Bahnstrecke Krefeld-Rheydt
Krefeld–Rheydt
Kursbuchstrecke (DB): zuletzt 473
Streckennummer: 2501 (KR–MG-Speick)
2523 (MG-Speick–Rheydt)
Streckenlänge: 23 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: zuletzt 60 km/h,
Umgehungsbahn 50 km/h
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Legende
Strecke – geradeaus
Strecke nach Duisburg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Linksniederrheinische Strecke nach Neuss
Bahnhof, Station
-0,2 Krefeld Hbf
ehem. Strecke nach Hülser Berg (heute B 9)
Linksniederrheinische Strecke nach Kleve
zur Museumsbahn St. Tönis–Hülser Berg
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Strecke über Viersen nach Mönchengladbach
Straßenbrücke
B 57
Blockstelle, Awanst, Anst, etc.
3,5 Krefeld Stahlwerk (Awanst)
4,7 Krefeld Stahlwerk Anst
A 44
7,6 Willich
10,0 Schiefbahn Dellmann (Awanst)
10,3 Schiefbahn Nord
A 52
A 44
ehem. Strecke nach Neuss
12,7 Neersen
Niers
ehem. Strecke nach Viersen
14,7 Mönchengladbach-Neuwerk
(ehem. Verbindungsstrecke zum Hbf)
14,9 Dünn
0,0           Viersen-Helenabrunn
Strecke über Viersen nach Krefeld
2,5   17,2 Abzw Eicken (Güterumgehungsbahn)
17,4 Mönchengladbach-Bökel (bis 1909)
Strecke nach Neuss
(18,1) Mönchengladbach Hbf
ehem. Strecke nach Köln
5,5           Waldhausen (Blockstelle)
20,6
4,4
Mönchengladbach-Speick (bis 1909)
(ehem. Trasse Bökel–Speick heute z.T. B 57)
(ehem. Trasse heute Heinrich-Pesch-Straße)
2,0 Rheydt RhE
Rheydt Hbf
Strecke nach Köln
ehem. Beginn Eiserner Rhein
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
12,7   0,4 Rheydt Gbf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Eiserner Rhein nach Dalheim
Strecke – geradeaus
Strecke nach Aachen

Die Bahnstrecke Krefeld–Rheydt ist eine größtenteils stillgelegte Eisenbahnstrecke in Deutschland. Sie führte von Krefeld Hbf über Neersen und Mönchengladbach zum Rheydter Güterbahnhof.

Die noch in Betrieb befindlichen Teilstücke sind heute eingleisig. Das Teilstück, das heute die Güterumgehungsbahn in Mönchengladbach bildet, ist elektrifiziert.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ausgehend von ihrem Bahnhof Krefeld an der Linksniederrheinischen Strecke baute die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft (RhE) eine eigene Strecke Richtung Mönchengladbach parallel zu der Bahnstrecke Duisburg-Ruhrort–Mönchengladbach der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft (BME), die diese zusammen mit der Ruhrort-Crefeld-Kreis Gladbacher Eisenbahn-Gesellschaft übernommen hatte.

Am 15. November 1877 wurde die Strecke auf ganzer Länge von Krefeld bis Rheydt eröffnet, am gleichen Tag wie der erste Abschnitt von Neuss bis Neersen der Bahnstrecke Neuss–Viersen.

Ehemaliges Stellwerk des Bahnhofs Willich

Wie bei vielen anderen Projekten hatten die Planungen der RhE vorgesehen, durch eine möglichst geradlinige Streckenführung und damit kürzere Fahrzeit der bereits etablierten Strecke Marktanteile abnehmen zu können. Da bei der Streckenführung über Willich und Neersen größere Orte wie Viersen, sowie der verkehrstechnisch sehr bedeutende Bahnhof Mönchengladbach BME (heute Mönchengladbach Hbf) nicht angefahren wurden, blieb das Echo auf die neue Strecke insbesondere bei Reisenden verhalten, was dazu führte, dass die Strecke nicht wirtschaftlich betrieben werden konnte.

1909 wurde die Strecke im Bereich Mönchengladbach verlegt und die heutige Güterumgehungsbahn eröffnet, auf der Güterzüge zwischen Aachen und dem Ruhrgebiet bzw. Venlo das stark ausgelastete Teilstück Rheydt Hbf–Mönchengladbach Hbf der Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach umfahren können. Ferner wurde dabei vom Bahnhof Mönchengladbach-Neuwerk eine bis zur Süchtelner Straße parallel zur existierenden Strecke verlaufende Verbindung zur Bahnstrecke Duisburg-Ruhrort–Mönchengladbach errichtet, so dass Züge aus Richtung Neuwerk zum Mönchengladbacher Hauptbahnhof verkehren konnten.

Im Gegenzug wurde die mittlerweile quer durch die Stadt verlaufende Trasse von der Süchtelner Straße über Mönchengladbach-Bökel und Mönchengladbach-Speick zum bereits 20 Jahre zuvor stillgelegten Rheinischen Bahnhof aufgegeben. Der Verlauf der ehemaligen Trasse über ist heute noch auf Karten und Luftbildern erkennbar, auf dem größten Teilstück verlaufen heute die Straßen Hohenzollernstraße und Herrmann-Piecq-Anlage (Bundesstraße 57).

Der Personenverkehr auf der Strecke wurde am 22. Mai 1982 eingestellt, zuletzt verkehrten auf ihr Akkutriebwagen der Baureihe 515. Von Krefeld verkehrten in den darauf folgenden Jahren bis zum 28. Mai 1994 noch Güterzüge mit Kies zu einer Lagerstätte an der Süchtelner Straße in Mönchengladbach. Die Verbindung zum Hauptbahnhof und das Verbindungsstück von der Süchtelner Straße zum Abzweig Eicken waren zu diesem Zeitpunkt bereits abgebaut.

Heutige Situation

Abgestellte Waggons an der Anschlussstelle Krefeld Stahlwerk mit dem Stahlwerk im Hintergrund

Die Bahnstrecke ist heute nur noch bis zur Anschlussstelle Krefeld Stahlwerk in Betrieb und dient dem lokalen Güterverkehr. Der Rest der ursprünglichen Strecke ist komplett stillgelegt und zum Teil demontiert, bis Mönchengladbach-Neuwerk liegt jedoch noch ein Großteil der Gleise.

Derzeit existieren Planungen zur Verlängerung der von der Regiobahn betriebenen S-Bahn-Linie S 28, die heute die Bahnstrecke Neuss–Viersen bis Kaarst befährt. Dazu soll die ehemalige und derzeit abgerissene Verbindungsstrecke von Mönchengladbach-Neuwerk nach Mönchengladbach Hbf wiedererrichtet und die Linie über Neersen nach Mönchengladbach durchgebunden werden. Auf dem Gelände der Verbindungskurve wurde jedoch zwischenzeitlich eine Straße gebaut und Gewerbe angesiedelt, welches dann wieder umgesiedelt werden müsste.

Die 1909 eröffnete neue Trasse nördlich des Mönchengladbacher Stadtgebietes dient heute noch als Umgehungsbahn für den Güterverkehr. In den 2000er Jahren wurde sie nur in Ausnahmefällen genutzt und war 2007 kurzzeitig gesperrt. Nach Abschluss der Bauarbeiten zur 2. Ausbaustufe des ESTW Grevenbroich Ende 2007, in der der Rheydter Güterbahnhof an das Stellwerk angeschlossen wurde, wurde auch die Umgehungsbahn vom bis dahin starken Pflanzenbewuchs freigeschnitten und der stark beschädigte Oberbau teilweise erneuert, so dass wieder mit einer stärkeren Nutzung zu rechnen ist.[1]

Die Umgehungsstrecke ist in Mönchengladbach immer wieder im Zusammenhang mit einer Reaktivierung des Eisernen Rheins in der Diskussion, obwohl sie nicht zur historischen Trasse gehört und auch ohne eine Reaktivierung von Zügen, die aus Belgien über die Montzenroute fahren, genutzt werden kann. Die Aussage, „die Güterzug-Strecke, die mitten durch Mönchengladbach führt, werde nicht wieder genutzt werden“, die NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke gegenüber der Rheinischen Post machte[2], ist folglich falsch. Anwohner der Strecke befürchten durch steigenden Güterverkehr auf der Umgehungsstrecke nach einer Reaktivierung des Eisernen Rheins erhöhte Lärmbelästigung. Sollte die alternative Neubaustrecke nördlich von Mönchengladbach[3] gebaut werden, so bedeutet dies nicht zwangsläufig eine Stilllegung der Umgehungsstrecke.

Einzelnachweise

  1. Güterumgehungsbahn in Mönchengladbach wieder in Betrieb, News-Artikel im Weblog von Der Eiserne Rhein, 10.12.2007
  2. Eiserner Rhein: Aus für alte Trasse, Rheinische Post vom 17.08.2007
  3. Neue Pläne für "Eisernen Rhein", Rheinische Post vom 20.06.2007

Weblinks

NRWbahnarchiv von André Joost:
weitere Belege:

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