Speakeasy

Als Speakeasy (auch als Flüsterkneipe, Flüsterstube[1] oder Mondscheinkneipe übersetzt) wurden während der Alkoholprohibition in den USA von 1919 bis 1933 illegale Kneipen oder Clubs bezeichnet, in denen insbesondere hochprozentiger Alkohol, aber auch Bier, ausgeschenkt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Verkauf und Ausschank von Alkohol waren gesetzlich landesweit untersagt, wie in einigen US-amerikanischen Bundesstaaten bereits Jahre vorher. Die Speakeasys bildeten eine der wenigen Möglichkeiten, das Verbot zu umgehen. Der Name rührt daher, dass dort leise gesprochen werden sollte, damit vorübergehende Passanten nichts von den anwesenden Zechern hören konnten. Speakeasys wurden von Mitgliedern organisierter krimineller Banden betrieben und sorgten für hohe Profite der organisierten Kriminalität in den USA. Für Gangster wie Al Capone, George Moran oder Dutch Schultz („Bierbaron der Bronx“) waren diese Clubs die lukrativste Einnahmequelle und trugen stark zum Wachstum der organisierten Kriminalität bei.

Allein in New York City stieg die Anzahl dieser „Flüsterkneipen“ von 1922 bis 1927 von rund 5.000 auf 30.000[2]. Andere Schätzungen für 1927 gehen sogar von dreißig- bis hunderttausend Speakeasy-Clubs aus[3]. Dieser große illegale Absatzmarkt war bald nicht mehr durch einzeln operierende Personen oder Gruppen zu bewältigen, deren blutige Konkurrenzkämpfe von aufstrebenden Mobstern – wie insbesondere Lucky Luciano – als geschäftsschädigend angesehen wurden. Es entwickelte sich eine Zusammenarbeit unterschiedlicher ethnischer Gruppen in der Seven Group, die als Vorläufer des National Crime Syndicate gelten kann.

Dabei wurde die Versorgung der illegalen Kneipen nicht nur von der Cosa Nostra beherrscht; allein Waxey Gordon kontrollierte vermutlich mit seiner Organisation mehr Alkohol als die italienischen Banden. Im Stadtgebiet von New York City beherrschten die Kosher Nostras 70 Prozent des Schwarzmarkts, die amerikanische Cosa Nostra 25 Prozent; der Rest wurde durch irische Banden oder sonstige Gruppen betrieben[4].

Dabei ging es in den Clubs nicht immer so leise und diskret zu, wie es der Name vermuten lässt. Ihre Existenz war häufig ein offenes Geheimnis, und in legalen Nachtclubs wurde Alkohol verdeckt an die Besucher ausgeschenkt. So musste etwa der berühmte Cotton Club mehrmals nach Razzien vorübergehend geschlossen werden.

Auswirkungen

Während der Alkoholprohibition in den USA wurde etwa doppelt soviel destillierter hochprozentiger Alkohol getrunken wie vor und nach dem Verbot, da dieser wesentlich leichter heimlich herzustellen und zu schmuggeln ist als etwa Bier oder Wein. Wegen der fehlenden Kontrollen und der höheren Ausbeute wurde überwiegend schlecht destillierter Alkohol mit einem hohen Anteil an Fuselölen ausgeschenkt; hochwertiger Alkohol dagegen häufig verdünnt, um ihn zu strecken. Um den daraus resultierenden minderwertigen Geschmack zu kaschieren, wurden die Getränke auf Eis serviert, wodurch der in den USA noch heute beliebte, jedoch bei Whisky-Kennern verpönte Whisky on the Rocks entstand.

Um der Entdeckung durch die Behörden zu entgehen, hatten oft nur „Mitglieder“ Zutritt; neue Gäste wurden nur nach einer persönlicher Empfehlung akzeptiert. Außerdem bestachen die Betreiber häufig die lokale Polizei, um vor einer eventuell bevorstehenden Razzia frühzeitig gewarnt zu werden. Dadurch breitete sich Korruption in den Vereinigten Staaten aus. So wurden Verbrecher wie Al Capone erst nach dem Ende der Alkoholprohibition ernsthaft verfolgt und in der Öffentlichkeit unbeliebt, da sie nun offenbar für die Versorgung mit Alkohol nicht mehr benötigt wurden.

Das Organisierte Verbrechen suchte sich nach 1933 neue Einnahmequellen und konzentrierte sich verstärkt auf den Handel mit anderen Drogen und das illegale Glücksspiel.

Adaptionen

Speakeasys wurden häufig als Handlungsorte in den Kriminalromanen Dashiell Hammetts und Raymond Chandlers sowie in den Gangsterfilmen des Film Noir der 1940er Jahre verwendet. In der Komödie Manche mögen's heiß mit Tony Curtis, Jack Lemmon und Marilyn Monroe arbeiten die beiden männlichen Hauptdarsteller am Anfang als Musiker in einem nach außen als Bestattungsinstitut getarnten Speakeasy, das dann von der Polizei geräumt wird.

Einzelnachweise

  1. Adolf Hepner: Die amerikanische Prohibition und die abstinenten Sozialisten. in: Sozialistische Monatshefte 16 = 18 (1912), H. 1, S. 37–44 Electronic ed.: Bonn : FES Library, 2006, (online)
  2. Jo Durden Smith: MAFIA.Die wahre Geschichte des organisierten Verbrechens; Premio Verlag GmbH Münster; Übersetzung Klaus Helmut; ISBN 978-3-86706-047-9; S.64
  3. Teaching With Documents: The Volstead Act and Related Prohibition Documents. The National Archives, 14. Februar 2008, abgerufen am 28. Oktober 2009 (englisch).
  4. John Dickie: Cosa Nostra: Die Geschichte der Mafia, Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 2006, ISBN 978-3-596-17106-4

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  • speakeasy — {n.} A bar during Prohibition where illegal alcoholic beverages were sold. * /Al Capone s associates met in a Chicago speakeasy to drink and discuss business./ …   Dictionary of American idioms

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