Bahnstrecke Knappenrode–Sornoer Buden
Knappenrode–Abzw Sornoer Buden West
Stillgelegte Strecke bei Bluno
Stillgelegte Strecke bei Bluno
Kursbuchstrecke (DB): 231 (1969) 234 (2001)
Streckennummer: 6218
Streckenlänge: 37,479 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Legende
Strecke – geradeaus
von Falkenberg (Elster)
Bahnhof, Station
0,00 Knappenrode 123 m
Kilometer-Wechsel
0,87 (Beginn Strecke 6218)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Węgliniec und nach Bautzen
   
2,00 Lausitzer Grubenbahn
   
von Bautzen–Königswartha 125 m
   
3,66 Abzw Weißkollm (ehem. Bf) 125 m
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Trennung Ost- / Westgleis
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4,47 EÜ Staatsstraße 108 (12 m)
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4,79 Kleine Spree (16 m)
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9,42 Anst Tagebau Burghammer (1956/1959)
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Übergang Ost- / Westgleis
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9,68 Abzw Spreewitz Süd 118 m
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nach Graustein
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von Graustein
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12,07 Abzw Spreewitz Nord
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Bahnhof ohne Personenverkehr
12,25 Spreewitz 115 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
13,25 Kleine Spree (16 m)
   
13,35 Anst Vattenfall Europe
   
EÜ Grubenbahn
   
13,97 EÜ Dorfstraße (10 m)
   
von Mühlrose (Tagebau Nochten)
   
15,41 Werkbahn Schwarze Pumpe
   
Anschluss zur Werkbahn
   
Werkbahn
   
18,15 Schwarze Pumpe (bis 1969 PV) 115 m
   
18,2 Landesgrenze SachsenBrandenburg
   
18,92 Bundesstraße 97
   
Landesgrenze Brandenburg–Sachsen
   
19,41 Grubenbahn
   
19,72 EÜ Grubenbahn
   
21,41 Bundesstraße 156
   
22,45 Sabrodt 114 m
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Nord- und Südgleis
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25,50 nach Hoyerswerda
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25,68 EÜ Grubenbahn
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25,82 Neupetershain–Hoyerswerda
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26,10 von Hoyerswerda
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26,66 Abzw Sabrodt West (ex Bluno Nord) 110 m
   
30,4 Landesgrenze Sachsen–Brandenburg
   
32,85 Lieske 110 m
   
36,66 Abzw Sornoer Buden Ost 110 m
   
nach Abzw Sornoer Buden Nord
   
von Cottbus
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Blockstelle, Awanst, Anst etc.
37,47 Abzw Sornoer Buden West
(Ende Strecke 6218)
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Strecke – geradeaus
nach Ruhland–Priestewitz

Die Bahnstrecke Knappenrode–Sornoer Buden ist eine Hauptbahn in Brandenburg und Sachsen, die seit ihrer Erbauung um 1960 bis 1990 komplett im Bezirk Cottbus lag. Heute ist nur noch der Abschnitt KnappenrodeSpreewitz für den Güterverkehr in Betrieb, die restliche Strecke bis Sornoer Buden ist stillgelegt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im Jahre 1955 wurde aufgrund eines Ministerratsbeschlusses damit begonnen, in der Nähe der Ortschaft Schwarze Pumpe einen braunkohleverarbeitenden Betrieb zu errichten. Als Folge wurde eine Anschlussstrecke zum Werk geplant und gebaut. Der erste Abschnitt von Knappenrode bis Schwarze Pumpe wurde bereits im Jahre 1956 eröffnet. Um die Abfuhr der in Schwarze Pumpe hergestellten Produkte zu verbessern, wurde die Strecke bis 1959 verlängert und eine Verbindung Richtung Ruhland hergestellt. In „Fachkreisen“ wurde die Strecke als Kohleabfuhrbahn oder Kohlering bezeichnet. Weiterhin wurden nach und nach kurze Verbindungsstrecken gebaut:

  • Abzw Sornoer Buden Nord – Abzw Sornoer Buden Ost
  • Spreewitz – Abzw Spreewitz Nord.

Die Strecke diente eine Zeit lang dem Berufsverkehr für die Arbeiter des Gaskombinates Schwarze Pumpe. Personenverkehr fand ferner bis zum 11. Dezember 2004 auch auf dem Streckenabschnitt Knappenrode–Abzw Spreewitz Süd (–GrausteinCottbus) statt. Heute existiert nur noch der Teil Knappenrode–Spreewitz, über den der Industriepark Schwarze Pumpe im Güterverkehr bedient wird.

Elektrifizierung

In den 1980er Jahren begann in Folge der Ölkrise in der DDR ein groß angelegtes Elektrifizierungsprogramm. Darunter fiel auch die Strecke Knappenrode–Abzweig Sornoer Buden. Die Bauarbeiten begannen im Jahre 1987. Dabei wurden die Fahrleitungsmasten teilweise mit Hubschraubern der Interflug gesetzt. Ende des Jahres 1988 wurde die Fahrleitung unter Spannung gesetzt. Die Einspeisunge erfolgte vom Umformerwerk Senftenberg. Zwischen dem Bahnhof Knappenrode und der Abzweigstelle Weißkollm wurde eine Schutzstrecke eingerichtet, ein Abschnitt der Fahrleitung, wo mittels eines spannungslosen Stückes zwei Speiseabschnitte getrennt werden.

Heute, da nur noch der Abschnitt bis Spreewitz befahren wird, ist die Fahrleitung über dem Westgleis und über dem Abschnitt Spreewitz-Sornoer Buden West abgeschaltet und abgebaut (oder entwendet) worden. Die Schutzstrecke ist mittlerweile ausgebaut.

Zugverkehr

Von Anfang an diente die Strecke vor allem dem Güterverkehr. Auf ihr verkehrten sämtliche Zugarten, vor allem Ganzzüge mit Rohbraunkohle und Briketts beladen. Der Reiseverkehr spielte nur eine untergeordnete Rolle.

Der größte Teil der Rohbraunkohle ging zur Verbrennung in die Heizkraftwerke (z.B. Dresden-Altstadt) und wurde über dem Bahnhof Sabrodt versendet.

Über den Bahnhof Spreewitz verkehrten vor allem die Brikettzüge für die entsprechenden Abnahmestellen in der DDR. Weiterhin verkehrten Nahgüterzüge mit verschiedenen Frachten bis zum Bahnhof Hoyerswerda.

Der Reiseverkehr spielte nur eine untergeordnete Rolle, dennoch gab es vor allem in den Anfangsjahren der Strecke fast auf der gesamten Strecke Personenzüge.

Im Bahnhof Schwarze Pumpe endeten die Züge von Hoyerswerda, welche die Arbeiter in Doppelstockzügen (zeitweise drei Doppelstockeinheiten DBv) zum Gaskombinat brachten. Die meisten Züge verkehrten über Knappenrode. Es gab jedoch einige Züge, die von Hoyerswerda kommend über Bluno an der Strecke nach Neupetershain verkehrten und den Bahnhof Schwarze Pumpe von Westen erreichten.[1] Die Züge Neupetershain–Hoyerswerda nutzten nach Inbetriebnahme des Kohlerings ihn auf dem westlichen Abschnitt hinter Bluno Nord, die direkte Verbindung über Proschim-Haidemühl wurde geschlossen. 1967 wurde die Verbindung eingestellt.

1968 endete der Reiseverkehr zwischen Hoyerswerda und Schwarze Pumpe, die Arbeiter wurden fortan mit Bussen befördert. Danach diente der Bahnhof Schwarze Pumpe lediglich als Durchgangsbahnhof oder zum Auffangen von Zügen, welche die Bahnhöfe Sabrodt und Spreewitz wegen Überlastung nicht aufnehmen konnten.

Als Besonderheit verkehrte jahrelang ein Dienstpersonenzug zwischen Hoyerswerda und Sabrodt. In ihm fuhren die Eisenbahner mit, die auf den Betriebsstellen der Strecke ihren Dienst leisteten. Infolge des Schichtdienstes der Eisenbahn fuhr dieser Zug jeweils zum Schichtwechsel. Sein Laufweg war:

  • Hoyerswerda–Knappenrode–Knappenrode Süd–Abzw Weißkollm–Spreewitz–Schwarze Pumpe–Sabrodt

Auf der Rückfahrt entfiel der Weg über Knappenrode Süd.

Nach 1990 änderten sich die Verkehrsströme grundlegend. Von Bf Sabrodt verkehrten nur noch die Züge mit Rohbraunkohle für die Heizkraftwerke in Dresden und Pirna. Dies endete mit der Umstellung der Heizungsart in den jeweiligen Heizkraftwerken.

Dem Bahnhof Spreewitz oblag nun der gesamte Güterverkehr für das Gaskombinat und später für den Industriepark Schwarze Pumpe. Mit der Stilllegung der Strecke Spreewitz–Sornoer Buden wurde der gesamte Verkehr über Knappenrode abgefahren. Nun wurde keine Rohbraunkohle und kaum noch Briketts versendet. Dafür fuhr man jetzt Gips, (ein Abfallprodukt, dass in den Kraftwerken bei der Entschwefelung entsteht), Müll, Kalkstein, Papier und Kohlenstaub. Ab 2005/06 begann auch wieder der Versand von Rohbraunkohle für das Heizkraftwerk Chemnitz-Nord.

Eine weitere Besonderheit waren die Personenzüge auf dem Abschnitt Knappenrode–Spreewitz Süd. Über ihn gelangten die Züge von Hoyerswerda nach Spremberg und Cottbus. Nach der Neugliederung und der Übertragung des Reiseverkehrs auf die Länder beziehungsweise Zweckverbände befuhr die Regionalbahnlinie RB47 die Strecke im Auftrag des Verkehrsverbund Oberelbe und des Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Der Verkehrsverbund Oberelbe stellte den Verkehr trotz erheblicher Proteste zum Fahrplanwechsel 2004 ein. Seit dieser Zeit gibt es auf dieser Strecke keinen Personenverkehr mehr.

Betriebsstellen

  • Bahnhof Knappenrode

Der Bahnhof, der an der Hauptbahn Węgliniec–Falkenberg/Elster liegt, war jahrzehntelang einer der wichtigsten Bahnhöfe. In ihm begannen die Strecken nach Sornoer Buden und Bautzen (über Knappenrode Süd). Ausgerüstet war der Bahnhof mit zwei Stellwerken der Bauform mech. Einheitsstellwerk mit Relaisblock 51 (W 1 und B 2). Das Empfangsgebäude erlangte zwar nie die ihm zugedachte Bedeutung, ist aber heute noch vorhanden. Des Weiteren befinden sich auf dem Bahnhof ein Güterschuppen, ein Halle der ehemaligen Brückenmeisterei und noch ein Gebäude, wo Fahrkarten ausgeben wurden. Alle diese Gebäude sind heute noch vorhanden, werden aber nicht mehr benutzt.

  • Bahnhof/Abzw/Blockstelle Weißkollm

Dieser ehemalige Bahnhof, wo sich die Strecken von Knappenrode und Königswartha vereinigten, wurde im Laufe der Zeit mehrmals umgebaut. Aus dem Bahnhof wurde eine Abzweig und seit November 2007 eine Blockstelle. Die ehemalige Stellwerkstechnik, ein mechanisches Einheitsstellwerk mit Relaisblock 51, wurde mittlerweile ausgebaut und durch vereinfachte Technik für Blockstellen ersetzt. In Weißkollm beginnen die beiden eingleisigen Strecken (Ost- und Westgleis), die wechselseitig zu befahren wurden. Das Westgleis wurde im Jahre 1999 stillgelegt. Mittlerweile wurde mit dem Umbau der Abzw. zur Blockstelle, die Verbindung zur Einfahrt in das Gleis gekappt.

  • Bahnhof Spreewitz

Die Gleisanlagen des Bahnhofes sind sehr großzügig angelegt. Dies war erforderlich, um die anfallenden enormen Güterverkehrsströme zu bewältigen. Hier ist seit der Inbetriebnahme des Bahnhofs die Stellwerkstechnik GS II Sp64b vorhanden. Es gab demzufolge von Anfang an nur ein zentrales Stellwerk (B 1). Die Besonderheit des Bahnhofes lag darin, dass die Abschnitte bis Spreewitz-Süd, Spreewitz Nord und die Verbindungsstrecke Spreewitz Nord-Spreewitz Süd zum Bahnhofsbereich gehörten und ferngesteuert wurden bzw. werden.

  • Bahnhof Schwarze Pumpe
Das verfallene Bahnhofsgebäude in Schwarze Pumpe (2008)
Bahnsteige in Schwarze Pumpe

Durch die Übertragung des Reiseverkehrs erhielt der Bahnhof ein sehr imposantes Empfangsgebäude, welches heute noch zu besichtigen ist. Von der Architektur ist es mit der des ehemaligen Potsdamer Hauptbahnhofes (heute Bahnhof Potsdam Pirschheide) vergleichbar. Des Weiteren erhielt der Bahnhof vier Bahnsteige für die Bewältigung des hohen Reiseverkehrsaufkommens. Ausgerüstet war der Bahnhof mit zwei Stellwerken (W 1 und B 2) und einem mech. Einheitsstellwerk mit Relaisblock 51.

  • Bahnhof Sabrodt

Der Bahnhof Sabrodt wurde infolge der Elektrifizierung komplett umgebaut. Die beiden Gleise Richtung Bluno Nord und die entsprechende Abzweigstelle wurden in den Bahnhof mit integriert. Dafür rüstete man den Bf Sabrodt mit der modernsten Stellwerkstechnik der DR (GS III Sp68) aus. Für die Verladung von Rohbraunkohle existierte eine von der Braunkohleindustrie errichtete Siebanlage mit direkter Bahnverladung. Der Bahnhof sollte zum Systemwechselbahnhof zwischen den Bahnstromsystemen der Deutschen Reichsbahn und der Grubenbahn ausgebaut werden,

  • Bahnhof Lieske

Der Bahnhof Lieske besaß ein Empfangsgebäude und war mit einem Gleisbildstellwerk der Bauform II ausgerüstet. Der Bahnhof hatte neben dem durchgehenden Hauptgleis nur ein Kreuzunggleis und ein Gleis an einer kombinierten Kopf- und Seitenrampe. Die nur kurze Zeit hier von Hoyerswerda nach Neupetershain verkehrenden Personenzüge fuhren hier durch.

  • Abzw Sornoer Buden Ost

Die Abzweigstelle wurde mit einem Gleisbildstellwerk der Bauform II ausgerüstet und stellte die Abzweigstellen Nord und West fern.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Bahnstrecke Knappenrode–Sornoer Buden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. DR-Kursbuch 1965/66

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