Bahnhof Berlin-Wittenau
Berlin-Wittenau
Bahnsteig des S-Bahnhofs
Bahnsteig des S-Bahnhofs
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Haltepunkt
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung BWIN
Eröffnung 10. Juli 1877
24. September 1994
Architektonische Daten
Architekt Ernst Schwartz,
Karl Cornelius,
Alfred Lücking,
Rainer G. Rümmler (U-Bf)
Lage
Stadt Berlin
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 35′ 45″ N, 13° 20′ 12″ O52.59583313.336667Koordinaten: 52° 35′ 45″ N, 13° 20′ 12″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe im Raum Berlin

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Der Bahnhof Wittenau ist eine Station der Berliner S- und U-Bahn. Er befindet sich im gleichnamigen Ortsteil Wittenau. Der vollständige Name lautet Wittenau (Wilhelmsruher Damm), zuvor Wittenau (Nordbahn). Diese Unterscheidung war bis Mitte 1995 nötig, um keine Verwechslungen mit dem Bahnhof Wittenau (Kremmener Bahn) aufkommen zu lassen. Als dieser 1995 unter dem Namen Karl-Bonhoeffer-Klinik wiedereröffnet wurde, wurde der Zusatz überflüssig, blieb allerdings bis heute erhalten.

Der S-Bahnhof befindet sich an der Nordbahn, wo die Linien S1 und S85 halten. Im bahnamtlichen Betriebsstellenverzeichnis trägt der Bahnhof das Kürzel BWIN.

Der am Südausgang des S-Bahnhofs befindliche U-Bahnhof der Linie U8 liegt unterhalb des Wilhelmsruher Damms, der dem Bahnhofsnamen auch seinen Zusatz gab.

Inhaltsverzeichnis

S-Bahnhof

Der Bahnhof wurde unter dem Namen Dalldorf (bis 1905) zusammen mit der Bahnstrecke am 10. Juli 1877 eröffnet. Die Strecke war zu dem Zeitpunkt noch weitgehend eingleisig, erst 1891 kam ein zweites Ferngleis hinzu. Ein zweites Gleispaar kam im Jahr 1912 hinzu, um den Fern- vom Vorortverkehr zu trennen. Die Vorortgleise wurden schließlich 1925 als zweite Strecke im Berliner Raum mit Stromschienen elektrifiziert, die S-Bahn hielt Einzug.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Strecke, einschließlich des Bahnhofs, um je ein Gleis reduziert. Eine Ausweiche zum Kreuzen der Züge blieb nicht erhalten, erst eine Station weiter in Waidmannslust wurde eine eingerichtet. Durch den S-Bahn-Boykott infolge des Mauerbaus mieden viele potentielle Fahrgäste die S-Bahn und stiegen auf die Verkehrsmittel der BVG um, die betriebsführende Reichsbahn unterhielt die Strecke und ihre Anlagen, größere Investitionen unterblieben jedoch.

Mit der Übernahme der Betriebsrechte der S-Bahn in West-Berlin durch den Senat am 9. Januar 1984 wurde die Strecke sofort stillgelegt, wenn auch nur vorerst. Nach Protesten der Fahrgastverbände wurde noch im selben Jahr, am 1. Oktober 1984, die Strecke zwischen Gesundbrunnen und Frohnau wieder befahren. Um die Kapazität des nördlichen Abschnitts zu steigern, wurde auch dieser bis 1986 wieder zweigleisig ausgebaut, womit Wittenau sein zweites Streckengleis zurückerhielt. Dafür wurde der Abschnitt nördlich Waidmannlust im Jahr 1985 vorübergehend wieder stillgelegt. Während dieser Zeit erhielt der nach Süden verlängerte Bahnsteig auch einen Ausgang zum Wilhelmsruher Damm, um den Umsteigeverkehr zu den Bussen Richtung Märkisches Viertel und auch zur damals noch geplanten U-Bahn zu ermöglichen. Etwa zur gleichen Zeit entfachte die Diskussion über den zukünftigen Namen des Bahnhofs. Ausschlaggebend dafür war die Verlängerung der U-Bahn-Linie U8, die in Wittenau einen Bahnhof erhalten sollte. Da die Pläne noch aus der Zeit vor der Übernahme der S-Bahn stammten, wählte die BVG für ihren U-Bahnhof den Namen Wilhelmsruher Damm zur absichtlichen Abgrenzung. Nach 1984 war dieser Name dann auch für den S-Bahnhof vorgesehen, wurde aber nicht übernommen. Lediglich der Zusatz Wilhelmsruher Damm ziert seitdem die Stationsschilder.

U-Bahnhof

U-Bahnhof Wittenau

Bereits seit dem Bau des Märkischen Viertels in den 1960er Jahren war eine Anbindung an die U-Bahn geplant. Mitte der 1980er Jahre wurde dann eine Verlängerung der Linie U8 beschlossen. Diese sollte nun nach Wittenau schwenken und das Märkische Viertel von Westen her durchqueren. Aber erst am 24. September 1994 wurde der heutige Endbahnhof Wittenau der U8 beim S-Bahnhof Wilhelmsruh eröffnet und am 29. September dem Betrieb übergeben.

Der U-Bahnhof wurde vom Architekten Rainer G. Rümmler entworfen. Er erhielt, ganz im Stil der anderen in den 1980er Jahren in Berlin gebauten U-Bahnhöfe, bunte Fliesen, hier hauptsächlich in den Farben Grün und Gelb. Die Muster an den Säulen erinnern an Bäume, die die Decke stützen. Der Bahnhof liegt unter dem Wilhelmsruher Damm und erhielt einen Übergang zur S-Bahn.

Eine Verlängerung der U8 Richtung Osten in das Märkische Viertel hinein ist geplant, wegen der angespannten Haushaltslage des Landes Berlin ist sie aber bis auf weiteres unwahrscheinlich.

Anbindung

Der Bahnhof wird von den Linien S1 und S85 der S-Bahn sowie der Linie U8 der U-Bahn bedient. Die meisten der Omnibuslinien, zu denen eine Umsteigemöglichkeit besteht, bieten einen Anschluss ins Märkische Viertel.

Linie Verlauf
Berlin S1.svg Oranienburg – Lehnitz – Borgsdorf – Birkenwerder – Hohen Neuendorf – Frohnau – Hermsdorf – Waidmannslust – Wittenau – Wilhelmsruh – Schönholz – Wollankstraße – Bornholmer Straße – Gesundbrunnen – Humboldthain – Nordbahnhof – Oranienburger Straße – Friedrichstraße – Brandenburger Tor – Potsdamer Platz – Anhalter Bahnhof – Yorckstraße (Großgörschenstraße) – Julius-Leber-Brücke – Schöneberg – Friedenau – Feuerbachstraße – Rathaus Steglitz – Botanischer Garten – Lichterfelde West – Sundgauer Straße – Zehlendorf – Mexikoplatz – Schlachtensee – Nikolassee – Wannsee
Berlin S85.svg Waidmannslust – Wittenau – Wilhelmsruh – Schönholz – WollankstraßeBornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide (– Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau)
Berlin U8.svg Wittenau – Rathaus Reinickendorf – Karl Bonhoeffer-Nervenklinik – Lindauer Allee – Paracelsus-Bad – Residenzstraße – Franz-Neumann-Platz – Osloer Straße – Pankstraße – Gesundbrunnen – Voltastraße – Bernauer Straße – Rosenthaler Platz – Weinmeisterstraße – Alexanderplatz – Jannowitzbrücke – Heinrich-Heine-Straße – Moritzplatz – Kottbusser Tor – Schönleinstraße – Hermannplatz – Boddinstraße – Leinestraße – Hermannstraße

Literatur

  • Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin: U8 – Geschichte(n) aus dem Untergrund. GVE, Berlin 1994. ISBN 3-89218-026-1

Weblinks


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