Bahnhof Köln-Dellbrück
Köln-Dellbrück
Bf-dellbrueck.jpg
Bahnhof Köln-Dellbrück
Daten
Kategorie 4
Abkürzung KKDB
Lage
Ort Köln
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 58′ 53,9″ N, 7° 4′ 14,6″ O50.9816280555567.0707319444444Koordinaten: 50° 58′ 53,9″ N, 7° 4′ 14,6″ O
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

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Der Bahnhof Köln-Dellbrück befindet sich im gleichnamigen Stadtteil des rechtsrheinischen Kölns an der Kursbuchstrecke 450.11, der Bahnstrecke Köln–Bergisch Gladbach.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Bahnhof Dellbrück entstand an der 1868 durch die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft eröffneten Eisenbahnstrecke Deutz–Bergisch Gladbach („Sülztalbahn“). Zwei Jahre später, 1870, konnte das Bahnhofsgebäude eingeweiht werden, nachdem der Gemeinderat den Baugrund kostenlos zur Verfügung gestellt hatte.[1] Der zweigeschossige Bau war in einem spätklassizistischen Rundbogenstil mit Fachwerk-Schwebegiebel errichtet worden und enthielt neben den Bahneinrichtungen auch eine Gastronomie.[2] Ein benachbarter Bahnübergang im Verlauf der Achse Dellbrücker Hauptstraße / Diepeschrather Straße war zunächst unbeschrankt. Stattdessen standen dort schwarzweiße Schilder mit der Aufschrift: Halt! Sobald sich ein Zug nähert, müssen Fußgänger, Reiter, Treiber von Vieh- und Lasttieren hier halten. Zuwiderhandelnde werden bestraft!.[3] Östlich des Personenbahnhofs wurde 1902 ein Güterbahnhof eingerichtet, nachdem zuvor Industrie- und Handwerksbetriebe mit günstigem Bauland angeworben werden konnten.[4] 1904 und 1908 erfolgten Erweiterungen des Bahnhofsgebäudes. 1908 wurden auch ein zweites Gleis gelegt und eine Straßenunterführung gebaut.[5]

Wochentags bediente der Bahnhof den Berufspendlerverkehr Dellbücker Arbeiter zu den Fabriken in Deutz, Kalk und Mülheim. Am Wochenende war der Andrang noch größer: Um die Jahrhundertwende wurden acht bis neun Extrazüge eingesetzt, um den Ausflugsverkehr aus den nahen Städten nach Dellbrück zu bewältigen.[6]

Über seine eigentliche Funktion hinaus ist das Empfangsgebäude von der Dellbrücker Bevölkerung für Festlichkeiten genutzt worden. So berichtete die Presse von einem Festessen anlässlich des Geburtstages von Kaiser Wilhelm I. am 24. März 1881 im geschmückten Empfangsgebäude, das durch ein bengalisches Feuerwerk illuminiert war.[7]

Mit der Verstaatlichung der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft ging der Bahnhof am 1. Juni 1882 in den Besitz des Königreiches Preußen über. Bei einem Bombenangriff in der Nacht vom 22. auf den 23. August 1943 erlitt der Dachstuhl des Empfangsgebäudes schweren Schaden. Als 1950 der Fußballverein SC Preußen Dellbrück bis ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft vorstieß, kamen sonntags mehrere Sonderzüge aus Reutlingen, Mannheim und Offenbach nach Dellbrück.[8] 1979 wurde das alte Empfangsgebäude abgerissen. An seiner Stelle entstand bis 1981 ein funktionaler Glas- und Sichtbetonbau im zeittypischen Stil.

Verkehr

Dellbrück wird montags bis freitags im 20-Minuten-Takt von der S-Bahn-Linie 11 der S-Bahn Köln angefahren, am Wochenende im 30-Minuten-Takt. Zudem existiert ein einzelner morgendlicher Kurs der Linie RB24 (KallEuskirchenKöln-Deutz), der an Schultagen bis Dellbrück verlängert wird und von dort aus wieder nach Köln Hbf zurückfährt. Zudem wird der Bahnhof von Güterzügen der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) passiert, die den Güterbahnhof in Bergisch Gladbach als Ziel haben.

Anlage

Der Bahnhof verfügt über zwei elektrifizierte Durchgangsgleise, an denen sich die (Außen-)Bahnsteige der S-Bahn befinden. Beide Bahnsteige besitzen eine Länge von 232 Metern und eine Höhe von 76 cm (ab Schienenoberkante gemessen), was keinen stufenlosen Einstieg in die auf der Linie S11 verkehrenden Triebwagen des Typs ET423 ermöglicht. Die Bahnsteige sind versetzt angeordnet, sodass sie sich nur auf gut 120 Metern Länge direkt gegenüberstehen. Nördlich des Bahnsteigs Richtung Köln befindet sich ein Umfahrungsgleis, dass von der bereits erwähnten RB24 genutzt wird. Auch dieses ist elektrifiziert, aber nur auf einer Länge von 210 Metern für den Fahrgastverkehr nutzbar.

Knapp 500 Meter östlich des Bahnhofs beginnt ein eingleisiger Abschnitt, der bis zum Streckenende in Bergisch Gladbach reicht. Zwar fädelt sich die Strecke dort zum Güterbahnhof auf, aber nur das für die S-Bahn genutzte Gleis ist elektrifiziert. Zwischen dem Bahnhof Dellbrück und der Zusammenführung der Gleise befinden sich zwei nicht mehr genutzte Firmenanschlüsse.

Verknüpfungen

Südlich des ostwärtigen Bahnsteiges befindet sich ein kleiner Busbahnhof, an dem Linienbusse nach Köln-Dünnwald, und -Porz sowie Linien nach Bergisch Gladbach abfahren. Dieser ist so angelegt, dass der Bahnsteig nahtlos ohne Höhenunterschied in die Bussteige übergeht. Etwa 700 Meter südlich der Bahnstrecke verläuft die Stadtbahnstrecke der Kölner Verkehrs-Betriebe von Deutz/Mülheim nach Thielenbruch.

Quellenangaben

  1. Willy Siebertz: Von der Königlichen Eisenbahn zur Bundesbahn. In: Heimatverein Köln-Dellbrück e.V., Ahl Kohgasser (Hrsg.): Die Bürgermeisterei Merheim im Wandel der Zeit. Bd. 1. Köln 1973, S. 271–275
  2. Abb. in: Heimatverein Köln-Dellbrück e.V., Ahl Kohgasser (Hrsg.): Dellbrück. Von ländlicher Idylle zum Vorort von Köln. Eine Bilddokumentation. Köln 1981, S. 78
  3. Zit. nach Hans Michels: Die Gründerzeit Dellbrücks 1900-1914. Köln 1998, S. 12, 117
  4. W. Siebertz: Von der Königlichen Eisenbahn ... S. 273
  5. H. Michels: Gründerzeit. S. 106, 195
  6. Hubert Odenthal: Dellbrück vor 50 Jahren. In: Kölnische Rundschau, 17. Oktober 1952
  7. H. Michels: Gründerzeit. S. 17
  8. W. Siebertz: Von der Königlichen Eisenbahn ... S. 272–274

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