Baeuchle

Hans-Joachim Baeuchle (* 15. April 1922 in Freiburg im Breisgau; † 11. November 2007 in Hinterzarten) war ein deutscher Politiker (SPD).

Inhaltsverzeichnis

Leben und Beruf

Hans-Joachim Baeuchle absolvierte ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften und war nach dem Zweiten Weltkrieg bei mehreren Landratsämtern tätig. Nach dem Rückzug aus der Politik führte er bis 1993 die familieneigene Buchhandlung in Hinterzarten.

Politik

Von 1951 bis 1961 war Baeuchle Bürgermeister in Haigerloch und dann bis 1974 Bürgermeister der Stadt Schelklingen. 1969 wurde er über die Landesliste der SPD Baden-Württemberg in den Deutschen Bundestages gewählt. Die Wahlperiode wurde durch vorzeitige Neuwahl im September 1972 ein Jahr früher beendet als geplant. Daneben war er ÖTV- und SPD-Kreisvorsitzender, Aufsichtsrat in verschiedenen kommunalen Unternehmen, Kreisverordneter und Gerichtsgeschworener.

Steiner-Wienand-Affäre

Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag war er 1973 Kronzeuge im Untersuchungsausschuss zur Steiner-Wienand-Affäre. In seinem Haus hatte am 28. April ein Treffen zwischen dem CDU-Abgeordneten Julius Steiner, mit dem Baeuchle lange Zeit im Hechinger Kreistag saß, und dem Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion Karl Wienand stattgefunden. Dabei ist wahrscheinlich eine Zahlung von 50 000 DM an Steiner und seine Stimmenthaltung beim Misstrauensvotum gegen Willy Brandt vier Wochen später angebahnt worden. Baeuchle war zwar nicht die ganze Zeit beim Gespräch dabei, sagte aber aus, dass über Zahlungsmodalitäten und den „Wert“ eines Abgeordnetenmandats im Allgemeinen gesprochen wurde. Bauchle selbst gab an, er habe mit diesem arrangierten Treffen zur Rettung der Ostverträge beitragen wollen.

Abwahl

In Schelklingen wurden daraufhin Versuche angestellt, Baeuchle als Bürgermeister abzuwählen. Der Gemeinderat war sogar dazu bereit, mit der Nachbargemeinde zum Nachteil der Stadt statt einer Eingemeindung eine Fusion einzugehen, um dadurch eine Neuwahl zu erzwingen. Baeuchle musste als parteiloser Kandidat antreten, da seine SPD-Fraktion den CDU-Kandidaten unterstützte. Während des Wahlkampfes wurden in einer Kampagne viele Vorwürfe laut gegen die er erfolgreich gerichtlich vorging. Von der Staatsanwaltschaft Ulm wurde „kein strafrechtlich relevantes Verhalten“ festgestellt, die Bürgermeisterwahl 1974 verlor er jedoch.


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