Bahnhof Prenzlau
Prenzlau
Außenfassade des Bahnhofs
Außenfassade des Bahnhofs
Daten
Kategorie 3
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Reisende < 2.500/Tag[1]
Abkürzung WPL
Eröffnung 16. März 1863
Webadresse www.bahnhof.de
Architektonische Daten
Baustil Klassizismus
Lage
Stadt Prenzlau
Land Brandenburg
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 19′ 18″ N, 13° 51′ 58″ O53.32166666666713.866111111111Koordinaten: 53° 19′ 18″ N, 13° 51′ 58″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Brandenburg

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Der Bahnhof Prenzlau ist der Bahnhof der brandenburgischen Kreisstadt Prenzlau im Landkreis Uckermark. Etwa 1500 Fahrgäste nutzen täglich den von Regional- und Fernzügen bedienten Bahnhof. Der Bahnhof selbst verfügt über einen Haus- sowie einen Mittelbahnsteig mit insgesamt drei Gleisen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gleisseite des Bahnhofs

Bereits 1837 bemühte sich die Kreisstadt Prenzlau um einen Anschluss an das preußische Eisenbahnnetz. Der angekündigte Bau der Berlin-Stettiner Eisenbahn sollte dazu genutzt werden, die Bahn so nah wie möglich an Prenzlau heranzuführen, um somit den Bau einer Zweigbahn zu ermöglichen. Jedoch wurden bei der Inbetriebnahme 1843 zunächst nur ein Bahnhof in Passow sowie eine zuführende Chaussee in die Kreisstadt eingerichtet. Plänen, die Stadt auch direkt per Eisenbahn anzuschließen, wurde seitens des preußischen Handelsministeriums nicht entgegengekommen. Erst mit dem Bestreben der vorpommerschen Städte Pasewalk, Anklam und Greifswald wurde der Bau einer Zweigbahn in die Uckermark und Vorpommern wieder aktuell. Mit dem Bau der „Uckermärkisch-Vorpommerschen Eisenbahn“ wurde am 15. August 1861 begonnen. Bereits am 10. Oktober 1862 rollte ein erster Eisenbahnzug von Angermünde nach Prenzlau. Der erste Abschnitt, an dem sich auch Prenzlau befindet, wurde schließlich am 16. März 1863 dem Verkehr übergeben. Die feierliche Einweihung der Eisenbahnlinie von Angermünde nach Stralsund erfolgte am 26. Oktober 1863 durch den preußischen König Wilhelm I. Der Prenzlauer Stadtverordnete Wilhelm Gottlob Holtz schrieb dazu in sein Tagebuch: „Se. Majestät kam hier gleich nach 9 Uhr morgens an, empfangen von den städtischen Behörden, Offiziercorps, Ständen, Geistlichkeit, Innungen, Veteranen-Verein et. cet. und verweilen etwa 1/4 Std. auf dem mit Fahnen, Flaggen, Girlanden et. cet. reich verzierten Platz. Am 27. abends 8 Uhr kam der König auf der Rückreise wieder hier durch, stieg aber gar nicht aus. Am 1. Nov. wurde die Bahn dem Verkehr übergeben.“

Der Bahnhof verfügte wie heute noch über fünf Bahnsteiggleise (von denen jedoch nur noch drei benutzt werden) und ein Empfangsgebäude aus Backstein im Stil des Klassizismus.

1872 erfolgte der Bau einer Zuckerfabrik im Ort, wodurch die Notwendigkeit aufkam, die in der Umgebung angepflanzten Zuckerrüben dort hinzutransportieren. Dafür wurden die Prenzlauer Kreisbahnen gegründet, die am 2. Dezember 1902 den Betrieb aufnehmen konnten. Westlich der Hauptgleise wurde an der Nordseite des Empfangsgebäudes dafür ein Kreisbahnhof angelegt und mit entsprechenden Übergabestellen zwischen beiden Bahnen versehen. Bereits drei Jahre vorher war die Bahnstrecke Templin–Prenzlau dem Verkehr übergeben worden.

Bis zum Jahr 1910 wurde die Strecke von Angermünde bis Stralsund durchgehend zweigleisig ausgebaut. Ein weiterer Ausbau der Bahnhofsanlagen erfolgte in den 1920er Jahren.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Empfangsgebäude schwer beschädigt und anschließend in veränderter Form wieder aufgebaut. Der Kreisbahnhof wurde nach Kriegsende stillgelegt, die Züge verkehrten seitdem von den anderen Bahnsteigen.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Gleise von Prenzlau nach Templin und ein Hauptgleis zwischen dem Berliner Außenring und Stralsund als Reparation für die Sowjetunion abgebaut. Die Wiederinbetriebnahme der durchgehend zweigleisigen Strecke von Angermünde bis nach Stralsund fand erst im Jahr 1978 statt, die Strecke nach Templin konnte bereits in den 1950er Jahren wieder eröffnet werden.

Im Jahr 1985 wurde der Bahnhof von der Bahnmeisterei Prenzlau (Hbm Eberswalde) in Zusammenarbeit mit dem Kreisbaubetrieb von Grund auf erneuert. Der Bahnhof war nunmehr mit einer Fahrkartenverkaufsstelle inklusive einer Gepäckaufbewahrung, einer Mitropagaststätte, einem Zeitungskiosk, Toiletten und auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig mit einem beheizbaren Warteraum ausgestattet. Nach Abschluss der Baumaßnahmen wurde der Bahnhof als „Betrieb der vorbildlichen Ordnung und Sicherheit“ ausgezeichnet.

Mit dem Neubau des größten deutschen Fährhafens Sassnitz (Mukran) in den 1980er Jahren, einem der letzten großen Verkehrsbauprojekte der DDR, begann die schrittweise Elektrifizierung der Strecke Berlin–Stralsund–Mukran. Im Jahr 1987 wurde der Bahnhof Prenzlau mit Hilfe von Hubschraubern der Interflug elektrifiziert.

Bis in die 1990er Jahre war der Prenzlauer Bahnhof Drehscheibe für die Bahnen in der Uckermark. Durch die Stilllegung der Verbindungen nach Templin und des Netzes der Prenzlauer Kreisbahnen beschränkt sich der Eisenbahnverkehr lediglich auf die Hauptstrecke zwischen Angermünde und Stralsund.

renovierte Bahnhofshalle

Am 20. Januar 2008 ging das neue Elektronische Stellwerk in Prenzlau in Betrieb. Das Stellwerk regelt im Abschnitt Pasewalk–Wilmersdorf 46 Signale und 15 Weichen. Mit diesem und dem neuen Stellwerk in Tantow wird die Bahnstrecke von Berlin bis Stralsund einschließlich der Strecke nach Szczecin von der Betriebszentrale der Bahn in Berlin-Pankow ferngesteuert. Durch die Modernisierung entfiel für Prenzlau die Zugansage. Ansagen erfolgen nur noch bei Abweichungen vom Regelbetrieb von der zentralen Anlage in Frankfurt (Oder).

Das Bahnhofsgebäude wurde in den Jahren 2009/10 saniert. In der Prenzlauer Stadtverordnetenversammlung vom 26. Juni 2008 wurden Fördermittel in Höhe von 10.000 Euro bewilligt, um die Bahnhofshalle noch in der zweiten Jahreshälfte 2008 zu sanieren. Die für das Jahr 2008 geplante Sanierung der Empfangshalle mit einem Kostenvolumen von 230.000 Euro wurde in das Jahr 2009 verschoben und am 12. Mai 2010 vom Eigentümer der DB Station & Service AG eingeweiht. Die Deutsche Bahn AG kündigte am 14. Dezember 2009 an, dass der Güterbahnhof in Prenzlau geschlossen werden soll. Anfang Februar 2010 wurden zwei LED-Zugzielanzeiger in Betrieb genommen, die nur im Verspätungsfall die Reisenden informieren.

Tunnelneubau

Im Juni 2008 präsentierte die Stadt Prenzlau eine mögliche Neubauvariante, welche die marode Einfeld-Stahltrogbrücke aus genieteten Vollwandträgern und die Bahnhofsunterführung durch einen Ersatzneubau als Tunnel im Bahnhofsbereich ablösen könnte. Die Gesamtkosten im Rahmen einer Abwägung zwischen Fußgängerbrücke und des Personentunnels, einschließlich Parkplätze und Straßenanbindung, wurden auf rund 1,99 Millionen Euro geschätzt. Mit Wirkung vom 7. Mai 2009 wurde die Fußgängerbrücke wegen Baumängeln gesperrt und im Jahr 2010 abgerissen. Der Tunnel soll behindertengerecht in Richtung Osten zur Ladestraße mit Aufzügen zu den Bahnsteigen entstehen. Mit Vertretern der Deutschen Bahn AG wurde ein Tunnelneubau auf Basis einer Eisenbahnkreuzungsvereinbarung im Jahr 2010 vertraglich geregelt (Gesamtausgaben 2,8 Millionen Euro). Im Mai 2011 wurden die Prenzlauer Stadtverordneten informiert, dass die städtische Ausschreibung des Personentunnels 3,85 Millionen Euro ergeben hat. Dabei besteht die Aussicht auf eine 75-prozentige Förderung über das brandenburgische Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft. Ferner unterstützt der Landkreis Uckermark das Investitionsprojekt mit 100.000 Euro. Mit dieser Infrastrukturmaßnahme wird der Bahnhof ohne lange Umwege und Treppensteigen auch für die Einwohner des östlichen Teils der Stadt Prenzlau erreichbar, was zusätzlich für die in Prenzlau 2013 stattfindende Landesgartenschau von Bedeutung ist. In der Nacht des 23. Juni 2011 begannen die Rammarbeiten zum Einbringen der Spundwand.

Aktuelles

Die Deutsche Bahn zog sich in Brandenburg weiter aus dem DB Fernverkehr zurück. Im Dezember 2010 wurden drei von fünf täglich fahrenden IC-Zügen auf der Strecke Berlin-Prenzlau-Stralsund gestrichen. Ein ab März auf der Strecke werktäglich verkehrendes ICE-Zugpaar zwischen München und Stralsund wird am Bahnhof Prenzlau nicht halten. Damit setzte die Bahn eine Politik fort, die sie seit Jahren in dünnbesiedelten Gebieten verfolgt. Anhaltende Proteste aus der Uckermark über reduzierte Zugverbindungen nach Berlin hatten Erfolg. Das Land Brandenburg hat zusätzliche Bahnverbindungen nach Prenzlau bestellt. Zum 10. Januar 2011 werde das Ersatzangebot zwischen Eberswalde bzw. Angermünde und Prenzlau am Nachmittag (von Montag bis Freitag) um vier weitere Züge erhöht. Die neuen Verträge dafür wurden jetzt mit der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (ODEG) abgeschlossen.

Reisemöglichkeiten

Linie Verlauf Takt
EC 27 Ostseebad BinzStralsundPrenzlauBerlinDresdenPrahaBudapest/Wien einzelne Züge
IC 50 Frankfurt(Main) Flughafen Fernb. (/ KarlsruheHeidelbergDarmstadtFrankfurt(Main) HBF) – FuldaEisenachErfurtHalle (Saale)Berlin HBF(tief)Eberswalde HBFPrenzlauStralsund HBF – (Binz) einzelne Züge
IC 1932 Stralsund HBFPrenzlauBerlin-GesundbrunnenStendalHannover HBFBremen HBFOldenburg(Oldb) Verstärkerzug sonntags
RE 3 Stralsund – Prenzlau – Berlin – Wünsdorf-WaldstadtDoberlug-KirchhainElsterwerda 120 min
RE 3 /
RB 66
PrenzlauAngermündePassowSzczecin zwei Züge
OE 63V /
RB 60
Prenzlau – Angermünde – Eberswalde einige Verstärkerzüge vormittags & nachmittags

Nur für den Wochenendsaisonverkehr von Ende Mai bis Anfang Oktober wird der Schnellzug „Usedom Express“ als Direktverbindung zur Insel Usedom bis zum Bahnhof Świnoujście eingesetzt.

In der Saison fährt der Ausflugzug „Rügen Express“ von Berlin über Angermünde, Züssow und Bergen nach Binz auf Rügen. Der erste Einsatz erfolgt ab Ostern, dann jeden Samstag und Sonntag in den Sommermonaten. Zwei Direktverbindungen verbinden montags bis freitags Prenzlau mit Szczecin über Angermünde.

Weblinks

Literatur

  • Dieter Grusenick, Erich Morlok, Horst Regling: Die Angermünde-Stralsunder Eisenbahn einschließlich Nebenstrecken. transpress, Stuttgart 1999, ISBN 3-613-71095-1

Einzelnachweise

  1. Bahnhofsentwicklungsprogramm Brandenburg. Aktueller Stand und Konzeption 2006. November 2006, S. 47, abgerufen am 8. August 2010 (PDF).

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