Bahnstrecke Gaschwitz–Meuselwitz
Gaschwitz–Meuselwitz
Strecke der Bahnstrecke Gaschwitz–Meuselwitz
Kursbuchstrecke (DB): 511 (1976)
Streckennummer: 6821; sä. GM
Streckenlänge: 27,768 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 11,3 
Minimaler Radius: 300 m
Legende
Strecke – geradeaus
von Leipzig
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Leipzig-Plagwitz
Bahnhof, Station
0,06 Gaschwitz 121 m
   
nach Hof
   
1,42 EÜ Großdeubener Weg
   
4,68 (Anfang Strecke 6821)
   
5,27 Zwenkau (b Leipzig) 135 m
   
9,36 Rüssen-Kleinstorkwitz 135 m
   
von Pegau
   
13,42 Groitzsch 135 m
   
nach Neukieritzsch
   
17,38 Käferhain 160 m
   
Landesgrenze SachsenThüringen
   
20,65 Lucka (Kr Altenburg) (ehem. Bf) 155 m
   
22,79 Wintersdorf (Kr Altenburg)
   
Kohlebahn
   
24,32 Meuselwitz-Heurekagrube 180 m
   
24,8 Meuselwitz Gießerei 170 m
   
von Altenburg und von Ronneburg
Kilometer-Wechsel
27,80 (Streckenende)
Bahnhof, Station
27,83 Meuselwitz 184 m
Strecke – geradeaus
nach Zeitz

Die Bahnstrecke Gaschwitz–Meuselwitz war eine Nebenbahn in Sachsen und Thüringen. Sie verlief von Gaschwitz über Groitzsch nach Meuselwitz.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schon bei der Projektierung der preußischen Strecke Leipzig–Gera war eine Führung weiter östlich über Zwenkau diskutiert worden. Sie wurde dann allerdings bis 1873 auf dem linken Ufer der Weißen Elster realisiert.

Schon 1869 forderten die Eigentümer der bei Zwenkau gelegenen Braunkohlenwerke allerdings eine direktere Eisenbahnverbindung nach Leipzig. Da der sächsische Staat und auch private Investoren wenig Interesse am Streckenbau zeigten, gründeten die Städte Zwenkau, Groitzsch, Lucka und Meuselwitz 1872 die Leipzig-Meuselwitzer Eisenbahngesellschaft. Am 19. April 1872 erhielt sie die Konzession erteilt.

Am 27. September 1874 wurde die Strecke eröffnet. Den Betrieb führten die Staatseisenbahnen auf Rechnung der Gesellschaft aus. Bereits am 1. Januar 1876 wurde die Leipzig-Meuselwitzer Eisenbahngesellschaft durch den sächsischen Staat erworben und die Strecke gelangte ins Eigentum der Kgl. Sächsischen Staatseisenbahnen.

Wegen eines neu aufgeschlossenen Braunkohletagebaues wurde die Strecke am 14. Januar 1957 zwischen Gaschwitz und Zwenkau stillgelegt und wenig später abgetragen. Als Ersatz errichtete man in Pegau eine Verbindungskurve von der Strecke Neukieritzsch–Pegau zur Strecke Gera–Leipzig, um weiterhin direkte Zugfahrten von Meuselwitz in Richtung Leipzig zu ermöglichen. Reisezugverkehr fand dann noch zwischen Zwenkau und Meuselwitz statt.

Ab 22. Mai 1966 verkehrten Personenzüge nur noch zwischen Groitzsch und Meuselwitz, die allerdings meist von und nach Pegau durchgebunden wurden. Der Reiseverkehr zwischen Groitzsch und Zwenkau wurde nunmehr mit Bussen abgewickelt.

1976 musste auch der südliche Streckenabschnitt wegen eines Tagebaues unterbrochen werden. Am 27. September 1976 wurde der Reisezugverkehr zwischen Groitzsch und Meuselwitz eingestellt. Fortan bestanden nur noch die Streckenabschnitte Zwenkau–Groitzsch und Lucka–Meuselwitz, die weiter im Güterverkehr betrieben wurden.

Erst nach der politischen Wende im Osten Deutschlands 1990 verloren die Reststrecken ihre Bedeutung für den Güterverkehr. Der Güterverkehr zwischen Lucka und Meuselwitz wurde am 23. Mai 1993 eingestellt. Am 12. August 1998 wurde die Stilllegung der Strecke Zwenkau–Groitzsch durch das Eisenbahnbundesamt genehmigt, nachdem sie seit Anfang des Jahres auch nicht mehr im Güterverkehr bedient wurde; juristisch vollzogen wurde sie zum 30. September 1998[1]. In Meuselwitz übernahm 2001 der Kohlebahn Haselbach e.V. einen Teil der Trasse. Heute liegt dort ein Gleis in 900 mm-Spur.

Siehe auch

Literatur

  • Erich Preuß, Rainer Preuß: Sächsische Staatseisenbahnen. transpress Verlagsgesellschaft mbH, Berlin 1991, ISBN 3-344-70700-0.

Einzelnachweise

  1. http://www.eisenbahn-bundesamt.de/Service/files/file_info/download.php?file=11_stillgelegte_strecken.xls

Weblinks


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