Baden-Hachberg
Badisches Wappen: Im goldenen Schild ein schrägrechter roter Balken
Ältestes in Stein gehauenes badisches Wappen an einem Haus in Kuppenheim
Nahaufnahme des Kuppenheimer Wappens der Badener Markgrafen
Ruine Hohenbaden

Die Herren der Markgrafschaft Baden gingen aus dem Adelsgeschlecht der Zähringer hervor.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Gründer der Dynastie der badischen Markgrafen war Hermann I. (1052–1074), der ältere Sohn des Zähringers Berthold I. (1024–1078). Sein Sohn Graf Hermann II., Graf im Breisgau, nannte sich zunächst Markgraf von Limburg, dann im Jahre 1112 erstmals Markgraf von Baden. Er hatte das Gebiet um Baden-Baden durch den Ausgleich der Zähringer mit den Staufern um das Herzogtum Schwaben erlangt und führte den von seinem Vater ererbten Markgrafentitel – ursprünglich der der Mark Verona – in Verbindung mit dem neuen Herrschaftszentrum, der Burg Hohenbaden (Altes Schloss) in Baden-Baden.

Das ursprüngliche Herrschaftszentrum am mittleren Neckar um Backnang und die neu erworbenen Gebiete am Oberrhein konnten erst 1219 durch den Erwerb Pforzheims aus dem Erbe des welfischen Pfalzgrafen Heinrich verbunden werden.

Im 12. und 13. Jahrhundert waren die Badener Parteigänger der Staufer, zwischen Backnang und Stuttgart, im Karlsruher Raum, im Nordschwarzwald und im Breisgau erfolgte der territoriale Ausbau der Markgrafschaft. Ab 1190 gab es eine Hachberger Linie, die 1415 von Markgraf Bernhard I. (1372–1431) zurückgekauft wurde, allerdings ohne die Sausenberger Landesherrschaft, die erst 1503 an die badische Hauptlinie fiel. Wichtig für die Festigung der Markgrafschaft war der Erwerb der Hälfte der Herrschaften Lahr und Mahlberg im Jahre 1442, wodurch ein Bindeglied zwischen dem südlichen breisgauischen Teil und dem nördlichen Gebiet um Baden-Baden gewonnen wurde. Das späte Mittelalter sah den Ausbau Badens hin zum fürstlichen Territorialstaat (Verwaltung, Finanzen), Baden wurde zu einem bedeutenden Territorium zwischen den habsburgischen Besitzungen in Breisgau und Ortenau und dem württembergischen Herzogtum. Die Landesteilung von 1535 spaltete Baden in die frühneuzeitlichen Territorien Baden-Durlach (mit Hachberg-Sausenberg) und Baden-Baden.

Karl II. verlegte die Residenz 1565 von Pforzheim nach Durlach.

Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach entschied sich 1715, nachdem Durlach einschließlich der Karlsburg als Residenz der Familie 1689 durch die Franzosen niedergebrannt worden war, außerhalb von Durlach mit der Neugründung Karlsruhe (einer Idealstadt) die Residenz zu verlagern. Er folgte mit dieser Neugründung den Zeichen seiner Zeit:

Unter Markgraf Karl Friedrich entwickelt sich die Markgrafschaft Baden über ein Kurfürstentum zum Großherzogtum. Er beerbt 1771 die katholische Linie Baden-Baden und gliedert sie in die Markgrafschaft ein. 1803 kommen im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses die rechtsrheinischen Teile der Kurpfalz, der Bistümer Konstanz, Basel, Straßburg und Speyer, 1805 der Breisgau und die Ortenau hinzu. Die Markgrafschaft gliedert sich als damit entstandenes Großherzogtum Baden in den Rheinbund ein und wird gemäß der von Nebenius erarbeiteten Verfassung vom 22. August 1818 zur konstitutionellen Monarchie. In der Folge etabliert sich Baden als Musterland liberaler Ideen, wird dadurch allerdings auch zu einem Zentrum der Märzrevolution, in deren Verlauf eine Revolutionsregierung unter Brentano kurzfristig die Macht ergreift. Nur mit preußischer Hilfe kann Großherzog Leopold wieder zurückkehren und den Erhalt des Landes gegen bayerische und württembergische Bestrebungen sichern.

Großherzog Friedrich II. wird am 22. November 1918 zur Abdankung gezwungen. Es bildet sich die Republik Baden, der nach dem Zweiten Weltkrieg über Teilzuordnungen zu den Besatzungszonen letztendlich 1951/1952 zum neuen Bundesland Baden-Württemberg zusammengeführt wird.

Liste der Markgrafen und Großherzöge von Baden

siehe Hauptartikel: Liste der Markgrafen und Großherzöge von Baden

Siehe auch

Literatur

  • Uwe A. Oster: Die Großherzöge von Baden 1806–1918. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2007, ISBN 978-3-7917-2084-5
  • Armin Kohnle: Kleine Geschichte der Markgrafschaft Baden. Leinfelden-Echterdingen 2007, ISBN 978-3-7650-8346-4.
  • Dieter Vestner: Die Markgrafschaft Baden-Durlach. Verlag Heinz W. Holler, Karlsruhe 1988 (ohne ISBN)
  • Dieter Vestner: Baden. Verlag Heinz W. Holler, Karlsruhe 1990 (ohne ISBN)
  • Jens Martin Möller: Mythos einer Sonnenstadt (Spuren deutscher Geschichte). Dingfelder Verlag 1995, ISBN 3-926253-91-6

Weblinks


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