Bahnstrecke Löbau–Zittau
Löbau (Sachs)–Zittau
Strecke der Bahnstrecke Löbau–Zittau
Ausschnitt der Streckenkarte Sachsen von 1902
Kursbuchstrecke (DB): 231, 235
Streckennummer: 6214; sä. ZL
Streckenlänge: 33,95 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 11 
Minimaler Radius: 400 m
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Zweigleisigkeit: Oberoderwitz–Zittau
Legende
Strecke – geradeaus
von Görlitz
Bahnhof, Station
60,701 Löbau 264 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Dresden-Neustadt
   
nach Großpostwitz
   
56,154 Großschweidnitz 310 m
Brücke (groß)
Viadukt Höllengrund
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
54,810 Abzw Höllengrund
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Ebersbach (Sachs)
   
53,603 Niedercunnersdorf 320 m
   
Viadukt Obercunnersdorf
   
50,370 Obercunnersdorf 340 m
   
Schmalspurbahn von Bernstadt
   
45,457 Herrnhut 345 m
   
Viadukt Herrnhut
   
42,010 Ruppersdorf 325 m
   
Viadukt Oderwitz
   
von Wilthen
Bahnhof, Station
38,372 Oberoderwitz (ehem. Inselbahnhof) 311 m
Haltepunkt, Haltestelle
36,470 Niederoderwitz bis 1910 Mitteloderwitz 307 m
Brücke (groß)
Mandauviadukt Mittelherwigsdorf
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Eibau–Varnsdorf
Bahnhof, Station
32,697 Mittelherwigsdorf (Keilbahnhof) bis 1927 Scheibe 278 m
   
28,790 Zittau-Pethau (Ladestelle) 260 m
Bahnhof, Station
26,745 Zittau 263 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Hagenwerder
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Schmalspurbahn nach Oybin/Jonsdorf und nach Hermsdorf
Strecke – geradeaus
nach Liberec

ehemals parallele Streckenführung zur EL-Linie

Die Bahnstrecke Löbau–Zittau ist eine Bahnstrecke in Sachsen, die ursprünglich durch die Löbau-Zittauer Eisenbahngesellschaft erbaut und betrieben wurde. Die heute nur noch teilweise in Betrieb befindliche Strecke beginnt in Löbau und verläuft über Herrnhut und Oderwitz nach Zittau.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Löbau-Zittauer Eisenbahn-Gesellschaft erhielt am 25. Juni 1845 die Konzession zum Bau der Strecke von Löbau nach Zittau. Eröffnet wurde die Strecke am 10. Juni 1848. Den Betrieb führte die Löbau-Zittauer Eisenbahn selbst durch.

Am 1. Januar 1871 ging die Bahn in das Eigentum der Kgl. Sächsischen Staatseisenbahnen über.

Ende Mai 1998 wurde der Schienenpersonennahverkehr zwischen Löbau und Zittau über Herrnhut eingestellt. Damit verlor der Abschnitt Herrnhut-Oberoderwitz praktisch seinen Gesamtverkehr, da Nahgüterzüge von Löbau nur bis Herrnhut fuhren. Am 31. Mai 1999 wurde dann der Abschnitt Herrnhut-Oberoderwitz stillgelegt. Bis Ende 2001 wurden Obercunnersdorf (Schrotthandel) und Herrnhut (Kohlehandel, Holzverladung) noch im Güterverkehr bedient, danach wurde nur noch Niedercunnersdorf (Gasverladung, Landhandel) angefahren. Ende Februar 2002 wurde die Stilllegung des Abschnittes Niedercunnersdorf-Herrnhut beantragt, die endgültige Stilllegung kam dann aber erst am 28. Februar 2003. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2002 wurde schließlich auch der Personenverkehr zwischen Ebersbach und Löbau eingestellt. Damit gibt es auf dem nördlichen Abschnitt der Löbau-Zittauer Eisenbahn keinen regulären Personenverkehr mehr. Die restliche Strecke von Oberoderwitz bis Zittau ist Teil der Verbindung Dresden–Zittau und wird auch weithin im Personenverkehr betrieben.

Seit 2007 hat die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) den Abschnitt Löbau–Niedercunnersdorf gepachtet. Die weiterführende Strecke bis Oberoderwitz wurde inzwischen wieder an den Eigentümer DB Netz zurückgegeben.[1]

Im Jahre 2010 wurde die Strecke von km 30,200 bis km 37,774 ans Elektronische Stellwerk (EStW) Bischofswerda angeschlossen und der Bahnhof Mittelherwigsdorf in eine Abzweigstelle umgewandelt.[2]

Seit dem 12. Dezember 2010 wird die Strecke zwischen Mittelherwigsdorf und Zittau zusätzlich von den Regionalzügen „Trilex“ (Liberec–Seifhennersdorf/Rybniste) der Vogtlandbahn GmbH genutzt.

Streckenbeschreibung

Verlauf

Die Strecke verlässt den Bahnhof von Löbau durch einen Einschnitt in südliche Richtung. Hinter dem Haltepunkt Großschweidnitz wird zunächst ein tiefer Einschnitt passiert, bevor das Tal des Großschweidnitzer Wassers auf einem siebenbogigen Viadukt überquert wird. Gleich nach dem Viadukt zweigt die Strecke nach Ebersbach nach Süden ab, während die Strecke Richtung Herrnhut-Zittau sich gen Südosten wendet. Hinter dem Bahnhof Niedercunnersdorf geht es parallel zum gleichnamigen Ort entlang. Kurz vor dem Bahnhof von Obercunnersdorf wird der Ort mit einem weiteren Viadukt überquert. Nach dem Bahnhof Herrnhut wendet sich die Strecke wieder nach Süden, mit einem Viadukt wird hier der Petersbach überbrückt. Der nächste Viadukt folgt im nächsten Ort Ruppersdorf, noch vor dem Haltepunkt. Weiterhin in Sichtweite des Kottmars, der seit Großschweidnitz immer wieder ins Blickfeld kommt, wird das Landwassertal und der Ort Oderwitz erreicht. Zunächst wird noch ein weiterer Viadukt passiert, bevor die Strecke den Bahnhof Oberoderwitz erreicht. Die Strecke folgt jetzt dem Landwassertal in südöstliche Richtung. In Mittelherwigsdorf wird zunächst die Mandau gekreuzt, anschließend erreicht man den Bahnhof der Ortschaft. Bis Zittau folgt die Bahnstrecke jetzt dem Mandautal.

Die Strecke ist von Oberoderwitz (ausschließlich) und Zittau (einschließlich) zweigleisig. Dort finden regulär die Zugkreuzungen zwischen Regionalbahn und RegionalExpress der Relation Dresden–Zittau statt.


Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vgl. Eisenbahninfrastruktur der DRE-Gruppe. Deutsche Regionaleisenbahn, 25. Januar 2011, abgerufen am 9. März 2011 (PDF).
  2. Bahn-Report 1/2011, Hrsg.: Interessengemeinschaft Schienenverkehr e.V., 91189 Rohr

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