Bahnstrecke Královec–Žacléř
Královec–Žacléř
Bahnhof Žacléř
Bahnhof Žacléř
Kursbuchstrecke (SŽDC): 043
Streckenlänge: 5,032 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Legende
Strecke – geradeaus
von Lubawka (vorm. SNDV)
Bahnhof, Station
0,000 Královec früher Königshan 525 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Jaroměř (vorm. SNDV)
   
3,000 Lampertice früher Lampersdorf 570 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Anschlussbahn důl Jan Šverma
   
5,032 Žacléř früher Schatzlar (ehem. Bf) 610 m

Die Bahnstrecke Královec–Žacléř ist eine Nebenbahn in Tschechien, welche ursprünglich von der Österreichischen Lokaleisenbahngesellschaft ÖLEG als Localbahn Königshan–Schatzlar errichtet und betrieben wurde. Sie beginnt in Královec (Königshan) und führt nach Žacléř (Schatzlar) im Riesengebirge.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Am 2. August 1881 wurde der Österreichischen Lokaleisenbahngesellschaft das Recht zum Baue und Betriebe einer als normalspurige Localbahn auszuführenden Locomotiveisenbahn von der Station Königshain der Südnorddeutschen Verbindungsbahn nach Schatzlar mit einer Abzweigung bei Lampersdorf zu den dortigen Steinkohleschächten erteilt.[1]

Eröffnet wurde die Strecke am 5. Oktober 1882.

Am 1. Juli 1889 ging die Betriebsführung von der ÖLEG an die Süd-Norddeutsche Verbindungsbahn SNDVB über.

Am 1. Januar 1894 wurde die ÖLEG verstaatlicht und die k.k. österreichischen Staatsbahnen kkStB wurden Eigentümer der Strecke. Nach dem Ersten Weltkrieg traten an deren Stelle die neu gegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen ČSD.

Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Herbst 1938 kam die Strecke zur Deutschen Reichsbahn, Reichsbahndirektion Breslau. Im Reichskursbuch war die Verbindung nun als KBS 155f Ruhbank und Merzdorf (Rsgb)–Landeshut–Königshan(–Schatzlar)–Trautenau(–Freiheit-Johannisbad)–Pelsdorf(–Märzdorf [Böhmen])–Hohenelbe enthalten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam die Strecke wieder zur ČSD.

Der wichtigste Güterkunde der Strecke war bis zur dessen Stilllegung 1996 das Steinkohlebergwerk důl Jan Šverma bei Lampertice. Heute dient das Bergwerk zur Einlagerung industrieller Abfälle. Das Anschlußgleis des Bergwerkes wird deshalb auch weiterhin noch bedarfsweise bedient.

2005 wurde der Zugverkehr am touristischen Bedarf an den Wochenenden ausgerichtet. Der Fahrplan 2008 sah an Samstagen und Sonntagen noch drei Zugpaare in der Relation Trutnov–Žacléř vor. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2008 wurde der Reisezugverkehr eingestellt.

Im Oktober 2010 gab das tschechische Verkehrsministerium die beabsichtigte Stilllegung der Strecke im Dezember 2010 bekannt.[2]

Fahrzeugeinsatz

ÖLEG 509L

Die ÖLEG beschaffte für die Lokalbahn Königshahn–Schatzlar zwei dreifachgekuppelte Lokalbahn-Tenderlokomotiven mit den Nummern 507L–508L, welche später von den kkStB die Nummern 93.15–16 erhielten. Bei der ÖLEG wurden diese Lokomotiven als Reihe F geführt. Eine weitere Lokomotive kam 1902 mit der Nummer 509L (kkStB 93.17) hinzu. Die 93.17 kam als 300.102 noch zur ČSD, die sie 1928 ausschied.

Heute wird der Zugverkehr ausschließlich mit den bewährten zweiachsigen Triebwagen der ČD-Baureihe 810 abgewickelt.

Einzelnachweise

  1. http://alex.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=rgb&datum=18810004&seite=00000340
  2. Aktuelles auf www.zelpage.cz - abgerufen am 21. Oktober 2010

Weblinks


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