Bahnstrecke Bützow–Stettin
Bützow–Pasewalk–Szczecin
Außenansicht des Malchiner Bahnhofs
Außenansicht des Malchiner Bahnhofs
Kursbuchstrecke (DB): 175
Streckennummer: 1122 Bützow–Strasburg
6327 Strasburg–Grambow
0408 Stobno–Szczecin Główny
Streckenlänge: 195,6 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: Szczecin Gumieńce–Szczecin:
3 kV =
Stromsystem: Bützow–Lalendorf:
15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Legende
Strecke – geradeaus
von Bad Kleinen
Bahnhof, Station
99,8 Bützow 3 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Rostock
106,7 Schwiesower Forst
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Schwaan
Bahnhof, Station
113,3 Güstrow 7 m
Bahnhof, Station
116,7 Priemerburg
nach Plaaz
118,5 Priemerwald Süd
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Meyenburg
121,9 Devwinkel
Nienhagen
von Rostock
Bahnhof, Station
129,0 Lalendorf 35 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Neustrelitz
Planfreie Kreuzung – unten
Neustrelitz–Rostock
Haltepunkt, Haltestelle
136,6 Neu Wokern
Bahnhof, Station
142,3 Teterow 17 m
nach Gnoien
148,8 Hohen Mistorf
152,2 Remplin
von Dargun
Bahnhof, Station
156,3 Malchin 3 m
nach Waren
Scharpzow
von Demmin
Demmin–Bredenfelde
Bahnhof, Station
167,5 Reuterstadt Stavenhagen 45 m
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
173,7 Grischow (Meckl)
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
179,0 Kastorf
Bahnhof, Station
182,4 Kleeth 65 m
Haltepunkt, Haltestelle
187,0 Mölln (Meckl) (ehem Bf)
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
191,0 Blankenhof
196,8 Weitin
von Kargow
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Stralsund und Friedland
Bahnhof, Station
200,9 Neubrandenburg 15 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Neustrelitz
Bahnhof, Station
208,1 Sponholz 40 m
214,6 Rühlow
Bahnhof, Station
217,9 Neetzka
Bahnhof, Station
223,0 Oertzenhof 98 m
227,3 Kreckow
Woldegk–Friedland
von Neustrelitz
229,9 Groß Daberkow
231,0 Lauenhagen
234,1
61,1
Streckenwechsel
Bahnhof, Station
60,2 Strasburg (Uckerm) 64 m
nach Prenzlau
Landesgrenze
Mecklenburg-VorpommernBrandenburg
Landesgrenze
Brandenburg–Mecklenburg-Vorpommern
Bahnhof, Station
51,5 Blumenhagen
47,2 Charlottenhof (Kr Pasewalk)
von Anklam
Bahnhof, Station
41,9 Pasewalk (Keilbahnhof) 7 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Angermünde
von Klockow
Bahnhof, Station
40,3 Pasewalk Ost
nach Drögeheide
Krugsdorf
Bahnhof, Station
34,1 Zerrenthin
30,7 Rossow (Kr Pasewalk)
von Prenzlau
Bahnhof, Station
24,8 Löcknitz
Bahnhof, Station
14,9 Grambow
Grenze
13,2 Grambow Grenze
Staatsgrenze DeutschlandPolen
von Nowe Warpno
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
8,9 Stobno Szczecińskie (Stöven)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Berlin
Bahnhof, Station
4,8 Szczecin Gumieńce (Scheune)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links und rechts
zur Güterumgehungsbahn
Planfreie Kreuzung – unten
Güterumgehungsbahn
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von der Güterumgehungsbahn
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von der Güterumgehungsbahn und Trzebież
Bahnhof, Station
0,1 Szczecin Gł (Stettin Hbf)
Strecke – geradeaus
nach Stargard Szczeciński und Kostrzyn

Die Bahnstrecke Bützow–Szczecin ist eine knapp 200 Kilometer lange, überwiegend nicht elektrifizierte eingleisige Hauptbahn, die größtenteils durch Mecklenburg-Vorpommern verläuft.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vorgeschichte und Bau

1850 eröffnete die Mecklenburgische Eisenbahngesellschaft die Bahnstrecke BützowGüstrow, die als Zweigstrecke der gleichzeitig gebauten Bahnstrecke Bad Kleinen–Rostock angelegt worden war.

Es fehlte jedoch noch eine Verlängerung Richtung Osten, die auch das Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz erschließen sollte. Mangels finanzkräftiger Investoren wurde die Strecke Güstrow–Neubrandenburg auf Initiative von Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin als landesherrliches Eigentum gebaut. Die Eröffnung der Strecke erfolgte am 11. November 1864 auf dem Bahnhof Teterow in Anwesenheit beider mecklenburgischen Großherzöge, Friedrich Franz II. und Friedrich Wilhelm. Als Betreibergesellschaft wurde die Friedrich-Franz-Eisenbahn gegründet, die später auch andere Strecken im Land übernahm. Ursprünglicher Sitz der Gesellschaft wurde Malchin. Nicht zuletzt deswegen bekam der Ort ein repräsentatives Bahnhofsgebäude.[1]

Fassade des Bahnhofs Szczecin Główny

1866/67 wurde die Strecke mit dem Abschnitt Neubrandenburg–Strasburg (Uckermark) über die preußische Grenze verlängert, von preußischer Seite erfolgte zeitgleich der Bau von Pasewalk aus. Dort knüpfte die Bahn an die bereits 1863 von der Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft eröffnete Strecke nach Stettin an.

1875–1945

Die Friedrich-Franz-Eisenbahn wurde 1875 privatisiert und 1890 erneut verstaatlicht, bis sie schließlich nach dem Ersten Weltkrieg in der Deutschen Reichsbahn aufging. In Strasburg grenzte der von ihr betriebene Abschnitt an den der Berlin-Stettiner-Eisenbahn-Gesellschaft, die 1880 in die Preußische Staatseisenbahnen aufging.

1890 wurde aus Anlass des Baus des Bützow-Güstrow-Kanals die Strecke bei Bützow nach Norden verlegt. Dabei änderte sich auch die Gleisführung im Bahnhof Bützow. Während die Strecke bisher südlich von der Bahnstrecke Bad Kleinen–Rostock abzweigte, fädelt sie seitdem nach Norden aus. Damit wurden direkte Fahrten aus Richtung Bad Kleinen ohne Fahrtrichtungswechsel möglich. An der alten Trasse ist eine Brücke über die Nebel in Bützow erhalten geblieben.

1905 verkehrten je nach Abschnitt fünf bis sieben Zugpaare über die Strecke, darunter waren ein Schnell- und ein Personenzugpaar Hamburg–Stettin und eins, das zwischen Hamburg und Neubrandenburg pendelte. An der Betreibergrenze in Strasburg fuhren die Züge grundsätzlich nach nur kurzem Halt weiter.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges gingen beide Bahngesellschaften in die Deutsche Reichsbahn auf; in Strasburg trafen die Abschnitte der Reichsbahndirektionen Schwerin und Stettin aufeinander.

Das Angebot änderte sich in seinen Grundzügen nur wenig. Neben einem durchgehenden D- und einem Eilzug Hamburg–Stettin verkehrten vier Personenzugpaare (zwischen Bützow und Güstrow fünf), davon eins ebenfalls von Hamburg bis nach Stettin. Abschnittsweise gab es einige Verstärkerzüge. Zwischen Pasewalk und Stettin war das Angebot wesentlich dichter.

Ein kurzzeitiges Intermezzo waren Halte in Remplin (nur für zwei Ausflugszüge am Sonntag) und Nienhagen (erst Anfang der 1940er Jahre eingeführt). Beide Stationen waren nach Kriegsende wieder aus den Fahrplänen verschwunden.

1945–1990

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der größte Teil der Strecke in der DDR und blieb bei der Deutschen Reichsbahn. Der Abschnitt Grambow (Grenze)–Szczecin ging an die Polnischen Staatsbahnen (PKP). Die einstige durchgehende Relation Hamburg–Stettin wurde durch die Grenze nach Polen und die innerdeutsche Grenze praktisch bedeutungslos. Das zweite Gleis, das westlich von Teterow existierte, wurde nach Kriegsende abgebaut; beim eingleisigen Zustand der Strecke ist es bis heute geblieben.

Wegen der Demontage der Lloydbahn nach Neustrelitz fuhren die Züge Rostock–Berlin von 1945 bis 1961 über Güstrow–Neubrandenburg. Der Abschnitt Güstrow–Lalendorf wurde auch danach (wie schon seit Ende des 19. Jahrhunderts und bis heute) von vielen Zügen zwischen Rostock und Berlin befahren, die den Halt in Güstrow bedienten.

In den ersten Jahren nach Kriegsende gab es noch spärlichen Reiseverkehr nach Polen, zwischen 1950 und 1952 sogar eine durchgehende Kurswagenverbindung Berlin–Szczecin über Pasewalk.[2] Danach diente die Strecke über die Grenze lange Zeit nur dem Güterverkehr. Erst im Mai 1972, mit Einführung der Visafreiheit zwischen der DDR und Polen, wurde der Reiseverkehr wieder aufgenommen.

In den Kursbuchtabellen waren die Abschnitte Bützow–Pasewalk und Pasewalk–Grambow in zwei verschiedenen Tabellen enthalten (seit 1968 waren es die Kursbuchstrecken 930 bzw. 927). Die meisten Züge aus beiden Richtungen endeten auch jeweils in Pasewalk.

Um 1980 verkehrten je nach Streckenabschnitt sechs bis acht Personenzugpaare, zwischen Malchin und Teterow fünf. Hinzu kamen ein Eilzugpaar Rostock–Pasewalk und ein weiteres von Bützow. Der Abschnitt Bützow-Güstrow war wesentlich dichter befahren (ca. 15 Zugpaare am Tag), da in Bützow Fernverkehrsanschlüsse nach Güstrow hergestellt wurden.[3] Im internationalen Verkehr verkehrten drei bis vier Zugpaare weiter bis Szczecin, hinzu kam an Sonnabenden in der Sommersaison ein D-Zug-Paar, das Tagesausflüge von Schwerin aus ermöglichte. Mit dem Erstarken der Solidarność schränkte die DDR den Reiseverkehr nach Polen 1981 stark ein. Als Folge wurde der grenzüberschreitende Personenverkehr ab Juni 1981 wieder eingestellt.

Eine direkte Verbindung in die Bundesrepublik gab bis 1979 mit Kurswagen von Neubrandenburg zum Interzonenzug Rostock–Hamburg. Ab 1988 war zumindest Güstrow wieder direkt von dort erreichbar, zunächst wurde ein Jahr lang der Zug Rostock–Köln über Güstrow geführt, danach wurde ein D-Zug Güstrow-Hamburg eingeführt.

Die Bedeutung der Strecke für den Güterverkehr erkennt man an der großen Zahl der Kreuzungsmöglichkeiten, darunter mehrere Betriebsbahnhöfe, die nicht dem Reisezugverkehr dienten. Hinzu kamen Verbindungskurven bei Priemerburg in Richtung Plaaz–Rostock und bei Charlottenhof zur Umfahrung des Bahnhofs Pasewalk.

Seit 1990

1991 wurde der Reisezugverkehr nach Polen wieder aufgenommen. In der Folge verkehrten drei bis vier Zugpaare bis Szczecin, der Rest endete in Grambow. 1995 wurde bis Grambow, 2001 bis Szczecin der Zweistundentakt eingeführt.

Auch auf dem Abschnitt Bützow–Pasewalk wurde das Angebot schrittweise ausgeweitet. 1995 verkehrten Regionalexpresszüge (mit Halt in Güstrow, Teterow, Malchin, Stavenhagen, Neubrandenburg und Strasburg) im angenäherten Zweistundentakt und benötigten etwa 130 Minuten für die Strecke, ergänzt durch überall haltende Regionalbahnen. 1996 wurde der Fahrplan grundlegend geändert. Eine Reihe von Unterwegshalten wurde geschlossen. Seitdem fahren Regionalexpresszüge im Stundentakt mit Halt auf fast allen verbliebenen Stationen. Seit 1998 verkehren die Züge von DB Regio und eines privaten Anbieters, der Ostmecklenburgischen Eisenbahn (heute Ostseeland-Verkehr) abwechselnd jeweils im Zweistundentakt, so dass sich insgesamt zwischen Bützow und Pasewalk ein angenäherter Stundentakt ergibt.

Seit 2002 verkehren die Züge von Szczecin wieder durchgehend auf der gesamten Strecke bis Bützow. Zunächst fuhren sie weiter bis Hagenow, seit 2006 nach Lübeck. Damit gibt es erstmals seit Kriegsende wieder durchgehende Züge von Lübeck nach Szczecin. Die Reisegeschwindigkeit ist allerdings, bedingt durch die vielen Halte und die Eingleisigkeit der Strecke, noch nicht sonderlich attraktiv. Derzeit brauchen die Züge zwischen Bützow und Pasewalk 150 Minuten, deutlich länger als 1995. Zwischen Lübeck und Szczecin dauert die Reise vier Stunden und 40 Minuten, in Gegenrichtung sogar über fünf Stunden.

Quellenangaben

  1. Lothar Schultz, 1992.
  2. Bernd Kuhlmann, 2004.
  3. diverse Kursbücher

Literatur

  • Lothar Schultz: Eisenbahnen in Mecklenburg. Transpress, Berlin 1992 (3.Aufl.), ISBN 3-344-70732-9
  • Bernd Kuhlmann: Eisenbahnen über die Oder-Neiße-Grenze. Ritzau, Pürgen 2004, ISBN 3-935101-06-6

Weblinks


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