Bahnstrecke Celle–Wittingen
Celle–Wittingen
Kursbuchstrecke (DB): ehem. 156, 211f
Streckennummer (DB): 9173 (Celle–Wittingen)
9174 (Beedenbostel–Mariaglück)
Streckenlänge: 57,95 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Legende
Strecke – geradeaus
von Celle
Bahnhof, Station
0,0 Celle-Nord 37,5 m
Bahnhof, Station
2,0 Celle Vorstadt 52,79 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Soltau
Bahnhof, Station
4,0 Altenhagen
   
11,6 Gockenholz
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13,6 Lachendorf (Bf bis 1999)
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Lachendorf Nord (seit 1999)
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von Papierfabrik
Bahnhof, Station
16,0
(0,0)
Beedenbostel
BSicon BS2+l.svgBSicon eBS2+r.svg
BSicon STR.svgBSicon exHST.svg
(4,7) Höfer
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(5,6) Mariaglück
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(7,0) Habighorst
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Brücke über Wasserlauf (mittel)
Lutter
   
20,4 Luttern
Bahnhof, Station
23,4 Eldingen
   
25,2 Metzingen
Brücke über Wasserlauf (groß)
Lachte
Bahnhof, Station
27,6 Steinhorst
Bahnhof, Station
32,0 Groß Oesingen
Bahnhof, Station
34,8 Dedelstorf
   
36,8 Repke
Bahnhof ohne Personenverkehr
39,9 Ölbahnhof Hankensbüttel 99,45 m
Bahnhof, Station
42,6 Hankensbüttel
   
45,2 Alt Isenhagen
Brücke über Wasserlauf (groß)
Elbe-Seitenkanal
Bahnhof ohne Personenverkehr
47,1 Wittingen Hafen
   
47,8 Glüsingen
Planfreie Kreuzung – oben
Gifhorn–Uelzen
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Gifhorn
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von Oebisfelde
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Kopfbahnhof – Streckenende
52,1 Wittingen West 79 m
Bahnhof Celle: Rechts OHE MaK GDT nach Steinhorst und in der Mitte VT nach Gifhorn, 12. Oktober 1975

Die Bahnstrecke Celle–Wittingen ist eine Bahnstrecke der Osthannoverschen Eisenbahnen (OHE). Da sie im westlichen Teil entlang der Lachte führt, wird sie auch Lachtetalbahn genannt.

Geschichte

Die nach längeren Bemühungen um eine Bahnstrecke CelleWittingen schließlich am 21. Juni 1902 gegründete Kleinbahn Celle-Wittingen AG trieb den Bau voran und begann am 16. August 1904 mit dem Betrieb auf dieser Strecke. Schon ab 1905 gab es einen gemeinsamen Betriebsführungsvertrag mit der Kleinbahn Celle–Bergen für das auch von ihr benutzte Stück Celle Nord–Celle Vorstadt. Am 17. Juni 1909 wurde eine neue Streckenführung in Wittingen über die Gleise der Bahnstrecke Gifhorn–Uelzen hinweg in den Bahnhof der Kleinbahn Wittingen–Oebisfelde in Betrieb genommen. Die Züge aus Oebisfelde erreichten ihn erst im September. Auch die Verlängerung der Kleinbahn-AG Bismark-Gardelegen-Wittingen von Diesdorf wurde ab 1. August 1909 in diesen Bahnhof eingeführt. Am 20. Juli 1912 wurde die Stichbahn BeedenbostelHabighorst in Betrieb genommen, um die geplanten Salzbergwerke Mariaglück bei Höfer und Fallersleben bei Habighorst verkehrlich zu erschließen. Zunächst blieb der gewünschte Verkehrszuwachs aus, erst nach Zusammenlegung beider Gruben nahm die Förderung zu, so dass der Kalitransport sich zum wichtigsten Standbein dieser Strecke entwickelte. Verschiedene Munitionsanstalten und ein Luftwaffenflugplatz bei Dedelstorf sorgten in den 1930er Jahren und im Zweiten Weltkrieg für zusätzlichen Verkehr.

1944 wurde die Kleinbahn Celle-Wittingen AG mit anderen Eisenbahngesellschaften zu den Osthannoverschen Eisenbahnen zusammengelegt. Die OHE führt seither den Betrieb.

Nach dem Krieg wurde der Verkehr relativ schnell wieder aufgenommen. Werktags verkehrten meist vier, sonntags drei Personenzüge auf der Gesamtstrecke. In den 1950er Jahren stieg die Zahl auf sieben, sonntags vier Züge an. Ab den 1950er Jahren wurde an verschiedenen Stellen Rohöl gefördert und verladen, zeitweise kam täglich ein Öl-Ganzzug zusammen.

Nach gründlicher Erneuerung der Strecke konnte 1959 die Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h heraufgesetzt werden. Ab 1959 wurden die Personenzüge in Celle in den Bahnhof der Bundesbahn eingeführt. Dies erleichterte das Umsteigen. In Wittingen war ein direkter Übergang zum DB-Bahnhof möglich, da die Bahnhöfe zusammen lagen. Neben dem Arbeiterverkehr zur Kaligrube Mariaglück war auch der Ausflugsverkehr von großer Bedeutung.

Das Streckenstück Mariaglück–Habighorst wurde nicht mehr benötigt und wurde in den 1960er Jahren abgebaut. Die Kali- und Steinsalzförderung in Mariaglück wurde 1970 beziehungsweise 1977 eingestellt. Die Stichstrecke wurde danach überwiegend zu Abstellzwecken benutzt.

Für den Bau des Elbe-Seitenkanals wurde 1973 die Strecke zwischen Alt Isenhagen und Glüsingen verlegt und über eine Brücke geführt.

Die meisten Personenzüge wurden zuletzt mit MaK-Großraumdieseltriebwagen gefahren. Die Reisezeit für die Strecke Celle–Wittingen betrug durchschnittlich 75 Minuten.

Am 25. Mai 1974 wurde der Personenverkehr auf dem Abschnitt Wittingen–Steinhorst, am 24. Juni 1976 auf dem Reststück Steinhorst–Celle eingestellt. Die Strecke wird seitdem gelegentlich im touristischen Verkehr genutzt. Betreiber dieser Züge war bis Mitte der 1990er Jahre die Braunschweigische Landes-Museums-Eisenbahn-Gesellschaft. Heute betreibt die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsfreunde Lüneburg (AVL) den Heide-Express, der neben anderen OHE-Strecken auch diese Strecke befährt.

Ende der 1990er Jahre endeten die Rohöltransporte. 1999 wurde die Strecke im Bereich Lachendorf nördlich verlegt, um Platz für die Erweiterung eines Industriebetriebes zu schaffen und ein neuer Bahnhof Lachendorf Nord eingerichtet. Am 8. November 2005 wurde der Abschnitt Beedenbostel–Habighorst endgültig stillgelegt. Der Wittinger Hafen wird bis heute (2008) bedient.

Literatur

  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 10: Niedersachsen 2. Zwischen Weser und Elbe. EK-Verlag, Freiburg 2007, S. 259–279, ISBN 978-3-88255-669-8
  • Klaus-Peter Sebastian: Die Geschichte der Kleinbahnen im Isenhagener Land; Der OHE-Bahnbetrieb im Landkreis Gifhorn. Landkreis Gifhorn, Gifhorn 2001, ISBN 3-929632-50-0
  • Hans Wolfgang Rogl: Die Osthannoverschen Eisenbahnen. 3. Auflage, alba, Düsseldorf 1996, ISBN 3-87094-232-0

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