Bahnmotoren

Als Bahnmotor wird ein Einphasen-Reihenschlussmotor, welcher für den Einsatz auf einem Triebfahrzeug optimiert ist, bezeichnet. Er war bis ca. 1980 praktisch der einzige auf elektrischen Triebfahrzeugen eingesetzte Motor. Auch heute noch ist er bei der DB (Deutsche Bahn) und anderen Bahnen zahlenmäßig dominant.

Aufbau, Funktion und Einsatz

Als Traktionsmotoren für Elektroloks werden große Einphasen-Reihenschlussmotoren mit Wendepol- und Kompensationswicklung eingesetzt. Diese Motoren haben Leistungen bis zu 1000 Kilowatt und lassen im Gegensatz zum Repulsionsmotor den Betrieb mit Gleichstrom, Wechselstrom und Mischstrom zu. Die Ansteuerung (d.h. Spannungssteuerung zur Drehzahlstellung) erfolgt in Abhängigkeit vom jeweiligen Bahnstromsystem über einen Stelltransformator (bei 16 2/3 Hertz), Vorwiderstände (bei Gleichstromsystemen) oder über Gleichrichter (bei 50 und 60 Hertz).

Der Begriff Bahnmotor ist grundsätzlich vom Begriff Fahrmotor zu unterscheiden. Während Fahrmotor alle Arten von auf elektrischen Treibfahrzeugen eingesetzten Motoren bezeichnet, bezieht sich Bahnmotor ausschließlich auf den Einphasenreihenschlussmotor.

Aufgrund der verbesserten Leistungselektronik werden die Einphasenkommutatormotoren (Repulsionsmotor, Einphasen-Reihenschlussmotor), als Bahnmotor, nach und nach von den stromrichtergesteuerte Drehstrommotoren verdrängt.

Literatur

  • Ernst Hörnemann, Heinrich Hübscher: Elektrotechnik Fachbildung Industrieelektronik. 1 Auflage. Westermann Schulbuchverlag GmbH, Braunschweig, 1998, ISBN 3-14-221730-4
  • Hans Günter Boy, Horst Flachmann, Otto Mai: Die Meisterprüfung Elektrische Maschinen und Steuerungstechnik. 4. Auflage, Vogel Buchverlag, Würzburg, ISBN 3-8023-0725-9
  • Detlev Roseburg: Elektrische Maschinen und Antriebe. Fachbuchverlag Leipzig im Carl Hanser Verlag, 1999, ISBN 3-446-21004-0

Siehe auch


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