Bahnstrecke Meiningen–Schweinfurt
Schweinfurt–Meiningen
Kursbuchstrecke (DB): 815
Streckennummer: 5240
Streckenlänge: 78 km
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Zweigleisigkeit: Schweinfurt–Abzw. Würzburg
Bundesländer: Bayern, Thüringen
Legende
Strecke – geradeaus
von Bamberg
Bahnhof, Station
0,0 Schweinfurt Hbf 216,0 m
Abzweig – in beide Fahrtrichtungen: nach links
1,5 von und nach Würzburg
Bahnhof, Station
6,5 Oberwerrn 250,6 m
Haltepunkt, Haltestelle
10,1 Poppenhausen ehem. Bahnhof 267,8 m
Bahnhof, Station
13,2 Ebenhausen 298,6 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Bad Kissingen
Haltepunkt, Haltestelle
18,4 Rottershausen
19,3 Rottershausen 324,6 m
Tunnel
20,0 Rottershäuser Tunnel (400 m)
Abzw Rannungen
21,5 nach Stadtlauringen (1900-1960)
zum Güterbf MUNA (1940-ca.1960)
21,7 Abzweig MUNA Rottershausen
Bahnhof, Station
28,9 Münnerstadt 247,6 m
Haltepunkt, Haltestelle
31,6 Burglauer 232,9 m
34,3 Niederlauer 233,1 m
Bahnhof, Station
38,8 Bad Neustadt (Saale) 232,4 m
nach Bischofsheim (1885-1989)
nach Königshofen (1893-1995)
42,6 Heustreu 237,3 m
46,0 Unsleben 247,9 m
49,1 Oberstreu 256,2 m
Bahnhof, Station
52,1 Mellrichstadt 270,8 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Fladungen
57,1 Mühlfeld 314,90 m
57,68 Landesgrenze Bayern/Thüringen
von Römhild (1893-1972)
Bahnhof, Station
63,2 Rentwertshausen 366,28 m
Haltepunkt, Haltestelle
65,0 Bibra
Haltepunkt, Haltestelle
67,7 Wölfershausen
Bahnhof, Station
70,5 Ritschenhausen 314,61 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Grimmenthal (–Erfurt)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Grimmenthal (Werrabahn)
Bahnhof, Station
77,9 Meiningen 287,10 m
Strecke – geradeaus
nach Eisenach (Werrabahn)

Die Bahnstrecke Schweinfurt–Meiningen mit der Streckennummer 5240 ist eine eingleisige Hauptbahn. Sie wird auch Main-Rhön-Bahn genannt und ist im Kursbuch der Deutschen Bahn als Kursbuchstrecke 815 verzeichnet. Die Bahnstrecke ist seit 1993 Teil der Bahnstrecke Erfurt–Schweinfurt. Der Personenverkehr auf der Strecke wird von DB Regio und der Erfurter Bahn (EB) betrieben.

Bayerischer Bahnhof in Meiningen

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bahnhof Ritschenhausen
Hauptbahnhof Schweinfurt

Nach der Fertigstellung der ersten größeren Bahnlinien Mitte des 19. Jahrhunderts war die bayerische Regierung stark daran interessiert, weitere bayerische Gebiete zu erschließen und weiterhin für das bestehende Streckennetz Abkürzungen einzurichten. So wurde eine Verbindung zwischen der Bahnstrecke Bamberg-Würzburg bei Schweinfurt und der Werrabahn bei Meiningen angestrebt, auch um die Erreichbarkeit der sachsen-meiningischen Landeshauptstadt zu verbessern.

Die Regierungen von Bayern und Sachsen-Meiningen schlossen daraufhin am 21. März 1868 einen Staatsvertrag zur Errichtung einer Eisenbahnstrecke von Schweinfurt über Neustadt an der Saale nach Meiningen. Den Bau und die Verwaltung der gesamten Strecke übernahm die bayerische Staatsbahnverwaltung, die Kosten trugen die beiden Regierungen für die Abschnitte auf ihrem jeweiligen Staatsgebiet.

Nachdem 1871 zunächst der Eisenbahnbetrieb von Schweinfurt nach Bad Kissingen über Ebenhausen aufgenommen worden war, folgte der Baubeginn der Strecke von Ebenhausen bis Meiningen am 14. Juni 1872. In Meiningen wurde der Bayerische Bahnhof südlich anlehnend an den bestehenden Bahnhof der Werrabahn errichtet. Hier waren durch den Bau große topografische und verkehrstechnische Veränderungen im Stadtgebiet nötig geworden. Die Eröffnung des 64 Kilometer langen Abschnittes fand am 15. Dezember 1874 durch die Königlich Bayerische Staats-Eisenbahnen, den Betreiber der Bahnlinie, statt. Nach der Fertigstellung des Verbindungsgleise von Ritschenhausen nach Grimmenthal bzw. der Werrabahn 1884 fuhren auf der Bahnstrecke Schnellzüge von Berlin über Meiningen nach Stuttgart, wobei in den Bahnhöfen Meiningen oder Ritschenhausen beim Wechsel von der preußischen zur bayerischen Staatsbahn oder umgekehrt die Lokomotiven gewechselt wurden.

Nach der Übernahme der Länderbahnen 1920 betrieb dann die Deutsche Reichsbahn die Strecke und behielt auch weiterhin die Schnellzugverbindungen bei.

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs sprengten die zurückweichenden deutschen Truppen im April 1945 einige Brücken, ansonsten überstanden die Bahnanlagen den Krieg unversehrt.

Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verkehr auf der Bahnlinie, die Schäden waren recht schnell wieder repariert, zunächst wieder aufgenommen, es fanden aber nur wenige Zugfahrten statt. Im Juli 1945 besetzte die Sowjetarmee Thüringen aufgrund der Bestimmungen der Konferenz von Jalta. Mit der nun folgenden deutschen Teilung gab es keinerlehr Eisenbahnverkehr mehr zwischen den Stationen Rentwertshausen und Mühlfeld, zwischen denen die neue Zonengrenze lag.

Deutsche Reichsbahn bzw. DDR-Seite

Die Deutsche Reichsbahn der DDR betrieb daraufhin nur noch die Bahnlinie Meiningen–Rentwertshausen–Römhild. Zunächst wurde 1945/46 das zweite Gleis und die Verbindungskurve in Ritschenhausen zurückgebaut. Das auf dem Gebiet der DDR verbleibende Gleis ab Rentwertshausen wurde 1949 zurückgebaut. Dennoch behielt die Strecke ihre Bedeutung bei, trotz der Einstellung des Bahnverkehrs im Jahre 1971 auf dem 1893 eröffneten Abzweig von Rentwertshausen nach Römhild.

Deutsche Bundesbahn bzw. BRD-Seite

Die Deutsche Bundesbahn bediente zunächst die Strecke weiter bis zum Bahnhof Mellrichstadt. Mühlfeld als letzter Haltepunkt vor der Grenze wurde erst ab 1947 wieder angefahren. Das zweite Gleis wurde aufgrund des weggefallenen Durchgangsverkehrs nicht mehr benötigt und zwischen 1947 und 1950 abgebaut. Das Verkehrsaufkommen ging ab Ende der 50er Jahre immer mehr zurück und so wurde der Verkehr nach Mühlfeld schon 1971 wieder eingestellt. Damit war der Bf Mellrichstadt erneut der letzte Punkt der Strecke, die trotz des geringen Verkehrs immer noch als Hauptbahn galt. Hier verkehrten bis Anfang der 1980er Jahre auch noch Schnellzüge Richtung München.

Lückenschluss 1991

Mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten 1990 schlossen die Bundes- und die Reichsbahn bald wieder die Lücke in der Bahnstrecke. Die Wiederaufnahme des Eisenbahnbetriebs war aber alles andere als einfach, da bereits 1945 der letzte Zug zwischen den Bahnhöfen Rentwertshausen und Mühlfeld gefahren war und der Abschnitt zwischen Mühlfeld und Mellrichstadt seit 1971 nicht mehr befahren wurde. Zwar war nur zwischen Rentwertshausen und dem unmittelbaren Grenzbereich die Gleise abgebaut worden, die restlichen noch vorhandenen Gleisanlagen zwischen der Grenze und Mellrichstadt waren aber in einem äußerst desolaten Zustand. So wurden 1990 / 1991 die Gleise zwischen Rentwertshausen und Mellrichstadt von der Bundesbahndirektion Nürnberg bzw. Reichsbahndirektion Erfurt (interessanterweise lagen die Direktionsgrenzen nicht genau auf den Staatsgrenzen - die Direktion Erfurt besaß noch 400 m Gleis im "Westen", was sie ebenfalls mit instandsetzen lassen musste) komplett erneuert. Nachdem 1990 zunächst nur Erdbauarbeiten durchgeführt worden waren, wurde im 1991 das neue Gleis verlegt. Dabei wurde die Streckenführung etwas verändert, sodass nun nach Rentwertshausen durchgehend 100 km/h gefahren werden konnte. Die letzte Lücke wurde im August 1991 geschlossen, somit konnte die Strecke am 28. September feierlich wiedereröffnet werden.

Die Entwicklung seit 1991

1993 wurde die Verbindungskurve in Ritschenhausen wiedereröffnet. Somit waren wieder durchgehende Züge von Erfurt nach Schweinfurt möglich.

Kurzzeitig lebte mit dem Interregio "Rennsteig" der Fernverkehr wieder auf, 2001 wurde aber auch dieser Zug durch einen Regionalexpress ersetzt. Langfristig scheint der Erhalt der Strecke aber gesichert.

Fahrzeugeinsatz

Da die Bahnlinie in den Anfangsjahren zwischen zwei Ländern (Preußen und Bayern) und damit zwischen zwei verschiedenen Bahnverwaltungen lag, wurden viele verschiedene Loktypen eingesetzt. Welche dies genau waren, lässt sich heute wohl kaum noch genau ermitteln. Fest steht nur, dass sowohl die Königlich Bayrische Staatsbahn als auch die Preußische Staatseisenbahn ihre jeweils typischen Triebfahrzeuge einsetzten (eine entsprechende Liste findet sich hier für Bayern und hier für Preußen).

Bereits ab der Länderbahnzeit waren die Bahntriebswerke in Schweinfurt und Meiningen für den Maschineneinsatz auf der Strecke zuständig. Ab Mitte der 20er Jahre war dann für den schweren Schnellzugdienst die Baureihe 39 in den anliegenden Bahnbetriebswerken stationiert. Im Güterverkehr kam zu der Zeit vor allem die 57.1-3 zum Einsatz. Die 78.0–5 war in dieser Zeit auch auf der Strecke vertreten. Diese drei Maschinentypen hatten zuvor diverse ältere Länderbahnexemplare aus dem Betriebsdienst verdrängt. Kurz vor dem ersten Weltkrieg erhielten die zuständigen Bahnbetriebswerke auch noch einige Loks der Baureihe 58. Mit dem Zweiten Weltkrieg wurden die 57er und 58er zum Kriegseinsatz an andere Stellen abgezogen und durch Lokomotiven der Baureihe 44 und 50 ersetzt.

Betrieb

Unterfranken-Shuttles im Bahnhof Meiningen

Den Zugverkehr auf der Bahnstrecke zwischen Schweinfurt und Meiningen betreibt seit 2004 die Erfurter Bahn (EB) mit dem Unterfranken-Shuttle (Linie EB 4) im Zweistundentakt, zwischen Schweinfurt und Mellrichstadt Montag bis Freitag, Samstag vormittags und Sonntag nachmittags im annähernden Stundentakt. Außerdem verkehren alle zwei Stunden Regional-Express-Züge Erfurt–Schweinfurt (RE 7) der Deutschen Bahn (auf dieser Strecke ab Ritschenhausen). Dabei setzt die Deutsche Bahn seit Dezember 2008 Neigetechnik-Züge ein, die eine Geschwindigkeit bis zu 160 km/h erreichen. Weiterhin betreibt die Erfurter Bahn mit dem Unterfranken-Shuttle auf dem Abschnitt Schweinfurt–Ebenhausen zur Weiterfahrt nach Bad Kissingen und Gemünden am Main die Regionalbahn-Linie EB 5 (Fränkische Saaletalbahn). Die „Unterfranken-Shuttles“ bedienen über den Schweinfurter Hauptbahnhof hinaus die Stationen Schweinfurt-Mitte und Schweinfurt-Stadt. Eingesetzt werden bei der Deutschen Bahn ausschließlich Triebfahrzeuge der Baureihe 612 und bei der Erfurter Bahn Triebfahrzeuge vom Typ Stadler Regio-Shuttle RS1.

Reiseverkehr

Auf der Bahnstrecke Schweinfurt–Meiningen gibt es folgenden Reiseverkehr.

  • RE (Würzburg –) Schweinfurt-Hbf – Mellrichstadt (– Erfurt) (DB RE 7 / Mainfranken-Thüringen-Express).
  • RE (Würzburg –) Schweinfurt-Hbf – Ebenhausen (– Bad Kissingen) (DB)
  • RB Meiningen – Schweinfurt-Hbf (– Schweinfurt-Stadt) (Linie EB 4 / Unterfranken-Shuttle).
  • RB Meiningen – Ebenhausen (– Bad Kissingen) (Linie EB 4 / Unterfranken-Shuttle).
  • RB (Schweinfurt-Stadt –) Schweinfurt-Hbf – Mellrichstadt (Linie EB 4 / Unterfranken-Shuttle).
  • RB (Schweinfurt-Stadt –) Schweinfurt-Hbf – Bad Kissingen – Gemünden (Linie EB 5 / Unterfranken-Shuttle).

Literatur

  • Tino Avemark: Der Meininger Bahnhof im Wandel der Zeit, Bielsteinverlag Meiningen 2008, ISBN 978-3-9809504-3-5

Weblinks


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