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Japanischer Staudenknöterich
Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica)

Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica)

Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Nelkenähnliche (Caryophyllidae)
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Gattung: Flügelknöteriche (Fallopia)
Art: Japanischer Staudenknöterich
Wissenschaftlicher Name
Fallopia japonica
(Houtt.) Ronse Decr.

Der Japanische Staudenknöterich oder Zugespitzter Knöterich (Fallopia japonica, Synonyme: Reynoutria japonica, Polygonum cuspidatum), auch Spieß-Knöterich, Japanischer Flügelknöterich, Japanischer Rhabarber, Japanischer Buchweizen, Japanischer Schirmknöterich genannt, ist eine Pflanzenart, die zu den Knöterichgewächsen (Polygonaceae) gehört. In Europa und in Nordamerika zählt diese Pflanze zu den Neophyten, die als problematisch (invasiv) eingeordnet werden.

Inhaltsverzeichnis

Erscheinungsbild

Der Japanische Staudenknöterich ist eine sehr schnellwüchsige, ausdauernde krautige Pflanze. Im Frühling treibt sie aus den Rhizomen ("Wurzelstöcken") neue Triebe, die unter günstigen Bedingungen innerhalb weniger Wochen eine Höhe von 3 bis 4 Metern erreichen, wobei die Pflanze einen Zuwachs von 10 bis 30 cm pro Tag erreichen kann. Die lederartigen, gestielten Blätter sind zwischen fünf und zwanzig Zentimeter lang und besitzen einen gestutzten Spreitengrund. Im August beginnt der Japanische Staudenknöterich mit der Ausbildung der Blüten. Diese sind von weißlicher Farbe und bestehen aus fünf Blütenhüllblättern, drei gefransten Narben und acht Staubblättern.

Beim ersten Frost sterben alle überirdischen Teile der Pflanze ab. Die weit verzweigenden holzigen Wurzel-ähnlichen Rhizome überleben allerdings den Winter problemlos, da sie bis zu 2 m tief in den Boden reichen.

Fallopia japonica: Blätter; Stängel bildet Zickzack-Linie

Herkunft und Ausbreitungsgeschichte in Europa

Der Japanische Staudenknöterich stammt ursprünglich aus Ostasien und ist in China, Korea und Japan heimisch. Die Pflanze wurde um 1825 von Philipp Franz von Siebold als Zier- und Viehfutterpflanze nach Europa gebracht und ebenfalls im 19. Jahrhundert in den USA eingeführt. Der Japanische Staudenknöterich zählt damit zu den sogenannten hemerochoren Pflanzen, die gezielt – also ethelochor – eingeführt wurden. Auch in der Forstwirtschaft wurde der Japanische Staudenknöterich gezielt angebaut. Er sollte als Äsungspflanze für Rotwild sowie als Deckungspflanze für Fasane dienen. Die Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass die Pflanze zur Äsung nicht angenommen wird und dass sie als Deckungspflanze aufgrund des Blattfalls im Winter wenig geeignet ist. Großzügig an seiner Ausbreitung beteiligt waren aber die Imker, da der Staudenknöterich noch im Frühherbst eine exzellente Bienenweide bietet.

Heute findet man ihn in Mitteleuropa sowohl in Gärten, vor allem wegen seines schnellen und hohen Wuchses als Sichtschutz, als auch im Freiland wild wuchernd.

Ausbreitungsstrategie

Fallopia japonica: Typischer Wurzelstock

Die Art ist zweihäusig. In den Regionen, in denen der Japanische Staudenknöterich als Neophyt einzuordnen ist, spielt die generative Vermehrung über Samen kaum eine Rolle. Vielmehr dominiert die vegetative, klonale Vermehrung. So bilden sich große Bestände, die meist entweder aus rein weiblichen oder rein männlichen Exemplaren bestehen und sich über ihre gleichgeschlechtlichen Blüten nicht bestäuben können. Eine Bestäubung über größere Entfernung ist kaum möglich.

In Europa und Nordamerika erfolgt daher die Ausbreitung hauptsächlich vegetativ. Unter der Bodenoberfläche, in mehreren Schichten übereinander, bildet diese Pflanze horizontale Kriechsprosse aus. Der Japanknöterich kann dadurch sehr schnell ausgedehnte und sehr dichte Bestände bilden.

Rhizom-Teile der Pflanze können für eine Ausbreitung über größere Entfernungen sorgen. So besiedeln sie beispielsweise, mit Gartenabfällen oder Baustellenaushub verbracht, rasch einen neuen Lebensraum. Teile von Wurzelstöcken werden auch vom Hochwasser mitgerissen. Entlang sonnigen Bachufern gedeiht diese Staude prächtig. Nach einigen Quellen bewurzeln sich auch die unteren Stängelabschnitte.[1]

Schäden als invasiver Neophyt

Fallopia japonica: Bewurzelung

Oftmals hat sich der Japanische Staudenknöterich als problematischer invasiver Neophyt (also nicht-heimische Pflanze, Invasionspflanze) erwiesen. Er ist heute in 42 US-Bundesstaaten[2] und sechs kanadischen Provinzen sowie vielen europäischen Ländern verbreitet und kann dort in starkem Maße andere Arten verdrängen und so die Biodiversität gefährden. Auch in Australien und Neuseeland ist die Art als nuisance eingestuft[3].

In Naturschutzgebieten (insbesondere Auen und Bachläufe) ist der Japanische Staudenknöterich deswegen problematisch, weil er sich aufgrund seiner außergewöhnlichen Wuchskraft und Robustheit erfolgreich gegen die heimische Flora durchsetzt. Seine Ausbreitung ist in den österreichischen sensiblen Öko-Systemen der Almengebieten auf 1500 m Höhe durch gedankenlos eingebrachtes Schüttmaterial geschehen.

Andererseits ist die Art vor allem aufgrund ihrer besonderen Widerstandsfähigkeit und Schnellwüchsigkeit als Gartenpflanze erhältlich.

Verwandte

Etwas seltener findet man auch den von der Insel Sachalin stammenden, ihm ähnlichen Sachalin-Staudenknöterich (Fallopia sachalinensis), der in ähnlicher Weise kultiviert wird und auch verwildert in Erscheinung tritt. Dieser unterscheidet sich vom Japanischen Staudenknöterich durch längere, bis zu 30 cm lange Blätter mit deutlich herzförmigem Spreitengrund.

Fallopia japonica: Früchte

Einzelnachweise

  1. Lit: Bollens, 2005
  2. USDA Plants Database, 12. Aug. 2007
  3. Weblinks: Japanese Knotweed Alliance

Literatur

  • Ursula Bollens: Bekämpfung des Japanischen Staudenknöterichs. Literaturreview und Empfehlungen für Bahnanlagen. Umwelt-Materialien UM-192-D. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, 2005. (Kurzbeschrieb, link auf Webdokument)
  • Merkblatt Zugespitzter oder Japan-Knöterich. Problempflanzen. Fachstelle Naturschutz Kanton Zürich (Weblink, Webdokument pdf, 0,3 MB)

Weblinks


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