Bahnstrecke Bamberg–Würzburg
Bamberg–Würzburg
Kursbuchstrecke (DB): 810, 811, 815
Streckennummer: 5102 (Bamberg–Rottendorf),
5910 (Rottendorf–Würzburg)
Streckenlänge: 100,2 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV, 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Legende
Strecke – geradeaus
von Nürnberg
Bahnhof, Station
0,0 Bamberg 240 m
   
nach Scheßlitz
Gleisdreieck – geradeaus, nach rechts, von rechts
nach Hof
Brücke (mittel)
Bundesautobahn 70
Brücke über Wasserlauf (groß)
Main
Bahnhof, Station
7,2 Oberhaid
Straßenbrücke
Bundesautobahn 70
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
Staffelbach Bk 1
   
12,6 Staffelbach
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
Staffelbach Bk 2
Straßenbrücke
Bundesautobahn 70
   
15,7 Stettfeld (Unterfr)
Straßenbrücke
Bundesstraße 26
Bahnhof, Station
19,8 Ebelsbach-Eltmann
Bahnhof, Station
25,4 Zeil
Straßenbrücke
Bundesstraße 26
   
nach Hofheim
Bahnhof, Station
32,5 Haßfurt
Straßenbrücke
Bundesstraße 26
   
37,3 Obertheres
   
39,8 Untertheres
Bahnhof ohne Personenverkehr
43,7 Gädheim (ehem. Pbf)
Straßenbrücke
Bundesstraße 303
   
49,3 Schonungen
   
51,1 Mainberg
Bahnhof, Station
54,3 Schweinfurt Stadt
Haltepunkt, Haltestelle
55,5 Schweinfurt Mitte
Brücke (mittel)
Bundesstraße 286
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Kitzingen-Etwashausen
Bahnhof, Station
56,8 Schweinfurt Hbf 217 m
Gleisdreieck – geradeaus, nach rechts, ex von rechts
von Mellrichstadt / Bad Kissingen
Brücke (mittel)
Bundesstraße 26
   
63,2 Bergrheinfeld
Brücke (mittel)
Bundesautobahn 70
Bahnhof, Station
68,2 Waigolshausen 245 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Werntalbahn nach Gemünden am Main
Haltepunkt, Haltestelle
71,8 Eßleben
Haltepunkt, Haltestelle
77,3 Bergtheim 272 m
   
Mainschleifenbahn nach Volkach
Bahnhof, Station
82,8 Seligenstadt (b Würzburg) 281 m
Straßenbrücke
Bundesautobahn 7
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Nürnberg Hbf
Bahnhof, Station
92,2
86,6
Rottendorf 245 m
   
siehe Bahnstrecke Nürnberg–Würzburg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Treuchtlingen
Strecke – geradeaus
Frankenbahn von Stuttgart
Bahnhof, Station
94,6 Würzburg Hbf 181 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Hannover
Strecke – geradeaus
Main-Spessart-Bahn nach Hanau

Die Bahnstrecke Bamberg–Würzburg ist eine zweigleisige, elektrifizierte Hauptbahn in Bayern. Sie ist rund 100 Kilometer lang und führt als Teil der ehemaligen Ludwigs-West-Bahn von Bamberg über Haßfurt und Schweinfurt nach Würzburg. Zwischen Bamberg und Schweinfurt verläuft die Strecke größtenteils entlang des Mains.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vor der Fertigstellung der direkten Strecke Rottendorf – Kitzingen – Neustadt an der Aisch – Fürth, die wegen ihrer schwierigen Geländeverhältnisse im Bereich des Steigerwalds vorerst nicht realisiert wurde, hatte der Ostteil der Ludwigs-West-Bahn eine hohe Bedeutung im Ost-West-Fernverkehr. Nachdem die direkte Nürnberg-Würzburger Bahn 1865 dann doch gebaut wurde, lag die Bedeutung der Strecke Würzburg – Bamberg fortan hauptsächlich im Regional- und Nahverkehr. Bis zur deutschen Teilung im Jahre 1945 wurde der Abschnitt Würzburg – Schweinfurt noch von Fernzügen Richtung Thüringen und Sachsen befahren, seitdem endeten die Züge meist im oberfränkischen Hof. 1978 wurde, wie auf vielen Strecken in den siebziger und achtziger Jahren, ein schneller Regionalverkehr eingeführt, mit dem die Stilllegung zahlreicher Bahnhöfe und Haltepunkte einher ging. Nach der Wiedervereinigung verkehrten noch bis 2001 InterRegio-Züge der Relation Stuttgart – Würzburg – Erfurt.

Eröffnungsdaten

Die Strecke wurde von 1852 bis 1854 in drei Stufen, von Bamberg ausgehend, erbaut:

  • 1. August 1852: Bamberg – Haßfurt
  • 3. November 1852: Haßfurt – Schweinfurt
  • 1. Juli 1854: Schweinfurt – Würzburg

In der weiteren Entwicklung der Strecke wurden durch erhöhtes Verkehrsaufkommen mehrmals Kapazitätserweiterungen notwendig:

  • 1897: Zweigleisiger Ausbau Schweinfurt – Waigolshausen
  • 1905 bis 1908: Zweigleisiger Ausbau Bamberg – Schweinfurt und Waigolshausen – Würzburg
  • 1984: Dreigleisiger Ausbau Würzburg – Rottendorf

Außerdem wurde am 1. Juli 1864 die Einführung in den neuen Würzburger Bahnhof eröffnet, nachdem der alte Ludwigsbahnhof im Stadtzentrum dem zunehmenden Verkehrs nicht mehr gerecht werden konnte und einen Tag zuvor, am 30. Juni, stillgelegt worden war.

Elektrifizierungen

1954 sowie in den Jahren 1971 und 1972 wurde wiederum in drei Stufen der Fahrdraht an der Strecke verlegt:

  • 3. Oktober 1954: Würzburg – Rottendorf
  • 22. September 1971: Waigolshausen – Bamberg
  • 26. Mai 1972: Rottendorf – Waigolshausen

Tarifgebiete

Das stattliche Bahnhofsgebäude von Seligenstadt (bei Würzburg)
Eine Regionalbahn zwischen Seligenstadt und Rottendorf
Ein Regio-Shuttle der Erfurter Bahn am Schweinfurter Stadtbahnhof

Teile der Strecke sind in den Verkehrsverbund Mainfranken (VVM) und in den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) integriert. Zwischen Würzburg Hbf und Bergtheim gilt der Tarif des VVM. Zwischen Oberhaid und Bamberg gilt nach der Aufnahme des Landkreises und der Stadt Bamberg in den Verbund seit 1. Januar 2010 der Tarif des VGN. Für ein- und ausbrechende Fahrten aus den beiden Verbünden, sowie auf Fahrten auf der Strecke Bergtheim – Oberhaid gelten die Tarife der DB AG. Es wird angestrebt den Landkreis Haßfurt bis 2012 in den VGN aufzunehmen. Dies würde die Strecke Oberhaid – Haßfurt tariflich betreffen. Daneben gibt es Pläne das der Landkreis Schweinfurt dem VVM beitreten soll. Somit wäre die Strecke Würzburg-Schweinfurt Stadtbahnhof komplett im VVM, die Strecke Bamberg-Haßfurt komplett im VGN.

Verkehrsangebot

(Stand: Fahrplanjahr 2006/2007) Regional-Express-Züge verkehren seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2004 größtenteils in einem sogenannten „überlappenden Zweistundentakt“. Das bedeutet, dass sich mehrere Linien, die alle im Zweistundentakt verkehren, durch Überlagerungen zu einem stündlichen Angebot ergänzen. Konkret sind dies folgende Linien:

Diese drei Linien und noch zwei weitere sind Bestandteil des neuen Regional-Express-Konzeptes für Nordfranken, das stufenweise von Dezember 2004 bis Dezember 2005 in Betrieb ging. Bestandteil des neuen Konzeptes ist, dass auf fast allen Hauptstrecken entlang der Achse Würzburg – Hof ein Regional-Express-Stundentakt angeboten wird.

Auf den drei Linien kommen ausschließlich moderne Fahrzeuge zum Einsatz. Die beiden erstgenannten Linien werden aufgrund ihrer kurvenreichen Streckenführung mit Neigetechnikzügen der Baureihe 612 bedient, meist in Dreifachtraktion. Auf der Linie Schweinfurt – Nürnberg verkehrten von Dezember 2004 an zunächst Lokomotiven der Baureihe 111 mit fünf Doppelstockwagen (Baujahr 1997), die aber lediglich eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h erreichten. Um aber den für einen Stundentakt nötigen Eckanschluss an die Linie Erfurt – Würzburg herstellen zu können, waren 160 km/h schnelle Züge nötig. Die DB Regio AG beschaffte daher acht neue Fünf-Wagen-Garnituren, die seit Dezember 2005 gemeinsam mit acht neuen Lokomotiven der Baureihe 146 die Linie um einige Minuten beschleunigt haben. Haltestationen für den Regional-Express auf der 100 Kilometer langen Strecke sind nur Bamberg, Haßfurt, Schweinfurt Hbf und Würzburg Hbf.

Regionalbahn-Züge verdichten zusätzlich das Regional-Express-Angebot. Angeboten wird die stündliche Linie Würzburg – Schweinfurt, die alle zwei Stunden bis nach Bamberg weitergeführt wird. Die in Schweinfurt endenden Züge verkehren seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 alle bis zum Stadtbahnhof, um das Stadtgebiet von Schweinfurt besser zu erschließen. Auf dem Abschnitt Haßfurt – Bamberg wird der Zwei-Stunden-Takt durch Verstärkerzüge wiederum zu einem stündlichen Angebot verdichtet. Die Regionalbahnverbindungen werden seit Dezember 2010 mit Fahrzeugen des Typs Alstom Coradia Continental bedient. Die vorher üblicherweise verkehrenden Lokomotive der Baureihe 111 oder der Baureihe 143 mit vier bzw. fünf n-Wagen verkehren nur noch, in Mischbetrieb mit Modus-Wagen, die vorher als Franken-Express verkehrten, in der nachmittäglichen Hauptverkehrszeit, um den Halb-Stundentakt im Abschnitt Würzburg-Schweinfurt zu gewährleisten.

Die Erfurter Bahn fährt seit Dezember 2004 im sogenannten „Kissinger Stern“. Die aus Bad Kissingen und Meiningen kommenden Unterfranken-Shuttle genannten Züge werden seitdem über den Schweinfurter Hauptbahnhof hinaus bis nach Schweinfurt Stadt durchgebunden, wo extra ein neuer Kopfbahnsteig errichtet wurde. Die Erfurter Bahn setzt auf ihren Linien ausschließlich moderne Dieseltriebwagen des Typs Stadler Regio-Shuttle RS1 ein.

Künftige Entwicklung

Dass der Abschnitt Schweinfurt – Haßfurt nur alle zwei Stunden von Regionalbahn-Zügen befahren wird, lässt sich durch die Tatsache erklären, dass dort sämtliche Zwischenstationen stillgelegt wurden. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) plädiert jedoch für die Reaktivierung einiger Stationen und die Durchbindung der EIB-Züge zumindest bis Schonungen. [1]

Im Juni 2006 hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) den Betrieb der Nahverkehrszüge rund um Würzburg europaweit ausgeschrieben. Zu den Strecken gehört auch die Regionalbahn-Verbindung Würzburg – Bamberg. Ab dem Fahrplanjahr 2010 soll der Gewinner der Ausschreibung den Betrieb für elf Jahre übernehmen. Am 9. Februar 2007 ist die Entscheidung gefallen, den Verkehr auch nach 2010 an die DB Regio AG zu vergeben. Neben der Einführung eines generellen Stundentaktes bis Schweinfurt an allen Wochentagen sollen die in Schweinfurt endenden Züge außerdem bis zum Stadtbahnhof weitergeführt werden und nicht mehr wie bisher am Hauptbahnhof wenden. [2] [3] Die geforderten Maßnahmen wurden zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 durchgesetzt.[4]

Quellenangaben

  1. Pressemitteilung des Verkehrsclub Deutschland „Das bayerische Zugangebot ist bunter geworden“
  2. Pressemitteilung des Bayerischen Verkehrsministeriums „Startschuss für Wettbewerbsprojekt in Unterfranken“
  3. Pressemitteilung des Bayerischen Verkehrsministeriums „Bislang größtes Wettbewerbsprojekt im bayerischen SPNV“
  4. "Schneller, öfter, bedarfsgerechter: die neue Mainfrankenbahn"

Weblinks


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