Badr al-Dschamali

Badr al-Dschamali († 1094; arabisch ‏بدر الجمالي‎, DMG Badr al-Ǧamālī) war Regent der Fatimiden (1071-1094).

Badr al-Dschamali war unter Kalif al-Mustansir (1036-1094) Statthalter von Damaskus in Syrien. Nach dem Staatsbankrott und den Wirren im Fatimidenreich wurde er von al-Mustansir mit außerordentlichen Vollmachten zu Befriedung des Reiches ausgestattet. So wurde er zum Oberbefehlshaber des Heeres, zum obersten Richter und zum Oberhaupt der fatimidischen Missionsorganisation ernannt. Mit seinen armenischen Truppen intervenierte er 1073 in Ägypten und befreite Kairo im Jahre 1074, welches zwei Jahre zuvor von Seldschuken besetzt wurde.

Bis 1077 gelang ihm die Befriedung des Landes, vor allem wurden die rebellischen Stämme unterworfen und Alexandria erobert. In der Folgezeit gelang Badr die erfolgreiche Reorganisation des Verwaltungs- und Steuerapparates. Durch die Senkung der Abgaben für die Bauern und die Förderung der Außenhandels gelang auch wieder die Belebung der Wirtschaft, die seit der Mitte des 11. Jahrhunderts durch die hohe Steuerlast zur Finanzierung der Expansionspolitik der Fatimiden erheblichen Schaden genommen hatte. Durch den Aufschwung der Wirtschaft gelang auch bald wieder die Sanierung der Staatsfinanzen.

Durch die Reorganisation der Reichsverwaltung gelang es Badr, die Dynastie der Fatimiden zumindest in Ägypten zu retten. Syrien konnte auch von ihm nicht gegen seit 1071 andauernde Feldzüge der Seldschuken unter Atsiz gehalten werden. So musste 1076 Damaskus endgültig aufgegeben werden. Nur Akkon und Askalon an der palästinensischen Küste konnten von den Fatimiden gehalten werden. Ein direkter Angriff der Seldschuken unter Atsiz auf Ägypten konnte aber im Nildelta abgewehrt werden. Diese Bedrohung führte auch zur Errichtung der Stadtbefestigung von Kairo (1087). Gegen Ende der Regentschaft konnten wieder Erfolge gegen die Seldschuken erzielt werden, als 1089 die Häfen an der palästinensischen Küste bis nach Tyros erobert wurden.

Die Macht von Badr al-Dschamali als Regent der Fatimiden war so groß, dass nach seinem Tod sein Sohn Malik al-Afdal (1094-1121) ohne Probleme die Regentschaft fortführen konnte.


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