Bahnhof Eilenburg
Eilenburg
Bahnhof Eilenburg
Empfangsgebäude vom Busbahnhof gesehen
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Kreuzungsbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Reisende 1340 pro Werktag[1]
Abkürzung LEG
Eröffnung 1871
Webadresse www.bahnhof.de
Lage
Stadt Eilenburg
Land Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 27′ 6″ N, 12° 38′ 12″ O51.45166666666712.636666666667Koordinaten: 51° 27′ 6″ N, 12° 38′ 12″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Sachsen

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Der Bahnhof Eilenburg ist einer von zwei Bahnhöfen in der nordsächsischen Großen Kreisstadt Eilenburg. Er wird von der Deutschen Bahn in die Bahnhofskategorie 4 eingeordnet. Der Bahnhof befindet sich im Regionalbereich Südost.

Der Bahnhof wurde 1871 eröffnet. Er erlangte im Laufe der Zeit Bedeutung im Personen- und Güterverkehr. Viele Arbeitsplätze waren mit ihm verbunden. Heute (2009) verkehren Regionalzüge unter anderem nach Leipzig, Halle (Saale), Hoyerswerda und Cottbus. Mit Inbetriebnahme des City-Tunnels in Leipzig wird der Bahnhof in das S-Bahnnetz Leipzig-Halle integriert.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Stadt Eilenburg lag in Randlage von Preußen in einem Gebiet, welches mit dem Wiener Kongress von Sachsen abgetreten werden musste. Erst 1868, als bereits ein dichtes Schienennetz bestand, wurde an die Halle-Sorau-Gubener Eisenbahngesellschaft eine Konzessions- und Bestätigungsurkunde für den Bau eines Anschlusses erteilt.[2] 1871 wurde das Empfangsgebäude errichtet, welches Diensträume, Fahrkartenschalter, Gepäckabfertigung, Wohnungen für Angestellte sowie vier Wartesäle umfasste.[2] Ein Jahr später, im April 1872, wurde die Strecke von Falkenberg (Elster) über Eilenburg nach Halle (Saale) eröffnet.[3] Im November 1874 wurde der Abzweig in die sächsische Universitäts- und Messestadt Leipzig eröffnet.[3] Als Endpunkt der Strecke wurde in Leipzig mit dem Eilenburger Bahnhof ein eigener Kopfbahnhof errichtet. Am 20. Februar 1895 folgte die Inbetriebnahme der Strecke Eilenburg–Lutherstadt Wittenberg.[3] Um 1914 gab es auch die Idee des Baus einer Strecke von Eilenburg nach Bitterfeld mit seinen aufstrebenden Industriegebieten. Wegen Ausbruchs des Ersten Weltkrieges ging dieses Projekt allerdings nicht über die Planungsphase hinaus.[3]

Die letzte Strecke war die Strecke Eilenburg-Wurzen, die im Jahr 1927 eröffnet wurde. Deren Bau war ebenfalls durch den Ersten Weltkrieg beinahe verworfen worden.

Seit seiner Eröffnung waren die Dienststellen des Bahnhofs ein wichtiger Arbeitgeber. 1910 waren es insgesamt 233 Beschäftigte, 1933 sogar 570. Diese verteilten sich wie folgt: Eisenbahner (250), Bahnbetriebswerk (40), Wagenausbesserung (6), Wagenreinigung (4), Bahnmeisterei mit der Stellwerksmeisterei und Handwerkern (220) sowie Güter- und Gepäckabfertigung und Fahrkartenausgabe (50).[4] Der Bahnhof gab zudem wichtige Impulse für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Stadt.

Am 29. März 1945 ereignete sich das schwerste Unglück in der Geschichte des Bahnhofs. An diesem Tag um etwa 12:45 Uhr fing ein mit Nebelwerfergeschossen beladener Güterzug Feuer, da sich die zur Ausfüllung der Ladung verwendete Holzwolle entzündet hatte. Um bei einer Explosion den Schaden zu minimieren, wurde der betroffene Waggon abgehängt und westwärts Richtung Wedelwitz aus dem Bahnhof geschoben. Gegen 13:00 Uhr kam es zur Explosion, deren Druckwelle in der gesamten Stadt zu merken war. Bei der Detonation sollen 40 Menschen ums Leben gekommen sein, der Löscheinsatz soll bis zum darauffolgenden Morgen gedauert haben.[4]

Der Bahnhof Eilenburg lag im Gebiet der Reichsbahndirektion Halle (Saale), die 1994 aufgelöst wurde. In den 1980er Jahren hatte der Güterbahnhof seine Leistungsgrenze erreicht. Monatlich wurden etwa 1.000 Wagen beladen und rund doppelt so viele entladen. Hinzu kamen täglich 30 Güterzüge, die zu bilden bzw. aufzulösen waren.[4] Im Personenverkehr war Eilenburg Halt der D-Züge Krakau–Erfurt, Frankfurt (Oder)–Mönchengladbach und Cottbus–Eisenach sowie der Eilzug-Relation Cottbus–Leipzig.[4] Ab 1995 ersetzte eine Interregio-Linie von Lübeck über Schwerin, Magdeburg und Leipzig nach Cottbus die bisherigen Schnellzugverbindungen. Bis zum Jahr 2000 wurde der Fernverkehr eingestellt und in zwei Regionalexpress-Linien umgewandelt.

Bereits 1978 wurde der Personenverkehr von Eilenburg nach Wurzen eingestellt.[3] 20 Jahre danach bestellte der Freistaat Sachsen den planmäßigen Personenverkehr auf der Strecke nach Wittenberg zwischen den Bahnhöfen Eilenburg und Bad Düben ab.

Nach jahrelang ausgebliebenen Instandhaltungsarbeiten an der Zugangsstelle Eilenburg wurde 2010 in Vorbereitung auf die 1050-Jahrfeier der Stadt die Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes durch den ZVNL und die DB Station&Service angeschoben. Für über 200.000 Euro wurden Vandalismusschäden am Empfangsgebäude beseitigt sowie der Bahnsteig 1 erneuert. Seit Juni 2011 werden im westlichen Bereich des Bahnhofs Oberleitung, Gleisanlagen und Signale neu errichtet; damit werden bessere Bedingungen für die Güterzugbildung geschaffen und eine schnellere Einfahrt aus Richtung Leipzig und Halle in den Bahnhof ermöglicht. Die Kosten dafür liegen bei rund sieben Millionen Euro.[5]

Anbindung

Bussteige am Bahnhof

Der Bahnhof Eilenburg liegt am südlichen Rand des Stadtteils Mitte und ist über die aus Richtung Zentrum kommende Bahnhofstraße zu erreichen. Die Station ist eine Schnittstelle zwischen dem SPNV und dem Stadt- und Regionalverkehr von SaxBus und anderen Unternehmen. Am Bahnhof befindet sich der – nach dem Dr.-Külz-Ring – wichtigste Umsteigepunkt im Eilenburger Busverkehr mit fünf Bussteigen. Von hier verkehren 15 Regionalbuslinien, teilweise im Stundentakt. Zudem ist die Haltestelle Bahnhof Treffpunkt der beiden im Halbstundentakt verkehrenden Stadtbuslinien nach Eilenburg-Ost und Eilenburg-Berg. Für den reibungslosen Umstieg zwischen beiden Linien wurde ein weiterer Bussteig direkt vor dem Empfangsgebäude angelegt. Als eine hauptsächlich von Berufspendlern genutzte Station wurden am Bahnhof Eilenburg 50 Park-and-ride- und 80 Bike-and-Ride-Stellplätze geschaffen.[6] Laut dem zuständigen Zweckverband besteht hier noch ein Defizit von 20 bzw. 27 Stellplätzen.[1] Direkt vor dem Empfangsgebäude befindet sich zudem ein Taxistand.

Anlage

Wartesaal
Güterbahnhof
Ein Triebwagen der Mitteldeutsche Regiobahn an Gleis 1
Bahnsteige

Anlagen des Personenbahnhofs

Die Anlagen des Personenbahnhofes umfassen das in den 1870er Jahren errichtete heute unter Denkmalschutz stehende Empfangsgebäude aus roten Ziegelsteinen mit einem Turm an der Westseite, welches in den 1990er Jahren umfassend saniert wurde. Die nach der Sanierung eingezogene bahneigene Gastronomie schloss kurze Zeit später. Auch zwei kleine Verkaufsräume sind unvermietet. Das Gebäude steht mehrheitlich leer und beinhaltet gegenwärtig (2011) noch einen Wartesaal und eine DB Reiseagentur mit Presseangebot. Bei Bauarbeiten oder größeren Polizeieinsätzen werden die Räumlichkeiten als Aufenthalt genutzt. Die Zukunft ist ungewiss, da die Deutsche Bahn zur Zeit (2011) bemüht ist, das Gebäude zu veräußern.[7] Die Gleise befinden sich südlich des Empfangsgebäudes und werden auf der anderen Seite von der Bundesstraße 87 begrenzt. Der Bahnhof besitzt zwei Bahnsteige mit vier Personverkehrsgleisen: den Bahnsteig 1 mit einer Länge von 470 Metern und den Bahnsteig 2 mit 325 Metern, die durch eine Personenunterführung zu erreichen sind. Beide haben eine Bahnsteighöhe von 38 Zentimetern.[8] Auf dem Bahnsteig 2 befinden sich noch ein Wartehaus und das Haus der Aufsicht P für den Personenbahnhof, die mittlerweile beide ungenutzt sind. Der Hausbahnsteig sowie ein 150 Meter langer Außenbahnsteig, der sich an den Bahnsteig 2 anschließt, sind nicht mehr zum Ein- und Ausstieg der Fahrgäste vorgesehen. Das Empfangsgebäude ist barrierefrei zu erreichen, die Bahnsteige sind hingegen nur über Treppen zugänglich.

Anlagen des Güterbahnhofs

In Eilenburg schließen sich südlich an den Personenbahnhof etwa zehn Gleise des Güterbahnhofes mit einem Ablaufberg an. Dazu kommen östlich des Empfangsgebäudes Abstellgleise für Güterwagen und die eingesetzten Lokomotiven sowie ein Sozialtrakt von Railion. In diesem Bereich befindet sich an Gleis 39 noch ein Elektrant und ehemals eine Laderampe. Heute gibt es eine Ladestraße entlang Gleis 34. Neben dem Fahrdienstleiterstellwerk Ew befindet sich eine Niederlassung des Geschäftsbereiches DB Netz. Die Aufsicht Gbf für den Güterbahnhof ist mittlerweile nicht mehr vorhanden. Für die Zugbildung kommen ein bis zwei Diesellokomotiven der Baureihe V 90 zum Einsatz, die Bedienung der Anschlüsse übernimmt auch eine Lokomotive der Baureihe 232.

Sicherungsanlagen

Auf dem Gelände des Eilenburger Bahnhofs befinden die zwei noch besetzten Wärterstellwerke Aw (mechanisch, in der Bauform Einheit[4]) und Eo (elektromechanisch, Bauform VES 1912 (E43)[4]) sowie das Stellwerk Ew (elektromechanisch, Bauform VES 1912 (E43)[4]), welches sich als Reiterstellwerk über einem Ablaufberg befindet und Fahrdienstleiterstellwerk ist. Das Stellwerk Em, welches sich östlich des Empfangsgebäudes befand, wurde 1998 stillgelegt und später abgebrochen.[4] 1941 verfügte der Bahnhof über insgesamt 96 Weichen.[4] 2009 verfügte der Bahnhof über 74 Weichen, von denen zwei stillgelegt waren. Am Bahnhof Eilenburg gibt es heute 23 Lichtsignale, die mit Buchstaben bezeichnet sind.

Bereits 2002/2003 gab es seitens der Deutschen Bahn Planungen für ein Elektronisches Stellwerk (ESTW) Eilenburg mit einem Stellbereich bis Peißen, Leipzig-Heiterblick und Falkenberg (Elster) mit komplett erneuerter Signal- und Fernmeldetechnik entlang der Strecken.[9] Der Baustart war zunächst für 2005 vorgesehen, das Projekt beinhaltete laut einem Artikel der Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung auch den Ausbau für Neigetechnikzüge und Tempo 160 auf der Strecke Leipzig–Eilenburg–Falkenberg.[10] Zwar ist das Projekt nicht verworfen worden, jedoch wurde es bis heute nicht verwirklicht. Die komplette Umgestaltung des Bahnhofs Taucha (b Leipzig), der seit 2010 im Zuge der Neuausrichtung des Leipziger S-Bahnnetzes bis zur Fertigstellung des City-Tunnel Leipzig viergleisig umgebaut wird, markiert indes die 1. Baustufe für ein ESTW Eilenburg.[11]

Bahnbetriebswerk

Zudem befand sich in Eilenburg ein Bahnbetriebswerk. Dieses wurde 1926 eingerichtet. Ihm unterstanden die Lokbahnhöfe in Torgau und Schildau sowie seit 1964 auch der Lokbahnhof Wurzen. Für den Betrieb in Eilenburg kamen 16 bis 18 Lokomotiven der Baureihen 38, 5280, 5572 und 94 zum Einsatz. Dazu kamen sechs bis acht Loks in Torgau, zwei in Schildau und drei in Wurzen.

Das Bahnbetriebswerk Eilenburg einschließlich der drei Außenstellen beschäftigte in Verwaltung, Lokfahrdienst, Lokunterhaltung, Unterhaltung der technischen Anlagen und dem stationären Personal insgesamt etwa 350 Menschen. Das Lokpersonal umfasste allein in Eilenburg 90 Mitarbeiter. Der Rangierbetrieb beinhaltete unter anderen die Bedienung der Anschlüsse Bahnhof Eilenburg Ost, Eilenburger Chemiewerk und Dermatoidwerk. Der zum Betriebswerk gehörende Ringlokschuppen hatte 12 Gleise, davon gehörten vier der Werkstatt.

Mitte der 1960er Jahre wurden die ersten Diesellokomotiven der DR-Baureihen V 100 und V 60 in Dienst gestellt. Kurz darauf folgten drei Loks der DR-Baureihe V 200. Diese lösten nach und nach die Dampflokomotiven ab. Nach der Elektrifizierung der Strecke Halle (Saale)–Eilenburg wurden Ende der 1980er Jahre auch E-Loks der Baureihen 211, 242, 243 und 250 in Dienst gestellt.

Als eigenständige Dienststelle existierte das Bahnbetriebswerk Eilenburg seit 1969 nicht mehr. Nachdem schon 1967 die Außenstelle Torgau dem Bahnbetriebswerk Falkenberg (Elster) zugeordnet wurde, folgte zwei Jahre später auch das Betriebswerk Eilenburg. Der Lokbahnhof Wurzen wurde dem Bahnbetriebswerk Leipzig-Süd zugeordnet. Seitdem war Eilenburg eine sog. Personaleinsatzstelle. 1994 wurde auch das Bw Falkenberg (Elster) aufgelöst. 1995 wurden die Drehscheibe und der Schlackenelevator ausgebaut und die beiden Wassertürme stillgelegt. Der Sozialtrakt und die Umkleideräume wurden noch bis 1999 genutzt.[12][13]

Personenverkehr

Geschichte

Seit der Eröffnung des Bahnhofes bis mindestens zum Ende des Zweiten Weltkrieges führte – anders als heute – der Durchgangsverkehr von Halle nach Cottbus. Um nach Leipzig zu gelangen, musste in Eilenburg umgestiegen werden. Dies lag daran, dass Eilenburg und Halle in Preußen lagen, während Leipzig zu Sachsen gehörte. 1944 verkehrten täglich ein D-Zug und ein Eilzug von Halle (Saale) Hbf nach Cottbus sowie ein D-Zug von Leipzig Hbf nach Cottbus. Hinzu kamen fünf Personenzugverbindungen von Halle nach Falkenberg (Elster) und teilweise weiter nach Cottbus. Zudem verkehrten täglich sieben Personenzugverbindungen von Leipzig nach Eilenburg. Nach Lutherstadt Wittenberg gab es täglich vier Verbindungen, von Wittenberg drei.

Zu DDR-Zeiten bündelte sich der Verkehr aufgrund der vielen Berufspendler am Morgen und am Nachmittag. 1970 bestand der Durchgangsverkehr hauptsächlich von Leipzig nach Cottbus, so dass nun Richtung Halle in Eilenburg umgestiegen werden musste. Täglich verkehrten damals drei Eilzüge und drei D-Züge je Richtung zwischen Leipzig und Cottbus, die ausnahmslos in Eilenburg hielten. Dazu kamen dreizehn Personenzugverbindungen von und nach Leipzig oder teilweise nur von bzw. bis Taucha (b Leipzig). Auf der Strecke Halle–Eilenburg gab es bis auf ein D-Zugpaar täglich nur noch Regionalverkehr. So verkehrten pro Richtung damals dreizehn Personenzüge. Zwischen Eilenburg und Wittenberg gab es 1970 sieben durchgehende Verbindungen je Richtung. Auf der Nebenstrecke Eilenburg–Wurzen, auf der 1978 der Personenverkehr eingestellt wurde, verkehrten 1970 vier Personenzugpaare.[14][15]

Aktuell

Der Bahnhof Eilenburg liegt an den Kursbuchstrecken 215, 218, 219 und 228. Seit dem Jahr 2000 besteht auf den Eilenburg anbindenden Strecken kein Fernverkehr mehr. Folgende Regionalverkehrslinien, die von der DB Regio Südost und der Veolia Verkehr Regio Ost betrieben werden, fahren den Bahnhof an:

Linie Linienverlauf
RE 10 Leipzig HbfEilenburg – Torgau – Falkenberg (Elster) – Doberlug-Kirchhain – Finsterwalde – Calau – Cottbus
RE 11 Leipzig Hbf – Eilenburg – Torgau – Falkenberg (Elster) – Bad Liebenwerda – Elsterwerda-Biehla – Lauchhammer – Ruhland – Hoyerswerda
MRB 115 Leipzig Hbf – Taucha (b Leipzig) – EilenburgEilenburg Ost (– Torgau) Verkehr vom 30. April 2011 bis voraussichtlich Dezember 2013 ausgesetzt.
MRB 118
RB 118
Eilenburg – Delitzsch ob Bf – Halle (Saale) Hbf

Die beiden Regionalexpresslinien verkehren täglich mit einem 120-Minuten-Takt. Diese verdichten sich auf dem Streckenabschnitt Leipzig Hbf–Eilenburg–Falkenberg (Elster) zu einem 60-Minuten-Takt. Zur Ergänzung verkehrte bis 30. April 2011 zwischen Leipzig und Eilenburg Ost, im Berufsverkehr bis Torgau, die MRB 115. Sie verkehrte Montags bis Freitags im 60-Minuten-Takt; Samstags, Sonntags und Feiertags im 120-Minuten-Takt. Aufgrund von Mittelkürzungen im ÖPNV seitens der sächsischen Landesregierung wurde der Verkehr auf dieser Linie bis auf zwei Fahrten täglich in Tagesrandlage ausgesetzt. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 wird die neue S4 diese Relation bedienen.

Auf der Strecke Halle (Saale)–Eilenburg verkehrt die Mitteldeutsche Regiobahn im 120-Minuten-Takt. Die DB Regio Südost übernimmt auf dieser Strecke den Verstärkerverkehr zur Hauptverkehrszeit und den Verkehr Samstag nachmittags.

Zukunft

Mit Inbetriebnahme des City-Tunnel Leipzig fallen durch Anbindung an das S-Bahnnetz Leipzig–Halle alle Regionalbahnleistungen von und nach Leipzig sowie der Regional-Express Leipzig–Hoyerswerda weg. Die dann auf der Strecke Leipzig–Eilenburg verkehrende S-Bahnlinie 4, wird in der Hauptverkehrszeit im 30-Minuten-Takt den Bahnhof Eilenburg mit Borna über Leipzig verbinden. Nach Torgau werden die Züge im 60-Minuten-Takt und nach Hoyerswerda im 120-Minuten-Takt verkehren. Der geplante Fahrplan stellt für Eilenburg eine etwas verbesserte Anbindung an Leipzig und Torgau dar, abhängig von der Verkehrszeit jedoch auch eine geringfügige Verschlechterung. Überdies wird vom ZVNL die Abbestellung der Leistungen auf der Strecke Halle–Eilenburg erwogen[1], wohingegen allerdings der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA) bis 2025 mit der Strecke plant und den Takt sogar auf ein Zugpaar je Stunde verstärken möchte.

Betrachtet man nur den Verkehr auf der Strecke Leipzig–Eilenburg–Torgau, wird sich das Verkehrsaufkommen ab 2013 erhöhen; wird der Verkehr Halle–Eilenburg mit heute 14 Zugpaaren am Tag tatsächlich eingestellt, verkleinert sich der Fahrplan erheblich.

Änderung der Bedienungshäufigkeit ab 2013
Abschnitt Zeit Bedienung 2010/11
(Zugpaare/h)
Bedienung 2013/14
(Zugpaare/h)
Saldo
Leipzig–Eilenburg Mo-Fr (HVZ) 2 2,5 + 0,5
Leipzig–Eilenburg Mo-Fr (NVZ) 2 1,5 - 0,5
Leipzig–Eilenburg Sa, So 1,5 1,5 ± 0
Eilenburg–Torgau täglich 1 1,5 + 0,5
Eilenburg–Hoyerswerda täglich 0,5 0,5 ± 0
Abschnitt Zeit Bedienung 2010/11
(Zugpaare/Tag)
Bedienung 2013/14
(Zugpaare/Tag)
Saldo
Leipzig–Eilenburg Mo-Fr 32 34 + 2
Eilenburg–Torgau Mo-Fr 20 25 + 5
Eilenburg–Hoyerswerda täglich 8 8 ± 0

Quelle: Nahverkehrsplan Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig - Kurzfassung 2008, S. 23ff. pdf-Datei; 779 kB

Güterverkehr

Im Bahnhof Eilenburg wurden und werden Güterzüge von und nach Leipzig, Halle, Falkenberg (Elster), Wittenberg, Elsterwerda-Biehla und Wurzen sowie Übergabegüterzüge vom und zum Steinbruch Lüptitz, zur Betriebsstelle Eilenburg Getreidewirtschaft/EBAWE und zur StoraEnso-Papierfabrik bei Kospa gebildet und aufgelöst. Ehemals wurden auch der Bahnhof Eilenburg Ost und das Munitionslager der NVA bei Doberschütz bedient. Dafür werden die Gleise 5 bis 13 des Bahnhofes genutzt. Für den örtlichen Güterverkehr standen mehrere Gleise mit Rampen, einer Ladestraße, Kranen und einer Waage zur Verfügung. Am Gleis 35 gab es zudem eine Umsetzungsanlage auf den Straßenverkehr, wofür der Straßenroller benutzt wurde. Heute gibt es dazu nur noch das Gleis 34. Der örtliche Umladeverkehr des Stückguts war nie besonders groß; der Umschlag umfasste etwa zehn bis 15 Stückgutwagen. Dafür war das Aufkommen der zu be- und entladenden und der zu bildenden und aufzulösenden Güterzüge enorm und in den 1980er Jahren größer, als es die Kapazitäten des Bahnhofes eigentlich zuließen. So waren monatlich rund 1.000 Wagen zu be- und 2.000 Wagen zu entladen sowie täglich 30 Nahgüterzüge, Leerwagenzüge und Durchgangsgüterzüge zu bilden bzw. aufzulösen. Dieser Güterverkehr wird auch heute noch am Bahnhof Eilenburg erledigt, wenn auch in kleinerem Umfang, wohingegen der Stückgutverkehr 1997 eingestellt wurde.[4]

Weblinks

 Commons: Bahnhof Eilenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Kurzfassung Nahverkehrsplan 2008 des ZVNL
  2. a b Andreas Flegel: Eilenburg in alten Ansichten, Europäische Bibliothek Verlag, 2002
  3. a b c d e Otto Künnemann: Eisenbahnknotenpunkt Eilenburg in Jahrbuch für Eilenburg und Umgebung, Verlagshaus Heide-Druck, 2006
  4. a b c d e f g h i j Erhard Künitz, Erich Preuß: Bahnhöfe A–Z: Eilenburg, GeraMond Verlag, 2007
  5. dpa: Deutsche Bahn investiert sieben Millionen Euro in Eilenburg, 19. Juli 2011 in LVZ-Online (abgerufen am 21. Juli 2011)
  6. Bahnhofsentwicklungsprgramm Sachsen (PDF; 5,18 MB)
  7. Bahnliegenschaften: Ehemaliges Bahngrundstück mit Empfangsgebäude (abgerufen am 7. Juli 2011)
  8. Bahnsteiginformationen auf www.deutschebahn.com
  9. Millioud: ESTW Eilenburg (Abgerufen am 27. Juni 2011)
  10. Tauchaer Stadtmagazin – Archiv Juli 2003: Bald keine Bahnübergänge mehr in Taucha? (abgerufen am 27. Juni 2011)
  11. HTVS – Ingenieurbüro für Hoch-, Tief-, Verkehrsbau und Schallschutz GmbH: Bahnhof Taucha (abgerufen am 27. Juni 2011)
  12. Kurt Krause: Das Bahnbetriebswerk Eilenburg der Deutschen Reichsbahn in: Jahrbuch für Eilenburg und Umgebung, Verlagshaus Heide-Druck, 2008
  13. Jahreszahlen zum Bahnbetriebswerk Eilenburg auf www.sachsenschiene.de
  14. Auszug aus dem Kursbuch der Deutschen Reichsbahn von 1944
  15. Sommerfahrplan der Reichsbahndirektion Halle vom 31. Mai 1970 bis 26. September 1970

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