Bahnhof Morbach Zolleiche
Bahnhof Zolleiche
Bahnhof Zolleiche (Rheinland-Pfalz)
DEC
Bahnhofsdaten
Art Umschlagbahnhof
Architektonische Daten
Eröffnung

1908

Ort Landkreis Bernkastel-Wittlich
Bundesland Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 51′ 23,8″ N, 7° 11′ 45,6″ O49.85667.1967Koordinaten: 49° 51′ 23,8″ N, 7° 11′ 45,6″ O
Eisenbahnstrecken

Hunsrückquerbahn

Liste der Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz

Der Bahnhof Zolleiche ist ein Umschlagbahnhof (Ubf) an der Hunsrückquerbahn. Er liegt im rheinland-pfälzischen Landkreis Bernkastel-Wittlich zwischen den Ortschaften Hinzerath und Hochscheid. Im Bahnamtlichen Betriebsstellenverzeichnis trägt er das Kürzel SHDZ.[1] Der Bahnhof war von 1989 bis 1992 der einzige Umschlagbahnhof der United States Air Forces in Europe (USAFE) für alle Hauptstützpunkte in Zentraleuropa.[2]

Die bereits bei der Eröffnung der Hunsrückquerbahn 1908 eröffnete Holzladestelle Zolleiche diente bis 1961 der Verladung von Forstprodukten. Reste eines Stellwerkes lassen darauf schließen, dass die Ladestelle zeitweise auch die Funktion eines Bahnhofs oder einer Blockstelle hatte. Bis 1953 erfolgte die Bedienung der Ladestelle als Sperrfahrt von den Nachbarbahnhöfen Hochscheid oder Hinzerath. Anfang 1954 wurden die beiden vorhandenen Schutzweichen durch Gleissperren ersetzt. Gleichzeitig wurde der Zugleitbetrieb eingeführt und Trapeztafeln als Deckungssignale aufgestellt. Die Bedienung erfolgte durch die werktägliche Übergabefahrt nach Morbach. 1961 endete vorläufig die Geschichte der Ladestelle Zolleiche durch Rückbau aller Weichen.

In den 1980er-Jahren benötigte die NATO neue Verlademöglichkeiten, um die nahegelegene Hahn Air Base und das US-Munitionsdepot Wenigerath zu versorgen. Die Ladestelle Zolleiche wurde als Bahnhof reaktiviert. 1988 wurde eine Waldfläche von 2,5 ha entlang der Bahnstrecke gerodet und eine Schneise zur Bundesstraße 50 geschlagen. Die Zufahrt wurde den Bedürfnissen angepasst und für hohe Traglasten ausgelegt. Ebenfalls wurde die 640 m lange und 25 m breite Umschlagfläche mit Verbundsteinen befestigt.

Die Infrastruktur der Ladestelle zeigt eine Bauart ohne jegliche Art von Rampen und Überhöhungen. Die ebene und befestigte Fläche parallel zu den Ladegleisen hat keinerlei stationäre Ladehilfen. Be- und Entladung von Fahrzeugen kann nur mit Hilfe von zusätzlichem fahrbaren Hilfsgerät erfolgen.

Man verlegte ein 680 Meter langes zweites Gleis im Bereich der Umschlagstelle, es wurde mit Schutzweichen gesichert und diente auch als Abstellgleis. Eine Rückhalteeinrichtung für wassergefährdende Stoffe und eine Flutlichtanlage wurden installiert. Ende Januar 1989 waren die Baumaßnahmen abgeschlossen, die Übergabe an die US Air Force erfolgte im Februar 1989. Die Einrichtung unterstand der 50th Ammunitions Supply Squadron der USAFE[3], die auch das US-Munitionsdepot bei Wenigerath betreute.

Höhepunkt der Aktivitäten war die Verladung von Munition im Ersten Golfkrieg 1991. Bis 1992 wurde die Anlage rege durch die Militärs genutzt.

Auch die Forstwirtschaft entdeckte wieder die neue Verlademöglichkeit. So wurden Forstprodukte bis zum Ende des Güterverkehrs im Bahnhof Zolleiche verladen.

Die Anlage ist 2008 noch in einem guten Zustand.

Einzelnachweise

  1. http://www.bahnstatistik.de/BfVerzS.htm
  2. HQ USAREUR – After Action Report, freigegeben 1984
  3. US Army Field Manual 5–102, freigegeben im Oktober 1997

Quellen

  • Spoo, Eckart: Die Amerikaner in der Bundesrepublik, Kiepenheuer u. Witsch, Köln 1989, ISBN 3-4620-1992-9
  • Hackenberg: Flur-Zolleiche, Trierer Zeitschrift Ausgabe 55, 1992

Weblinks


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