Bahnstrecke Gefrees-Falls
Falls–Gefrees
Kursbuchstrecke (DB): 817
Streckennummer: 5005
Streckenlänge: 5,3 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 23,3 
Minimaler Radius: 200 m
Legende
Strecke – geradeaus
von Bamberg
Falls (ehem. Bf) 548 m
nach Hof Hbf
2,3 Bundesautobahn 9
2,5 Streitau 506 m
4,2 Ölschnitz-Viadukt (483 m)
5,3 Gefrees 500 m

Die Bahnstrecke Falls–Gefrees war eine Nebenbahn in Bayern. Sie ist eine der ehemaligen Stichbahnen ins Fichtelgebirge. Sie lag auf dem heutigen Gemeindegebiet der Stadt Gefrees.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Eisenbahnstrecke wurde seit 1901 unter der Führung der Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen erbaut und am 5. Juli 1902 feierlich offiziell eröffnet. Der Verkehr auf der Staatsbahnstrecke war gering, es pendelte immer nur ein Zug. Bis in die 1950er Jahre wurde der Verkehr mit Dampflokomotiven, später mit Diesellokomotiven bewältigt, wobei auf Grund des geringen Personenaufkommens viele Jahre eine V 60 mit einem zweiachsigen Personenwagen ausreichte. Die Deutsche Bundesbahn stellte 1973 den Personenverkehr ein. Mit dem 6-streifigen Ausbau der Bundesautobahn 9 (A 9) Mitte der 1990er Jahre wäre ein Neubau der Unterführung unter der Autobahn notwendig geworden. Da sich dafür kein Kostenträger fand, wurde 1993 im Rahmen der Gesamtstilllegung der verbleibende Güterverkehr eingestellt, und die Strecke danach abgebaut. Mittlerweile wurde auch der zuletzt stark zurückgebaute Abzweigbahnhof Falls für den Personenverkehr stillgelegt. In den vorhergehenden Jahren hatten Züge in Falls nur noch bei Bedarf gehalten.

Streckenbeschreibung

Die Strecke war 5,3 Kilometer lang und überwand in ihrem Verlauf Höhenunterschiede von zusammen 80 Metern. Am Nordrand des Fichtelgebirges gelegen zweigte die Lokalbahn im 548 m hoch gelegenen Bahnhof Falls in Richtung Nord-Osten von der Ludwig-Süd-Nord-Bahn ab. Diese verband die Lokalbahn unter anderem mit den Orten Hof und (über die berühmte Schiefe Ebene) Neuenmarkt, die nächsten Bahnhöfe sind Marktschorgast in Richtung Neuenmarkt und Stammbach in Richtung Hof.

Nach einem 2 Kilometer langen gewundenen Gefälle unterquerte die Strecke am Kilometer 2,3 die A 9. Die Unterführung der Autobahn lag am nördlichen Ende des heute dort gelegenen Autobahnparkplatzes „Streitau“. Unmittelbar nach der Autobahn am Streckenkilometer 2,5 befand sich die in 506 Metern Höhe gelegene Station Streitau. Danach folgte ein weiteres, 1,5 Kilometer langes Gefällestück hinab ins Ölschnitztal auf 482 Meter Höhe, wo die Ölschnitz, ein Nebenfluss des Weißen Mains bei Kilometer 4,2 auf einem kurzen Steinviadukt überquert wurde. Nach einem knapp 1000 m langen Anstieg erreichte die Lokalbahn schließlich bei Kilometer 5,3 ihren Endpunkt Gefrees auf einer Höhe von 500 Metern über Normalnull. Hier befanden sich mehrere Güterladegleise, ein Lokschuppen und private Anschlussgleise.

Ein Weiterbau der Lokalbahn nach Weißenstadt und eine Verbindung mit der Bahnstrecke Kirchenlamitz–Weißenstadt war geplant, wurde aber nicht verwirklicht.

Literatur

  • Dennis Philipp, Martin Müller: Lokalbahn Falls – Gefrees: Die kleine Nebenbahn mit der großen Vielfalt. Herausgegeben vom MEC 01 Münchberger Eisenbahnfreunde e. V., 2004.

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