Sparer

Sparer

Sparen ist das Zurücklegen momentan freier Mittel zur späteren Verwendung. Häufig wird durch wiederholte Rücklage über längere Zeit ein Betrag aufsummiert, der dann für eine größere Anschaffung verwendet werden kann.

  • Zwecksparen: Sparen, um später größere Anschaffungen zu ermöglichen. (Fahrzeug, Urlaub)
  • Vorsorgesparen: Sparen, um sich vor Notsituationen zu schützen. (Krankheit, Arbeitslosigkeit)

Eine genaue Abgrenzung ist nicht immer möglich. So kann zum Beispiel das Sparen zum Erwerb von Immobilien als Zwecksparen oder als Vorsorgesparen angesehen werden.

Unter das Motiv „Vorsorgesparen“ lässt sich die Absicherung gegen Unsicherheiten, das Halten eines einmal erreichten Konsumniveaus sowie die Flexibilität des intertemporalen Konsums (also die Liquidität) einordnen.

Sparen darf nicht mit dem Horten verwechselt werden, bei dem Geld im Sparstrumpf, unter der Matratze etc. zurückbehalten wird, ohne es anzulegen.

Inhaltsverzeichnis

Sparformen

Hauptartikel: Geldanlage

Es gibt verschiedene Arten von Geldanlagen. Beispiele für Papierwertanlagen: Sparkonto, Sparbrief, Termineinlagen, Bundesschatzbrief, Bausparen, Tagesgeld. Grundsätzlich beruhen Papierwertanlagen auf einem gesetzlich festgeschriebenen Zahlungsversprechen. Sachwertanlagen stellen dagegen einen reellen Besitz dar.

Beispiele für Sachwertanlagen: Immobilien, Edelmetalle, Aktien, Schiffe, Flugzeuge

Volkswirtschaftliche Ersparnis

Gesamtwirtschaftliche Ersparnis

Unter der nationalen bzw. gesamtwirtschaftlichen Ersparnis, abgekürzt meist mit S, versteht man in der Makroökonomik das Gesamteinkommen Y einer Volkswirtschaft, dem die Ausgaben für Konsum C und Staatsverbrauch G abgezogen wurden, kurz S = YCG.

Die gesamtwirtschaftliche Ersparnis lässt sich in die private und öffentliche Ersparnis zerlegen: S = YCG = (YTC) + (TG) wobei T = Steuern - Transferleistungen (z.B. Sozialhilfe)

  • Unter privater Ersparnis (YTC) versteht man das Gesamteinkommen einer Volkswirtschaft, dem die Steuern T und der Konsum C abgezogen wurden. Private Ersparnis hat mit Zuversicht und Vertrauen eine stark sozio-psychologische Komponente, die sich durchaus wirtschaftsrelevant in Konsumverzicht und Angstsparen äußern kann.
  • Unter öffentlicher Ersparnis (TG) versteht man die Steuereinnahmen T einer Volkswirtschaft, denen der Staatsverbrauch G abgezogen wurden.
  • Private Ersparnis
    Private Ersparnis Sp ist der Teil des verfügbaren Einkommens, der nicht für Konsum C zur Verfügung steht, sondern zurückgelegt wird. Dabei ist das verfügbare Einkommen das Nationaleinkommen Y abzüglich der Nettosteuern T. Somit ergibt sich die private Ersparnis aus
    Sp = YTC
  • Öffentliche Ersparnis
    Die staatliche (öffentliche) Ersparnis Sg definiert sich hingegen aus der Differenz der Staatseinnahmen über die Staatsausgaben. Dabei bilden die Nettosteuern T die Staatseinnahmen und der Konsum der öffentlichen Haushalte die Staatsausgaben G. Somit gilt für die staatliche Ersparnis
    Sg = TG

Aus der Summe von privater und staatlicher Ersparnis ergibt sich dann die gesamtwirtschaftliche Ersparnis/nationale Ersparnis. Diese wird gemäß geltender Literatur als S = YCG beschrieben. Um einen direkten Zusammenhang zwischen der nationalen Ersparnis auf der einen und der privaten und staatlichen Ersparnis auf der anderen Seite darstellen zu können, wird nachfolgend der Zusammenhang mathematisch dargestellt.

S = Sp + Sg = (YTC) + (TG) = YCG = S

Zusammenhang von Ersparnis und Investition

Vergleich von Spar- und Investitionsquote

In einer geschlossenen Volkswirtschaft gibt es zwischen der gesamtwirtschaftlichen Ersparnis und Investitionen einen direkten Zusammenhang. Dieser ergibt sich aus der Definition der Gesamtwirtschaftlichen Nachfragefunktion:

Y = C + I + G

Nach Umstellung der Nachfragefunktion erhält man:

I = YCG

Setzt man diese mit der nationalen Ersparnis gleich, dann ergibt sich daraus:

I = YCG = (YCT) + (TG) = Sp + Sg = S
I = S

Auf weitere erörternde Zusammenhänge wird an dieser Stelle verzichtet und auf den Artikel des Gütermarktgleichgewichts verwiesen.

Betrachtet man nunmehr eine offene Volkswirtschaft, so muss neben dem schon gültigen Zusammenhang I = S noch der Außenhandel einer Volkswirtschaft berücksichtigt werden. Daraus ergibt sich dann S = I + NX. Hierbei begründet sich der wesentliche Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Volkswirtschaften. Während geschlossene Volkswirtschafte lediglich durch Sparen ihren Kapitalstock erhöhen kann, kann in einer offenen Volkswirtschaft durch den Erwerb von Auslandsvermögen zuzüglich dem eigenen Sparen der Kapitalstock erhöht und dadurch Investitionsmöglichkeiten früher genutzt werden.[1] Somit kann man durch Kreditaufnahme im Ausland die Investitionen im Inland erhöhen, ohne die Ersparnis zu verändern.

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung

Die gesamtwirtschaftliche Ersparnis ist (in der offenen Volkswirtschaft) gleich den inländischen Investitionen I zuzüglich der Nettoauslandsinvestitionen NFI,

In der theoretischen geschlossenen Volkswirtschaft gilt folglich: S = I

Beim Sparen ist die richtige Bewertung des Sparens zu beachten – siehe DIW: Wirtschaftspolitische Ueberlegungen: Sparen als Voraussetzung zum Investieren?

In der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) ist „Sparen“ im Einkommensverwendungskonto (Ausgabenkonzept) definiert als

  • Verfügbares Einkommen (Ausgabenkonzept)
  • zuzüglich Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche – diese Größe erscheint im Sektor Private Haushalte und private Organisationen ohne Erwerbszweck
  • abzüglich Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche – diese Größe erscheint im Sektor Kapitalgesellschaften – gesamtwirtschaftlich saldiert sich diese Größe auf null.
  • abzüglich Konsum (Ausgabenkonzept) – einschließlich der Finanzdienstleistungen (FISIM)

Makroökonomische Bedeutung des Sparens

Sparen bzw. die Änderung des Sparverhaltens hat mehrere Auswirkungen auf die Volkswirtschaft, die unter den verschiedenen Wachstumstheorien umstritten sind. Im Neoklassischen Modell führt ein Anstieg der Ersparnis zu niedrigeren Kapitalmarktzinsen und damit zu einem Anstieg der Investitionen. Die optimale Ersparnis sei durch die sogenannte Zeitpräferenzrate gegeben. Im Keynesianismus tritt dagegen der durch das vermehrte Sparen entstehende Nachfrageausfall in den Vordergrund: Dadurch würden die Gewinne aus den bereits getätigten Investitionen sinken und somit weniger unternehmensinterne Finanzierungsquellen (Eigenkapital) zur Verfügung stehen (was nebenbei auch noch die Bereitschaft der Banken zur Kreditvergabe schmälern würde). Außerdem sei es wenig wahrscheinlich, dass Unternehmen bei sinkender Nachfrage noch Erweiterungsinvestitionen tätigen würden.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Krugman, Obstfeld, (2004), Internationale Wirtschaft, 6. Auflage, S. 399

Literatur

  • Paul Krugman, Maurice Obstfeld: Internationale Wirtschaft. 7. Auflage. Pearson Education Deutschland, München 2006, ISBN 3827371996.

Weblinks


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