Baguia
Subdistrikt Baguia
Baguia (Osttimor)
Red pog.svg
Hauptstadt Baguia
Fläche 213,99 km²[1]
Einwohnerzahl 9.465 (2010)[1]
Sucos Einwohner (2010)[2]
Afaloicai 747
Alawa Craik 1.080
Alawa Leten 1.000
Defawasi 730
Hae Coni 1.773
Larisula 902
Lavateri 1.153
Osso Huna 536
Samalari 1.185
Uacala 359
Übersichtskarte
Verwaltungsgliederung von Baucau
Lage des Distrikts Baucau

Baguia (Baquia) ist der Hauptort des Subdistrikts Baguia im osttimoresischen Distrikt Baucau. Der Ortsname leitet sich von der Makasae-Bezeichnung ba’a gia ab, was so viel bedeutet, wie (Dorf) in der Bergmulde.

Inhaltsverzeichnis

Der Ort

Das Dorf liegt im Landesinneren im Südosten des Distrikts, auf einer Höhe von 294 m über dem Meer. Es besteht aus den Ortsteilen Alaua, Maurubi-assa, Ne-Olidae und Ua-Sufa, die sich auf die Sucos Alawa Craik und Alawa Leten verteilen Zur Distriktshauptstadt Baucau sind es in Luftlinie knapp 30 km nach Nordwesten und etwa 124 km nach Westen zur Landeshauptstadt Dili. Überlandstraße verbinden den Ort mit der Außenwelt. Der Ort verfügt über eine Grundschule, zwei prä-sekundäre Schulen, ein kommunales Gesundheitszentrum und einen Hubschrauberlandeplatz. Zweimal die Woche findet in Baguia ein Markt statt. Im Ort steht noch ein portugiesisches Fort aus dem Jahre 1915. Zwei Kilometer vor Baguia liegen die Ruinen der Schule Escola do Reino de Haudere. Nach dem Zweiten Weltkrieg zerfiel sie, so dass heute nur noch die Mauern stehen.

Der Subdistrikt

Baguia im Südosten des Distrikts Baucau

Der Subdistrikt liegt im Südosten des Distrikts Baucau. Im Norden grenzt es an den Subdistrikt Laga, im Westen an Quelicai, im Süden an den Distrikt Viqueque und im Osten an den Distrikt Lautém. An der Grenze zu Quelicai liegt der Matebian (2.316 m), der höchste Berg des Distrikts. Einen Teil der Grenze zu Viqueque und zu Lautém bilden der Irebere (Irabere) und seine Nebenflüsse, die zum großen Teil in Baguia entspringen. Der Matebian (2.316 m), an der Grenze zu Quelicai, ist der dritthöchste Berg Osttimors (nach anderen Quellen, der zweithöchste) und der höchste des Distrikts.

Baguia teilt sich in zehn Sucos: Afaloicai, Alawa Craik (Alaua-Craik, Alaua Craic), Alawa Leten (Alaua-Leten), Defawasi (Defa-Uassi), Hae Coni (Hae-Coni, Haeconi), Larisula (Lari Sula), Lavateri, Osso Huna (Osso-Huna, Ossuna, Osshuna), Samalari und Uacala.

Im Subdistrikt leben 9.465 Menschen (2010,[1] 2004: 8.943[3]). Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Nationalsprache Makasae. 800 Menschen sprechen als Muttersprache Naueti. Der Altersdurchschnitt beträgt 18,3 Jahre (2010,[1] 2004: 18,2 Jahre[4]).

65 % der Haushalte bauen Maniok an, 62 % Mais, 54 % Kokosnüsse, 35 % Reis, 25 % Kaffee und 46 % Gemüse.[2]

Die Häuser sind zumeist aus Bambus mit einem Strohdach. Reis wird in den unteren Lagen auf Terrassen angebaut, weiter oben wachsen Mais und Bohnen. Wasserbüffel werden zum Pflügen des Landes verwendet. Die meisten Orte sind nur mit sehr schlechten Straßen angebunden und können deswegen nur zu Fuß erreicht werden. Die anderen Dörfer werden täglich von einem Bus oder Lastwagen angefahren, die Menschen und Waren transportieren. Auf diese Weise ist von Baguia auch die Distriktshauptstadt Baucau in vier Stunden zu erreichen. Unregelmäßig gibt es von Baguia aus einen Bus, der in sieben Stunden zur Landeshauptstadt Dili fährt. Telefon und Postdienst gibt es nur begrenzt. Nur der Hauptort Baguia verfügt über Strom aus einem Generator, der nur von sieben Uhr abends bis Mitternacht läuft.

Der Subdistrikt Baguia ist mit der australischen Stadt Stonnington City eine Partnerschaft eingegangen. Unter der Marke Friends of Baguia verkauft der Partnerschaftsverein australische Weine zur Unterstützung von Baguia.

Subdistriktadministrator ist Antonio Ramos (Stand Juli 2010).[5]

Geschichte

Flüchtlinge in Osttimor nach den Parlamentswahlen 2007.[6]

Baguias gebirgiges Gelände war 1976 ein Rückzugsgebiet der FALINTIL, die gegen die indonesischen Invasoren kämpfte. Hier gründeten sie eine base de apoio, eine Widerstandsbasis, die Zuflucht für Flüchtlinge aus Lospalos, Baguia, Iliomar und Uatucarbau bot. Später wurde die Basis von den Indonesiern zerstört.[7]

Nach dem Fall der Widerstandsbasis am Matebian Ende November 1978 kamen Tausende Menschen in den Ort Baguia. Ihnen wurde verboten sich weiter vom Ort zu entfernen und wurden streng bewacht. Cholera, Durchfall und Tuberkulose brachen aus. Allein von den Menschen, die aus Osso Huna stammten, starben 280 Personen. Andere Dorfgemeinschaften beklagen über 500 Tote.[7]

In der Stadt Baguia und in Ledana (Suco Lavateri) gab es Ende 1979 indonesische Umsiedlungslager für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den Besatzern umgesiedelt werden sollten.[7]

Am 10. August 2007 wurde während der Unruhen nach den Parlamentswahlen 2007 der Konvent der Salesianer Don Boscos mit dem angeschlossenen Waisenhaus überfallen. Dabei wurden neun Mädchen darunter eine Achtjährige vergewaltigt. Davor verwüsteten die Randalierer den gesamten Konvent. Der Vorfall sorgte für großes Aufsehen und gilt als einer der schlimmsten Vorfälle während der Unruhen. Bei den Tätern soll es sich angeblich um Unterstützer der FRETILIN handeln.[8] Am Tag darauf wurde ein 16-jähriger, dem die Vergewaltigung des Kindes angelastet wird, verhaftet.[9] Mehrere Menschen flohen in Baguia aufgrund der Unruhen aus ihren Häusern.[6]

Mitte Juli 2010 zerstörte ein Erdrutsch nach schweren Regenfällen im Subdistrikt zehn Häuser und 20 Hektar Reisfelder.[5]

Einzelnachweise

  1. a b c d Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch)
  3. Statistisches Amt Timor-Leste Census 2004
  4. Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004
  5. a b Radio Timor-Leste, 15. Juli 2010
  6. a b Internal Displacement Monitoring Centre
  7. a b c „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  8. UCAN:, 15. August 2007, Convent girls raped, church property destroyed as new PM takes office
  9. Reuters, 13. August 2007, Youth arrested over alleged rape at E.Timor convent

Weblinks


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