Badersleben
Badersleben
Einheitsgemeinde Huy
Wappen von Badersleben
Koordinaten: 51° 59′ N, 10° 53′ O51.98444444444410.890833333333166Koordinaten: 51° 59′ 4″ N, 10° 53′ 27″ O
Höhe: 166 m ü. NN
Einwohner: 1.252 (1993)
Eingemeindung: 1. Apr. 2002
Postleitzahl: 38836
Vorwahl: 039422
Sudentor
Bockwindmühle
Katholische Kirche

Badersleben ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Huy im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Badersleben liegt am Nordabhang des Huy am Marienbach, im weitesten Sinne im nördlichen Harzvorland.

Geschichte

Ursprünglich Stadt, wurde das Stadtrecht im 18. Jahrhundert gegen das Recht, Apothekenstandort zu sein, mit Dardesheim getauscht. Urkundlich erstmals 1084 erwähnt als „Badeslewa“, weisen die in der Gemarkung befindlichen bronzezeitlichen Grabhügel, eine mittelalterliche Gerichtsstätte und Grenzsteine auf eine wesentlich längere Besiedlung hin. Eine Ringmauer mit vier Tortürmen, von denen heute noch zwei erhalten sind, umschloss einst den Ort, der bereits 1479 als befestigter Platz bezeichnet wird. Im gleichen Jahr verkaufte das Kloster Huysburg den freien, durch eine Feuersbrunst zerstörten Klosterhof Badersleben an das Kloster Marienthal in Eldagsen. Der Name übertrug sich auf das Kloster in Badersleben: Marienbek oder Marienspring.

Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1810 von der westfälischen Regierung auf Weisung Jérôme Bonapartes aufgelöst. 1835 kaufte Gustav von Gustedt aus Dardesheim das Kloster mit zugehörigem Land und gründete hier 1846 eine Ackerbauschule. Diese erlangte schnell einen exzellenten Ruf und zog unzählige Wissbegierige aus aller Herren Ländern an, bis sie 1939 geschlossen wurde. Heute befindet sich in den restaurierten Gebäuden in einem Flügel die „Grundschule Albert Klaus“ und in dem anderen Flügel entsteht nach langem Leerstand eine moderne Wohneinrichtung der "IB - Behindertenhilfe Sachsen - Anhalt"[1] für Menschen mit geistiger Behinderung.

Am 1. April 2002 bildete die Gemeinde Badersleben zusammen mit den anderen zehn Gemeinden der aufgelösten Verwaltungsgemeinschaft Huy die neue Gemeinde Huy.[2]

Politik

Wappen

Das Wappen wurde am 15. Januar 1996 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „Geviert; Feld 1 und 4: in Silber eine stilisierte Rose mit goldenen Kelchblättern und goldener Samenkapsel, Feld 2: in Rot ein silberner Pflug, Feld 3: in Rot ein silbernes Wassermühlenrad.“

Das Wappen ist das Redesign der seit langen Jahrzehnten gebräuchlichen, bisher nicht bestätigten Wappen- bzw. Siegeldarstellung. Die Quadrierung von Silber und Rot erinnert an die Zugehörigkeit zum ehemaligen Bistum Halberstadt. Zu Badersleben gehörten damals die beiden Pfarreien Hornburg und Osterwieck. Beide führen in ihrem Stadtwappen eine heraldische Rose, deshalb die Belegung mit zwei Rosen im Wappen von Badersleben. Auf dem Gelände des Mönchshofes entstand im vorigen Jh. eine Ackerbauschule, die ziemliche Bedeutung erlangte und über 100 Zöglinge hatte. Für diese Schule steht symbolisch der Pflug. Das silberne Wassermühlrad symbolisiert die ehemals 16 Wassermühlen, die durch den Marienbeek angetrieben wurden und die als Gemeindespezifikum bedeutsam für den Broterwerb der Einwohner waren.

Das Wappen wurde von der Magdeburger Heraldikerin Erika Fiedler gestaltet.

Flagge

Die Flagge ist Rot - Weiß (1:1) gestreift mit dem aufgelegten Gemeindewappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In Badersleben sind zahlreiche Baudenkmale zu finden, die von der langen Geschichte des Ortes künden: die Klosterkirche mit der Kanzel aus dem Jahre 1575, die evangelische Kirche St. Sixti mit romanischem Turm, das einstige Rathaus aus dem Jahr 1529 und die am Ortsrand gelegene Bockwindmühle.

Sehenswert ist auch ein barocker Dreiseitenhof in der Ortsmitte, in dem sich eine Wassermühle sowie ein Tierarztmuseum befinden. Die nahe gelegene Heimatstube kündet vom Leben der Menschen in vergangenen Zeiten.

Prächtige Bauernhöfe und liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser prägen das Ortsbild, gepflegte Plätze, der Klosterpark, eine idyllisch gelegene Badeanstalt sowie eine moderne Mehrzwecksporthalle laden zum Verweilen und zur Ertüchtigung ein.

Museen

  • Tierarztmuseum: Deutschlands erstes Tierarztmuseum steht in Badersleben
  • Windmühlenmuseum
  • Heimatmuseum

Bauwerke

  • Bockwindmühle
  • verschiedene Wassermühlen
  • Kriegerdenkmal, das schwerpunktmäßig den Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges gewidmet ist
  • Katholische Kirche mit dem ehemaligen Klostergebäude (heute Grundschule)
  • Evangelische Kirche
  • Spieltorturm
  • die verbliebenen Tore: Spieltor und Sudentor
  • das deutsche Haus am Marktplatz

Sport und Freizeit

Badersleben verfügt über ein modernes Bad („Bad am Spring“) sowie über Sportanlagen des örtlichen Sportvereins „FSV Eintracht Badersleben 1920“. Zu diesen Sportanlagen gehören eine Turnhalle und ein Sportplatz.

Heimatgedicht

Min Heimatdörp Barslewwe

In dütschen Reich, dä besten Lü´,

wohnt in der Gegend um den Huy,

Da hör´ eck sülwest midde tau,

Darume lowe eck dä sau.

Un wie dä Huy dä beste Wald,

Is ok dä Sprache der Gestalt,

Dat sall meck keiner anders seggen,

Süss segg´ eck einfach: „Dat sind Löggen“!

Dä Grünne will eck garnich wetten,

Hier nutzt kein Utenandersetten.

Un von den Dörpern dä jie seiht

Is´t min, wat immer oben steiht.

Da wohnt´t seck schöne, jeder wett et,

Un wer´t nich wetten well, dä lätt et.

Hier dat eck minen ersten Sprung

In Vaterhus, hier word eck jung,

Hier wuss eck op, hier word eck grot,

Hier finn´eck Rauh, bin eck mal dot.

Un drumme sette eck hiermidde

Min Dörp an allererste Stidde.

Albert Klaus

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Badersleben liegt an der Bundesstraße 244.

Die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr hat sich in den 1990er Jahren stark verschlechtert: Der Bahnhof Badersleben wurde inzwischen zusammen mit der Bahnlinie stillgelegt und das Gebäude wurde als Gaststätte umfunktioniert. Werktags verkehren mehrmals täglich Busse unter anderem nach Halberstadt.

Einzelnachweise

  1. http://www.internationaler-bund.de
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002

Weblinks


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