Bahnstrecke Figueira da Foz–Pampilhosa
Haltepunkt Costeira (km 11,6)
Ramal da Figueira da Foz
Figueira da Foz–Pampilhosa
Strecke der Ramal da Figueira da Foz
Streckenlänge: 50,4 km
Spurweite: 1668 mm
Legende
0,0 Figueira da Foz
0,5 Linha do Oeste nach Fontela
Ponte Edgar Cardoso (IC2)
Figueira da Foz - Coimbra (A14)
6,4 Maiorca
7,4 Túnel de Alhadas 519 Meter
8,4 Alhadas-Brenha
11,6 Costeira
15,8 Santana-Ferreira
19,6 Liceia
23,7 Bebedouro
26,7 Arazede
29,3 Casal
31,0 Limede-Cadima
35,4 Cantanhede
Nationalstraße N324
39,8 Cordinhã
41,4 Murtede
42,8 Enxofães
44,6 Silvã-Feiteira
46,5 Mala
Linha do Norte von Porto
Bahnhof, Station
50,4 Pampilhosa
Strecke – geradeaus
Linha do Norte nach Coimbra,
Linha da Beira Alta nach Guarda
Haltepunkt Santana-Fereirra (km 15,8)

Die Ramal da Figueira da Foz, selten auch Ramal de Cantanhede, zu deutsch Nebenstrecke von Figueira da Foz beziehungsweise Nebenstrecke von Cantanhede, ist eine portugiesische Eisenbahnstrecke zwischen der portugiesischen Hafenstadt Figueira da Foz und der Stadt Pampilhosa via Cantanhede. Die 50,4 Kilometer lange Strecke wurde 1882 als Teil der Linha da Beira Alta eröffnet und wird bis heute von Dieselfahrzeugen auf der gleichen Strecke bedient.

Aufgrund von Sanierungsarbeiten ist der Verkehr auf der Strecke seit dem 5. Januar 2009 für unbestimmte Zeit eingestellt.[1]

Geschichte

Die Konzession für den Bau der neuen, zweiten grenzüberschreitenden Eisenbahnstrecke nach Spanien, erhielt 1878 die Sociétè Financiére de Paris, die wiederum dafür 1879 die Companhia dos Caminhos de Ferro Portugueses da Beira Alta gründete.[2] Die Bauarbeiten begannen am 10. August 1880 und damit erheblich später als der weiter im Landesinneren gelegene Teil zwischen der Grenze und Pampilhosa; dort begannen die Bauarbeiten bereits am 3. Oktober 1878. Die Ramal da Figueira da Foz, früher noch fester Teil der Linha da Beira Alta, wurde am 3. Juli 1882 in Anwesenheit des Monarchen D. Luís und der königlichen Familie auf einer Eröffnungsfahrt zwischen Figueira da Foz und Vilar Formoso eröffnet. Die Strecke zwischen Figueira da Foz und Pampilhosa hatte maßgeblich der Ingenieur Saraiva de Carvalho entworfen.[3]

Die Eröffnung der Strecke, die nun vom Atlantik über Pampilhosa und Guarda bis zur spanischen Grenze reichte, kam dem Hafen von Figueira da Foz sehr zu Nutzen, der in Folge dessen erheblich an Kunden gewannen. Gleichzeitig entwickelte sich die Stadt Figueira, deren Zentrum zuvor sich mehr an der Mündung des Mondego befand, mehr in Richtung Osten entlang des Flussufers. Die ersten Zugverbindungen führten meist entweder zur spanischen Grenze oder über eine Gleisverbindung im Bahnhof Pampilhosa in die nächstgrößere Stadt Coimbra beziehungsweise über die Ramal de Lousã bis nach Lousã.

1891, durch die Eröffnung der kürzeren und geografisch günstiger gelegenen Ramal de Alfarelos, welche die beiden Strecken Linha do Oeste (Figueira da FozLeiriaLissabon) und Linha do Norte (PortoCoimbraEntroncamentoLissabon) verband, erfuhr die Ramal da Figueira da Foz einen erheblichen Bedeutungsverlust. Vom Figueira da Foz war es nun wesentlich schneller mit den Zug über Alfarelos zu fahren, statt zunächst über die Nebenstrecke via Cantanhede und Pampilhosa. 1946 ließ der portugiesische Staat die bereits bankrotte Privatgesellschaft, die immer noch den Betrieb auf der Strecke ausführte, in die neugegründete, staatliche Companhia dos Caminhos-fe-Ferro Portugueses (CP), Vorgängerin der heutigen Comboios de Portugal, integrieren.

Seit den siebziger Jahren ist die Ramal da Figueira da Foz offiziell von der Linha da Beira Alta getrennt, durchgängige Züge zwischen Spanien und Figueira da Foz gab es kaum noch. Besonders nach der Nelkenrevolution und der darauf folgenden Stilllegungswelle kleiner Nebenbahnen war auch die Nebenstrecke nach Figueira bedroht. Durch Sparmaßnahmen ist die Strecke heute komplett eingleisig, offiziell gibt es nur noch die drei Bahnhöfe (estações) Figueira da Foz, Cantanhede und Pampilhosa. Die restlichen wurden zu Haltepunkten (apeadeiros) degradiert.

Dennoch erfolgten seit 2000 einzelne Renovierungsmaßnahmen, so sind die Haltepunkte von Maiorca, Alhadas, Santana-Feireira, Bebedouro und Cordinhã saniert worden. Seit 2007 ist der Abschnitt Figueira da Foz–Cantanhede eingestellt, um den einzigen Tunnel der Strecke, den 519 Meter langen, eingleisigen Túnel de Alhadas, zu sanieren.[4] Die Sperrung erfolgte zwar, aber die Bauarbeiten wurden nicht begonnen. Erst seit dem 5. Januar 2009 begann die Sanierung, laut des Verkehrsministeriums einschließlich einer gründlichen Generalsanierung der Strecke, um einen Güterverkehr zwischen Spanien und Figueira da Foz zu ermöglichen. Aus diesem Grund wird der Verkehr auf der gesamten Strecke eingestellt. Wann jedoch wieder Züge auf der Strecke fahren, ist ungewiss.[1] Für den Anschluss an den Güterterminal von Figueira da Foz soll zudem eine direkte Gleisverbindung zwischen der Linha do Oueste und der Ramal da Figueira da Foz entstehen, da dis bisher nur über eine „Spitzkehre“ im Bahnhof von Figueira möglich ist.[5]

Bis Januar 2009 gab es jeweils drei Zugverbindungen zwischen Figueira da Foz und Coimbra-A pro Richtung, die meist von Dieseltriebwagen des Typs 0350 (Allan) gefahren wurden.

Zukunft

Der 2006 sanierte Haltepunkt Alhadas (km 8,4)

2007 kündigte die Infrastrukturgesellschaft REFER an, die Strecke zwischen 2008 und 2009 zu sanieren, so solle sie eine weitere Möglichkeit zur Stärkung des Güterverkehrs zwischen Spanien und Portugal darstellen und die ebenso teils eingleisige Ramal de Alfarelos entlasten. Dabei soll unter anderem die derzeitige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h erhöht werden.[6][7] Eine Elektrifizierung der Strecke steht ebenfalls noch aus – es sind jeweils nur wenige Meter am Anfang und Ende der elektrifiziert – und wird von verschiedenen Verbände und Parteien, unter anderem der PCP, gefordert.[8] Für eine Erhöhung der Taktdichte auf der Strecke sind jedoch weitere Kreuzungsmöglichkeiten einzurichten, die einzige Zugkreuzung kann heute nur am Bahnhof Cantanhede und an den jeweiligen Start-und Endpunkten stattfinden.

Unabhängig von der früheren Stilllegungdiskussion beziehungsweise den Sanierungsplänen der REFER, hat das portugiesische Verkehrsministerium für das in Bau befindliche Regionalstadtbahnprojekt Metro Mondego die Möglichkeit einer Verlängerung nach Figueira da Foz vorgeschlagen. Im Gegensatz zur parallel verlaufenden Ramal de Alfarelos gäbe es keine Konkurrenz durch die selten verkehrenden Regionalzüge der CP, es könnten – mit einem dichten Takt – neue Fahrgastpotenziale erschlossen werden. Eine Umspurung auf die für das Metro Mondego-System angedachte europäische Spurweite würde jedoch den Plänen eines regeren Güterverkehrs von Spanien an die portugiesische Küste entgegenstehen.

Einzelnachweise

  1. a b Nelson Morais: Ramal sem comboios por tempo incerto, [Nebenbahn für unbestimmte Zeit ohne Züge], Jornal de Notícias, 3. Januar 2009
  2. Kurze Abhandlung der wichtigsten Geschehnisse der Linha da Beira Alta
  3. José Reibeiro da Silva und Manuel Ribeiro: Os Comboios em Portugal - Do Vapor à Electricidade; Volume 1, [Die Eisenbahnen in Portugal – Von Dampf zur Elektrizität; Band 1], Terramar Verlag, Lissabon 2008, ISBN 9789727104109
  4. Ausschreibung der Tunnelsanierung auf den Seite der portugiesischen Regierung
  5. Pressemeldung: Ramal da Figueira da Foz – Esclarecimento, [Ramal da Figueira da Foz – Aufklärung], REFER.pt, 14. Januar 2009
  6. Carina Fonseca: Ramal da Figueira vai ser requalificado, [Nebenstrecke von Figueira wird saniert], Jornal de Notícias, 28. Oktober 2007
  7. Ramal da Figueira da Foz da linha da Beira Alta vai ser requalificado em 2008, [Nebenbahn von Figueira da Foz der Strecke der Beira Alta wird 2008 saniert], Jornal O Figueirense, 27. Oktober 2007
  8. Forderungen der PCP zur Stärkung des Eisenbahnverkehrs im Raum Coimbra (pdf, portugiesisch), PCP, 29. Februar 2008

Weblinks


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