Bahnstrecke Duisburg–Quakenbrück
Duisburg–Quakenbrück
Strecke der Bahnstrecke Duisburg–Quakenbrück
Nördlicher Teil der Strecke
Kursbuchstrecke (DB): 424 (Dorsten – Coesfeld)
Streckennummer (DB): 2320 (Duisburg – Oberhausen)
2280 (Oberhausen – Osterfeld)
2262 (Osterfeld – Bottrop)
2273 (Bottrop – Quakenbrück)
Streckenlänge: 173 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4 (Duisburg–Oberhausen
  und Dorsten–Lutum)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
Zweigleisigkeit: Sigle–Oberhausen-Osterfeld Abzw
Bundesländer (D): Nordrhein-Westfalen,
Niedersachsen
Betriebsstellen und Strecken[1]
Legende
Strecke – geradeaus
Strecke von Oldenburg
Bahnhof, Station
165,1 Quakenbrück
   
Strecke nach Osnabrück
   
162,3 Vehs
   
157,0 Nortrup
   
147,8 Bippen
   
138,6 Fürstenau
   
134,1 Settrup
   
129,3 Freren
   
123,1 Beesten
   
115,4 Spelle
   
113,0 Landesgrenze Niedersachsen / NRW
Brücke über Wasserlauf (groß)
Dortmund-Ems-Kanal
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
109,6 Rheine RVM (Anst)
Bahnhof ohne Personenverkehr
109,3 Rheine KLV (Awanst)
   
108,4 Altenrheine (alt)
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
107,8 Altenrheine (Anst)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Tecklenburger Nordbahn nach Osnabrück
Brücke über Wasserlauf (groß)
Ems
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Emslandstrecke von Emden
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Strecke von Almelo (NL)
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(7,8) Salzbergen
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  (geplante Stichstrecke von Salzbergen)
   
ehem. Strecke von Ochtrup
Bahnhof, Station
(0,0)
104,7
Rheine
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Strecke nach Osnabrück
   
Strecke nach Münster
   
99,9 Hauenhorst
   
95,4 St. Arnold (ehem. Neuenkirchen Land)
   
91,1 Hollich
   
Strecke von Enschede
Bahnhof, Station
86,7 Steinfurt-Burgsteinfurt
   
Strecke nach Münster
   
83,1 Veltrup
   
77,2 Horstmar (Münster)
   
71,1 Darfeld
   
Baumbergebahn von Münster
Bahnhof, Station
65,4 Lutum
Kilometer-Wechsel
64,6 Lutum Streckenwechsel (Baumbergebahn)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Strecke von Enschede
Bahnhof, Station
58,5 Coesfeld (Westf)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Strecke nach Dortmund
   
ehem. Baumbergebahn nach Empel-Rees
   
52,1 Heubach
Bahnhof, Station
45,9 Maria Veen
Haltepunkt, Haltestelle
40,4 Reken (ehem. Bf)
Haltepunkt, Haltestelle
34,4 Lembeck (Hp+Bk) (ehem. Bf)
Haltepunkt, Haltestelle
30,7 Wulfen (Westf) (Hp+Bk) (ehem. Bf)
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Strecke von Borken
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24,7 Hervest-Dorsten ehem. Strecke Wesel–Haltern
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Anschlussgleis VEW Dorsten (neu 1972)
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ehem. Verbindungsstrecke von Dorsten CME
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Lippe und Wesel-Datteln-Kanal
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18,9 Dorsten (Inselbahnhof, ehem. RhE)
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Strecke nach Gladbeck
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16,9 Kirchhellen
   
12,1 Bottrop Delog/Detag
Bahnhof ohne Personenverkehr
10,1 Bottrop Nord
   
9,5 Bottrop Nord (alt, ehem. Rh Bf)
   
4,5 Oberhausen-Osterfeld Nord (ehem. Rh Bf)
   
ehem. Strecke nach Mülheim-Heißen
Bahnhof ohne Personenverkehr
3,9 Oberhausen Dom
Planfreie Kreuzung – oben
Güterstrecke Duisburg-Ruhrort–Bottrop Süd
Brücke über Wasserlauf (groß)
Emscher
Brücke über Wasserlauf (groß)
Rhein-Herne-Kanal
Bahnhof ohne Personenverkehr
3,0 Oberhausen Gasometer
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Güterstrecke von Bottrop Süd
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
2,8 Oberhausen-Osterfeld Abzw
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Güterstrecke von Osterfeld Süd
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1,5
14,2
Walzwerk (Abzw)
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Hauptstrecke Wesel–Oberhausen
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von Hauptstrecke Wesel–Oberhausen
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11,9 Oberhausen West (ehem. Rh Bf)
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Strecke Duisburg-Ruhrort–Oberhausen
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ehem. Strecke Duisburg-Ruhrort–Mülheim-Styrum
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nach Duisburg-Ruhrort Hafenbf
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8,6 Ruhrtal (alt)
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ehem. Strecke nach Duisburg Hafen
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von Duisburg-Ruhrort Hafenbf
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8,3 Ruhrtal (Abzw)
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Ruhr
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7,4 Sigle (Abzw)
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nach Duisburg Hafen
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Güterstrecke nach Duisburg-Wedau
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Hauptstrecke von Oberhausen
 Hauptstrecke von Essen
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6,2 Duisburg-Duissern (Abzw)
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5,5 Duisburg Hbf
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Strecke nach Duisburg-Wedau
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Strecke nach Krefeld
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Hauptstrecke nach Düsseldorf

Die Bahnstrecke Duisburg–Quakenbrück ist eine ehemals überregionale, heute aber streckenweise stillgelegte Eisenbahnstrecke in Deutschland der ehemaligen Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft (RhE) von Duisburg im westlichen Ruhrgebiet nach Quakenbrück an der Grenze zum ehemaligen Land Oldenburg.

Die Bahnstrecke führte von Duisburg Hbf über Oberhausen West, Bottrop Nord, Dorsten, Coesfeld, Steinfurt und Rheine nach Quakenbrück, wo sie Anschluss hatte an das Streckennetz der Großherzoglich Oldenburgischen Staatsbahnen.

Der überwiegende Teil der Bahnstrecke ist heute stillgelegt. Der südliche Teil bis Bottrop wird heute als reine Güterstrecke genutzt, der Abschnitt zwischen Dorsten und Coesfeld wird noch im Personenverkehr als Kursbuchstrecke 424 benutzt, während der Streckenteil zwischen Rheine und Spelle von der Regionalverkehr Münsterland (RVM) im Güterverkehr bedient wird.

Für eine detaillierte Darstellung des Abschnitts zwischen den Abzweigstellen Sigle und Walzwerk siehe Bahnstrecke Duisburg-Wedau–Bottrop Süd.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Konzession zum Bau der 172,87 km langen Eisenbahnstrecke von Duisburg nach Quakenbrück erhielt die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft (RhE) am 9. Juni 1873. Die Eisenbahnstrecke wurde am 1. Juli 1879 eröffnet und trat damit in direkte Konkurrenz zur bereits seit den frühen 1870er Jahre bestehenden Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft vom Ruhrgebiet über Münster und Osnabrück nach Bremen (Teilstück der „Hamburg-Venloer Bahn“).

Streckenführung

Aus der Konkurrenzsituation heraus resultiert die gradlinige Streckenführung. Um wettbewerbsfähig zu sein, musste die Strecke das Münsterland und das Gebiet zwischen Rheine und Quakenbrück möglichst ohne größere Umwege durchqueren und dabei westlich den Bergrücken des Teutoburger Waldes passieren, um so Transportkosten und Transportzeiten zu verringern. Dies sollte der neuen Verbindung einen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber der Strecke des Mitwettbewerbers verschaffen, die zwischen Osnabrück und Diepholz nach Osten ausweicht, um das Gebiet der damaligen Oldenburger Staatsbahnen zu umgehen.

Die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft hingegen führte gezielt den Anschluss an das Streckennetz der Großherzoglich Oldenburgischen Staatseisenbahnen in Quakenbrück herbei, dadurch wurde sowohl eine durchgehende Verbindung zur Hansestadt Bremen als auch nach Wilhelmshaven (seit 1866 Kriegshafen der preußischen Kriegsmarine) geschaffen. Die Oldenburgischen Staatseisenbahnen hatten 1866/7 bereits die Bahnstrecke Oldenburg–Wilhelmshaven und die Bahnstrecke Oldenburg–Bremen eröffnet, 1875 wurde die Bahnstrecke Oldenburg–Osnabrück über Quakenbrück fertiggestellt.

Referenzprojekte

Die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft hatte sich vor dem Bau der Strecke Duisburg–Quakenbrück bereits durch die Errichtung anderer Konkurrenzlinien hervorgetan:

Regionale Bedeutung

Neben ihrer überregionalen Funktion kam der Eisenbahnstrecke aber auch regionale Bedeutung zu. So verband der Abschnitt nach Coesfeld die Stadt Rheine und mit ihr die Strecken der Königlich-Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft mit dem Eisenbahnnetz des westlichen Münsterlandes.

Abzweig nach Salzbergen

Die Planungen für die Strecke sahen den Bau einer 7,8 km langen Zweigbahn von Rheine nach Salzbergen vor und wurden 1878 genehmigt. Mit dem Anschluss an die 1865 erbaute Bahnstrecke Almelo–Salzbergen wollte die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft im Emsland eine eigene Verbindung zum holländischen Eisenbahnnetz herstellen, parallel zur Trasse der bereits am 23. Juni 1856 eröffneten Hannoverschen Westbahn (siehe auch Bahnstrecke Löhne–Rheine bzw. Emslandstrecke).

Verstaatlichung

Die Bauarbeiten an der Zweigbahn, die im selben Jahr noch aufgenommen wurden, mussten auf ministerielle Anordnung bereits am 31. März 1879 wegen „Entbehrlichung durch Verstaatlichung“ wieder eingestellt werden.

Strecke nördlich von Rheine, gut erkennbar die Trassierung für ein vorgesehenes zweites Gleis, sogar Telegrafenmasten stehen noch

Die Eisenbahnverbindung von Duisburg über Rheine nach Quakenbrück und Oldenburg ist im Vergleich zu anderen Eisenbahnlinien in Nordwestdeutschland, wie etwa die Verbindungen Ruhrgebiet–Münster–Emden oder Ruhrgebiet–Münster–Bremen, nicht zu großer wirtschaftlicher Bedeutung gelangt, dies gilt insbesondere für den Streckenabschnitt Rheine–Quakenbrück.

Das verdeutlicht u.a. die technische Ausrüstung der Strecke: der Abschnitt Dorsten–Rheine zählte 1935 neben den Eisenbahnlinien Lünen–Gronau und Münster–Gronau zu den wenigen Strecken der Eisenbahndirektion Münster, die noch nicht mit elektrischen Streckenblocks ausgerüstet waren. Zu militärischer Bedeutung gelangte die Strecke in der Zeit des ersten Weltkriegs aufgrund umfangreicher Kohletransporte aus dem Ruhrgebiet zum Kriegshafen in Wilhelmshaven.

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

Nach der Verstaatlichung war der Personenverkehr von Osterfeld Nord nach Duisburg Hbf bereits eingestellt und statt dessen nach Oberhausen Hbf durchgebunden worden. Im Zweiten Weltkrieg wurden 1945 alle Brücken über den Rhein-Herne-Kanal und die Emscher durch die deutsche Wehrmacht gesprengt, daraufhin wurde auch auf diesem Abschnitt der Personenverkehr eingestellt, der Güterverkehr später über eine neue Brücke wiederhergestellt.

Infolge der völligen Zerstörung des Bahnhofs Rheine am 5. Oktober 1944 musste der Zugverkehr zwischen Rheine und Quakenbrück eingestellt werden. Zu dieser Zeit standen im Bahnhof Rheine für den Durchgangsverkehr nur zwei Gleise zur Verfügung; nördlich des Bahnhofs musste in der Eichenstraße (Friedensplatz) sogar ein Notbahnhof eingerichtet werden. Erst im Sommer 1945 konnte der Verkehr auf der Quakenbrücker Strecke wieder aufgenommen werden, jedoch nur zwischen Spelle und Quakenbrück, da die Emsbrücke in Rheine (zwischen dem Rheiner „Hauptbahnhof“ und dem Altenrheiner Bahnhof) und die Brücke über den Dortmund-Ems-Kanal zwischen Altenrheine und Spelle noch nicht wieder aufgebaut waren.

Wiederaufnahme des Verkehrs

Im November 1945 konnten dann erstmalig wieder Züge von Quakenbrück bis Altenrheine verkehren. Von hier aus richtete die Tecklenburger Nordbahn (ehemals Kleinbahn Piesberg (b. Osnabrück)–Rheine) einen Pendelverkehr zum Bahnhof Rheine-Stadtberg und von dort weiter in die Innenstadt zum Haltepunkt Hues-Ecke (Lingener Str./Emsstraße) auf dem rechten Emsufer ein, um so die Verbindung von Quakenbrück nach Rheine provisorisch aufrechtzuerhalten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen die Züge wegen der zerstörten Brücken zwischen Oberhausen und Dorsten einen anderen Verlauf, statt über Oberhausen West, Osterfeld Nord, Bottrop Nord und Kirchhellen (23,2 km) wurden alle Züge über Oberhausen Hbf, Bottrop Hbf, Gladbeck West und Feldhausen nach Dorsten (28 km) geführt. Der Personenverkehr wurde nur noch zwischen Osterfeld-Nord und Dorsten kurzzeitig wieder aufgenommen und endgültig 1960 eingestellt.

Im Sommer 1950 verkehrte erstmals nach dem Krieg ein Eilzugpaar planmäßig von Duisburg über Oberhausen, Rheine und Quakenbrück nach Oldenburg, das bis zur Einstellung des Personenzugverkehrs auf dem Streckenabschnitt Rheine–Quakenbrück am 31. Mai 1969 gefahren wurde und später zwischen Duisburg und Rheine eingesetzt wurde (1950 als ET 487/488, 1960 und 1963/64 als E 829/830 mit Lokbespannung, ab 1966 dann wieder als Triebwagenzug mit der DB-Baureihe VT 24).

Zwischen Dorsten und Coesfeld setzte die Deutsche Bundesbahn verschiedenes Zugmaterial ein, häufig anzutreffen waren die Akkutriebwagen der Baureihe 515 sowie die Dieseltriebwagen der Baureihe 624.

Der Güterverkehr von Oldenburg via Quakenbrück nach Rheine hatte zu Beginn der 50er Jahre keinen überregional bedeutsamen Umfang. In Quakenbrück wurden durchschnittlich zwei Zugkomplexe zur Abfertigung nach Rheine rangiert. (Zum Vergleich: in Emden Rbf wurden durchschnittlich 6 Züge nach Rheine zusammengestellt). Bis 1978 verkehrte noch planmäßig ein Nahverkehrsgüterzugpaar zwischen Rheine und Quakenbrück. Ab 1978 fuhr planmäßig nur noch jeweils ein Güterzugpaar zwischen Rheine und Fürstenau sowie zwischen Rheine und Spelle mit einer Übergabeleistung an die Tecklenburger Nordbahn in Altenrheine.

Heutige Situation

Große Teile der Bahnstrecke sind heute stillgelegt und weitgehend demontiert, Verkehr findet nur noch auf einzelnen Teilabschnitten statt. Auf Teilabschnitten sind Radwege gebaut oder befinden sich in Planung.

Duisburg – Bottrop

links die Brücke der Bahnstrecke Duisburg–Quakenbrück über den Rhein-Herne-Kanal, rechts die Strecke nach Essen-Frintrop, rechts unten Osterfeld Abzw

Die Strecke ist heute als der Teil der Verbindungen von Duisburg nach Oberhausen-Osterfeld Süd und nach Essen-Frintrop als Hauptstrecke klassifiziert und elektrifiziert, während der Abschnitt von Osterfeld Abzw am Gasometer Oberhausen bis Bottrop Delog/Detag eine eingleisige und nicht elektrifizierte Nebenstrecke ist.

Am Gasometer teilen sich die einzelnen Strecken in die Verbindungskurve nach Osterfeld-Süd (westlich des Gasometers mit Brücken über den Rhein-Herne-Kanal, die Emscher und die Bundesautobahn 42), in die eingleisige Strecke nach Osterfeld-Nord und Bottrop-Nord (östlich des Gasometers, ebenfalls mit Brücken über den Rhein-Herne-Kanal, die Emscher, die Autobahn 42 und die Einfahrtsgleise zum Bahnhof Osterfeld-Süd) und in die Strecke nach Essen-Frintrop, welche nicht über den Kanal, sondern am Centro Oberhausen entlang in Richtung des ehemaligen Güterbahnhofs Essen-Frintrop führt.

Die verbliebene Strecke bis nach Bottrop Delog/Detag dient heute ausschließlich dem Güterverkehr zum Flachglaswerk Pilkington, ehemals Delog ("Deutsche Libbey-Owens Gesellschaft") /Detag ("Deutsche Tafelglas AG"), welches bereits auf Gladbecker Stadtgebiet liegt. Der ebenfalls eingleisige Abschnitt zwischen dem Duisburger Hauptbahnhof und der Abzweigstelle Sigle wird nur noch selten benutzt.

Dorsten – Coesfeld

RB 45: Der Coesfelder
Kursbuchstrecke (DB): 424
Streckenlänge: 35 km
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Zuglauf
Kopfbahnhof – Streckenanfang
35 Coesfeld (Westf)   RB
Bahnhof, Station
23 Maria-Veen
Haltepunkt, Haltestelle
17 Reken
Haltepunkt, Haltestelle
11 Lembeck
Haltepunkt, Haltestelle
7 Wulfen (Westf)
Haltepunkt, Haltestelle
2 Hervest-Dorsten RE, RB
Kopfbahnhof – Streckenende
0 Dorsten RE, RB
Bahnhof Coesfeld

Der Streckenabschnitt Dorsten–Coesfeld ist heute Teil des DB-Regionalnetzes Münster-Ostwestfalen (MOW) mit Sitz in Münster. Im Auftrag des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr und des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe wird der Betrieb von der NordWestBahn übernommen.

Auf der Kursbuchstrecke 424 verkehrt die Regionalbahn RB 45 mit dem Marketingnamen „Der Coesfelder“. Eingesetzt werden hauptsächlich Züge des Typs Talent, seltener kommen Fahrzeuge des Typs LINT 41 und Desiro Classic zum Einsatz.

Der Abschnitt wird werktags im Stundentakt mit Zugkreuzung in Maria Veen zur Symmetrieminute :29, an Wochenenden alle zwei Stunden bedient.

Seit einigen Jahren wird immer wieder von den Aufgabenträgern darüber diskutiert, den Schienenpersonennahverkehr für diesen Abschnitt abzubestellen. Damit wäre der Abschnitt ohne jeglichen planmäßigen Verkehr.

Coesfeld – Rheine

Abschiedsfahrt auf der Bahnstrecke Rheine-Coesfeld 1984 im Bahnhof Rheine

Auf dem Teilstück zwischen Coesfeld und Rheine wurde der Personenverkehr am 29. September 1984 eingestellt, der Güterverkehr zum 1. Januar 1993. Rheine–St. Arnold war darüber hinaus noch als Bahnhofsgleis befahrbar. Das direkte, im Personenverkehr genutzte Gleis zwischen Rheine und Hauenhorst wurde am 31. Mai 1986 stillgelegt, während die etwas weiter geschwungene Einfahrt in den Güterbahnhof noch erhalten blieb. In den Jahren 1994 bis 1998 folgte in mehreren Abschnitten die komplette Stilllegung zwischen Lutum und Rheine.

Am 30. September 2005 war schließlich der Rückbau des Abschnittes zwischen Burgsteinfurt und St. Arnold vollendet. Am 16. Dezember 2008 wurde am Bahnhof St. Arnold der erste Spatenstich zur Herstellung eines Radweges (Schlossallee Radweg Rheine-Coesfeld) auf der ehemaligen Bahntrasse durchgeführt [2]. Die Freigabe des ersten Teilstücks, von Burgsteinfurt bis Rheine, erfolgte am 9. August 2009. Aktuell (2011) ist der Radweg von Rheine-Hauenhorst bis Horstmar freigegeben[3].

Rheine – Quakenbrück

Bahnhof in Spelle (2008)

Der Personenverkehr auf diesem Teilstück wurde am 31. Mai 1969 eingestellt. Heute erinnern die für das Verkehrsaufkommen der letzten Jahre verhältnismäßig zu großen Stellwerkbauten in Beesten und Fürstenau noch an den umfangreicheren Zugbetrieb vergangener Zeiten.

Vor der Gesamtstilllegung sollte der 23 km lange Streckenabschnitt zwischen Rheine und Freren zur Eisenbahnversuchsanlage Rheine–Freren ausgebaut werden, auf der die Grenzen des Rad-Schiene-Systems bei Geschwindigkeiten von bis zu 350 km/h erprobt werden sollten.[4] 1979 liefen die Bauarbeiten an, die später abgebrochen wurden.

Zwischen Spelle und Quakenbrück wurde der Güterverkehr am 1. Januar 1996 eingestellt. 1997 wurde dieser Abschnitt stillgelegt. Der Abschnitt Rheine–Spelle wurde vom Regionalverkehr Münsterland (RVM) übernommen, der dort Güterverkehr betreibt. Zur Beförderung gelangen im Wesentlichen Sand, Kies und Fertigbetonteile für das Betonwerk Rekers in Spelle (ca. 8.000 Wagenladungen p. a.) und Landmaschinen der Maschinenfabrik Bernard Krone in Spelle.

Zwischen Fürstenau und Nortrup sowie zwischen Nortrup und Quakenbrück finden heute Draisinenfahrten statt. Durchgängig befahrbar ist die Strecke Fürstenau–Quakenbrück allerdings nicht mehr.

Siehe auch

Weblinks

NRWbahnarchiv von André Joost:

weitere Belege:

Einzelnachweise

  1. Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6 Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
  2. Westline-Archiv
  3. Muensterlandradweg.de
  4. Diethard Affeldt: Eisenbahnversuchsanlage Rheine–Spelle–Freren. In: Eisenbahntechnische Rundschau, Jahrgang 29, Heft 10, S. 685–696

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