Bahnhof Montparnasse
Gare Montparnasse
Das Bahnhofsgebäude
Bahnhofsdaten
Art Kopfbahnhof
Bahnsteiggleise

28

Reisende

ca. 137.000 [1]

Architektonische Daten
Eröffnung

10. September 1840

Stadt Paris
Region Île-de-France
Staat Frankreich
Koordinaten 48° 50′ 25″ N, 2° 19′ 9″ O48.8402777777782.31916666666677Koordinaten: 48° 50′ 25″ N, 2° 19′ 9″ O
Gare Montparnasse
Bahnhofshalle

Der Bahnhof Montparnasse (franz. Gare Montparnasse) ist als einer der sechs großen Kopfbahnhöfe von Paris im Südwesten der französischen Metropole am Place Raoul Dautry gelegen. Er befindet sich im 15. Arrondissement und bildet hier einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt mit Umsteigemöglichkeiten zwischen vier Linien der Métro (Linien 4, 6, 12 und 13) und Verbindungen im Hochgeschwindigkeitsnetz der SNCF, die mit dem TGV ab Paris Montparnasse vor allem die Grandes Lignes in Richtung Bretagne und Atlantikküste, in den Westen und Südwesten Frankreichs und nach Spanien bedient.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der erste Gare Montparnasse wurde 1840 unter dem Namen "Gare de l'Ouest - Rive gauche" am Ende der Rue de Rennes gebaut, ehemals Place de Rennes, heute Place du 18 juin 1940. Von 1848 bis 1852 wurde wegen mangelnder Kapazität auf den Fundamenten des ersten der zweite Gare de l'Ouest erbaut unter der Leitung des Ingenieurs Eugène Flachat. Der ehemalige Standort liegt etwa 330 Meter entfernt vom Haupteingang des heutigen Gare Montparnasse (3. Neubau; Place Raoul Dautry), der in den 1960er-Jahren zusammen mit dem Tour Montparnasse erbaut wurde.
Gegen Ende des 19. Jh. und zu Beginn des 20. Jh. kamen am Gare de l'Ouest zahlreiche Bretonen an mit den Zügen der Compagnie de l'Ouest um in Paris Arbeit zu finden. Ein bekannter historischer Unfall, bei dem eine Dampflok durch die Wand des Kopfbahnhofes (2. Neubau) fuhr, ereignete sich im Jahr 1895:

Eisenbahnunfall Gare Montparnasse 1895

Der Bahnhof wurde durch ein schweres Zugunglück am 22. Oktober 1895 bekannt, bei dem eine Lokomotive, die von Granville nach Paris unterwegs war nach Bremsversagen die Gebäudemauer durchschlug und 10 Meter in die Tiefe fiel. Es gab eine Tote und einige Verletzte. Noch heute gibt es viele Bilder und Lithografien, die darüber berichten.

1990 wurde im Zuge der Inbetriebnahme des TGV Atlantique eine Neugestaltung des 3. Neubaus eingeweiht; außen wurde eine Glasfassade eingebaut, genannt la porte Océane, die eine verbesserte Wahrnehmung als Bahnhof ermöglichen soll mit einem Blick auf die Innenarchitektur aus Beton. Eine entsprechend dimensionierte Fahrbahnplatte bietet unter den Gleisen Raum für einen Parkplatz. Die 22 parallelen Gleise des Kopfbahnhofes sind überdacht von einer Grünfläche für die Bewohner der umliegenden Häuser und für die Menschen im Bahnhof: le Jardin Atlantique, ein 3,5 ha (etwa 150x230 Meter) großer Garten (frz.: un jardin) auf dem Dach des Bahnhofs. Für den Gelegenheitsreisenden kompliziert es dieser Raum ein wenig, da ihm ein dreidimensionaler Aspekt zukommt und da man eigentlich schnell zwei verschiedene Höhenlevel wechselte.[2]

TGV Atlantique

Am 24. September 1989 wurde der Bahnhof Montparnasse Endbahnhof der LGV Atlantique. Diese Linie wurde gebaut, um die Einfallstraßen im Westen von Paris zu entlasten. Die Strecke wird vom TGV A, der zweiten TGV-Generation, bis Le Mans, Nantes, Tours und Bordeaux befahren; teilweise mit 300 km/h. Inzwischen sind hier auch die TGV R im Einsatz, welche 8 Wagen, also zwei weniger als der TGV A mit sich führen. Einige der TGV halten auf dem neuen Bahnhof Massy-TGV im südlichen Randgebiet von Paris, nicht weit vom Flughafen Orly.

Bediente Strecken

  • TGV Atlantique in Richtung West- und Südwestfrankreich:
  • Fernzüge ("grandes lignes")
  • TER Haute-Normande, TER Basse-Normandie, TER-Centre
  • Vorstadtzüge (Transilien), die in das Département Yvelines fahren.

Zahlen

  • Jährlich werden am Gare Montparnasse etwa 115 000 Züge abgefertigt, was einem Durchschnitt von 315 Zügen pro Tag entspricht.
  • Das tägliche Passagieraufkommen liegt bei ungefähr 175 000 Personen, jedoch kann die Anzahl der Reisenden während der Ferienzeit bis zu 400 000 täglich betragen.
  • 300 Mitarbeiter der SNCF (Fahrkartenschalter, Empfang, ...) sind am Gare Montparnasse beschäftigt. Für den Ticketverkauf gibt es 85 Schalter und 73 Automaten.
  • Im Bahnhof gibt es 28 oberirdische Gleise. Auf den Gleisen 1 bis 9 verkehren TGVs, auf den Gleisen 10 bis 17 Transilien-Züge und auf den Gleisen 18 bis 24 der TER Centre sowie TGVs. Dazu kommt noch ein Seitenflügel, der Gare Vaugirard, wo die Gleise 25 bis 28 verlegt sind. Von hier aus verkehren Corail Intercités (entspricht dem deutschen Intercity), TER-Züge nach Granville und Argentan.
  • Im Bahnhof gibt es insgesamt 52 Rolltreppen und 11 Aufzüge.
Lückenhaft In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Bau und wirtschaftliche Entwicklung, Neubau nach dem Zugunglück, TGV Atlantique, neueste Entwicklungen.

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Siehe auch: Montparnasse, Tour Montparnasse

Fußnoten

  1. stif.info
  2. gemeint ist sicher der Fußweg vom Haupteingang des Bahnhofs zum höhergelegenen Garten.

Weblinks


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