Jahre die damaligen Sommerfestspiele der Stadt. Das Baden-Badener Theater wurde mit seiner Oper „Béatrice und Bénédict“ eröffnet. Viele der berühmtesten Solisten und Dirigenten arbeiteten mit dem Orchester. Johann Strauß, Johannes Brahms, Richard Strauss, Pietro Mascagni, Artur Nikisch, Wilhelm Furtwängler, Bruno Walter, George Szell, Otto Klemperer und viele andere setzten Glanzpunkte in der Geschichte der Philharmoniker. Heute lesen sich ihre „Goldenen Bücher“ wie ein „Who’s who?“ der Musikgeschichte, von Franz Liszt über Pablo Casals bis zu Placido Domingo traf sich die musikalische Weltspitze auf den historischen Bühnen Baden-Badens.

Konzerte führen die Philharmonie heute weit über die Grenzen Baden-Badens hinaus. Nicht nur die großen deutschen Konzertsäle – wie etwa die „Alte Oper“ in Frankfurt und das Baden-Badener Festspielhaus – auch China, Dubai, Frankreich, Belgien, die Schweiz und die Ukraine standen auf dem Spielplan des Ensembles. Mit der „Carl Flesch Akademie“ bietet das Orchester alljährlich im Sommer einen der international renommiertesten Meisterkurse für Streichinstrumente an.

Baden-Baden ist zweiter Sitz des SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg. Es gehört zu den führenden Rundfunk-Sinfonieorchestern Deutschlands und tritt mehrmals im Jahr im Festspielhaus auf. Im Museum Frieder Burda (siehe Museum Frieder Burda) findet seit 2006 die Kammermusikreihe des Orchesters statt. Der SWR veranstaltet jährlich im September auch das SWR3 New Pop Festival.

Im Juni 2007 konnte das Jugendorchester Baden-Baden sein 50-jähriges Bestehen feiern. Aus ganz kleinen Anfängen, ohne jede finanzielle Möglichkeit, entwickelte sich das Orchester, seit Karl Nagel 1963 die Gesamtleitung übernahm, zu einer beachtlichen Stellung, die mit zahlreichen effektvollen Konzerten immer wieder bewiesen wird. 2001 musizierte man mit einem Weltstar der Violine, Hilary Hahn. Musik-Freunde, die das Konzert gehört haben, waren von der intensiven Art der Begleitung des Brahms-Violinkonzertes begeistert.

In Baden-Baden finden seit 1997 jährlich die „Herbert von Karajan Pfingstfestspiele“ statt, seit 2003 wird der Herbert-von-Karajan-Musikpreis verliehen.

Bauwerke

Kurhaus Baden-Baden
Palais Hamilton
Trinkhalle
Friedrichsbad, Palas des Neuen Schlosses und Kirche der Klosterschule vom Heiligen Grab
Blick in die Altstadt
Schlossgasse
Friedrichsturm

Baden-Baden hat im Zweiten Weltkrieg keine großen Schäden erlitten und gehört zu den am besten erhaltenen Kurorten in Deutschland. Das Stadtbild wird von herausragenden Beispielen der Kurarchitektur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts geprägt. Das Kurhaus mit dem berühmten Casino Baden-Baden ist architektonischer und gesellschaftlicher Mittelpunkt sowie Wahrzeichen der Stadt.

Die Altstadt Baden-Badens hat zahlreiche Geschäfte und Cafés. Im Bäderviertel gibt es die moderne Caracalla-Therme, das historische Friedrichsbad sowie Römische Badruinen.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die klassizistische Villa Hamilton, wie das Kurhaus von Friedrich Weinbrenner ausgeführt, die Wasserkunstanlage Paradies, das Kloster Lichtenthal, das Schloss Hohenbaden, das Neue Schloss und das Brahmshaus.

Auch zwei Bauten von Weinbrenner-Nachfolger Heinrich Hübsch, einem führenden Vertreter des deutschen Romantizismus sind erwähnenswert: die Trinkhalle Baden-Baden (Säulenhalle direkt beim Kurhaus) und das ehemalige Dampfbad (unterhalb des Neuen Schlosses).

Eine weitere Attraktion ist die berühmte Lichtentaler Allee mit Rosengarten in der Gönneranlage, die Gartenstadt Ooswinkel und das Baden-Badener Rebland mit seinem Traditions-Weingut Gut Nägelsförst – seit 1268.

An Kirchen sind zu erwähnen: Stiftskirche, Evangelische Stadtkirche, Spitalkirche, St. Bernhard, St. Johannis sowie die Russische Kirche und die Stourdza-Kapelle.

Auf dem Gemarkungsgebiet des Stadtkreises gibt es auch einige bemerkenswerte Sendetürme und zwar:

Mit der Merkurbergbahn gelangt man auf den 668 Meter hohen Baden-Badener Hausberg Merkur. In Baden-Baden beginnt Deutschlands wohl bekannteste Panorama- und Touristenstraße, die Schwarzwaldhochstraße – B 500 – die in Freudenstadt endet. Teilweise über 1000 Meter hoch gelegen bietet sie den Autofahrern außergewöhnlich schöne Einblicke in den Hochschwarzwald und beeindruckende Aussichten in die Rheinebene, die Vogesen, die Schwäbische Alb oder die Alpen.

Der 30 Meter hohe Friedrichsturm wurde durch die Stadt Baden-Baden und den Schwarzwaldverein am höchsten Punkt der Gemarkung Baden-Baden (1002,5 Meter über Normalnull) auf der Badener Höhe erbaut, angrenzend an die Gemarkungen Herrenwies und Murgschifferschaft. Grundsteinlegung: Am 9. Juni 1890 durch Großherzog Friedrich von Baden. Einweihung: Am 5. Oktober 1891.

Sport

Der Schachverein OSG Baden-Baden spielt in der 1. Schachbundesliga.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Mai: Brahms-Tage im Zwei-Jahre-Turnus und das Frühjahrsmeeting des Internationalen Clubs auf der Galopprennbahn in Iffezheim
  • Mai: Pfingstfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden
  • Juni: Mittelalterliche Winzertage im Stadtteil Steinbach – „Sommer-Gala“
  • Juli: Internationale Rosenneuheitenprüfungen und das Internationale Oldtimer Meeting Baden-Baden
  • August: Die Große Woche des Internationalen Clubs auf der Galopprennbahn in Iffezheim
  • September: Golf-Woche
  • September: SWR3 New Pop Festival
  • Oktober: Sales & Racing ausgerichtet vom Internationalen Club auf der Galopprennbahn von Iffezheim
  • Oktober/November: Welt-Tanz-Gala
  • November: Fernsehfilm-Festival Baden-Baden (früher: Baden-Badener Tage des Fernsehspiels)
  • Dezember: Christkindelsmarkt

Kulinarische Spezialitäten

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

Baden-Baden liegt an der A 5 (KarlsruheBasel) und ist über die Anschlussstellen Baden-Baden und Bühl zu erreichen. Eine weitere Auffahrt befindet sich im Stadtteil Sandweier an der Autobahnkirche. Die B 500 (Schwarzwaldhochstraße) führt durch das Stadtgebiet, im Innenstadtbereich durch den Michaelstunnel, mit 2544 Metern der zweitlängste Straßentunnel in Baden-Württemberg.

Die B 3 führt an den Stadtteilen Steinbach, Oos sowie Sandweier und Haueneberstein vorbei (B3 neu).

Schienenverkehr

Der Bahnhof Baden-Baden ist Intercity-Express-Haltepunkt an der Rheintalbahn von Mannheim nach Basel. Die Schwarzwaldbahn, die zwischen Karlsruhe und Konstanz pendelt, hält stündlich am Bahnhof Baden-Baden. Die Stadtbahnlinien S 4 und S 32 der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft bieten direkte Verbindungen nach Bühl, Rastatt, Ettlingen, Karlsruhe und Heilbronn.

Den weiteren öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gewährleistet die Baden-Baden-Linie die mit mehreren Buslinien, welche den ganzen Stadtkreis sowie teilweise die benachbarten Städte bedient. Die Hauptlinie ist die Buslinie 201, die im Zehn-Minuten-Takt vom Bahnhof im Stadtteil Oos, durch die Weststadt, über die Stadtmitte bis nach Lichtental bzw. Oberbeuern fährt.

Die städtische Straßenbahn wurde am 24. Januar 1910 eröffnet und am 28. Februar 1951 stillgelegt. Sie besaß meterspurige Strecken von rund 15 km Länge und wurde durch den Oberleitungsbus Baden-Baden ersetzt, der seit 26. Juni 1949 parallel dazu in Betrieb war.

Baden-Baden verfügte ursprünglich über zwei Bahnhöfe: den heutigen Bahnhof Baden-Baden, der früher Baden-Oos hieß, und den Bahnhof Baden-Baden (heute der alte Bahnhof, der als Eingangsbereich des Festspielhauses dient) am Ende der Stichstrecke von Baden-Oos nach Baden-Baden. Am 24. September 1977 fuhr der letzte Personenzug auf der Stichbahn. Die Bahnanlagen von Baden-Baden bis Baden-Baden-Oos wurden in die sogenannte „grüne Einfahrt“ umgewandelt (zur Zeit der Landesgartenschau in Baden-Baden). Auf dem Gelände des ehemaligen Sackbahnhofs befinden sich heute das Festspielhaus, der Eingang des Michaelstunnels, eine Tiefgarage und ein See mit Grünanlage. Darüber hinaus verfügten die beiden heutigen Stadtteile Haueneberstein und Steinbach über Bahnhöfe an der Rheintalbahn, die jedoch in den 1970er Jahren mangels Nachfrage aufgegeben wurden. Im Zuge der Verlängerung der Stadtbahn bis Achern wurden sie reaktiviert. Letzterer erhielt dabei den neuen Namen Baden-Baden Rebland.

Auf den Merkur führt seit 16. August 1913 eine Standseilbahn, die Merkurbergbahn.

Luftverkehr

Westlich von Baden-Baden, unweit der französischen Grenze und in der Nähe der Gemeinde Rheinmünster-Söllingen liegt im Baden-Airpark der Internationale Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden/FKB (ICAO-Code EDSB) – mitunter auch „Baden-Airport“ genannt – von dem aus Charterflüge der Fluggesellschaften Hamburg International (HHI oder 4R) und Tui-Fly (X3) sowie Linienflüge mit Air Berlin (AB) nach Berlin (TXL) und Hamburg (HAM) und mit Ryanair (FR) unter anderem nach London Stansted (STN), Rom Ciampino (CIA), Barcelona Girona(GRO), Dublin (DUB), Stockholm Skavsta (NYO), Alicante (ALC) und Valencia (VLC). Ab 2009 bedient Air Berlin täglich Palma de Mallorca, der sogenannte PMI-Shuttle. Außerdem sind über die Sommermonate Tunis Air (TU) (Tunesien), Sky Airlines (SKY) (Antalya, Türkei), Sun Express (SHY) (Antalya, Türkei) und Air Via (VIM) zu Gast am FKB, so der IATA-Code des Flughafens Karlsruhe/Baden-Baden.

Medien

Der Gebäudekomplex des SWR unterm Fremersberg

Baden-Baden ist Sitz eines der Funkhauskomplexe des Südwestrundfunks. Hier werden zahlreiche Fernseh- und Rundfunkprogramme produziert und ausgestrahlt, unter anderem auch das Programm von SWR3. In den Fernsehstudios entstehen unter anderem die werktägliche Sendung ARD Buffet sowie Innenaufnahmen für die Serien Die Fallers und Tatort. Die Produktionsfirma Maran Film GmbH und die ARTE Deutschland TV GmbH haben ebenfalls ihren Sitz in der Stadt. Daneben existieren auch einige Sendetürme in der Stadt (siehe Kapitel Bauwerke).

Zwei Tageszeitungen erscheinen in Baden-Baden: Das Badische Tagblatt (BT) und eine Lokalausgabe der Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) aus Karlsruhe.

In Baden-Baden wird jährlich der Deutsche Medienpreis von dem Baden-Badener Unternehmen Media Control verliehen.

Öffentliche Einrichtungen

Baden-Baden ist Sitz eines Landgerichts und eines Amtsgerichts, die zum Oberlandesgericht-Bezirk Karlsruhe gehören.

Ferner gibt es ein Finanzamt, mehrere Notariate und ein Zollamt. Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Baden-Baden der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Bildung

Baden-Baden hat zahlreiche Bildungseinrichtungen. Allen voran ist die Europäische Medien- und Event-Akademie zu nennen. Daneben gibt es in Baden-Baden folgende weiterführende Schulen:

Ferner gibt es die Vincenti-Grundschule und jeweils eine Grundschule in den Stadtteilen Balg, Ebersteinburg, Lichtental, Neuweier und Varnhalt. An Grund- und Hauptschulen bestehen die Theodor-Heuss-Schule (Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule) und entsprechende Einrichtungen in den Stadtteilen Steinbach, Haueneberstein, Oos, Sandweier und Lichtental.

Die größte private Bildungseinrichtung ist das Pädagogium Baden-Baden (Realschule, Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium; mit Internat), daneben die Stulz-von-Ortenberg-Schule für Erziehungshilfe und die beiden Beruflichen Schulen BBS Baden-Badener Sprachschule GmbH und Wirtschaftsinstitut Baden-Baden in der Merkur Akademie International.

Als weitere private Bildungseinrichtung haben die Bernd-Blindow-Schulen einen Schulstandort für Physiotherapie bzw. PTA eingerichtet.

Überregional bekannte ansässige Unternehmen

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Die Stadt Baden-Baden hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen (das Ehrenbürgerrecht erlischt mit dem Tode)[3]:

  • 1811: Joseph von Lassolaye
  • 1821: Friederike von Schweden
  • 1832: Franz Josef Herr
  • 1836: Großherzogin Stéphanie de Beauharnais
  • 1840: Jacques Bénazet, Spielbankbetreiber
  • 1843: Franz Jakob Göbel
  • 1848: William Archibald von Hamilton
  • 1848: Marie von Hamilton
  • 1851: Edouard Bénazet, Spielbankbetreiber
  • 1851: Andreas Friedrich
  • 1854: Konrad Kuntz
  • 1860: Joseph Grosholz
  • 1861: Karl Daniel Oppenfeld
  • 1866: Julius Füsslin
  • 1866: Michael Stourdza
  • 1872: Emile Dupressoir
  • 1895: Otto von Bismarck, Reichskanzler
  • 1898: Hermann von Sachsen-Weimar

Söhne und Töchter der Stadt

Die nachfolgende Übersicht enthält bedeutende in Baden-Baden geborene Persönlichkeiten alphabetisch aufgelistet. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Baden-Baden hatten oder nicht, ist dabei unerheblich. Viele sind nach ihrer Geburt oder später aus der Kurstadt weggezogen und sind andernorts bekannt geworden. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Berühmte und prominente Einwohner

Johannes Brahms

Baden-Baden in der Kunst

In der Literatur

„Merkwürdig ist, daß noch kein Schriftsteller die große Zeit Badens (1845–1869) für einen Roman verwendet hat“ schrieb Otto Flake im Vorwort zu seinem Roman „Hortense oder die Rückkehr nach Baden-Baden“, der 1933 veröffentlicht wurde. Dieser Roman spiegelt das Flair der Blütezeit des Kurorts im 19. Jahrhundert wieder. Flake kannte vielleicht nicht den Roman „Rauch“ von Iwan Turgenew von 1867, der das Leben der russischen Adligen im Modebad kritisiert und karikiert.

Sie war auch schon in andere Werke als Schauplatz der Ereignisse eingeflossen. So auch in Der Spieler von Fjodor Dostojevski. Der Roman „Die Leiche im Paradies“ von Rita Hampp spielt in Baden-Baden. „Aufzeichnungen eines Müßiggängers in Baden-Baden“ finden sich in Reinhold Schneiders „Der Balkon“ von 1957.

In Film und Fernsehen

Der hier angesiedelte Südwestrundfunk und mit ihm verbundene Produktionsfirmen nutzen die Stadt häufig als Kulisse für Film- und Fernsehaufnahmen. In Baden-Baden spielen die Serien Bloch mit Dieter Pfaff als Psychotherapeut sowie Der Forellenhof. Ernst Jacobi, Heinz Schimmelpfennig und Karin Anselm ermittelten als Baden-Badener Tatort-Kommissare.

Das fiktive Mommsen-Gymnasium aus Baden-Baden diente zwischen 1968 und 1972 als Kulissenort für die Kurzserie Die Lümmel von der ersten Bank. Der Film Die romantische Engländerin mit Michael Caine und Glenda Jackson spielt zum großen Teil in Baden-Baden, eine Episode in Claude Millers Film Das Auge mit Isabelle Adjani in Brenner’s Park Hotel.

Literatur

  • Bischoff, Helmuth: Baden-Baden – Die romantische Bäderstadt im Tal der Oos, Köln 1996.
  • Baden-Baden, Kunst und Kultur entlang der Oos, Aquensis Verlag, 2007
  • Coenen, Ulrich: Baden in Baden-Baden – Von den römischen Anlagen zur modernen Caracallatherme. In: Die Ortenau – Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Mittelbaden 81 (2001), Seite 189–228.. (Online-Version des Aufsatzes)
  • Coenen, Ulrich: Von Aquae bis Baden-Baden – Die Baugeschichte der Stadt und ihr Beitrag zur Entwicklung der Kurarchitektur, hrsg. von der Stadt Baden-Baden, Verlag Mainz, Aachen 2008.
  • Coenen, Ulrich: Die Kurstadt als „Gesamtkunstwerk“. Anmerkungen zur Baugeschichte Baden-Badens. In: Stadt Baden-Baden (Hrsg.), Baden-Baden - Bäder- und Kurstadt des 19. Jahrhunderts. Bewerbung der Stadt Baden-Baden als UNESCO-Weltkulturerbe. Workshop am 22.11. 2008, Baden-Baden 2009, S. 31 - 44.. (Online-Version des Aufsatzes)
  • Deiseroth, Wolf: Stadt Baden-Baden (Ortskernatalas Baden-Württemberg), Stuttgart 1993.
  • Depenau, David: Die Ortsnecknamen in Stadt und Landkreis Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden. Von Gelfießler, Käschdeigel und Schdaffelschnatzer. Ubstadt-Weiher, verlag regionalkultur 2003, ISBN 978-3-89735-247-6.
  • Hölzle, Peter: Glücks- und Gesundbrunnen, Das Welt- und Halbweltbad Baden-Baden. In: Kult-Bäder und Bäderkultur in Baden-Württemberg, hrsg. von W. Niess, S. Lorenz. Markstein, Filderstadt 2004, ISBN 3-935129-16-5
  • Faszination Baden-Baden, Aquensis Verlag, Baden-Baden 2006, ISBN 3-937978-02-X
  • Kieser, Clemens u. a.: Kunst- und Kulturdenkmale im Landkreis Rastatt und in Baden-Baden, Stuttgart 2002.
  • Schallmayer, Egon: Aquae – das römische Baden-Baden. Stuttgart: Theiss, 113 S., 78 Abb., 1989, ISBN 3-8062-0555-8
  • Wiesehöfer, Gereon & Söhner, Manfred: Baden-Baden zum Kennenlernen. Ein Reise- und Stadtführer, 4. Auflage, 2006

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. a b c d e f Stadtplan Baden-Baden, amtliche Ausgabe, Städtisches Vermessungs- und Liegenschaftsamt Baden-Baden, 1983
  3. Stadt Baden-Baden: Verzeichnis der zu Ehrenbürgern gewählten Personen (PDF)
  4. Offizielle Anmerkung der Stadt Baden-Baden zur Ehrenbürgerschaft Adolf Hitlers: „Die Liste stellt geschichtlich korrekt die Namen der einmal ernannten Ehrenbürger dar. Es kann und soll nicht verschwiegen werden, dass Adolf Hitler – wie in vielen anderen Städten auch – am 20. April 1933 zum Ehrenbürger gewählt wurde. Geschichtliche Vorgänge können nicht ungeschehen gemacht werden. Gleichwohl gilt mit Beschämung festzustellen, dass damit einer der größten Verbrecher gegen die Menschlichkeit die Ehrenbürgerwürde der Stadt Baden-Baden erhalten hat. Der Name Hitlers wird nicht gelöscht, wohl aber durchgestrichen.

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