Bahnstrecke Antwerpen–Brüssel

Die Bahnstrecke Brüssel–Antwerpen verbindet den Brüsseler Agglomerationsraum via Vilvoorde und Mechelen mit der größten Stadt des Landes, Antwerpen. Die 47,6 km lange, zweigleisige Hauptstrecke ist Teil der internationalen Verbindung von Brüssel nach Amsterdam und historisch gesehen die erste Eisenbahnverbindung auf dem europäischen Festland.

Betrieb und Geschichte

Nachbau der Lok L'Elephant im Eisenbahnmuseum Mechelen

Nach England war Belgien das zweite europäische Land, das eine ausschließlich dampfbetriebene Eisenbahnlinie eröffnete. So wurde die erste Bahnlinie auf dem europäischen Kontinent 1835 zwischen Brüssel und Mechelen eröffnet:

Am 5. Mai 1835 verließen im Beisein des belgischen Königs Leopold I. und von George Stephenson drei Züge mit 900 Fahrgästen die damalige Bahnstation Brussel-Groendreef und erreichten in 45 bis 55 Minuten den Bahnhof Mechelen. Die Züge wurden damals von den recht einfachen, britischen Dampfloks befördert, genannt "L'Elephant" ("Der Elefant", Bauart 2-4-0, gebaut von Tayleur & Co.), "Le Flèche" ("Der Pfeil") und "Stephenson" (beide Bauart 2-2-2, gebaut von Robert Stephenson & Co.). Auf der Rückfahrt zog L'Elephant alle drei Züge (zusammengekoppelt) alleine.

Ab Jahreswechsel 1835/36 verkehrte auf dieser Strecke auch die erste in Kontinentaleuropa gefertigte Dampflok, genannt "Le Belge" ("Der Belgier"), gebaut von John Cockerill in Belgien.

Ein Jahr nach der Eröffnung, am 3. Mai 1836, wurde die Mechelener Strecke zum Antwerpener Bahnhof Borgerhout (dort befindet sich heute der Hauptbahnhof Antwerpen Centraal) verlängert. Am 26. September 1841 wurde die Strecke vom Bahnhof Brussel-Groendreef zum heutigen Bahnhof Brussel-Noord verlängert.

Mechelen wurde schnell zu einem Knotenpunkt des neu entstehenden Eisenbahnnetzes: Züge konnten von hieraus in alle Himmelsrichtungen verkehren. Südwärts nach Brüssel und Frankreich, nordwärts nach Antwerpen, westwärts nach Oostende (via Dendermonde, Gent und Brügge) und ostwärts nach Leuven, Lüttich und Verviers.

In der Zwischenkriegszeit wurde die Bahnstrecke elektrifiziert (3 kV) und gleichzeitig viergleisig ausgebaut. In der Umgebung von Mechelen wurde die Strecke höher gelegt, zwischen Hove und Antwerpen-Berchem wurden die Gleise in einen Trog verlegt. Durch diese Maßnahmen wurde die Verbindung zu einer Schnellfahrstrecke, einer kreuzungsfreien Verbindung zwischen Brussel-Noord und Antwerpen-Centraal. Exakt 100 Jahre nach der ersten Zugfahrt, am 5. Mai 1935, fuhr der erste elektrische Zug mit König Leopold III an Bord auf dieser Strecke unter 3000 Volt. Der Zug fuhr mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h und legte die Strecke in 31 Minuten mit Halt in Mechelen zurück.

Am 25. März 2007 wurde die Nord-Süd-Verbindung unter Antwerpen offiziell eröffnet. Diese Tunnelstrecke verbindet den bisherigen Kopfbahnhof Antwerpen Centraal mit dem Bahnhof Antwerpen-Luchtbal, wo Anschluss besteht zur Strecke nach Roosendaal und zur Schnellfahrstrecke Schiphol–Antwerpen.

Zugverbindungen

  • Thalys:
    • Paris-Nord–Brüssel–Antwerpen-Centraal–Amsterdam CS
  • InterCity (B, I, N, Q, R, alle Linien im Stundentakt):
    • Paris-Nord–Brüssel–Antwerpen-Centraal–Amsterdam CS
    • Charleroi-Sud–Brüssel–Antwerpen-Centraal
    • Charleroi-Sud–Brüssel–Antwerpen-Centraal
    • Leuven–Mechelen–Antwerpen-Centraal
    • Brüssel–Turnhout
  • InterRegio (a, d, n):
    • Leuven–Mechelen–Antwerpen-Centraal/Sint-Niklaas
    • Geraardsbergen–Brussel–Antwerpen-Centraal
    • Brüssel–Antwerpen-Centraal–Essen
  • L-Trein:
    • Brüssel–Antwerpen-Centraal

Weblinks


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