Bahnstrecke Baden-Baden–Baden-Oos
Bahnstrecke Baden-Oos–Baden-Baden
Der Baden-Badener Stadtbahnhof, heute Festspielhaus
Der Baden-Badener Stadtbahnhof, heute Festspielhaus
Kursbuchstrecke (DB): 310c (1963)
305e (1944)
Streckennummer: 4241
Streckenlänge: 4,3 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV/16,7 Hz ~
Zweigleisigkeit: Baden-Oos–Baden-Baden
Legende
Strecke – geradeaus
Rheintalbahn von Mannheim
S-Bahnhof
0,0 Baden-Oos (heute Baden-Baden)
Rheintalbahn nach Basel
0,8 Oos
3,6 Oos
4,3 Baden-Baden
Teile der alten Bahnhofshalle des Baden-Badener Stadtbahnhofs wurden 1978 in Bad Herrenalb wieder aufgebaut

Die Bahnstrecke Baden-Oos–Baden-Baden verband von 1845 bis 1977 die Stadt Baden-Baden mit der Rheintalbahn. Die 4,3 Kilometer lange Stichbahn diente dem Nah- und Fernverkehr.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Da die Stadt Baden-Baden nicht in der Oberrheinischen Tiefebene liegt sondern im Tal der Oos, konnte sie beim Bau der Badischen Hauptbahn aus topografischen Gründen nicht an diese wichtige Fernstrecke angebunden werden. Statt dessen wurde ein Bahnhof in der etwa vier Kilometer entfernt liegenden Gemeinde Oos eingerichtet. Da Baden-Baden im 19. Jahrhundert als mondäne Weltstadt galt, hatte der Badische Landtag gleichzeitig mit dem Bau der Badischen Hauptbahn auch den Bau einer Stichstrecke von Oos nach Baden-Baden beschlossen. Die neue Zweigstrecke konnte schließlich am 27. Juli 1845 – nur ein Jahr nachdem Oos an das Eisenbahnnetz angebunden worden war – eröffnet werden.

Auf der Strecke verkehrten sowohl Zubringerzüge zum Bahnhof in Oos als auch Fernverkehrszüge und Kurswagen. In den Rennwochen verkehrten zudem Pendelzüge zwischen Baden-Baden und der Galopprennbahn in Iffezheim, um den internationalen Gästen eine bequeme Anreise zu ermöglichen.

Im Laufe der Zeit erfuhr die Strecke mehrere Umbauten. 1855 wurde sie gemeinsam mit den übrigen badischen Eisenbahnstrecken von Breitspur (1.600 mm) auf Normalspur (1.435 mm) umgebaut. 1895 wurde das Empfangsgebäude des Baden-Badener Bahnhofs abgetragen und durch ein neues im Stil des Neoklassizismus ersetzt. 1908 erfolgte der zweigleisige Ausbau der Strecke und seit dem 27. Mai 1958 ist sie elektrifiziert. Seit ihrer Elektrifizierung trugen Elektrotriebwagen der Baureihen 425 und 445 die Hauptlast des Verkehrs.

Trotz ihrer Bedeutung für die verkehrliche Anbindung Baden-Badens galt die Strecke in den 1960er- und 1970er-Jahren in den Augen der Baden-Badener Kommunalpolitik als veraltet und lästig. Insbesondere die zahlreichen Bahnübergänge wurden als hinderlich empfunden und daher die Einstellung der Strecke betrieben. Mit Beginn des Winterfahrplans 1977/78 wurde sie daher stillgelegt, am 24. September 1977 verkehrte der letzte Zug.

Die beiden Bahnhöfe der Strecke wurden mehrfach umbenannt. Der stadtseitige Endpunkt hieß zunächst Baden, ab 1903 Baden-Baden, von 1932 bis 1937 Baden-Baden Stadt und anschließend wieder Baden-Baden. Der landseitige Endpunkt hieß zunächst Oos, ab 1908 Baden-Oos, von 1928 bis 1937 Baden-Baden West und anschließend erneut Baden-Oos. Seit Einstellung der Stichbahn ist er der einzige Bahnhof Baden-Badens und übernahm daher den Namen Baden-Baden.

Gegenwart

Seit der Einstellung des Zugbetriebs erfolgt die Verbindung in die Stadt ausschließlich durch die Omnibusse der Baden-Baden-Linie (BBL). Die Gleisanlagen wurden nach der Stilllegung restlos entfernt, es entstand im Zuge der Landesgartenschau 1981 die sogenannte Grüne Einfahrt nach Baden-Baden. Auf dem Gelände des ehemaligen Kopfbahnhofs wurden das Festspielhaus Baden-Baden, ein See mit Grünanlage und eine Tiefgarage errichtet. Auch das nördliche Portal des 1989 eröffneten Michaelstunnels befindet sich auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände.

Das Empfangsgebäude des Baden-Badener Bahnhofs blieb jedoch erhalten – es bildet heute den Eingangsbereich des Festspielhauses. Beim Stadtbahnhof erinnern außerdem die Straßenbezeichnungen Eisenbahnstraße, Beim alten Bahnhof und Bahnstaffel bis heute an die frühere Bahnstrecke. Ferner wurden 1978 Teile der alten Bahnhofshalle des Baden-Badener Stadtbahnhofs 15 Kilometer östlich in Bad Herrenalb – dem Endpunkt der Albtalbahn – wieder aufgebaut.

Seit der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre gibt es außerdem Pläne, die Karlsruher Stadtbahn in das Stadtzentrum hineinzuführen. Ihre Umsetzung scheiterte bislang jedoch an den hohen Investitionskosten sowie an der ablehnenden Haltung der Stadt Baden-Baden.

Siehe auch

Literatur

  • Strecke nach Baden-Baden vor 30 Jahren stillgelegt. In: Der Weichenbengel 6/2007, S. 38-46
  • Walter Carganico: Vor 150 Jahren fuhr die erste Eisenbahn nach Baden-Baden. In: Aquae 95. Arbeitskreis für Stadtgeschichte Baden-Baden, Heft 28 (1995), S. 71-82.
  • Baden-Baden. Vom Bahnhof der Belle Époque zum Festspielhaus. In: Eisenbahn Kurier 6/1998, S. 26-27.

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