Stavanger
Wappen Karte
Wappen der Kommune Stavanger
Stavanger (Norwegen)
Stavanger
Stavanger
Basisdaten
Kommunennummer: 1103 (auf Statistik Norwegen)
Provinz (fylke): Rogaland
Verwaltungssitz: Stavanger
Koordinaten: 58° 58′ N, 5° 44′ O58.9694444444445.7319444444445Koordinaten: 58° 58′ N, 5° 44′ O
Fläche: 71,4 km²
Einwohner:

126.148 (1. Jan. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 1767 Einwohner je km²
Sprachform: Bokmål
Webpräsenz:
Politik
Bürgermeister: Christine Sagen Helgø (H) (2011)
Lage in der Provinz Rogaland
Lage der Kommune in der Provinz Rogaland

Stavanger (Zum Anhören bitte klicken! [staˈvaŋər]) ist mit 126.148 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2011) die viertgrößte Stadt Norwegens. Sie liegt am Nord-Jæren in der Fylke (Provinz) Rogaland. Die Stadt ist gleichzeitig eine eigenständige Kommune.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Stavanger liegt auf dem Festland und den bebauten Inseln Hundvåg, Buøy, Austre Åmøy, Langøy, Bjørnøy, Roaldsøy, Ormøy, Steinsøy, Engøy, Sølyst, Grasholmen, Vassøy, Lindøy, Hellesøy, Tunsøy und Kalvøy.

Die Gesamtfläche beträgt 67,67 km² (davon 54,19 km² auf dem Festland und 13,48 km² verteilt auf Inseln). Binnengewässer machen zusammen 3,5 km² aus. Die größten sind Store Stokkavatn (2,19 km²), Hålandsvatnet (0,63 km², Stavangers Teil) und Mosvatnet (0,46 km²). Mitten im Zentrum neben dem Dom liegt das Breiavatnet.

Das Gelände ist flach. 49 Prozent liegen unter 20 Meter, und nur 7 Prozent über 60 müM. Der höchste Punkt Stavangers ist der Ullandhaug (139 müM.), gefolgt vom Jåttånuten (138).

Keine norwegische Kommune hat solch einen hohen Anteil an bebautem Stadtareal wie Stavanger. 43,23 km² (60,55 Prozent) sind bebaute Fläche. Der Rest verteilt sich auf landwirtschaftliche Fläche und Grünflächen.

Umgebung

Nahe der Stadt befinden sich viele Skigebiete, außerdem der Lysefjord mit dem Preikestolen, einem großen überhängenden Felsen.

Stadtgliederung

Die Bezirke heißen wie folgt:

Stadtteil Bevölkerung[2]
Hundvåg 12 631
Tasta 13 665
Eiganes og Våland 20 806
Madla 28 285
Storhaug 13 428
Hillevåg 18 463
Hinna 20 008
Summe 119 586

Geschichte

Stavanger erhielt das Stadtrecht im Zusammenhang mit der Etablierung des Bischofssitzes. Das Bistum Stavanger wurde zwischen 1122 und 1125 geschaffen. In der Amtszeit des ersten Bischofs, Reinald fra Winchester, begann der Bau des Domes. 1125 ist seither die gebräuchliche Jahresangabe für die Stadtgründung. Zu dieser Zeit gab es zwei Straßen auf der Ostseite des Vågen. Kongsgården (der Königshof), der als Wohnstatt des Bischofs diente und das Olavskloster, mit der dazugehörenden St. Olavskirche waren die wichtigsten Gebäude neben dem Dom. Das Bistum Stavanger umfasste Gebiete die früher zum Bistum Bjørgvin gehört hatten und erstreckte sich von Haugesund im Westen bis Gjernestangen zwischen Risør und Kragerø, später bis Eidanger. Am 16. August 1425 erhielt Stavanger vollständiges Marktrecht, jedoch blieb die Einwohnerzahl weiterhin niedrig. Erst im 16. Jahrhundert begann die Stadt zu wachsen und die Anzahl der Bewohner stieg von 800 um 1600 auf mehr als 1.460 vor dem großen Brand im Jahre 1684. Eine 1700/1701 durchgeführte Volkszählung ergab, dass 1.385 Menschen in der Stadt lebten, davon 524 Kinder, 356 erwachsene Männer, 307 verheiratete Frauen, 102 unverheiratete Frauen, 77 weibliche und 19 männliche junge Bedienstete. 126 der erwachsenen Männer hatten nach Angaben der Zählung Bürgerstatus.

Wie viele andere europäische und nicht weniger norwegische Städte in dieser Zeit erlebte auch Stavanger schwere Krisen verursacht durch Seuchen, Brände und wirtschaftliche Schwankungen. 1618 und 1629 wütete die Pest in der Stadt. 1633 brannten zwei Drittel Stavangers nieder, einschließlich der alten mittelalterlichen Stadt. 1684 brach ein großes Feuer aus, das so verheerende Zerstörungen anrichtete, dass beschlossen wurde, die Stadt komplett niederzulegen. Darauf hin verlegten 1671 wichtige Staatsrepräsentanten („stiftsamtsmannen” und „lagdomstolen”) ihren Sitz nach Kristiansand. 1682 wurde auch der Bischofssitz nach Kristiansand verlegt. Im Jahre 1686 wurde der Stadt auch das Marktrecht aberkannt jedoch 1690 wieder zurückgegeben nachdem die Bevölkerung die Stadt nach dem großen Brand wieder aufgebaut hatte. 1695 starben rund 15 Prozent der Bevölkerung an Flecktyphus. Eine Reihe von Bränden suchten die Stadt heim, die schlimmsten davon 1716, 1766, 1768, 1833 und 1860. Das ist auch der Grund dafür, dass das älteste Haus der Stadt aus dem 18. Jahrhundert stammt.

Erst vom 18. Jahrhundert an gab es einen wirtschaftlichen Aufschwung, der für ein beständiges Wachstum der Stadt sorgte. Stavanger blühte auf, erst durch Fischfang (Hering), später die Schifffahrt und schließlich durch die Konservenindustrie.

Die Einwohnerzahl stieg im 19. Jahrhundert um das Neunfache an: von 2.406 (3.916 innerhalb der heutigen Stadtgrenzen) im Jahre 1801 auf 36.202 im Jahre 1900. Mit wachsender Einwohnerzahl begannen sich auch zahlreiche religiöse Gemeinschaften zu etablieren. 1818 bildete sich die Quäkergemeinde. 1842 wurde die norwegische Missionsgesellschaft gestiftet und 1844 die norwegische Israelsmission.

1825 fuhr das Schiff „Restauration“ mit Emigranten aus Stavanger nach New York. Das war der Auftakt für eine große Auswanderungswelle von Norwegern in die USA.

Stavanger war Hurtigrutenhafen von 1896 bis 1919.

Stavanger blieb bis zum Anfang der 50er Jahre eine Industriestadt und wandelte sich dann nach und nach in ein Verwaltungszentrum.

Nach den Ölfunden in den 60er Jahren veränderte sich Stavanger zu einer modernen Großstadt. Heute leben im Großraum Stavanger ca. 200.000 Menschen.

Politik

Bürgermeister Stavangers ist seit 1995 Leif Johan Sevland von der Rechtspartei Høyre. Im Jahr 2007 wurde er zuletzt in diesem Amt bestätigt. Der Stadtrat setzt sich wie folgt zusammen:

Høyre (23 Sitze), Arbeiderpartiet (15 Sitze), Fremskrittspartiet (11 Sitze), Venstre (6 Sitze), Kristelig Folkeparti (5 Sitze), Sosialistisk Venstreparti (4 Sitze), Senterpartiet, Pensjonistpartiet, Rødt (je 1 Sitz)

Stavanger ist Sitz des Oberkommandos der Norwegischen Streitkräfte.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Jedes Jahr im Mai findet das MaiJazz-Festival [3] statt, eine große internationale Veranstaltung für Jazzmusik, außerdem Anfang August das Internationale Kammermusik-Festival[4].

Stavanger trug im Jahr 2008 zusammen mit Liverpool den TitelKulturhauptstadt Europas.

Das alte Stadtzentrum östlich des alten Hafens und das Viertel Gamle Stavanger (altes Stavanger) bilden das historische Zentrum. Gamle Stavanger rund um Øvre und Nedre Strandgate wird von weiß gestrichenen Holzhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert bestimmt, die sorgfältig unterhalten werden. In Gamle Stavanger steht das Konservenmuseum.

Mittelpunkt der Stadt ist der Dom (Stavanger domkirke), der um 1125 errichtet wurde. Im Norwegischen Ölmuseum ist die Geschichte der Ölförderung in Norwegen und teilweise auch in anderen Ländern mit vielen Details abgebildet. Es gibt viele Modelle und Originalgerätschaften. Das Leben auf einer Bohrinsel wird in einer begehbaren Mini-Bohrinsel dargestellt.

Stavanger Stadtplan

Sport

Stavanger ist jährlich Austragungsort des FIVB-Beachvolleyball-Grand Slam.

Wirtschaft und Infrastruktur

Viele internationale Ölfirmen haben ihren Sitz in Stavanger, darunter auch das größte norwegische Unternehmen StatoilHydro, da die meisten Ölvorkommen Norwegens etwa 300 km westlich von Stavanger in der Nordsee liegen. 1999 wurde das Norwegische Ölmuseum eingeweiht. Die Stadt ist weiter bekannt für die Produktion von Konserven. In den 50er Jahren gab es über 50 Konservenfabriken in der Stadt, die letzte wurde jedoch 2002 geschlossen. In der größten Holzhaussiedlung in Altstavanger existiert in einer alten Konservenfabrik noch ein Konservenmuseum (Norsk Hermetikkmuseum).

Verkehr

Der Vågen (alter Hafen, am unteren linken Bildrand die Altstadt)

Obwohl Stavanger nur nach Süden eine Landverbindung hat, ist es verkehrlich sehr gut in alle Himmelsrichtungen angebunden.

Vom Schiffsterminal an der Altstadt gibt es zahlreiche Fähr- und Autofährverbindungen hauptsächlich zu Zielen in der nordöstlich angrenzenden Fjordlandschaft Ryfylkes.

Im Vågen, dem alten Hafen, legen große Kreuzfahrtschiffe und regelmäßig verkehrende Linienschiffe, von Dänemark und Großbritannien kommend, an. Da das Hafenbecken sehr tief ist, können die großen Schiffe praktisch bis zum Markt fahren und dort vor Anker gehen. Von hier aus verkehren auch Touristenboote zum Lysefjord und Prekestolen. Für den privaten Bootverkehr gibt es Norwegens größten Boot- und Jachthafen in Stavanger-Paradis. Die großen Fährschiffe legen mittlerweile (2011) im neuerbauten Hafen in Risavika / Sola an. Vom Campingplatz in Stavanger etwa 10 km über die Straße 509 erreichbar. An den Schienenverkehr ist Stavanger über die Sørlandsbanen, die von Oslo kommend, über Kristiansand die gesamte Küste Südnorwegens entlangführt, angeschlossen. Sie endet in Stavanger am Bahnhof Jernbanestasjon.

Neben dem Bahnhof gibt es einen Busterminal, von wo aus zahlreiche Überlandlinien Stavanger mit der Umgebung verbinden.

Die Europastraße 39 führt von Süden kommend durch Stavanger und bietet über drei Unterseetunnel und zwei Fährlinien eine direkte Verbindung nach Bergen. Neben der E 39 sind auch einige andere Straßen in der Region um Stavanger mautpflichtig.

Einige Kilometer außerhalb befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Sola der drittgrößte Flughafen Norwegens (Flughafen Stavanger, IATA-Code: SVG), der hauptsächlich als Drehscheibe zwischen den vor der Küste liegenden Bohrplattformen und dem internationalen Linienflugnetz dient. Nach und nach gibt es immer mehr Direktflugverbindungen zu europäischen Zielen.

Bildung

Die Universität Stavanger wurde am 17. Januar 2005 eröffnet.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Lars Hertervig (1830–1902), Maler, geboren auf Borgøy, lebte bis zu seinem Tod in Stavanger

Weblinks

 Commons: Stavanger – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistics Norway – Berekna folkemengd 1. januar 2011 og berekna folketilvekst i 2010. Fylke og kommunar
  2. Statistisk Sentralbyrå Norwegisch – Bevölkerung nach Geschlecht und Alter. Stavanger. 10.März 2009.
  3. http://www.maijazz.no/
  4. http://www.icmf.no

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