Bahnstrecke Jossa-Wildflecken
Sinntalbahn
Kursbuchstrecke (DB): 801
Streckennummer: 5211
Streckenlänge: 30,7 km
Bundesländer: Bayern, Hessen
Verlaufsrichtung: West-Nordost
Ausbau: eingleisig, nicht elektrifiziert
Legende
Strecke – geradeaus
Bahnstrecke Flieden–Gemünden von Gemünden
Bahnhof, Station
0,0 Jossa
Bahnstrecke Flieden–Gemünden nach Fulda
2,4 Altengronau Süd
Sinn
Landesgrenze Hessen/Bayern
Sinntalbrücke Zeitlofs
6,7 Zeitlofs
9,2 Trübenbrunn bis 1922
9,9 Rupboden
12,3 Eckarts
13,3 Wernarz bis 1922
14,4 Brückenau Bad
15,4 Brückenau Sinntalhof bis 1922
B 27
17,1 Brückenau Stadt
18,0 Brückenau Ost bis 1942
20,3 Römershag
B 286
Sinntalbrücke A 7
23,5 Oberriedenberg
26,8 Oberbach
30,7 Wildflecken
Truppenübungsplatz
Oberwildflecken (nur Güterbahnhof)

Die Sinntalbahn war eine Nebenbahn, die im hessischen Jossa ihren Ausgangspunkt hatte und von dort aus über Altengronau ins bayerische Bad Brückenau und nach Wildflecken führte.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Am 1. August 1864 reichte die Stadtverwaltung von Brückenau eine Petition an die Regierung von Unterfranken über den Bau einer Bahnverbindung von Brückenau nach Jossa in Hessen ein. Doch erst am 18. November 1884 erhielten die Pläne mit der Gründung eines Eisenbahn-Komitee in Brückenau wieder Auftrieb. Die Baugenehmigung für die Strecke wurde am 8. März 1888 erteilt, so dass die Bauarbeiten am 1. Juli 1890 beginnen konnten. Eröffnet wurde die Strecke am 9. Oktober 1891, die Bedienung der Unterwegshalte erfolgte ab 15. Oktober 1891.

Über eine Verlängerung der Strecke nach Wildflecken wurde ab 1902 nachgedacht, wofür der bayerische Landtag am 17. Juni 1904 die Genehmigung erteilte. Die Bauarbeiten dafür begannen am 1. Oktober 1907 und konnten mit der Eröffnung der Strecke am 17. Dezember 1908 abgeschlossen werden. Die Aufnahmen des fahrplanmäßigen Verkehrs erfolgte zwei Tage später am 19. Dezember 1908. Eine Weiterführung der Strecke mit Anschluss an die Bahnstrecke Bad Neustadt–Bischofsheim in Bischofsheim an der Rhön wurde durch den Ersten Weltkrieg verhindert und danach nicht mehr weiterverfolgt.

Am 8. Oktober 1922 wurden die Haltepunkte Trübenbrunn, Eckarts, Wernarz, Sinnthalhof und Brückenau Ost aufgelöst, wovon Brückenau Ost am 1. Januar 1925 und Eckarts am 27. Februar 1927 wieder in Betrieb genommen werden. Über die Strecke erfolgte ab 1937 für den Bau der Reichsautobahn FuldaWürzburg und des Truppenübungsplatzes Wildflecken größtenteils die Anlieferung des Baumaterials. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Strecke durch Fliegerangriffe in Mitleidenschaft gezogen und am 3. April 1945 durch die Sprengung der Jossaer Eisenbahnbrücke vom restlichen Eisenbahnnetz abgetrennt. Der Inselverkehr konnte am 27. Oktober 1951 mit der Eröffnung der wiederaufgebauten Jossa-Brücke aufgegeben werden.

Der Niedergang der Strecke begann in den 1960er Jahren: neben der Umstellung des Wochenendverkehrs auf den Bahnbus wurden nach und nach alle Güterstellen entlang der Strecke aufgelöst. Die Einstellung des Personenverkehrs erfolgte zum 27. Mai 1988, der Güterverkehr wurde noch bis zum 4. Februar 2002 aufrecht erhalten. Am 16. November 2002 wurde die Strecke von der Deutschen Regionaleisenbahn gekauft. Bis zur endgültigen Stilllegung der Gesamtstrecke durch das Eisenbahnbundesamt am 31. März 2005 fanden immer wieder Sonderfahrten von Eisenbahnvereinen statt.

Zugkreuzung in Bad Brückenau mit VT 798 der OEF im Juli 1998

Streckenverlauf

Die Strecke verläuft von Jossa aus zunächst auf denselben Gleisen, wie die über Flieden nach Fulda verlaufende Bahnstrecke Flieden–Gemünden. Kurz hinter Jossa beginnt die eigene Trassierung, die durch das Sinntal und die Rhön verläuft. Die Strecke folgt außerdem größtenteils dem Fluss Sinn.

Weblinks

Literatur

Jürgen Lieb: Dampf und Diesel auf der Nebenstrecke Jossa – Bad Brückenau – Wildflecken. Eigenverlag, Auflage 2004.


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