Bahnhof Firenze Campo di Marte
Firenze Campo di Marte
Bahnhof Campo Marte in Florenz
Bahnhof Campo Marte in Florenz
Daten
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 9
Lage
Stadt Florenz
Provinz Florenz
Region Toskana
Staat Italien
Koordinaten 43° 46′ 39,3″ N, 11° 16′ 34,6″ O43.77758578027811.276285648333Koordinaten: 43° 46′ 39,3″ N, 11° 16′ 34,6″ O
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in Italien

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Der Bahnhof Campo Marte ist der zweitgrößte Bahnhof von Florenz und liegt im gleichnamigen Quartier 2 (Campo di Marte). Die neun Bahnsteige sind durch eine Unterführung verbunden. Zusätzlich sind die Bahnsteige über eine Fußgängerbrücke verbunden, welche das Bahngelände überbrückt und die Via Mannelli und die Viale Malta verbinden. Campo di Marte ist in erster Linie ein Güter- und Postbahnhof, ist aber auch auf regionaler Ebene in den Personenverkehr eingebunden. Er liegt außerdem in der Nähe des Stadions und wird während der Fußballspiele des AC Florenz von vielen Fans genutzt.

Inhaltsverzeichnis

Baugeschichte

Bahnhof Campo Marte in Florenz

1864 wird in Florenz eine Kommission eingesetzt, die den Umbau zur Hauptstadt Italiens vorbereiten soll. Giuseppe Poggi wird mit der Ausarbeitung eines Planes zu diesem Zwecke beauftragt. Poggi plante die Zusammenfassung der verschiedenen Florentiner Bahnhöfe zu einem großen Hauptbahnhof, der nördlich vom heutigen Bahnhof Firenze SMN zwischen Piazza Cure und der Fortezza da Basso gelegen hätte. Er kann sich allerdings nicht gegen den Rat der Stadt und die noch eigenständigen Eisenbahngesellschaften durchsetzen. Seine Planungen werden auch noch von der bestehenden Bahnlinie Florenz – Arezzo („Via ferrata aretina“) behindert, die direkt an den Mauern der Stadt entlangläuft. Hier wird allerdings schnell klar, das die Gemarkungsgrenze von Florenz (welche bis dahin in den Mauerringen von 1366 bestand) ausgedehnt werden muss, um den neuen Anforderungen an die städtebauliche Entwicklung Rechnung zu tragen. Ein Regierungsbeschluss erlaubt es der Stadt Florenz Teile der umliegenden Gemeinden Pellegrino, Careggi, Rovezzano, Legnaia, Fiesole, Galluzzo und Bagno a Ripoli einzugemeinden. Dies hatte außerdem den Nebeneffekt, dass eine der Haupteinnahmequellen der Stadtkasse – den Einfuhrzoll auf Waren – erhöht werden konnte.

1866 wird der erste PRA (Piano regolatore deli ampliamento) für die rechte Seite des Arno wird aufgestellt. Darin werden die Projekte fixiert, welche für das Gebiet Campo di Marte entscheidend in seiner Entwicklung sein werden: Ein Trüppenübungsplatz mit Kasernen, die Zollgrenze und die Verlegung der Bahntrasse. Die Verlegung der „Via ferrata aretina“ soll Platz schaffen für neue Wohngebiete entlang der ehemaligen Stadtmauer. Es wird mit dem Zuzug von 50.000 Menschen von Turin nach Florenz gerechnet. Auch das Militär verlangt die Verlegung der Bahnlinie in Richtung der geplanten Kasernen und des Truppenübungsplatzes. Der neue Verlauf der Bahnlinie wird für lange Zeit von der Stadt als gut zu kontrollierende Zollgrenze benutzt werden. So besteht zunächst kein Interesse die Bahnlinie nochmals zu verlegen. Für das wachsende Quartier Campo di Marte entwickelt sich die Bahnlinie immer mehr zum Hindernis und drängt es in eine Randlage.

1893 genehmigt die Eisenbahnverwaltung den Bau einer einzigen Überbrückung der Bahnlinie - des Ponte al Pino. Die Übergänge Cure und Lungo I' Affrico bleiben ebenerdig und beschrankt. Schon 1899, vor Fertigstellung des Bahnhofs Campo di Marte (1901) gibt es Bitten an die Stadtverwaltung, einen Übergang, Tunnel oder befahrbaren Überweg zwischen Ponte al pino und der Piazza AIberti zu bauen.

1906 tritt ein neuer Bebauungsplan in Kraft und man versucht zum Ersten mal eine Verlegung der militärischen Aktivitäten aus der Zone zu erreichen. Doch es soll bis 1930 dauern, dass die Kommune einen Teil des Truppenübungsplatzes zur Verwendung erhält (Bau des Stadions). Nach dem Brand, der den gerade neu gebauten Bahnhof Campo Marte zerstört hat, macht die Vereinigung der Ingenieure 1908 den Vorschlag die Bahnlinie und den Bahnhof direkt an die Hügel von Fiesole nach Norden zu verlegen. Die Stadt einigt sich sogar mit der Verwaltung der Eisenbahnen auf dieses Projekt. Für den aufgelassenen Bahnhof wird eine Piazza vorgeschlagen mit sternförmig auseinander laufenden Straßen mit Aussichten auf die Hügel von Fiesole und Settignano, sowie ein großer Park.

1912 lässt die Eisenbahngesellschaft die Brücke an der Piazza Cure errichten.

1915 wird ein Bebauungsplan für die gesamte Stadt erstellt und es wird erneut der Vorschlag gemacht, den Truppenübungsplatz für Wohnbauten zu verwenden. Der Assessor für öffentliche Bauten Giovanni Bellincioni macht ein Jahr später Ergänzungsvorschläge zum Bebauungsplan. Sie sehen unter anderem die Verlegung der Bahnlinie vor, da sie „...ein größeres Hindernis darstellt, als es ein Fluss jemals sein könnte ...“. Für die Piazza d' armi sieht er eine Wohnbebauung vor. Der Plan zur Verlegung der Bahnlinie nach Norden entfällt letztlich 1924 mit dem nächsten Bebauungsplan. Dieser enthält außerdem für die Piazza d' armi ein Bauverbot. Ende der zwanziger Jahre erhält sie schließlich ihre endgültige Bestimmung für sportliche Zwecke, was 1931 mit der Eröffnung des Stadions von Pier Luigi Nervi geplanten Stadions seinen Höhepunkt findet. Später (1937) wird man auch den Bau eines neuen Bahnhofsgebäudes vorschlagen. Mit diesen Maßnahmen wird der Bahnhof Campo Marte immer weiter "zementiert", obwohl der Bebauungsplan von 1924 als eines der dringlichsten Ziele die Verlegung der Bahnlinie vorsah.

1937 macht die Eisenbahnverwaltung Stadt den Vorschlag einen großen Hauptbahnhof Campo Marte zu bauen. Daraufhin setzt eine starke Bodenspekulation und Bautätigkeit ein, welche aber sofort wieder zu erliegen kommen, als das Projekt verworfen wird. Seit dieser Zeit gab es immer wieder Versuche die trennende Wirkung der Bahnlinie und des Bahngeländes zu mildern. Dies gipfelte 1980 in einem Vorschlag von P.A. Cetica die kompletten Gleisanlagen mit einer gewaltigen Konstruktion zu überbauen. Doch sämtliche Vorschläge und Planungen wurden verworfen, so dass 1986 Paolo Cioni resigniert feststellte: "Währenddessen ist die Direttissima bel Rovezzano stehengeblieben und die Schlinge der Eisenbahn ist mit ihrer unvermeidbaren Haltestelle, umherirrend zwischen der Porta alla Croce und Coverciano, ist immer noch DAS städtebauliche Problem von Florenz“.

Seit geraumer Zeit ist der Bahnhof Firenze Campo Marte nun in die Planung für die Hochgeschwindigkeitstrasse Bologna-Florenz-Rom einbezogen und soll in Zukunft verstärkt die Rolle eines Regionalen-Bahnhofs übernehmen.

Galerie

Literatur

  • Marco Piccardi, Carlo Romagnoli: Campo di Marte: storie di confine e di paesaggio urbano. La casa Usher, 1990.
  • La Macchina e il suo spazio (la ferrovia nella città). Alinea Editrice, 1982.
  • Il disegno della città. L’urbanistica a Firenze nell’ottocento e nel novecento. Alinea Firenze, 1986.

Weblinks


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