Bahnstrecke Dülken-Brüggen
Dülken–Brüggen
Kursbuchstrecke (DB): ex 246a
Streckennummer: 2513
Streckenlänge: 14,7 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Legende
Strecke – geradeaus
nach Viersen
Haltepunkt, Haltestelle
0,0 Dülken (Hp & Üst, ehem. Bf)
nach Venlo
B 7 (Venloer Straße)
1,9 Dülken West
5,2 Birgen
6,6 Waldniel
8,1 Schier
10,2 Amern
13,1 Born
14,7 Brüggen (Nrh)

Die Bahnstrecke Dülken–Brüggen war eine eingleisige Nebenbahn, die den Stadtteil Dülken von Viersen mit der Gemeinde Brüggen verband. Im Volksmund wurde die Eisenbahnstrecke Brüggener Klimp genannt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Eisenbahnstrecke wurde am 1. Oktober 1890 eröffnet. Vor gut 100 Jahren fuhr eine Dampflokomotive ungebremst in das Eingangsgebäude des Dülkener Bahnhofes von Waldniel aus kommend. Die Weiche war noch nicht umgelegt worden. Der Lokführer und sein Heizer überlebten den Unfall leicht verletzt.

Der Personenverkehr wurde im Jahr 1966 eingestellt, der Güterverkehr zwischen Brüggen und Waldniel im Jahr 1975. Dieser Streckenabschnitt wurde am 28. September 1984 stillgelegt, der Abschnitt Dülken nach Waldniel wurde am 7. Mai 1998 durch das Eisenbahnbundesamt stillgelegt und entwidmet. Der einzige bediente Gleisanschluss auf dem verbliebenen Streckenstück gehörte der Firma Roesler Draht, heute Betafence. Der letzte Zug fuhr im Jahr 1998.

Es gab Bestrebungen des Vereins Schwalmtalbahn, auf der Bahnstrecke einen Museumszug zu betreiben. Die Uerdinger Schienenbusse wurden im Bahnhof von Amern abgestellt. Da die verbliebenen Gleisanlagen jedoch recht schnell abgebaut wurden, konnte ein solcher Betrieb nicht realisiert werden. Neben der Strecke, zwischen Amern und Waldniel, befindet sich bereits ein Radweg.

In Planung befindet sich ein Radwanderweg auf Basis der alten Streckenführung von Dülken nach Waldniel[1].

Verlauf

Ehemaliger Haltepunkt Born mit nachgemachten Formsignalen und Gleisresten

Die Strecke begann in Dülken. Von dort aus zweigte sie von der Bahnstrecke von Viersen nach Venlo ab. Kurz hinter dem Bahnhof wird die Bücklerstraße überquert. Nach einem großen Bogen und einigen Bahnübergängen wurde der Haltepunkt Dülken West erreicht. Der Haltepunkt wurde erst im Jahr 1957 errichtet. Anschließend hält die Bahnstrecke direkt auf Waldniel zu. Kurz vor dem Bahnhof schwenkt das Anschlussgleis der Firma Roesler Draht in den Bahnhofsbereich ein. Nach Verlassen des Bahnhofes von Waldniel ging es bergab bis zum Kranenbach. Direkt hinter dem Bahnübergang wurde dieser gekreuzt. Die Trasse verlief ab dort kurvenreich und an einigen Gehöften vorbei. Im Bahnhofsbereich von Amern zweigte ebenfalls ein Anschlussgleis zur Firma Roesler Draht ab. Es handelte sich hierbei um zwei verschiedene Produktionsstandorte. Im Anschlussgleis wurden die Uerdinger Schienenbusse abgestellt. Hinter dem Bahnhof wurden eine Straße unter- und der Kranenbach wieder überquert. Nach Verlassen eines kleinen Waldgebietes wurde der Haltepunkt Born erreicht. Ab da verlief die Trasse geradeaus bis zur Unterführung der Brüggener Straße. Kurz vor dem Bahnhofsgelände befand sich noch ein Anschlussgleis der Firma Laumann. Besonders hervorzuheben ist eine Kleinbahn, die ebenfalls im Brüggener Bahnhof endete und keine Verbindung zur normalspurigen Strecke hatte.

Bedeutung

Gebaut wurde die Strecke in erster Linie für den Transport von Dachziegeln und Tonröhren aus Brüggen sowie für Stahlzäune aus Amern und Waldniel. Außerdem wurden in Waldniel von der Ladestraße aus Kartoffeln und Rüben der anliegenden Bauern verladen. Es gab eigens Kartoffelzüge, die mit Dampflokomotiven die Züge aus Waldniel abholten und nach Mönchengladbach brachten. Durch die Bahnstrecke war es möglich, die genannten Tonröhren und Dachziegeln aus Brüggen schnell und in großen Mengen abzutransportieren. Noch heute zeugen einige Ziegeleien in und um Brüggen von dieser Zeit. Durch die Verdrängung des Transportmittels Eisenbahn durch Lastkraftwagen in der Nachkriegszeit wurde die Strecke zunehmend unrentabel, bis sie schließlich stillgelegt wurde.

Der Personenverkehr spielte nur eine geringere Rolle auf dieser Strecke. 1963 verkehrten zehn Zugpaare. Die Züge verkehrten durchgehend bis Viersen, eingesetzt wurden Schienenbusse. Die größeren Städte konnten mit dem Auto und dem Bus schneller erreicht werden.

Einzelnachweise

  1. Achim Bartoschek Bahntrassenradeln: http://www.achim-bartoschek.de/bahn_nw.htm#nw1_n2.

Weblinks


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