Bahnstrecke Halberstadt–Vienenburg
Halberstadt–Vienenburg
Kursbuchstrecke (DB): 330
Streckennummer: 6344
Streckenlänge: 34,3 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Legende
Strecke – geradeaus
von Halle und Thale
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
86,6 Abzw Halberstadt Ost nach Blankenburg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Blankenburg
Bahnhof ohne Personenverkehr
87,7 Halberstadt Rbf
Bahnhof, Station
88,9 Halberstadt 110 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Magdeburg
   
Halberstadt Friedhof
Bahnhof ohne Personenverkehr
96,2 Ströbeck 142 m
Bahnhof, Station
103,4 Heudeber-Danstedt 188 m
   
nach Wernigerode
   
105,1 Abzw Mulmke nach Mattierzoll
   
108,2 Langeln
   
111,5 Wasserleben
   
nach Osterwieck
   
115,2 Schauen
   
von Wernigerode
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120,1 Landesgrenze
Sachsen-Anhalt–Niedersachsen
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von Braunschweig
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A 395
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BSicon exSTR.svgBSicon exDST.svgBSicon STR.svg
123,2 Vienenburg Gbf
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Vienenburg 137 m
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nach Langelsheim
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nach Bad Harzburg
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nach Goslar

Die Bahnstrecke Halberstadt–Vienenburg ist eine 34 Kilometer lange Hauptbahn nördlich des Harz. Die im Jahre 1869 eingeweihte Strecke ist nur noch zwischen Halberstadt und Heudeber-Danstedt und auf einem drei Kilometer langen Abschnitt bei Vienenburg in Betrieb. Beide Abschnitte sind eingleisig und nicht elektrifiziert. Der Verkehr zwischen Heudeber-Danstedt und Vienenburg nutzt seit 1996 die weiter südlich verlaufende Bahnstrecke über Wernigerode.

Geschichte

Bahnhof Vienenburg

Bereits 1841 beziehungsweise 1843 wurden die beiden späteren Streckenendpunkte Vienenburg und Halberstadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Ebenfalls 1843 ging eine Strecke von Oschersleben über Jerxheim nach Wolfenbüttel in Betrieb, wodurch bereits eine – wenn auch weit nördlich verlaufende – Schienenverbindung bestand. Dennoch gab es weiterhin Planungen für eine Bahnstrecke näher am Harz, die Halberstadt direkt in Richtung Westen anschließen sollte.

1864 konnte ein Staatsvertrag zwischen Preußen und Braunschweig geschlossen werden, der eine Bahnverbindung Halberstadt–Vienenburg vorsah. Eine halbwegs flache Trasse mit Abstand vom Harz wurde über Heudeber-Danstedt und Wasserleben ausgewählt. Das Königreich Hannover, auf dessen Grund sich Vienenburg damals befand, lehnte dieses Vorhaben zunächst jedoch ab. Erst nach dem Sieg Preußens im Deutschen Krieg und der daraus resultierenden Annexion Hannovers, konnte die Magdeburg-Halberstädter Eisenbahngesellschaft (MHE) 1867 mit dem Bau beginnen. Am 1. März 1869 wurde diese Verbindung in Betrieb genommen. Bereits zwei Jahre zuvor eröffnete die MHE die östliche Verlängerung der Bahn in Richtung Halle (Saale). Ab 1875 stand von Vienenburg aus zudem die Verbindung in Richtung Hildesheim über die Bahnstrecke Vienenburg–Langelsheim zur Verfügung. Der direkte Schienenweg Halle–Hannover war damit komplett.

Die Strecke erlitt während des Zweiten Weltkrieges kaum Schäden. Durch die Teilung Deutschlands wurde sie allerdings nach 1945 zwischen Vienenburg auf westdeutscher und Wasserleben auf ostdeutscher Seite unterbrochen und später abgebaut.

Nach der Wende gab es Bestrebungen, die Verbindung zwischen Halberstadt und Vienenburg wieder zu reaktivieren. Da die Bahn allerdings größere Orte wie Wernigerode und Ilsenburg auslässt, fiel die Entscheidung zu Gunsten der südlich verlaufenden Bahnstrecke Heudeber-Danstedt–Ilsenburg aus. Diese führte bis 1945 ebenfalls über die Landesgrenze hinaus nach Bad Harzburg.

Da die Trasse der alte Strecke im Bereich Bad Harzburg nicht mehr nutzbar war, beschloss die Deutsche Bahn den Bau einer Neubaustrecke, die ab Stapelburg aus der ursprünglichen Strecke ausfädelt und in Richtung Norden zur Verbindung Halberstadt–Vienenburg verläuft. Kurz vor der Landesgrenze fädelt sie in die alte Trasse ein und folgt dieser bis nach Vienenburg. Da die Strecke auf niedersächsischem Boden die alte Trasse nutzt, konnte das Vorhaben vor Ort als Renovierung einer bestehenden Strecke betrachtet werden, was wiederum die Einrichtung von Bahnübergängen ermöglichte. Am 2. Juni 1996 erfolgte die Eröffnung des rund zehn Kilometer langen Abschnittes. Die Personenzüge zwischen Halberstadt und Vienenburg nutzen seitdem von der alten Strecke den Abschnitt Halberstadt–Heudeber-Danstedt sowie den drei Kilometer langen Abschnitt auf niedersächsischem Boden und verkehren sonst über die südlich verlaufende Verbindung via Ilsenburg und Wernigerode.

Der Streckenabschnitt zwischen Heudeber-Danstedt und Wasserleben wurde bis zum 28. September 2002 noch von Personenzügen genutzt, die weiter über die Strecke der ehemaligen Osterwieck-Wasserlebener Eisenbahn nach Osterwieck fuhren. Dann wurde der Verkehr eingestellt, zum 30. Juni 2003 wurde die Strecke durch das Eisenbahn-Bundesamt stillgelegt.[1]

Die Verbindung von Halberstadt über Wernigerode nach Vienenburg wurde im Jahre 2007 für den Betrieb mit Neigetechnikzügen umgebaut. Zum Fahrplanwechsel 2008 verkürzte sich die Fahrzeit auf Grund des Abschlusses von Sanierungsarbeiten nochmal.[2] Zwischen Halle, Halberstadt und Hannover verkehren im jeweils Zwei-Stunden-Takt Regional-Express-Züge der Deutschen Bahn (HarzExpress) sowie Nahverkehrszüge des Nordharznetzes der Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt mit Halt an allen Stationen. Beide Linien verkehren alle zwei Stunden. Am Wochenende betreibt Veolia eine Ausflugsverbindung zwischen Berlin und Wernigerode, die den Abschnitt Halberstadt–Heudeber-Danstedt mitnutzt.

Literatur

  • Dirk Endisch: Die Strecke Halberstadt–Vienenburg. Verlag Dirk Endisch, Stendal 2009, ISBN 978-3-936894-36-6.
  • Josef Högemann: Eisenbahnen im Harz (I). Band 1: Die Staatsbahnstrecken. Verlag Kenning, Nordhorn 1995, ISBN 3-927587-43-5.
  • Wolfgang Fiegenbaum, Wolfgang Klee: Rückkehr zur Schiene. Reaktivierte und neue Strecken im Personenverkehr 1980–2001. transpress, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-71185-0.

Einzelnachweise

  1. Liste der stillgelegten Strecken in Sachsen-Anhalt beim Eisenbahn-Bundesamt, im Netz
  2. Nordharzstrecke für den Neigetechnikverkehr freigegeben

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