Bahnhof Porz-Wahn
Wappen von Köln

Wahn
Stadtteil 711 von Köln

Abgrenzung Stadtteil Wahn in Porz
Koordinaten 50° 51′ 32″ N, 7° 5′ 18″ O50.8588888888897.08833333333337Koordinaten: 50° 51′ 32″ N, 7° 5′ 18″ O
Fläche 2,3 km²
Einwohner 6277 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte 2729 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1975
Postleitzahl 51147
Vorwahl 02203
Stadtbezirk Porz (7)
Verkehrsanbindung
Autobahn
Bundesstraße
DB-Anschluss Porz-Wahn
Bus-Linien 160 162 163 164 167 184 504 508
Quelle: Strukturdaten der Stadt Köln

Wahn ist ein Stadtteil im Südosten von Köln.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Stadtteil Wahn grenzt im Osten an Wahnheide, im Süden an Lind, im Westen an Libur und im Norden an Elsdorf.

Name

Der Name des Dorfes Wahn kommt vermutlich von der Burg selben Namens. Wanda = Wende = Grenze. Durch eine Lautverschiebung wurde wahrscheinlich aus Wanda, Wahn.

Geschichte

Im Jahr 1100 erwähnt eine Urkunde einen Conradus ab Wanda, der wohl damaliger Herr der späteren Burg Wahn war. Vermutlich war das Dorf Wahn eine Ansiedlung von Dienstmannen und Abhängigen der gleichnamigen Burg. Seit dem Mittelalter gehörte Wahn zum Amt Porz im Herzogtum Berg. Die Burg wurde in den Jahren 1755 bis 1760 in ein Schloss umgebaut.

1795 wurde der Ort von französischen Revolutionstruppen besetzt. In der folgenden napoleonischer Zeit entstand die Mairie Wahn im Kanton Mülheim im Arrondissement Mülheim im Département Rhin im Grossherzogtum Berg. Von 1815 bis 1929 war Wahn eine preußische Bürgermeisterei (außer Wahn selbst gehörte noch Langel, Zündorf, Libur und Lind zur Bürgermeisterei Wahn) bzw. ein Amt im Kreis Mülheim. Dann ging die Verwaltung nach Porz-Rhein (Tür zum Rhein) dem heutigen Porz (Rhein).

1797 hatte Wahn 52 Feuerstellen mit 282 Einwohnern, 4 Pferden und 17 Stück Rindvieh. Dazu gehörten 736 Morgen Ackerland und 22 Morgen Wald. 1997, gerade mal 200 Jahre später, hatte Wahn 5089 Einwohner in 2140 Wohnungen und 2154 PKW.

Bis zur Kommunalen Neugliederung 1975 gehörte Wahn als Ortsteil der damaligen Stadt Porz am Rhein an.

Religion

Katholische Kirche

Kirche St. Aegidius

Erste Erwähnung finden sich über eine katholische Kapelle im Jahre 1358 in alten Aufzeichnungen im Porzer Stadtachiv. Beim Abbruch der alten – mehrmals umgebauten – Kirche im Jahre 1893 wurden sogar Reste einer Kapelle aus dem 11. Jahrhundert freigelegt. Die Wahner Kirche gehörte jahrhundertelang zur Pfarre von Ober- bzw. später Niederzündorf. Erst 1835 wurde die Pfarre Wahn eingerichtet. Die neugotische Pfarrkirche St. Aegidius entstand zwischen 1893–1895. Als Erbauer wird ein gewisser A. Becker benannt. Überregional bekannt wurde die Pfarrkirche durch das unkonventionelle Fenster im Kirchenschiff. Hier ist neben den traditionellen Symbolen und Abbildungen ein klarer Bezug zum angrenzenden Flughafen Köln-Bonn, durch ein abgebildetes Flugzeug, zu erkennen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

S-Bahnhof Porz-Wahn

1859 wurde der erste Bahnhof der Gegend in Wahn errichtet. Heute befindet sich im Stadtteil Wahn der S-Bahnhof Porz-Wahn, an dem die S-Bahnen S 12 und S 13 im 10-Minuten-Takt Richtung Köln Hbf verkehren. Während die S 12 die direkte Strecke über Porz (Rhein) nutzt, fährt die S 13 über die Flughafenschleife den Flughafen Köln/Bonn an.

Zwischen dem 6. Mai 1917 und dem 1. Oktober 1961 verkehrte die Wahner Straßenbahn, eine regelspurige Straßenbahn.

Mit dem Auto ist Wahn über die A 59 und B 8 erreichbar. Der direkt in der Wahner Heide gelegene Flughafen Köln/Bonn verbindet Wahn sogar mit der gesamten Welt. Somit ist Wahn das Tor für alle ausländischen Gäste Kölns.

Freizeit und Sehenswürdigkeiten

Schloss Wahn

Bedeutendstes Bauwerk von Wahn ist Schloss Wahn. Als „Hoff zu Wande“ wurde es 1358 erstmals urkundlich erwähnt. Es handelte sich dabei um eine typische rheinische Wasserburg, bestehend Wohnturm, Torbau, Wassergraben und Vorburg, die Mitte des 18. Jahrhunderts zu einem spätbarocken Schloss umgebaut wurde. Heute beherbergt die Anlage die theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln und damit einer der größten Sammlungen der Welt dieser Art. Außerdem steht das Schloss Wahn seit Januar 2008 dem Standesamt Köln als Außenstelle zur Durchführung von Eheschließungen zur Verfügung.

Naherholung

Für die Naherholung dient zum einen die Wahner Heide, die drei Scheuerteiche (insbesondere der Untere Scheuerteich) im Ortsteil Wahnheide sowie die weitläufigen Feldwege, die entlang des Golfplatzes des SSZ Wahn in ortsnähe, bis zum Rhein in Langel bzw. Zündorf führen. Die Burgallee, welche das Schloss Wahn mit dem Ortskern verbindet, lädt ebenfalls zu Spaziergängen unter uralten Kastanien ein.

Kultur

  • Bis 1960 existierte in Wahn das Stadtorchester Porz mit mehr als dreißig Musikern. Das Orchester führte bei vielen öffentlichen Veranstaltungen Opern- und Operettenmelodien auf.
  • Seit 2005 ist der Eltzhof (ehemaliger Gutshof des Schlosses Wahn und späteres Versuchsgut der Landwirtschaftskammer Rheinland) zu einem Kulturzentrum und einer Begegnungsstätte umgebaut worden. Neben der Brauchtumspflege finden hier ganzjährig die unterschiedlichsten künstlerischen Aufführungen und Ausstellungen statt.
  • Ebenso von kultureller Bedeutung ist das Pfarrheim St. Aegidius. Auch hier findet sogenannte Kleinkunst statt. Insbesondere die Laien-Theatergruppe "Wahner Spielleute" sorgten im Alten Pfarrheim, welches leider abgerissen wurde, aber auch im neuen, modernen Vielzweckhaus "aegidium" für Unterhaltung.
  • Mit etlichen Karnevalsvereinen und einem eigenen Veedelszug (Karnevlasumzug) ist Wahn einer der aktivsten karnevalistischen Veedel (Viertel) im Porzer Raum. Die Ehrengarde des Köln-Bonner Flughafens, Blau-Wiesse Funke Wahn von 1948 e.V., stammen ebenfalls aus Wahn. Diese ist eine in Köln übliche traditionelle Garde, mit Tanz-Corps und Kindertanz-Corps.
  • Ebenfalls in Wahn ansässig, die Interessengemeinschaft Leben in Cöln am Rhein von 500 vor bis 1500 nach Christus.
  • Mit dem TV "Jahn" Köln-Wahn e.V. ist in Wahn außerdem ein großer Turn- und Handballverein ansässig.

Truppenübungsplatz Wahn

Der Truppenübungsplatz Wahn befindet sich östlich von Wahn - zwischen Lohmarer Wald, Sülztal und Königsforst.

Die militärische Nutzung des heutigen Kasernenbereiches und des angrenzenden Truppenübungsplatzes Wahner Heide reicht bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zurück.
Siehe: Truppenübungsplätze (Deutsches Reich)

Weblinks


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