Bahnhof Rosenheim
Bahnhof Rosenheim
Ostansicht des Bahnhofs
Ostansicht des Bahnhofs
Daten
Kategorie 3
Betriebsart Knotenbahnhof
Bahnsteiggleise 8 (davon 1 Stumpfgleis)
Reisende/Tag 20.000
Abkürzung MRO
Eröffnung 19. April 1876
Webadresse stationsdatenbank.de
Profil auf Bahnhof.de Nr. 5348
Lage
Stadt Rosenheim
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 47° 51′ 1,3″ N, 12° 7′ 10,3″ O47.85036111111112.119527777778Koordinaten: 47° 51′ 1,3″ N, 12° 7′ 10,3″ O
Höhe 448 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Bayern

i7i12i13i15i15i16i18

Der Bahnhof Rosenheim ist mit circa 20.000 Reisenden täglich[1] der siebtgrößte Bahnhof in Bayern. Er liegt nahe dem Zentrum der Stadt Rosenheim mit direktem Zugang zur Rosenheimer Innenstadt. Der Bahnhof wurde am 19. April 1876 als Ersatz für den im Jahr 1860 in Betrieb genommenen alten Bahnhof eröffnet. Heute ist er ein Eisenbahnknoten an den Bahnstrecken Rosenheim–Kufstein, München–Rosenheim, Rosenheim–Salzburg, Rosenheim–Mühldorf und an der Mangfalltalbahn. Er gehört zur dritthöchsten Bahnhofskategorie und wird täglich von etwa 150 Regional- und Fernverkehrszügen bedient.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Alter Bahnhof Rosenheim

Planung

Im Jahr 1849 begannen die Planungen für den Bahnhofsbau in Rosenheim. Es wurde vorgeschlagen, den Bahnhof zwei Kilometer südlich von Rosenheim zu errichten. Dem Markt Rosenheim war der Standort aber zu weit vom Ort entfernt, deshalb schlug Joseph Anton von Maffei eine Nordvariante mit Anbindung der Schifffahrt auf dem Inn vor. Am 21. Juni 1851 wurde zwischen Österreich und Bayern ein Staatsvertrag geschlossen, der den Bau der Bahnstrecken München–Rosenheim, Rosenheim–Salzburg und Rosenheim-Kufstein beschloss. 1852, mit der Übernahme der Planung der Maximiliansbahn des Staates standen beide Varianten zur Debatte. Die südliche Variante war näher an Rosenheim und schloss die königliche Saline besser an. Deshalb entschied sich Maximilian II. am 7. April 1854 für den Bau dieser Variante mit einer Straßenverbindung vom Bahnhof zum Markt.[2]

Betrieb und Verlegung

Der erste Zug fuhr am 24. Oktober 1857 in den Bahnhof. Am 31. Oktober wurde mit der Inbetriebnahme der Bahnstrecke Holzkirchen–Rosenheim eine provisorische Station mit einem hölzernem Empfangsgebäude mehrere hundert Meter vor dem sich noch im Bau befindlichen Bahnhof Rosenheim offiziell eröffnet. Am 5. August 1858 wurde die Bahnstrecke Rosenheim–Kufstein eröffnet, am 13. November 1858 die provisorische Station geschlossen und der eigentliche Bahnhof eröffnet. Damals hatte der Bahnhof Rosenheim sechs Durchgangsgleise, eine Schiebebüne mit Wagenwerkstatt und nördlich einen 18-ständigen Lokschuppen. Eine Ortsgüteranlage mit Ladegleisen befand sich südöstlich des Empfangsgebäudes. Das Empfangsgebäude, von dem Architekten Eduard Rüber mit Stilelementen der italienischen Villenarchitektur[1] entworfen, war ein dreistöckiger Backsteinbau mit Seitenflügeln auf beiden Seiten. Von Bahnhof führte eine Anschlussbahn (sogenannte Salzspur) zur königlichen Salinie. 1867 hatte der Bahnhof schon über 100.000 Fahrgäste. Da das Verkehrsaufkommen im Bahnhof weiter stieg wurden Ausbaumaßnahmen nötig. 1868 wurde das Bahnhofsgebäude umgebaut und durch seitliche Anbauten ergänzt; die Gleisanlagen wurden erweitert.[3] 1869 wurde ein weiterer Rundlokschuppen errichtet. Diese Erweiterungen waren aber noch nicht ausreichend. Da der Grundstückserwerb für weitere Ausbaumaßnahmen zu teuer erschien, wurde ein neuer Standort westlich des alten Bahnhofes untersucht. 1871 wurde die Bahnstrecke München–Grafing–Rosenheim eröffnet. Im April 1873 wurde mit den Arbeiten für den Bahnhofsneubau begonnen. In der Nacht vom 18. auf dem 19. April 1876 wurde der Bahnhof an den aktuellen Standort verlegt. Das alte Bahnhofsareal mit Empfangsgebäude wurde nach dem Rückbau der Gleise im Jahr 1878 an die Stadt Rosenheim verkauft. Das Bahnhofsgebäude dient heute als Rathaus und der Lokschuppen als städtisches Lagerhaus. Seit 1983 sind das alte Bahnhofsgebäude und der alte Lokschuppen denkmalgeschützt.[4]

Neuer Bahnhof Rosenheim

Entwurf und Fertigstellung

Empfangsgebäude und Bahnsteige des Bahnhofs Rosenheim 1905

Die Entwürfe für das neue Empfangsgebäude schuf der Architekt Jakob Graff in fast klassizistisch erscheinender Neurenaissance – eine Formensprache, die viele der bayerischen Bahnhöfe aus dieser Epoche zeigten.[5] Im Erdgeschoss des Gebäudes befanden sich die Abfertigungsschalter, die Diensträume, ein Königssaal und je ein Warteraum für die erste, zweite Klasse und dritte Klasse. Seitlich des Empfangsgebäudes standen auf beiden Seiten Nebenbauten. Der Bahnhof hatte sieben durchgehende Gleise an vier überdachten Bahnsteigen. Im Osten befand sich eine Wagenwerkstatt mit einer Schiebebühne; am bereits bestehenden Güterhof wurden eine Ladehalle und eine Laderampe gebaut.[2] Am 1. Mai 1876 wurde eine weitere Hauptbahn nach Mühldorf eröffnet.[3] Die beiden 26- und 28-ständigen Lokschuppen waren erst im Herbst 1876 fertig, deshalb wurden die alten Lokschuppen bis dahin weiter genutzt.

Bahnhofsumbauten nach 1885

Nach 1885 fanden zahlreiche Umbauten im Bahnhofsareal statt. 1889 wurden die Gleisanlagen im Bahnhofsbereich umgebaut, 1890 die Nebengebäude des Empfangsgebäudes abgerissen und durch seitliche Anbauten an das Bahnhofsgebäude ersetzt. In den Jahren 1890 und 1891 wurde für 20.000 Goldmark eine Fußgängerbrücke in der Nähe des Empfangsgebäudes errichtet („Kleppersteg“).[6] 1890 begannen die Bauarbeiten zur Zentralisierung des Bahnhofes, die wegen des Baus von zweiten Streckengleisen zwischen München und Rosenheim (1894), Rosenheim und Salzburg (1895) und zwischen Rosenheim und Kiefersfelden (1894) nötig wurden. Das bedeutet, dass die Hebel zum Stellen der Weichen und der Signale in mechanischen Stellwerken zusammengefasst wurden. 1892 wurde für 3334 Mark ein Schuppen für Wagenausrüstungsgegenstände, 1894 ein neues Gebäude für das Oberbahnamt gebaut. Circa 100 Zügen bedienten den Bahnhof Rosenheim im Jahr 1900.[3]

Pferdeomnibus

Ab Frühjahr 1900 wurde der Bahnhof mittels Pferdeomnibussen an die Rosenheimer Innenstadt angebunden. Die zweispännigen Fahrzeuge befuhren die Ringlinie Bahnhof–Max-Josefs-Platz–Innbrücke–Bahnhof. Das Verkehrsmittel konnte für eine Gebühr von 15 Pfennig für die gesamte Strecke, und zehn Pfennig für eine Teilstrecke benutzt werden. Später mussten die Pferdeomnibusse anderen Verkehrsmitteln wie Kraftfahrzeugen und Kraftomnibussen weichen.[7]

Im Jahr 1901 wurde beschlossen, die Bahnsteige und die Gleisanlagen zu beleuchten. Im selbem Jahr wurde die Drehscheibe des Betriebswerkes Rosenheim erneuert. In den Jahren 1904 und 1905 wurde eine Wagenreinigungshalle errichtet, diese kostete 19.845 Mark. Der Umbau des Bahnhofes war am 1. Mai 1905 abgeschlossen und es wurden vier neue Stellwerke in Betrieb genommen. Von 1905 bis 1906 wurde die östlich gelegene Wagenwerkstatt für 15.207 Mark erweitert und 1913 eine Speisewasser-Reinigungsanstalt für 21.868 Mark errichtet. Im Jahr 1914 folgte eine Wasserreinigungsanlage für das Bahnbetriebswerk, diese kostete 18.139 Mark.[2]

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg

Während des Ersten Weltkriegs war der Bahnhof Rosenheim durch zahlreiche Militärtransporte überlastet. Daher wurde ab Oktober 1915 ein Güterbahnhof mit 17 Gleisen zwischen Rosenheim und Kolbermoor errichtet, der als Sanierungsanlage (Sana) bezeichnet wurde. Daneben wurden Wagenhallen und Baracken für das Militärpersonal errichtet. Die Anlage diente der medizinischen und sanitären Behandlung der von der Front zurückkehrenden Truppen und der Zusammenstellung und Auflösung vieler Truppentransporte. Im Herbst 1916 erhielt die Sanierungsanlage zur Unterstützung der österreichischen Truppen zwölf neue Lokomotiven der österreichischen Eisenbahnen. 1921 wurde der Güterbahnhof mit Ausnahme von drei Gleisen wieder abgerissen. Die übrigen Gleise wurden für den Bau des Rangierbahnhofes München Ost verwendet.[2]

Zerstörter Bahnhof nach dem zweiten Weltkrieg

In den Jahren 1927 und 1928 wurden die Bahnstrecken München–Salzburg und Rosenheim–Kufstein elektrifiziert; im Bahnbetriebswerk Rosenheim waren nun auch Elektrolokomotiven beheimatet. Während des Zweiten Weltkriegs passierten wieder zahlreiche Truppentransporte den Bahnhof Rosenheim. Die in Richtung Kolbermoor gelegene Sana wurde wieder aufgebaut und an der Strecke Rosenheim–Kufstein wurde der Vorbahnhof Rosenheim Süd errichtet und im Herbst 1942 eröffnet. Am 11. September 1942 folgte die Abzweigstelle Rosenheim Süd, die direkte Ein- und Ausfahrten in Richtung Kufstein ermöglichte und mit Fahrdienstleitern besetzt war. Wegen der strategischen Bedeutung wurde Rosenheim ab dem 20. Oktober 1944 Ziel von 13 Luftangriffen der Alliierten. Am 18., 19. und 20. April 1945 wurden die gesamten Bahnanlagen zerstört, worauf der Bahnbetrieb eingestellt wurde. Nur einige Verwaltungsgebäude und das Bahnpostamt blieben weitgehend unbeschädigt.[3]

Nachkriegszeit

Wiedereröffnung des Klepperstegs

Ab dem 18. Mai 1945 fuhren auf einigen wiederhergestellten Gleisen einzelne Züge der US-Armee in Richtung Freilassing. Erst nach 1950 waren die gesamten Gleisanlagen für einen uneingeschränkten Bahnbetrieb wiederaufgebaut. Der Bahnhof Rosenheim Süd diente nur noch für die Abstellung von Zügen. Als Ersatz für das zerstörte Empfangsgebäude wurden zwei Baracken für die Gepäckabfertigung und den Fahrkartenverkauf am Bahnhofsvorplatz errichtet. Der erhalten gebliebene Ostflügel des Bahnhofsgebäudes beherbergte das amerikanische Railway Transport Office und ab 1950 auch das Bahnhofsrestaurant. Die Deutsche Bundesbahn hatte nicht genügend Finanzmittel um ein neues Empfangsgebäude zu bauen und erhielt deshalb Unterstützung vom bayerischen Staat. 1952 begannen die Bauarbeiten für das neue Empfangsgebäude am Westflügel, die 1954 abgeschlossen waren. Nachdem der Rest des alten Bahnhofsgebäudes abgerissen worden war, wurde am 27. Juli 1957 das neue Gebäude eröffnet.[8] Die Gesamtkosten betrugen 2 Millionen Deutsche Mark.[2]

Der Wiederaufbau des ebenfalls im Zweiten Weltkrieg zerstörten Eisenbahnstegs verzögerte sich aus finanziellen Gründen immer wieder. 1954 begann der Bau der knapp 205.000 Deutsche Mark teuren Fußgängerbrücke. Die Finanzierung teilten sich die Bahn, die Stadt Rosenheim und die Klepper-Werke. Der sogenannte Kleppersteg ist 137 Meter lang und 8 Meter hoch. Verbaut wurden knapp 95 Tonnen Stahl und 140 Kubikmeter Beton. Die feierliche Eröffnung fand am 2. Juli 1954 statt.[6]

Nach den 1950er Jahren

Nach 1960 wurden einige Güterzüge nach Italien von den italienischen Bahnen nicht übernommen, die Italienischen Staatsbahnen verweigerten die Weiterfahrt vieler Züge. Deshalb wurden zahlreiche Güterzüge rund um München abgestellt, unter anderem auch in Rosenheim auf der Abstellgruppe Süd. Ab Mai 1967 wurde der Betrieb von ÖBB-Korridorzügen aufgenommen. Die Züge fuhren von Salzburg nach Rosenheim, machten in Rosenheim Kopf, wobei das Ein- und Aussteigen verboten war und verkehrten weiter nach Kufstein. Nach 1972 wurde das Abstellen der Züge problematisch, da nicht mehr genügend Gleise vorhanden waren. Am 8. Januar 1976 wurde mit dem Bau einer Ausfahrtmöglichkeit aus der Abstellgruppe Süd in Richtung Kufstein begonnen, die am 19. Dezember 1977 fertiggestellt war. In den folgenden Jahren verbesserte sich die Situation. Die Fahrleitungsmeisterei wurde am 1. Januar 1982 aufgelöst und ihr Gebäude abgerissen. Am 8. Februar 1982 wurde die Rosenheimer Kurve in Betrieb genommen, ab diesem Zeitpunkt mussten die ÖBB-Korridor-Züge im Bahnhof Rosenheim nicht mehr Kopf machen.

Im Jahr 1983 wurde der Bahnhof Knotenpunktbahnhof, daraufhin wurde am 25. September 1988 der Knotenpunktbahnhof Traunstein in den Bedienungsbereich Rosenheim integriert. Das bedeutet, dass der Bahnhof Rosenheim für die Zugbildungen und dem Nahgüterverkehr im Bahnhof Traunstein verantwortlich wurde. 1992 wurde der Bahnhof Freilassing in den Bedienungsbereich des Bahnhofes Rosenheim eingegliedert. Das Bahnbetriebswerk Rosenheim wurde am 1. Juli 1990 abgerissen und 1998 die Gepäckabfertigung im Bahnhof aufgelöst. Einige Jahre später wurde der DB Cargo Bahnhof Rosenheim Standort vom DB Cargo Bahnhof Mühldorf. Das heißt, dass der DB Cargo Bahnhof Mühldorf den Standort Rosenheim verwaltet. Im Jahr 2003 wurde das städtische Anschlussgleis stillgelegt. Im November 2003 wurde in Rosenheim ein Elektronisches Stellwerk eröffnet, dieses steuert unter anderem die Bahnhöfe Raubling, Brannenburg, Fischbach (Inn), Oberaudorf, Kiefersfelden, Bad Endorf und Prien am Chiemsee fern. Das elektronische Stellwerk Rosenheim wird ab 2. März 2005 von der Betriebszentrale München gesteuert.[2]

Bahnhofspanorama
Bahnhofspanorama

Unfälle

Am 16. März 1891 stieß der Personenzug 503 aus Holzkirchen mit der Lokomotive eines Güterzuges seitlich zusammen. Es wurden vier Personen verletzt und es entstand ein hoher Sachschaden an Schienen und Lokomotiven. Nach 79 Jahren ereignete sich ein weiterer nennenswerter Unfall im Bahnhof Rosenheim. Der Lokführer eines mit Chemikalien beladenen Güterzugs übersah am 29. Mai 1970 das Einfahrsignal und fuhr auf einen in Richtung Salzburg fahrenden Güterzug auf. Es kam zu einem Großbrand im Bahnhof.[9]

Der Bahnhof heute

Nordansicht des renovierten Bahnhofsgebäudes
Renovierte Bahnhofshalle von außen
Gleisanlagen

Im Zusammenhang mit der Landesgartenschau 2010 hat die Stadt Rosenheim den Personenteil des Bahnhofes Rosenheim zusammen mit der Deutschen Bahn für knapp 40 Millionen Euro innerhalb von zweieinhalb Jahren generalsaniert. Das gesamte Empfangsgebäude wurde renoviert und energetisch saniert. Durch die Baumaßnahmen konnte der Primärenergiebedarf des Empfangsgebäudes um 90 Prozent reduziert werden, womit der Bahnhof Rosenheim der Spitzenreiter des Konjunkturprogramms im Energiesparen ist. Das Gebäude entspricht damit bereits der EnEV 2012. Außer der Erhöhung der Bahnsteige und der Erneuerung der Bahnsteigdächer konnten große Flächen für den Einzelhandel im Empfangsgebäude geschaffen werden. Mit dem Einbau eines Blindenleitsystems und dem Bau von vier Aufzügen zu den Bahnsteigen wurde der Personenbahnhof behindertenfreundlich gestaltet. Zusätzlich wurde die nicht mehr zeitgemäße Unterführung durch eine neue verlängerte Bahnsteigunterführung ersetzt, die nun auch an die stark erweiterte Park-and-Ride-Anlage südlich des Bahnhofs anschließt. Dort stehen jetzt mehr als 400 Pendlerparkplätze und 280 überdachte Fahrradstellplätze zur Verfügung.[10][11][12]

Lage

Der Personenbahnhof liegt südlich des Stadtzentrums von Rosenheim. Das Empfangsgebäude befindet sich auf dem Südtiroler Platz, an den sich die Luitpoldstraße anschließt. Diese schließt gemeinsam mit der Münchener und der Gießereistraße das Bahnhofsgelände nach Norden ab. Im Westen überquert die Münchner Straße die Bahnanlagen. Im Süden befindet sich die Klepperstraße, an der sich Parkplätze und Kleingärten befinden. Im Osten überquert das Bahngelände die Kufsteiner Straße. Im Selbstverständnis Koril 408 der DBAG ist der Bahnhof Rosenheim allerdings viel weiter ausgedehnt.

Infrastruktur

Gleisplan des Hauptbereichs des Bahnhofs
Gleisplan des Hauptbereichs des Bahnhofs

Der Bahnhof besitzt acht Bahnsteiggleise, darunter ein seitlich an den Hausbahnsteig anschließendes Stumpfgleis an vier Bahnsteigen. Die Bahnsteige sind überdacht und verfügen über digitale Zugzielanzeiger. Alle Mittelbahnsteige sind über eine Fußgängerunterführung mit dem Hausbahnsteig verbunden. Lifte ermöglichen einen stufenfreien Zugang zum Bahnsteig.

Nutzung der Gleise

Der Hausbahnsteig wird von Regional-Express-Zügen in Richtung München bedient. Auf dem seitlich an den Hausbahnsteig anschließenden Stumpfgleis (Gleis 1a) enden und beginnen Regionalbahnen nach Wasserburg am Inn und Mühldorf (Oberbayern). Am Gleis 2 verkehren die zusätzlichen Regionalbahnen für den Berufsverkehr nach München und die aus Richtung Kufstein oder Salzburg kommenden Eurocitys in Richtung München. Das Gleis 3 wird von Intercitys und Eurocitys in Richtung Salzburg bedient. Auf Gleis 4 halten Regional-Express-Züge in Richtung Salzburg. Am Gleis 5 verkehren die Regionalbahnen, die zusätzlichen Regional-Express-Züge und Eurocitys im Berufsverkehr in Richtung Kufstein. Das Gleis 6 wird von Regionalbahnen in Richtung Kufstein und Holzkirchen bedient. Auf Gleis 7 halten Regionalbahnen in Richtung Kufstein. Weitere Gleise des bahnhofes Rosenheim dienen betrieblichen Zwecken oder sind der Verantwortung anderer Bahntöchter zugeordnet.

Bahnsteigdaten

Der Hausbahnsteig, an dem sich Gleis 1 befindet, ist 320 Meter lang und hat eine Höhe von 76 Zentimeter. Der Bahnsteig des Gleises 1a hat eine Länge von 120 Metern und ist 55 Zentimeter hoch. Die beiden Mittelbahnsteige, an denen die Gleise 2, 3, 4 und 5 liegen, sind 405 Meter lang und 76 Zentimeter hoch. Die Gleise 6 und 7 haben eine Länge von 320 Metern und eine Höhe von 76 Zentimeter. Alle Bahnsteige außer der für Gleis 1a besitzen in der Mitte des Bahnsteiges eine 133 Meter lange Bahnsteigüberdachung.[13]

Eisenbahnstrecken

Im Bahnhof Rosenheim führen mehrere Eisenbahnstrecken zusammen. Die Bahnstrecken München–Rosenheim (VzG 5510), Rosenheim–Salzburg (VzG 5702) und Rosenheim–Kufstein (VzG 5703) sind internationale, zweigleisig ausgebaute, elektrifizierte Verkehrsachsen. Diese können mit bis zu 160 km/h Höchstgeschwindigkeit befahren werden. Außerdem beginnt in Rosenheim eine nicht elektrifizierte Hauptbahn über Wasserburg am Inn nach Mühldorf (VzG 5700). Diese wird von Zügen der DB-Baureihe 628 der Südostbayernbahn befahren. Eine weitere elektrifizierte Hauptbahn ist die Mangfalltalbahn (Vzg 5622), die von Rosenheim über Kreuzstraße nach Holzkirchen führt. Diese war ein Teil der Bayerischen Maximiliansbahn und wird heute von Elektrotriebzügen der DBAG-Baureihe 425 bedient. In Rosenheim beginnt noch eine Nebenbahn nach Frasdorf, die aber erst in Landl (Oberbayern) von der Hauptbahn München–Salzburg abzweigt und heute nur noch von Güterzügen bis Rohrdorf (VzG 5704) bedient wird. Der Abschnitt zwischen Rohrdorf und Frasdorf wurde stillgelegt.

Übersicht über die hier beginnenden und endenden Kursbuchstrecken:

Verkehrsanbindung

Fernverkehr

Der Bahnhof Rosenheim wird stündlich von Intercity- oder Eurocity-Zügen angefahren. Der Bahnhof wird von den Eurocitylinien EC 62 und EC 32 bedient, die zusammen einen Zweistundentakt herstellen. Auf der Linie EC 62 verkehrt ein Zugpaar von Siegen nach Klagenfurt, ein Zugpaar fährt von Frankfurt am Main nach Graz, ein weiteres von Frankfurt nach Klagenfurt, eines von Frankfurt nach Linz und ein Zugpaar von Saarbrücken nach Graz. Das eine Zugpaar des EC 32 verkehrt von Münster (Westfalen) oder Dortmund nach Klagenfurt und trägt den Namen „Wörthersee“. Auch im Zweistundentakt verkehrt die Eurocitylinie EC 89. Diese fährt mit einem Zugpaar von München nach Bologna, mit einem weiteren von München nach Mailand, mit einem von München nach Bozen, mit zwei weiteren von München nach Verona und einem Zugpaar von München nach Venedig. Mit einzelnen Zugpaaren verkehrt der IC 26 täglich zwischen Hamburg-Altona und Berchtesgaden als „IC Königssee“, der zwischen Freilassing und Berchtesgaden als Regional-Express verkehrt. An Samstagen verkehrt ein weiteres Zugpaar mit dem Namen „Großglockner“ zwischen Hamburg und Schwarzach-Sankt Veit oder Zell am See. Mit einem täglichen Zugpaar fährt der IC 60 von Karlsruhe nach Salzburg. Zudem hält mit dem City Night Line von München nach Rom und Venedig täglich ein Nachtzug-Zugpaar in Richtung Italien. Einmal täglich hält außerdem ein Intercity-Express der Linie ICE 28 in Rosenheim. Dieser hält nur in Richtung Berlin-Gesundbrunnen, der Gegenzug nach Innsbruck durchfährt den Bahnhof aufgrund von Übergabeproblemen mit der ÖBB ohne Halt.[14]

Der Bahnhof wird im Zweistundentakt von ÖBB-Railjetzügen ohne Halt durchfahren. ÖBB-Korridorzüge von Salzburg nach Kufstein bzw. umgekehrt umfahren den Bahnhof seit den 1980er Jahren im Süden über die „Rosenheimer Kurve“. Ab Dezember 2011 wird der ÖBB RailJet auf seiner Fahrt von München über Wien nach Budapest sowohl bei der Hin- als auch bei der Rückfahrt in Rosenheim anhalten.

Linie Strecke Taktfrequenz
ICE 28 InnsbruckKufsteinRosenheimMünchenNürnbergJena ParadiesHalle (Saale)Berlin HbfBerlin Gesundbrunnen einzelner Zug
IC 26 Hamburg-AltonaHamburg HbfHannoverGöttingenKassel-WilhelmshöheFuldaWürzburgAugsburgMünchen OstRosenheim – Berchtesgaden oder – München Hbf – Rosenheim – Kufstein – Zell am See (– Schwarzach-Sankt Veit) einzelne Züge
EC 32 Wörthersee:
(Münster (Westf) –) DortmundEssenDüsseldorfKölnKoblenzFrankfurtMannheimHeidelbergStuttgart – Augsburg – München – RosenheimSalzburgKlagenfurt
ein Zugpaar
IC 60 Karlsruhe – Stuttgart – Ulm – Augsburg – München – Rosenheim – Salzburg ein Zugpaar
EC 62 (SiegenGießen –) Frankfurt – Heidelberg – Stuttgart – oder Saarbrücken – Mannheim – Stuttgart – Ulm – Augsburg – München – Rosenheim – Salzburg (– Klagenfurt / Graz / Linz) zweistündlich
EC 89 München – Rosenheim – Kufstein – Innsbruck – Bozen – Verona (– Mailand / Venedig / Bologna) zweistündlich
CNL München – Rosenheim – Kufstein – Innsbruck – Bozen – Verona – Venedig / Rom ein Zugpaar

Regionalverkehr

Der Bahnhof Rosenheim ist ein Regionalbahn- und Regionalexpress-Vollknoten. Stündlich kommen im Bahnhof Rosenheim Regional-Express-Züge aus München und Salzburg und Regionalbahnen aus Holzkirchen, Wasserburg oder Mühldorf und Kufstein oder Innsbruck an. Diese fahren etwa zeitgleich in den Bahnhof ein und wenige Minuten später wieder ab.

Linie Strecke Taktfrequenz
RE München-Salzburg-Express
München – RosenheimTraunsteinFreilassing – Salzburg
stündlich
RE München – Rosenheim – Kufstein einzelne Züge
RB München – Grafing BahnhofRosenheim (– Kufstein) einzelne Züge
RB Rosenheim – Wasserburg (Inn) (– Mühldorf – Landshut / Burghausen / Simbach / Freilassing) stündlich
RB Rosenheim – Bad Aibling – Bruckmühl – Kreuzstraße – Holzkirchen stündlich
RB Rosenheim – Kufstein (– WörglInnsbruck – Telfs-Pfaffenhofen) stündlich

Güterverkehr

Der Ortsgüterverkehr in Rosenheim spielt keine große Rolle mehr. Es existieren noch wenige Ortsgüterzüge auf der Mangfallbahn und auf der Bahnstrecke Rosenheim–Rohrdorf. Im Jahr 2008 wurde der Bahnhof werktags von bis zu 70 Güterzügen durchfahren. Davon verkehren circa 50 Güterzüge auf der Bahnstrecke München–Salzburg, diese Güterzüge verkehren weiter in Richtung Türkei, Griechenland, Ljubljana und Triest. Aber auch über die Bahnstrecke München–Kufstein wird von ungefähr 20 täglichen Zügen bedient. Diese Züge verkehren meist von München Ost nach Verona (Brennerverkehr) und werden von TX Logistics gefahren.[15]

Anschluss an den Individual- und Busverkehr

Der Bahnhof liegt im Verbundraum der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft und ist mit zahlreichen Regional- und Stadtbuslinien an den Busverkehr angeschlossen. Außerdem verkehrt am Bahnhof Rosenheim ein sogenannter Nacht-Express, der auch nachts die Weiterfahrt ermöglicht.

Nordwestlich des Empfangsgebäudes befindet sich eine kostenpflichtige Park-and-Ride-Anlage, diese verfügt über 400 Pendlerparkplätze. Zudem sind Taxistände an beiden Ausgängen vorhanden.

Zukunft

Im September 2011 erklärte die Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, dass mit der geplanten Eröffnung des Haltepunkts „Egarten“ im Herbst 2012 eine Umbenennung des Bahnhofs in „Rosenheim Hauptbahnhof“ einhergehen wird.[16]

Auf der Expo Real 2011 stellte die Stadt Rosenheim ein Konzept zur zukünftigen Nutzung der Flächen nördlich und südlich der Gleise vor. So soll der Bahnhofsvorplatz ab 2013 aus Haushaltsmitteln der Stadt neu gestaltet werden. Am 27. Juli 2011 beschloss der Stadtrat außerdem das städtebauliche Entwicklungskonzept für die knapp 6 Hektar großen Brachflächen nördlich der Gleisanlagen. Dieses sieht eine Nutzung durch Handel, Tourismus-, Gewerbe- und Dienstleistungseinrichtungen vor. Perspektivisch sollen die 20 Hektar Fläche südlich der Gleise ebenfalls neu genutzt werden. Hier plant man die Etablierung eines Bildungs-, Forschungs- und Technologiecampus. Eine neue, westlich des Bahnhofs gelegene barrierefreie Fußgänger- und Radfahrerbrücke soll zudem den südlichen Teil der Stadt besser mit der Innenstadt verbinden.[17]

Siehe auch

Literatur

  • Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3.

Weblinks

 Commons: Bahnhof Rosenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Statement zum Spatenstich zum Umbau des Bahnhofes Rosenheim auf rosenheim.de
  2. a b c d e f Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3, S. 117-124.
  3. a b c d Wie die Eisenbahn Rosenheim veränderte auf bayernbund.de
  4. Zeittafel der Geschichte des Lokschuppens Rosenheims
  5. Manfred Berger: Historische Bahnhofsbauten III. transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1988, S. 48.
  6. a b Der wiedererrichtete Eisenbahn-(Klepper-)Steg bei stadtarchiv.de
  7. Pferdetrambahn in Rosenheim auf stadtarchiv.de
  8. Geschichte des Bahnhofes Rosenheim auf pressewoche.de
  9. Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3, S. 210-214.
  10. Christian Topel: Aufatmen: Bahnhof wird barrierefrei. In: Rosenheimer Nachrichten, 14. September 2006. Abgerufen am 3. Juni 2011. 
  11. Generalsanierung lässt Rosenheim zum Klimakönig werden
  12. Fahrradabstellanlage hat nur positive Effekte bei rosenheim24.de am 9. August 2011
  13. Bahnsteiginformationen zum Bahnhof Rosenheim auf deutschebahn.com
  14. ICE hält ab Dezember in Rosenheim auf rosenheim24.de
  15. Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3, S. 100.
  16. Ab 2012: „Rosenheim Hauptbahnhof“ auf ovb-online.de
  17. Bahnhofsareal: So sehen die Pläne aus auf rosenheim24.de

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