Bahnstrecke Amstetten–Gerstetten
Amstetten–Gerstetten
Kursbuchstrecke: 758
Streckenlänge: 19,93 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Legende
Strecke – geradeaus
Filstalbahn von Stuttgart
Übergabegleis zum Albbähnle
Bahnhof, Station
0,0 Amstetten 581 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Filstalbahn nach Ulm
0,6 Detal (b Amstetten, Württ)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
3,4 Lager Amstetten (Bundeswehr)
Bahnhof, Station
5,1 Stubersheim 679 m
Bahnhof, Station
7,4 Schalkstetten 688 m
Bahnhof, Station
10,0 Waldhausen b. Geislingen 672 m
Bahnhof, Station
14,6 Gussenstadt 666 m
Haltepunkt, Haltestelle
15,3 Gussenstadt Siedlung
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
16,6 Depot Steinheim (Bundeswehr)
19,93 Gerstetten 635 m
VT der WEG im Bahnhof Gerstetten

Die Lokalbahn Amstetten–Gerstetten ist eine 19,93 Kilometer lange Lokalbahn von Amstetten nach Gerstetten (KBS 758). Sie wurde am 1. Juli 1906 von der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft (WEG) eröffnet. Der reguläre Personenverkehr wurde am 1. März 1996 stillgelegt.

Heute wird die Lokalbahn von den Ulmer Eisenbahnfreunden (UEF) als Museumsbahn betrieben. Auch die DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee befährt an bestimmten Verkehrstagen die Strecke.

Geschichte

Durch Gerstetten führten über Jahrhunderte bedeutende Handelswege. Als mit der Filstalbahn von Stuttgart nach Ulm und der Brenzbahn von Aalen nach Ulm Eisenbahnstrecken abseits des Ortes entstanden, erlebte die Gemeinde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen wirtschaftlichen Niedergang. Ein Bürgerverein bemühte sich ab 1896 intensiv um einen Eisenbahnanschluss. Als 1899 auch private Eisenbahngesellschaften zugelassen wurden, rückte Gerstettens Anschluss an das Schienennetz in greifbare Nähe. 1901 fanden die ersten Gespräche mit der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft statt, die jedoch nur an einem Anschluss an die Filstalbahn in Amstetten interessiert war und nicht an der von der Gemeinde Gerstetten anvisierten Querverbindung von Amstetten über Gerstetten nach Herbrechtingen an der Brenzbahn. 1903 kam es schließlich zum Vertragsabschluss über den Bau und Betrieb der Strecke von Gerstetten nach Amstetten, die dann von Dezember 1904 bis Juni 1906 erbaut wurde. Die feierliche Eröffnung erfolgte am 1. Juli 1906. Eine Verlängerung der Strecke nach Herbrechtingen war in den folgenden Jahren immer wieder in der Diskussion, wurde aber nie verwirklicht.

Ab 1956 kam auf der Lokalbahn ein einzelner Dieseltriebwagen zum Einsatz (T05).

Durch den Wegfall von Subventionen war die WEG 1996 gezwungen, den Betrieb nach 90 Jahren einzustellen. Im Jahr 1997 übernahmen die Ulmer Eisenbahnfreunde (UEF) die Strecke, auf der bereits seit 1976 saisonal Fahrten mit historischen Eisenbahnfahrzeugen stattfinden. Nach Übernahme der Strecke durch die UEF gab sich der Verein eine neue Struktur. Seit 1999 ist nun die indirekte Sektion der UEF, der Verein UEF Lokalbahn Amstetten-Gerstetten e. V. im Besitz der Strecke. Der Verein ist mit der dazugehörigen UEF Eisenbahnverkehrsgesellschaft mbH für die Unterhaltung und den Betrieb zuständig. Die Verkehrsgesellschaft tritt sowohl als Eisenbahninfastruktur- und Eisenbahnverkehrsunternehmen auf. Sämtliche Arbeiten des Vereins werden ehrenamtlich durchgeführt.

Derzeit verkehren planmäßige Züge an allen Sonn- und Feiertagen zwischen Anfang Mai und Ende Oktober sowie im Dezember. Sonderfahrten können jederzeit gebucht werden.

Der Zugverkehr wird mit der Dampflokomotive 75 1118 sowie dem Museumstriebwagen T06 durchgeführt.

Streckenverlauf

Die 20 Kilometer lange normalspurige Strecke verbindet die Gemeinden Amstetten und Gerstetten auf der Schwäbischen Alb. Die Lokalbahn zweigt in Amstetten, oberhalb der Geislinger Steige, von der Filstalbahn Stuttgart–Ulm ab.

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