Sitzheizung
Thermografie-Aufnahme einer Sitzheizung

Eine Sitzheizung dient dazu, hauptsächlich Autositze zu beheizen um den Fahrkomfort zu erhöhen. Aus dem selben Grund werden Sitzheizungen auch vermehrt in Sesselbahnen und Toilettensitzen eingebaut.

Inhaltsverzeichnis

Funktionsprinzip

Eine Sitzheizung besteht aus Heizdrähten, welche in den Bezug eines Autositzes eingearbeitet sind. Sie wird elektrisch betrieben und sorgt für angenehmen und wohligen Fahrkomfort. Die Heizelemente bestehen aus flexiblen, elektrischen Leitungen, die den Bezug der Sitzfläche, der Sitzwangen und der Rückenlehne schlangenförmig durchziehen. Hierbei macht man sich den Effekt der Jouleschen Wärme zunutze.

Bedienknopf der mehrstufigen Sitzheizung eines BMW 5er

Je nach Fahrzeughersteller kann die Heizleistung in mehreren Stufen eingestellt werden. Eine mehrstufig regelbare Sitzheizung ist meist wie folgt aufgebaut: ein Bedienschalter enthält einen Drehregler. Dieser ist mit einem Potentiometer verbunden. In Abhängigkeit von der Stellung des Reglers wird nun die Spannung eines elektrischen Signals verändert, welches dem Schaltkreis im Bedienelement bzw. in der Bordelektrik als Information zur Regelung der Heizleistung dient. Hieraus wird per Pulsweitenmodulation ein Strom für die Heizelemente in den Sitzen erzeugt. Bei der moderneren Form der Tippregler wird dieses Signal für gewöhnlich direkt über einen IC erzeugt. Außerdem befindet sich in den Heizelementen als Überhitzungsschutz generell auch ein mit der übrigen Regelungselektronik verbundener NTC-Heißleiter, was zur Folge hat, dass ab einer bestimmten Temperatur in der Sitzfläche die Heizleistung solange unterbrochen wird, bis wieder eine Abkühlung eingetreten ist.

Bei Fahrzeugen, die mit Ledersitzen ausgestattet sind, gehört eine Sitzheizung oft zum Lieferumfang. Ansonsten ist eine Sitzheizung meist aufpreispflichtig, gehört jedoch in den gehobenen Fahrzeugklassen bei einigen Modellen zur Serienausstattung. Neben der Sitzheizung für die Vordersitze ist in diesen Fahrzeugklassen in der Regel gegen Aufpreis auch eine Sitzheizung für die Fondsitze lieferbar.

Einfache Sitzheizung in einem Suzuki SX4

Varianten

Es gibt beim serienmäßigen Einbau der Sitzheizung durch den Fahrzeughersteller drei verschiedene Varianten des Einbaues:

  1. Die Heizung kann in den PU-Schaum des Sitzes integriert sein, das ist oft bei französischen Autoherstellern der Fall (Renault, Peugeot, Citroen), oder
  2. sie wird einfach mit einem doppelseitigen Klebeband auf den Schaum aufgeklebt.
  3. Als dritte Variante kann die Heizung in den Sitzbezug eingenäht werden. Dies wird vor allem bei Fahrzeugen der gehobenen Preisklasse (Oberklasse, z. B. BMW, Daimler AG, Audi) vorgenommen.

Neben der ab Werk lieferbaren Sitzheizung gibt es im Autozubehörhandel auch einfache Heizauflagen bzw. Heizmatten zur Nachrüstung, die ebenfalls oft unter der Bezeichnung Sitzheizung vermarktet werden. Geeignet sind diese Heizmatten für Fahrer- und Beifahrersitz und meistens passend für alle Fahrzeuge (PKW und LKW), außer für Sportsitze. Die Befestigung erfolgt durch Haken und elastische Bänder am Autositz. Es gibt sie mit textilem Stoff- oder mit Lederbezug. Die Stromversorgung erfolgt über den Anschluss am Zigarettenanzünder (12 V über Kabel und Stecker (mit Thermosicherung)). Die Heizelemente bestehen aus flexiblen, elektrischen Leitungen, die das Sitzpolster und die Rückenlehne durchziehen. Nachteilig bei einigen Ausführungen dieser Heizmatten ist, dass sie oft nicht die gesamte Sitzfläche beheizen und somit z. B. Teile der Sitzwangen kühl bleiben, was unangenehm empfunden werden kann. Ein weiterer Nachteil ist die Stromversorgung durch den Zigarettenanzünder, wodurch die Kabelzuleitung durch den Fahrzeuginnenraum verlegt werden muss. Zur Beheizung beider Vordersitze ist zudem meist ein Verteilerstecker notwendig.

Probleme

Immer wieder kursierten Gerüchte, eine Sitzheizung würde durch die höhere Temperatur der Hoden die Spermienproduktion einschränken und auf Dauer zur Unfruchtbarkeit führen. Das ist jedoch falsch, da die Dauer der Benutzung der Sitzheizung dafür viel zu kurz wäre. Auch von Natur aus schwankt die Temperatur der Hoden im Laufe des Tages, und ist z. B. beim Liegen während des Schlafs bereits deutlich höher als sonst. Bleibende Schäden würden erst nach wochen- oder monatelanger permanenter Erhöhung der Hodentemperatur auftreten.

Es sind außerdem wiederholt Fälle bekannt geworden, wo Sitzheizungen zu einem Sicherheitsrisiko wurden und entweder Brandlöcher in der Sitzfläche oder den Brand eines kompletten Fahrzeugs verursacht haben.[1] Hier spiegeln sich die Schwierigkeiten in der Konstruktion einer Sitzheizung wieder: um eine gute Heizleistung bei vergleichsweise geringem Stromverbrauch zu gewährleisten, müssen die Heizleitungen ausreichend dünn sein und somit genug elektrischen Widerstand haben. Außerdem müssen die Leitungen nah an der Sitzoberfläche liegen, damit möglichst schnell viel von der erzeugten Wärme bei der auf ihr sitzenden Person ankommt. Die Kombination aus dünnem Kabelquerschnitt und höherer mechanischer Beanspruchung kann somit jedoch nach einiger Zeit zu einem Kabelbruch führen, was im günstigsten Fall ein Nachlassen der Heizleistung bis hin zum kompletten Ausfall zur Folge hat. Entstehen jedoch an der Bruchstelle Funken, so kann dies Verschmorungen bis hin zu einem Schwelbrand oder einem offenen Feuer auslösen. Sobald sich feststellen lässt, dass eine Sitzheizung nicht mehr oder nur noch schwach heizt, sollte sie daher aus Sicherheitsgründen bis zur Instandsetzung nicht mehr eingeschaltet werden, damit an der schadhaften Stelle keine Spannung anliegt. Sofern zugänglich, sollte außerdem die dazugehörige Steckverbindung unter dem Sitz getrennt werden.

Kritik

In Fahrzeugen verbraucht die Sitzheizung im Durchschnitt rund 0,4 Liter Kraftstoff pro Stunde.[2]

Quellen

  1. Artikel bei Autobild.de
  2. Versteckte Spritfresser bei wissen.de. Abgerufen am 3. April 2011.

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