Bahnstrecke Meckenbeuren-Tettnang
Bahnstrecke Meckenbeuren–Tettnang
Kursbuchstrecke (DB): 752, ex 306h (1958)
Streckennummer: 4523
Streckenlänge: 4,22 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 650 V =
Maximale Neigung: 20 
Minimaler Radius: 180 m
Legende
Südbahn von Ulm
0,00 Meckenbeuren
Verbindungsgleis
Südbahn nach Friedrichshafen
1,73 Habacht
2,40 Bundesstraße 467
3,80 Bechlingen
4,10 zum Raiffeisenlager
4,22 Tettnang
Bahnhof Meckenbeuren (2006)
Bahnhof Meckenbeuren (2006)

Die Bahnstrecke Meckenbeuren–Tettnang – ursprünglich Lokalbahn Meckenbeuren–Tettnang – war eine Stichbahn in Baden-Württemberg. Sie war die erste elektrifizierte, normalspurige Eisenbahn mit Personen- und Güterverkehr in Deutschland. Die am 4. Dezember 1895 eröffnete Bahn wurde ursprünglich von der privaten Lokalbahn Aktien-Gesellschaft in München erbaut und betrieben. Im Zuge deren Liquidation wurde sie zum 1. August 1938 verstaatlicht. Nach dem die Deutsche Bundesbahn bereits 1976 den Personenverkehr einstellte, wurde die Strecke schließlich 1995 von der Deutschen Bahn AG komplett stillgelegt.

Geschichte

Die Strecke zweigte von der Württembergischen Südbahn in Meckenbeuren ab. Dort fuhren die Triebwagen auf der Straße vor dem Empfangsgebäude ab. Endstation und Betriebsmittelpunkt war die ehemalige Oberamts- bzw. Kreisstadt Tettnang, wo sich die Werkstatt, die Schaltzentrale und ein zweiständiger Triebwagen-Schuppen befanden. Die Bau- und Anschaffungskosten der Bahn betrugen insgesamt 810.000 Mark. Davon trug die LAG 677.000 Mark und die Stadt Tettnang 133.000 Mark. Die elektrische Energie wurde anfangs durch ein wasserkraftbetriebenes Elektrizitätswerk im nahen Schussental erzeugt.

Als Fahrzeuge wurden zunächst je zwei Elektrotriebwagen, Personenwagen und gedeckte Güterwagen beschafft, die sämtlich zweiachsig ausgeführt waren. Die Streckenlänge betrug 4,22 Kilometer, die gesamte Gleislänge knapp 6 Kilometer, worin mit 50 Höhenmetern Unterschied eine beträchtliche Steigung vorlag.

1938 übernahm die Deutsche Reichsbahn die Strecke und führte den bisherigen Betrieb fort. Kriegsbedingt wurden von 1945 bis 1950 Dampflokomotiven eingesetzt. Ab 1. Februar 1962 traten endgültig Diesellokomotiven und Schienenbusse der Deutschen Bundesbahn an die Stelle der elektrischen Triebwagen.

Am 30. Mai 1976 wurde der Personenverkehr eingestellt; er hatte in den besten Zeiten über zwanzig Fahrten täglich angeboten (1958: 18). Nunmehr war er gegenüber direkten Omnibussen nach Friedrichshafen nicht mehr konkurrenzfähig. Am 27. Mai 1995 kam auch für den – ebenfalls recht regen – Güterverkehr das Ende.

Anlässlich der Einstellung des Personenverkehrs wurde in Tettnang das „Bähnlesfest“ ins Leben gerufen, welches jährlich am zweiten Sonntag im September stattfindet.

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