Bahnhof Berlin-Adlershof
Berlin-Adlershof
Mittelbahnsteig des Bahnhofes bis 2007
Mittelbahnsteig des Bahnhofes bis 2007
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Haltepunkt
Bahnsteiggleise 2 S-Bahngleise
Abkürzung BADL
Eröffnung 8. Januar 1894
Webadresse s-bahn-berlin.de
Lage
Gemeinde Berlin
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 26′ 5″ N, 13° 32′ 29″ O52.43472222222213.541388888889Koordinaten: 52° 26′ 5″ N, 13° 32′ 29″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe im Raum Berlin

i7i12i13i15i16i16i18

Der Bahnhof Adlershof ist ein Stadtschnell- und ehemaliger Fernbahnhof im gleichnamigen Ortsteil Adlershof des Berliner Bezirks Treptow-Köpenick. Er befindet sich an der Berlin-Görlitzer Eisenbahn nördlich des Grünauer Kreuzes mit dem Berliner Außenring. Nach langjährigen Bauarbeiten wurde der Bahnhof bis 2011 umfassend modernisiert.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte bis 1937

Bevor ein Bahnhof im eigentlichen Sinn gebaut wurde, gab es zwei Haltepunkte an der Görlitzer Bahn. Der heutige Bahnhof steht etwa auf Höhe des seit 1876 in den Plänen verzeichneten nördlichen Bedarfshaltepunktes Bude 10 Adlershof an der Dorfstraße Adlershof (heute Dörpfeldstraße), der südliche Haltepunkt Glienicke lag auf Höhe des Glienicker Wegs. Genutzt wurde der Haltepunkt auf freier Strecke schon seit 1872, jedoch wuchs das Fahrgastaufkommen so rasch, dass schon 1874 zwei Seitenbahnsteige errichtet wurden. Am 8. Januar 1894 wurde dann ein Empfangsgebäude[1] am neuen Bahnhof Adlershof-Glienicke eröffnet und der Haltepunkt Glienicke aufgegeben. Seit 1901 hieß der Bahnhof dann Adlershof-Alt-Glienicke.

Mit der Errichtung des Teltowkanals von 1900 bis 1906 kam es zu weitläufigen Umbauten und einem Anstieg der angesiedelten Industrie. 1905 begannen dann Umbauarbeiten im Zuge der Höherlegung der Görlitzer Bahn auf einen Damm. Bis 1907 entstanden so zwei Mittelbahnsteige, jeweils einer für die nun auf eigenen Gleisen verkehrende Vorortbahn (heutige S-Bahn) und den Fernverkehr. Zeitgleich begann der Bau des Rangierwerkes nördlich von Adlershof beim heutigen Betriebsbahnhof Schöneweide, dessen Gleise vor Adlershof in die Görlitzer Bahn mündeten, und weitläufiger Gleisanlagen auf den Betriebsgeländen von Adlershof.

1909 wurde die Straßenbahn Adlershof–Altglienicke eröffnet. 1912 folgte die Straßenbahn Adlershof–Cöpenick durch die Städtische Straßenbahn Cöpenick. Erst mit der Gründung der Berliner Straßenbahn 1920/21 wurden beide Strecken zu einer gemeinsamen Linie durchgebunden.

Mit der Elektrifizierung der Vorortbahn 1928 fuhr diese ab 6. November 1928 ab Adlershof elektrisch. Ab 1. Januar 1935 bzw. 1937 wurde dann der Namenszusatz Glienicke fallengelassen und der Bahnhof heißt seitdem Berlin-Adlershof.

Bahnhofsumbau (1957–1969)

Das zwischen 1969 und 2007 am Bahnhof stehende Eingangsbgebäude

Am 29. September 1957 wurde der Bahnsteig der Fernbahn aufgegeben und anschließend abgerissen, ebenso wie das alte gründerzeitliche Empfangsgebäude dann 1964 abgerissen wurde, welches etwa in Höhe des südlichen Tunnels lag. Die Umbauarbeiten, in deren Verlauf 1960 neue Brücken über die Rudower Chaussee gesetzt wurden, brachten einen neuen Zuschnitt der Zugänge und mündeten schließlich am 7. Oktober 1969 in der Eröffnung der Empfangshalle an der Dörpfeldstraße/Rudower Chaussee im Kachelstil der 1960er Jahre. Der Bahnhofsbereich blieb hernach über 30 Jahre unverändert.

Bahnhofsumbau (2006–2011)

Mit dem Beginn der Errichtung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes Adlershof (WISTA) ab 1992 entstand der Wunsch nach einem leistungsfähigen modernen Bahnhof mit Fernbahnanschluss. Erste Pläne lagen ab 1996 vor. Am 5. September 2002 lag die Konzeption des neuen Bahnhofs fertig vor, jedoch wurde der für Ende 2003 bis 2006 angesetzte Umbau immer wieder verschoben.[2] Schließlich wurde ein Großprojekt aufgesetzt, in dessen Zuge von 2006 bis 2010 sieben Brücken und drei Bahnhöfe an der Görlitzer Bahn in Berlin modernisiert oder neu errichtet werden.[3]

Der Bahnhof Adlershof befindet sich seit Juli 2006 in einem umfassenden Umbau. Die vorhandenen Brücken, Empfangshallen, Aufgänge und Bahnsteige wurden dabei vollständig durch Neubauten ersetzt. Die Brücken über die Rudower Chaussee wurden von 36 auf 54 Meter aufgeweitet und erlauben es, dass Straßenbahnen und Busse direkt darunter halten. Der Umstieg zur Straßenbahn wurde hier einem weiteren Umbau unterzogen: Bis 1962 fuhr die Straßenbahn auf dem Adlergestell östlich des Damms der Görlitzer Bahn und hatte danach einen Halt am südlichen Ausgang westlich des Damms, wo seit Stilllegung der Strecke nach Altglienicke 1993 eine Wendeschleife lag. Während des Bahnhofsumbaus wurde der Straßenbahnhalt temporär auf eine Dreieckswende auf dem Adlergestell östlich des Damms verlegt.

Der obere neue Bahnsteigsbereich wurde schließlich am 15. Juli 2009 eröffnet, im Unterführungsteil wird allerdings weiter gebaut. Die Bauarbeiten an der Unterführung sollten ursprünglich bis Ende 2010 abgeschlossen sein.[4] Im Zuge der Bauarbeiten wurde der südliche Ausgang in einen Durchgangstunnel ausgebaut. Nach Fertigstellung der Ampel Adlergestell/Weerthstraße wurde der Ausgang am 11. November 2010 geöffnet.[5] Die Verlängerung der Straßenbahn über den Mittelstreifen der Rudower Chaussee nach Westen bis zur Karl-Ziegler-Straße wurde am 4. September 2011 eröffnet.[6] Die Straßenbauarbeiten sind weitgehend abgeschlossen, die Öffnung der Rudower Chaussee erfolgt am 30. November 2011.[7].

Anbindung

Linie Verlauf Takt
Berlin S45.svg (Bundesplatz – Innsbrucker Platz – Schöneberg –) Südkreuz – Tempelhof – Hermannstraße – Neukölln – Köllnische Heide – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Altglienicke – Grünbergallee – Flughafen Berlin-Schönefeld 20 min
Berlin S46.svg Westend – Messe Nord/ICC – Westkreuz – Halensee – Hohenzollerndamm – Heidelberger Platz – Bundesplatz – Innsbrucker Platz – Schöneberg – Südkreuz – Tempelhof – Hermannstraße – Neukölln – Köllnische Heide – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau – Eichwalde – Zeuthen – Wildau – Königs Wusterhausen 20 min
Berlin S8.svg Birkenwerder – Hohen Neuendorf – Bergfelde – Schönfließ – Mühlenbeck-Mönchmühle – Blankenburg – Pankow-Heinersdorf – Pankow – Bornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau (– Eichwalde – Zeuthen) 20 min
Berlin S85.svg Waidmannslust – Wittenau – Wilhelmsruh – Schönholz – WollankstraßeBornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide (– Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau) 20 min
Berlin S9.svg (Blankenburg – Pankow-Heinersdorf –) Pankow – Bornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Altglienicke – Grünbergallee – Flughafen Berlin-Schönefeld 20 min

Neben den S-Bahnlinien ist der Bahnhof auch an das Berliner Omnibus- und Straßenbahnnetz angeschlossen.

Literatur

  • Jürgen Meyer-Kronthaler und Wolfgang Kramer: Berlins S-Bahnhöfe – Ein dreiviertel Jahrhundert, be.bra Verlag, Berlin 1998. ISBN 3-930863-25-1

Weblinks

 Commons: Bahnhof Berlin-Adlershof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Matthias Winkler (20. Juli 2011): Empfangsgebäude von 1894 bis 1964, mit Foto. Internet-Forum von Drehscheibe Online. Abgerufen am 5. September 2011.
  2. WISTA: Pressemitteilung 16/02 - Neues Portal für Adlershof. Archiviert vom Original am 14. Oktober 2008. Abgerufen am 5. September 2011.
  3. S-Bahn Berlin: Aktuelles - Baumschulenweg bis Grünauer Kreuz: Baubeginn nach der Fußball-WM / Abschluss im Jahr 2010 geplant. Archiviert vom Original am 20. Juni 2010. Abgerufen am 5. September 2011.
  4. BVG (17. Mai 2007): Veränderte Buslinien rund um den S-Bahnhof Adlershof. Abgerufen am 31. Dezember 2011.
  5. S-Bahn Berlin (11. November 2010): S-Bahnhöfe - Frohnau, Zepernick und Adlershof modernisiert. Abgerufen am 5. September 2011.
  6. BVG: Eröffnung in Adlershof. Abgerufen am 5. September 2011.
  7. Adlershof Projekt GmbH (WISTA): Eröffnung Durchfahrt Rudower Chausse / Dörpfeldstraße. Abgerufen am 17. November 2011.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”