Bahnhof Altenbeken
Bahnhof Altenbeken
Bahnhof Altenbeken.jpg
Daten
Kategorie 2
Betriebsart Inselbahnhof
Bahnsteiggleise 11
Abkürzung HA
Eröffnung 1. Oktober 1864
Empfangsgebäude: 1865
Webadresse www.bahnhof.de
Lage
Stadt Altenbeken
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 45′ 59″ N, 8° 56′ 32″ O51.7663888888898.9422222222222Koordinaten: 51° 45′ 59″ N, 8° 56′ 32″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

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Der Bahnhof Altenbeken ist ein Inselbahnhof in der Gemeinde Altenbeken im Kreis Paderborn. Durch seine Lage an den Bahnstrecken aus dem Ruhrgebiet nach Warburg–Kassel sowie nach Holzminden–Kreiensen, Hannover und Herford hat der Bahnhof als Knotenpunkt eine große Bedeutung für den Personennah- und -fernverkehr. Seine Bedeutung nimmt wegen Einschränkungen im ICE-/IC-Verkehr auf der sogenannten Mitte-Deutschland-Verbindung ab.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Bahnverbindung PaderbornWarburg über Altenbeken wurde 1853 vorerst ohne Station eröffnet.

Gedenkstein zum Bahnhofsjubiläum

Der Bahnhof selber folgte am 1. Oktober 1864 zusammen mit der abzweigenden Strecke nach Holzminden, das Empfangsgebäude wurde im Jahr 1865 eröffnet. Bei der Deutschen Reichsbahn gehörte der Bahnhof zum Gebiet der Reichsbahndirektion Kassel, später zur Bundesbahndirektion (BD) Kassel, nach deren Auflösung zur BD Hannover.

Die Herforder Strecke wird seit den 1980er Jahren nur noch vom Nahverkehr bedient. Ehemalige Eil- und D-Zugläufe aus Osnabrück, Bielefeld oder Bremen über Kassel und Bebra nach Süddeutschland sind nach und nach entfallen. Zuletzt wurde die Linie „Der Cherusker“ nach Osnabrück–Bad Bentheim eingestellt. Über Herford hinaus bestehen damit nur noch Umsteigeverbindungen. Durchgehende Züge nach Bielefeld benutzen ab Lage (Lippe) die Begatalbahn über Oerlinghausen; hier besteht eine Zugdurchbindung bis Münster (Westfalen). Die Strecke nach Hannover wird seit 2000 im Personennahverkehr von der S-Bahn Hannover bedient. Am Bahnhof Altenbeken halten außerdem InterCity Züge, bis Dezember 2007 hielten auch einzelne ICE T. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 verkehren wieder zwei ICE-Zugpaare von und nach Dresden und München.

Wegen der Bedeutung Altenbekens für den Eisenbahnverkehr wurde der ICE-T-Triebkopf 415 003 am 11. Juli 2003 auf den Namen „Altenbeken“ getauft. Altenbeken dürfte damit einer der kleinsten namensgebenden Orte sein.

Betriebsanlagen

Streckenführung im Bahnknotenpunkt Altenbeken
Ausgang zum Ort

Der Bahnhof verfügt über elf Bahnsteiggleise mit einer Länge von 140 Metern bis 403 Metern und Bahnsteighöhen von 38 und 76 Zentimetern. Mit dem Gleis 200, das eine Verbindung zwischen den Strecken aus Richtung Hannover bzw. Herford und Warburg–Kassel ermöglicht, bildet der Bahnhof seit dem 30.Mai 1958 ein Gleisdreieck. Diese Gleisschleife wird nur vom Güterverkehr genutzt.

Es handelt sich beim Bahnhof Altenbeken um einen Inselbahnhof, weshalb das Empfangsgebäude nur durch Unterführungen erreichbar ist. Insgesamt verlassen vier Strecken den Bahnhof in Ostrichtung, nur die Strecke in Richtung Paderborn führt in Westrichtung über den Altenbekener Viadukt. Aufgrund dieser Streckenverläufe wird der Bahnhof auch als „Fünffingerbahnhof“ bezeichnet.

Das Fahrdienstleiterstellwerk Altenbeken Af, ein Relaisstellwerk der Bauart SpDrS59, wurde am 1. Dezember 1963 in Betrieb genommen und ersetzte fünf mechanische Stellwerke.

Am Ausgang zum Ort befindet sich ein Gedenkstein, der anlässlich des 125-jährigen Bestehen des Bahnhofs aufgestellt wurde.

Elektrifizierung

Am 11. Dez. 1970 war die Elektrifizierung der Strecke Kassel-Hamm abgeschlossen und die erste Elektrolokomotive konnte in den Bahnhof Altenbeken einfahren. Am 21. Mai 1971 folgte die Strecke Altenbeken-Hannover.[1] Bis auf die Strecke in Richtung Höxter, Kreiensen sind derzeit alle Strecken elektrifiziert.[2]

Bedeutung

Die frühere Bedeutung für den Nord-Süd-Fernverkehr und Güterverkehr ist heute verloren gegangen. Die Umfahrungskurve (Gleis 200) machte hierbei den Richtungswechsel zwischen den Strecken aus Herford und Warburg unnötig. Die kürzere Fahrzeit bedeutet einen erheblichen Attraktivitätsgewinn. Im Allgemeinen war Altenbeken Zughalt und einige Verbindungen wechselten hier ihre Zuggattung vom Eil- zum D-Zug.

Durchgehende Nahverkehrsverbindungen von den östlich gelegenen Strecken über Altenbeken hinaus bis Paderborn und Einschränkungen im Fernverkehr haben die Bedeutung des Bahnhofs verringert. Bedeutung hat der Bahnhof auch als Umsteigepunkt zwischen den Strecken aus Hannover und Herford, da der hierfür erheblich günstiger gelegene Bahnhof Himmighausen (Stadt Nieheim) vor dem Rehbergtunnel im Mai 1989 für den Personenverkehr geschlossen wurde.

Günstig ausgewirkt hat sich die Einbindung in den Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter („Hochstift-Tarif“) mit Übergangstarifen zum Tarifverbund „Der Sechser“ (OWL Verkehr GmbH) und die Privatisierungen auf den Strecken nach Bielefeld, Holzminden (NordWestBahn) und Herford (Westfalenbahn).

Heutige Bedienung

Im Schienenpersonenfernverkehr halten im Zweistundentakt Züge der IC-Linie 51 DüsseldorfHammKasselErfurtHalle–Berlin (–Stralsund). Der Nahverkehr wird von den RE- und RB-Linien

RB 72Ostwestfalen-Bahn“ nach Herford (Westfalenbahn)
RE 82Der Leineweber“ nach Bielefeld (NordWestBahn)
RB 84 „Egge-Bahn“ nach HöxterHolzminden (NordWestBahn)
RB 89 „Ems-Börde-Bahn“ nach Hamm–Münster bzw. Warburg (eurobahn) mit Anschluss nach Kassel bedient.

Altenbeken ist außerdem Haltepunkt der S-Bahnlinie S 5 nach HamelnHannover HbfHannover Flughafen (Stundentakt, sonntags alle 2 Stunden).

Einzelnachweise

  1. Hans-Josef Jockel Die Eisenbahn im Eggegebirge, Knotenbahnhof Altenbeken Verlag: Offsetdruck Bergmann, Bad Driburg 1982
  2. Übersichtskarte für den Personenverkehr der Deutschen Bahn von Dez. 2005

Literatur

  • Hans-Josef Jockel: Die Eisenbahn im Eggegebirge, Knotenbahnhof Altenbeken. Offsetdruck Bergmann, Bad Driburg 1982.
  • Rolf Ertmer, Michael Meinhold: MIBA REPORT 15; Damals in Altenbeken. MIBA Verlag, Nürnberg 1985.

Weblinks


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