Bahnstrecke Ferdinandshof–Friedland–Jarmen
Ferdinandshof–Friedland–Jarmen
Spurweite: 600 mm
Legende
0,0 Ferdinandshof
4,8 Große Wiese
5,2 Mariawerth
7,5 Rimpau
zur Moorkultur
9,3 Mariawerth Heuweiche
nach Anklam
14,1 Uhlenhorst
15,6 Schwichtenberg
17,6 Klockow
19,8 Kotelow
20,3 Sandhagen
von Eichhorst
23,0 Heinrichshöh
25,0 Bauersheim
27,1
0
Friedland
3,0 Salow
3,9,1
0
Bresewitz Dorf
3,5 Zinzow
5,3 Rubenow
7,7 Borntin
5,3
0
Bresewitz Ziegelei
1,8 Dishley
4,5 Beseritz
7,7 Ramelow Forsthaus
9,7 Ramelow Dorf
11,6 Rebelow
Japenzin
4,6 Drewelow
2,7 Spantekow
0
15,0
Wegezin-Dennin
nach Anklam und Janow
16,8 Stern
20,1 Krien
23,8 Steinmocker
24,1 Krusenfelde
26,4 Klein Below
Kadow
28,1 Kadow-Padderow
30,5 Toitin
34,5 Jarmen
Uhlenhorst-Anklam
Spurweite: 600 mm
Legende
von Ferdinandshof
nach Friedland
0,0 Uhlenhorst
2,3 Charlottenhorst
4,8
0
Löwitz
0,9 Sophienhof
4,3 Putzar
4,8
0
2,7 Schwerinsburg
7,6 Schmuggerow
8,2 Marienthal
9,6 Luisenau
11,3 Mollwitz
12,0 Charlottenhof
4,8 Ducherow
4,1 Agneshof
15,3
0
Dargibell
16,1 Kagendorf
von Janow
19,1 Gellendin
Falcksche Mühle
von Leopoldshagen
Anklam
Anklamer Bahn nach Lassan
Anklam-Leopoldshagen
Spurweite: 600 mm
Legende
von Lassan Anklamer Bahn
0,0 Anklam
nach Janow und Uhlenhorst
3,9 Bargischow
6,8 Auerose
9,6 Rosenhagen
10,9 Busow
nach Gut Busow
12,5 Bugewitz Dorf
13,9 Bugewitz Gut
15,2 Hoheheide
17,8 Leopoldshagen

Die Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn MPSB war ein über 200 km langes schmalspuriges Eisenbahnnetz mit einer Spurweite von 600 mm im heutigen Mecklenburg-Vorpommern.

Erbaut wurden die Strecken von der Mecklenburg-Pommerschen Schmalspurbahn AG, welche am 2. Mai 1892 sowohl durch die öffentliche Hand als auch durch private Interessenten gegründet wurde. Sitz der Gesellschaft war Friedland im heutigen Landkreis Mecklenburg-Strelitz. Im Jahr 1939 war die Mehrzahl der Aktien im Besitz des Landkreises Anklam; außerdem sind zu nennen das Land Mecklenburg und die Stadt Friedland.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn AG 1882-1945

Lok MPSB Nr. 1 „Jacobi“, Bj. 1906, später BR 99 3351 der DR

Die einzelnen Strecken wurden in den Jahren 1892 bis 1927 eröffnet, deren Grundstock eine 27 km lange Wirtschaftsbahn bildete, die zwischen 1888 und 1891 vom Staatsbahnhof Ferdinandshof an der Strecke Greifswald-Pasewalk über Uhlenhorst und Heinrichshöh zur Zuckerfabrik Friedland angelegt worden war. Sie ging gemäß einem Kaufvertrag vom 23. Juli 1892 auf die neu gegründete MPSB über. Diese nahm hier am 1. Oktober 1892 den öffentlichen Güterverkehr auf, den planmäßigen Personenverkehr erst am 1. August 1894.

Von Friedland aus, das seit 1884 von der Neubrandenburg-Friedländer Eisenbahn-Gesellschaft an das Schienennetz angeschlossen war, erbaute man eine „Hauptlinie“ von 35 km Länge in nördlicher Richtung über Bresewitz – Dennin – Klein Below nach dem (späteren) Kleinbahnknoten Jarmen an der Peene im Kreis Demmin. Der Güterverkehr begann hier ebenfalls am 1. Oktober 1892, der Güterverkehr im folgenden Jahr.

Von diesem Grundnetz führten dann zwei Querverbindungen nach Anklam, auf denen seit 1895 Personenzüge eingesetzt wurden; Güterzüge konnten teilweise schon 1892 verkehren. Die eine Linie (21 km) verband Dennin über Thurow mit der damaligen Kreisstadt und die andere (19 km) von Uhlenhorst über Dargibell, wo eine Zweigbahn (7 km) zur Staatsbahn in Ducherow abging. Beide Stränge vereinigten sich 4 km vor Anklam in Gellendin.

Für den Personenverkehr wurden 1895/96 noch die Stichbahnen Dennin – Janow (7 km) und Anklam – Leopoldshagen (18 km) bedient. Dazu kamen zahlreiche kurze Stichbahnen, die nur dem Güterverkehr einzelner Rittergüter dienten. Ein Großteil von ihnen im Umfang von rund 80 km gehörte nicht zur MPSB, sondern den Gutsbesitzern selbst und wurde nur mit Pferdekraft zur Erntezeit betrieben.

Erst nach der Jahrhundertwende wuchs das Netz noch einmal um etwa 40 km. In den Jahren 1908 bis 1911 wurde die Strecke von Heinrichshöh in südlicher Richtung nach Brohm eröffnet, die sich nach Jatzke und Rattey verzweigte. Schließlich stellte man von Brohm aus 1926 noch eine Verbindung nach Groß Daberkow an der Strecke Strasburg – Neustrelitz der Mecklenburgischen Friedrich-Wilhelms-Eisenbahn-Gesellschaft her. Dabei benutzte man weitgehend die Trasse der 1917 – wegen des Konkurses der Zuckerfabrik Woldegk – stillgelegten „Woldegker Kleinbahn“ mit. Diese war 1893 von Brohm über Klein und Groß Daberkow nach Woldegk in der Spurweite 750 mm angelegt worden. Die Abzweige in Klein Daberkow nach Matzdorf und Schönhausen wurden nicht reaktiviert.

Weitere Entwicklung nach 1945

Drehgestell eines MPSB-Wagens, bei der Parkeisenbahn in Halle/S.

Mit Kriegsende 1945 wurde der Betrieb eingestellt und die Schienen zu Reparationszwecken abgebaut. Nur die 36 km lange Strecke Friedland – Dennin – Anklam blieb verschont und wurde von der landeseigenen Mecklenburg-Vorpommerschen Treuhandgesellschaft mbH verwaltet.

Weil aber die Versorgung der Bevölkerung über die Straßen nicht gesichert werden konnte, ordnete 1946 die Sowjetische Militärregierung den Wiederaufbau der wichtigsten Strecken an. Doch nur ein kleiner Teil wurde wieder hergestellt und am 7. November 1947 fuhren Personen- und Güterzüge auf der Stammstrecke von Friedland nach Ferdinandshof.

Nach der Verbesserung der Landstraßen verloren die Kleinbahnen ihre Bedeutung. Die Deutsche Reichsbahn, die seit dem 1. April 1949 Inhaber der Strecken geworden war, begann in den sechziger Jahren, nach und nach den Verkehr auf diesem Rest von nur noch rund 65 km Länge stillzulegen. Am 30. November 1960 war es zwischen Friedland und Uhlenhorst so weit, am 29. Mai 1965 endete auf dem anschließenden Abschnitt Uhlenhorst – Ferdinandshof der Personenverkehr und am 1. Juni 1966 auch der Güterverkehr. Der Personenverkehr wurde zuletzt nur noch auf der Strecke Anklam – Dennin – Friedland bis zum 31. Mai 1969 und der Güterverkehr bis zum 29. September 1969 aufrecht erhalten.

Zeittafel

  • 1888 Eröffnung als nichtöffentliche Feldbahn
  • 1894 Aufnahme des Personenverkehrs
  • um 1910 galt die MPSB als modernste Schmalspurbahn in Deutschland
  • 1945 Abbau fast aller Strecken als Reparationsleistung
  • 1946 Wiederaufbau von Friedland nach Ferdinandshof
  • 1970 endgültiger Streckenabbau
  • seit 1999 Wiederaufbau eines Teilstücks durch einen Eisenbahnverein mit Museumsbetrieb (Schwichtenberg - Uhlenhorst)

Literatur

  • Wolfgang Bäumer, Siegfried Bufe: Eisenbahnen in Pommern. Bufe, Egglham und München 1988, S. 155 ff. ISBN 3-922138-34-9
  • Klaus Kieper, Reiner Preuß: Schmalspurbahnarchiv.VEB Transpress, Berlin 1980, S. 105 ff. Lizenzausgabe:Schmalspur zwischen Ostsee und Erzgebirge alba, Düsseldorf 1980 ISBN 3-87094-069-7
  • Machel, Wolf-Dietger: Die Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn. 2. Auflage, Stuttgart 1997. ISBN 3-613-71053-6
  • Machel, Wolf-Dietger: Die Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn. Sonderausgabe der Friedländer Heimatblätter. Friedland 1992
  • Machel, Wolf-Dietger: Die Schmalspurbahnen der Zuckerfabriken an der MPSB. Herdam Fotoverlag, Gernrode 2002. ISBN 3-933178-11-8

Weblinks


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