Bahnhof Pirna
Pirna
Neues Bahnhofsgebäude, Ansicht vom Bahnhofsvorplatz
Neues Bahnhofsgebäude, Ansicht vom Bahnhofsvorplatz
Daten
Kategorie 3
Betriebsart Trennungsbahnhof
Bauform Inselbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Reisende/Tag 6.500[1]
Abkürzung DPI
Eröffnung 15. Oktober 1875
Profil auf Bahnhof.de Nr. 4943
Lage
Gemeinde Pirna
Land Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 57′ 44″ N, 13° 55′ 43″ O50.96222222222213.928611111111Koordinaten: 50° 57′ 44″ N, 13° 55′ 43″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Sachsen

i7i12i13i15i16i16i18

Der Bahnhof Pirna ist der größte Bahnhof der sächsischen Kreisstadt Pirna. Der Bahnhof ist in das Netz der S-Bahn Dresden eingebunden sowie Ausgangspunkt einer Regionalbahnlinie und Halt einer Regional-Expresslinie.

Inhaltsverzeichnis

Personenverkehr

alter Bahnhof

alter Bahnhof von Pirna mit vorbeifahrendem EuroCity

Der erste Pirnaer Bahnhof wurde am 1. August 1848 gemeinsam mit dem ersten Abschnitt der Bahnstrecke Dresden – Děčín in Betrieb genommen. Der Bahnhof lag nah an der Pirnaer Altstadt unweit der Klosterkirche St. Heinrich. Das Empfangsgebäude wurde im spätklassizistischen Baustil mit Elementen der römischen Renaissance erbaut. Es verfügte ursprünglich über zwei Kopfgebäude, einen Zwischentrakt und einen überdachten Hausbahnsteig.[2]

Bereits wenige Jahre nach Inbetriebnahme erreichte der Bahnhof wegen des gestiegenen Verkehrsaufkommens seine Leistungsgrenzen. Aufgrund der stadtnahen Lage waren keine Erweiterungsflächen vorhanden. Behinderungen ergaben sich insbesondere bei Zugkreuzungen und beim Wassernehmen der Lokomotiven. Zudem ließen sich weitere von Pirna aus geplante Eisenbahnstrecken von diesem Standort aus nur ungünstig anlegen.

Im Zusammenhang mit dem Bau der Bahnstrecke Kamenz–Pirna wurde der Bau einer ersten Pirnaer Elbbrücke notwendig, die 1875 westlich des bisherigen Bahnhofs errichtet wurde. Am Kreuzungspunkt der Bahnlinie Pirna - Kamenz mit der Elbtalbahn wurde am 15. Oktober 1875 der neue Pirnaer Bahnhof in Betrieb genommen. Der alte Bahnhof wurde am 18. Oktober 1875 aufgelassen. Bei der Bombardierung der Pirnaer Elbbrücke wurde das Gebäude 1945 teilweise zerstört. Im Gebäude war bis 1998 die Bahnmeisterei untergebracht. Gleichzeitig wurde das Gebäude für Wohnzwecke genutzt. Derzeit steht das unter Denkmalschutz stehende Gebäude leer. Der alte Pirnaer Bahnhof ist das älteste noch erhaltene Empfangsgebäude der Sächsisch-Böhmischen Eisenbahn.

neuer Bahnhof

Der neue Bahnhof wurde am 15. Oktober 1875 in der Pirnaer Westvorstadt eröffnet. Architektonisch lehnt sich das Gebäude an den alten Bahnhof an. Es besteht aus zwei Kopfgebäuden mit dazwischenliegendem Zwischengebäude. Das östliche Kopfgebäude orientiert sich zum Bahnhofsvorplatz und bildet das eigentliche Empfangsgebäude. Dieses liegt in Insellage. Die Gleise der Elbtalbahn verlaufen nördlich des Gebäudes (Hausbahnsteig 3 und Inselbahnsteige 1 und 2). Südlich des Gebäudes liegt der Bahnsteig 4, der Ausgangspunkt der Züge nach Kamenz, Bad Gottleuba und Großcotta war. Südlich des Bahnsteigs 4 befand sich der heute nicht mehr benutzte Bahnsteig 5, der nur ebenerdig durch das Überschreiten des Bahnsteiggleises 4 zu erreichen war.

Zwischen Oktober 1996 und Juli 2001 wurden die nördlichen Bahnsteige (Hausbahnsteig und Inselbahnsteig) entlang der Bahnstrecke Dresden – Děčín neu gebaut und gleichzeitig auf 172 Meter (Inselbahnsteige 1 und 2) bzw. 146 Meter (Hausbahnsteig 3) Länge gekürzt.[3] Gleichzeitig erhielt die S-Bahn-Strecke Pirna – Coswig ein eigenes Gleispaar, welches in Pirna beginnt und derzeit in Dresden-Neustadt endet.

Im Zuge der Konjunkturprogramme wurde das Empfangsgebäude in den Jahren 2009/2010 für rund 1,5 Millionen Euro mit energetischen Maßnahmen durch die DB Station&Service AG saniert. Der Fokus der Maßnahmen lag auf der energetischen Sanierung der Dachflächen und der Fassade, die einen vollflächigen Wärmedämmputz erhielt. Die alten Holzfenster sowie die Sandstein-Gliederungselemente wurden nach denkmalpflegerischen Aspekten instand gesetzt. Unbestrittenes Highlight war das Öffnen der Decke in der Empfangshalle und die Sanierung des darüberliegenden Oberlichtes. Damit soll der historische Eindruck eines freundlichen, lichtdurchfluteten Raumes zurückkehren.[4]

Güterverkehr

Südlich des Bahnhofgebäudes befand sich die Güterabfertigung. Hinzu kamen umfangreiche Gleisanlagen zum Bilden von Zügen sowie Anschlussgleise, welche direkt im Bahnhofsgelände begannen.

Zwischen 1996 und 2005 wurden die Gleisanlagen des Güterverkehrs stark zurückgebaut. Der Güterbahnhof wird heute nur noch zum Umspannen von Güterzügen genutzt.

Bahnbetriebswerk

Unweit des Bahnhofes befand sich das Bahnbetriebswerk Pirna. Im Jahr 1963 wurde das Bw Bad Schandau als Einsatzstelle an das Bw Pirna angegliedert und zum 1. Januar 1968 wurde das Bw Pirna selbst Einsatzstelle des Bw Dresden[5]. In den folgenden zwei Jahren erhielt die Einsatzstelle vorrangig Diesellokomotiven der Baureihe V 100 zugeteilt. Zusammen mit dem im Jahr 1969 beginnenden Einsatz von Leichtverbrennungstriebwagen von Pirna aus, war der Traktionswandel in der Einsatzstelle in wenigen Jahren vollzogen.[6] Vom Bw Pirna bzw. später der Einsatzstelle wurden die Lokomotiven für die von Pirna ausgehenden Nebenstrecken und die Müglitztalbahn gestellt.

Der 15ständige Ringlokschuppen wurde im Zweiten Weltkrieg von mehreren Bomben getroffen und wurde anschließend nur notdürftig wieder aufgebaut. Vor allem das Dach blieb jedoch ein Provisorium. Daher musste der Lokschuppen im Oktober 1995 wegen Baufälligkeit gesperrt werden. In den folgenden Jahren stürzte das Dach teilweise ein. Anfang April 2009 wurde er dann abgerissen.[7]

Teilweise Umnutzung des Bahnhofsgeländes

Landestalsperrenverwaltung Sachsen (links hinten) und Busbahnhof Pirna

Nach dem Wegfall des Güterverkehrs waren große Teile des Pirnaer Bahnhofes ungenutzt. Daher wurde auf diesem Gelände der neue Betriebshof der Oberelbischen Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz mbH (eröffnet 2001) sowie das Verwaltungsgebäude der Landestalsperrenverwaltung Sachsen erbaut. Diesen folgte im Januar 2008 der neue Zentrale Omnibusbahnhof von Pirna, welcher auf dem Gelände der ehemaligen Güterabfertigung und des alten Busbahnhofes errichtet wurde.

Personenverkehr heute

Der Bahnhof Pirna wird von vier SPNV-Linien angefahren, welche von DB Regio Südost und der Städtebahn Sachsen betrieben werden:

Linie Linienverlauf
S 1 Schöna – Bad Schandau – Pirna – Heidenau – Dresden Hbf – Dresden-Neustadt – Radebeul – Meißen-Triebischtal
S 2 Pirna – Heidenau – Dresden Hbf – Dresden-Neustadt – Dresden-Klotzsche – Dresden Flughafen
SB 71 Pirna - Dürrröhrsdorf - Neustadt in Sachsen ( -Sebnitz -Bad Schandau)
RE 20 Bohemica Litoměřice – Děčín – Bad Schandau – Pirna – Dresden Hbf

Bilder

Einzelnachweise

  1. http://www.bahnhof.de/site/bahnhoefe/de/konjunkturprogramm__bahnhoefe/03__highlights/12__sachsen/05__Pirna/01__geplante__massnahmen.html
  2. http://www.lokomotive.de/sachsen/ddsc/bhf/pirna.htm
  3. Bahnsteiginformationen der DB Station&Service AG
  4. Sanierung Bahnhof Pirna: Licht für die Halle – Dämmung für die Hülle, abgerufen am 10. Mai 2010
  5. Kaiß/Hengst: Dresdens Eisenbahn, Kapitel Der Betriebsmaschinendienst in Dresden im Wandel der Zeit: Entwicklung ab 1945, Seite 202
  6. EK-Themen 14: Dresdner Bahnbetriebswerke, Kapitel Das Bahnbetriebswerk Dresden ab 1967, Seite 88ff, 1994.
  7. Abriss tilgt Spuren des Bahnbetriebswerks in: Sächsische Zeitung, Lokalausgabe Pirna vom 1. April 2008

Weblinks

 Commons: Dresden–Děčín railway – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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