Bahnstrecke Eisfeld–Schönbrunn
Eisfeld–Schönbrunn
Streckenlänge: 17,8 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Maximale Neigung: 29 
Minimaler Radius: 75 m
Legende
0,0 Eisfeld 437,43 m ü. NN
1,78 Eisfeld Stadt 456,50 m ü. NN
5,78 Brünn (Thür.) 437,43 m ü. NN
8,13 Brattendorf 443,10 m ü. NN
8,95 Brattendorf-Porzellanfabrik 460,17 m ü. NN
9,60 Rother Haag (bis 1922)
11,00 Schwarzbach (Kr. Hildbghsn.) 494,71 m ü. NN
14,41 Biberau bis 1952 Lichtenau (Thür.) 422,00 m ü. NN
17,82 Schönbrunn bis 1952 Unterneubrunn 451,87 m ü. NN

Die Bahnstrecke Eisfeld–Schönbrunn war eine knapp 18 Kilometer lange Schmalspurbahn, die Eisfeld mit dem nördlich gelegenen mittleren Schleusetal verbunden hat. Aufgrund der Endstation im Schleusegrund wurde die Eisenbahnlinie in der Bevölkerung auch Gründerla genannt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

ehemaliges Empfangsgebäude Schönbrunn
Die ehemalige Stammlok 99 222
ehemaliges Empfangsgebäude Brattendorf

Die Lokalbahn war eine „Meiningsche Staatsbahn“, da die Baukosten in Höhe von 625.000 Mark zum größten Teil durch das Herzogtum Sachsen-Meiningen finanziert wurden. Der Bau und Betrieb der Bahn erfolgte gemäß einem Vertrag vom 16. Juni 1886 durch die Lokalbahnbau- und Betriebs-Gesellschaft der Baufirma Hostmann & Co aus Hannover. Die Inbetriebnahme der Gesamtstrecke von Eisfeld zu dem damaligen Unterneubrunn erfolgte am 1. Mai 1890. Die gesamte Bahn ging am 27. Mai 1895 in preußisches Staatseigentum über, ab 1920 war sie Teil des Netzes der Deutschen Reichsbahn und gehörte zur Reichsbahndirektion Erfurt. Unzureichender Streckenunterhalt führte am 23. September 1967 zur Einstellung der Personenzugverkehrs. Der Güterzugverkehr, gegen Ende nur bis zur Ziegelei Rother Haag, wurde erst am 31. März 1973 eingestellt. Der Streckenrückbau war im April 1974 abgeschlossen.

Strecke

Die Endstation der Schmalspurbahn lag auf der nördlichen Seite des Bahnhofes der Werrabahn in Eisfeld, im Bereich des heutigen Vorplatzes. Die Strecke verlief anfangs parallel zur Hauptbahn, mit der sie auf einer verbreiterten Brücke die Werra überquerte. Danach knickte die Bahnlinie Richtung Norden ab und umfuhr im Westen Eisfeld parallel zur Hildburghäuser Straße. Anschließend schwenkte die Trasse Richtung Nord-Westen. Vor Brünn, das nördlich umfahren wurde, kreuzte die Schmalspurbahn erstmals die Schleusingerstraße, das zweitemal war vor Brattendorf. In Brattendorf verlief die Trasse abschnittsweise bis zur Porzellanfabrik parallel zur Schleusingerstraße, ehe diese ein letztes mal passiert wurde. Die Strecke knickte Richtung Norden ab und durchquerte südlich der Straße Brattendorf–Schwarzbach ein Waldgebiet. Der Bahnhof Schwarzbach war mit 494,71 m ü. NN der höchste Punkt der Strecke und lag am östlichen Rand der Gemeinde. Der folgende Abschnitt mit dem Abstieg ins Tal der Schleuse endete in Biberau. Dort verlief die Strecke größtenteils im Bereich der Straße. Bis Schönbrunn folgte die Schmalspurbahn der Schleuse, obwohl technisch aufwändiger, nur auf deren linker Seite, da das rechte Ufer zum preußischen Landkreis Schleusingen gehörte.

Verkehr

Auf der Strecke verkehrten anfangs drei Reisezugpaare täglich, ab 1938 vier und nach 1957 meist drei Zugpaare. Die Fahrzeit betrug zuerst ungefähr 90 und im Jahr 1944 zirka eine Stunde. Insbesondere im Güterverkehr war die Bahnstrecke bedeutsam. Mit Rollböcken und Doppeltraktion wurden dabei in den 1950er Jahren Güterzüge mit bis zu 440 to Gesamtlast gefahren. Als Lokomotiven kamen zuerst Lokomotiven der Baureihe Preußische T 31 zum Einsatz, es folgten später unter anderem die Baureihen T 33 und T 40. 1930/31 wurden extra für die Strecke drei Einheitslokomotiven der Baureihe 99.22 gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen neben der verbliebenen 99 222 auch Neubaulokomotiven der Baureihe 99.23–24 zum Einsatz. Bei Betriebseinstellung waren noch die Lokomotiven 99 231, 235, 236 und 237 im Einsatz. Diese wurden zur Harzquerbahn abtransportiert.

Literatur

  • Hans Löhner: Das „Gründerla“ von Eisfeld nach Schönbrunn. Geschichte einer Schmalspurbahn im Thüringer Wald, Eisenbahnfreunde Steinachtalbahn-Coburg e.V. 2001, ISBN 3980274829

Weblinks


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