Stachelschweine
Stachelschweine
Gewöhnliches Stachelschwein (Hystrix cristata)

Gewöhnliches Stachelschwein (Hystrix cristata)

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Stachelschweinverwandte (Hystricomorpha)
Familie: Stachelschweine
Wissenschaftlicher Name
Hystricidae
Fischer 1817

Die Stachelschweine (Hystricidae) bilden eine Familie von Nagetieren. Der gelegentlich anzutreffende Name "Altweltliche Stachelschweine" soll sie von den amerikanischen Baumstachlern oder "Baumstachelschweinen" abgrenzen.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Stacheln des Stachelschweins

Die Stachelschweine haben die längsten Stacheln aller Säugetiere. Es handelt sich dabei eigentlich um umgewandelte Haare. Im Kleid der Stachelschweine findet man die verschiedensten Haararten: weiche Wollhaare, steifere Haare, flache Borsten, dicke, sehr elastische, lange Borsten und starre, lange runde Spieße. Einzelne Spieße können bis zu 40 cm lang werden und einen Durchmesser von 7 mm haben. Die Stacheln sind scharf und können Entzündungen verursachen. Entgegen alten Vorstellungen schießen die Stachelschweine nicht mit ihren Stacheln. Sie verwenden sie aber durchaus zur Abwehr von Feinden.

Verbreitung und Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet umfasst das tropische und subtropische Asien sowie Afrika, zudem gibt es auch den in Nordkanada und Alaska lebenden Urson. Ob Südeuropa ein natürlicher Teil des Verbreitungsgebiets ist oder aber durch menschliche Einführung von Stachelschweinen erschlossen wurde, ist nicht geklärt. Fest steht jedoch, dass sie auffallend häufig in der südlichen Toskana (rund um Siena) anzutreffen sind. Der Schwerpunkt der Familie liegt auf Südostasien, wo die meisten Arten verbreitet sind.

Stachelschweine sind in verschiedensten Habitaten zu finden, von der Halbwüste über die Grassavanne bis zum tropischen Regenwald.

Verhalten

Stachelschweine leben am Boden. Manche Arten graben Gänge, andere verbergen sich in Felsspalten oder in Bauen anderer Tiere. Nachts gehen sie auf die Suche nach ihrer pflanzlichen Nahrung.

Systematik

Mutter mit Jungtier

Man unterteilt die Stachelschweine in zwei Unterfamilien, die Hystricinae und Atherurinae, die ihrerseits fünf Gattungen enthalten:

Familie Stachelschweine (Hystricidae)

  • Unterfamilie Hystricinae
    • Gattung Eigentliche Stachelschweine (Hystrix)
    • Gattung Kurzschwanz-Stachelschweine (Acanthion)
      • Sunda-Stachelschwein (A. javanica)
      • Malayisches Stachelschwein (A. brachyura)
    • Gattung Inselstachelschweine (Thecurus)
      • Borneo-Stachelschwein (Th. crassispinis)
      • Philippinen-Stachelschwein (Th. pumilis)
      • Sumatra-Stachelschwein (Th. sumatrae)
  • Unterfamilie Atherurinae
    • Gattung Pinselstachler (Trichys)
      • Pinselstachler (T. fasciculata)
    • Gattung Quastenstachler (Atherurus)
      • Afrikanischer Quastenstachler (A. africanus)
      • Asiatischer Quastenstachler (A. macrourus)

Manchmal werden die Gattungen Thecurus und Acanthion auch in die Gattung Hystrix eingegliedert.

Siehe auch

  • Quillarbeit ist eine von Indianern benutzte Technik, Kleidung mit Stacheln zu schmücken. Hierbei werden Stacheln der Baumstachler benutzt.

Literatur

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN 0-8018-5789-9

Weblinks

 Commons: Stachelschweine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

http://www.das-tierlexikon.de/stachelschweine-photos.htm


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