Bahnstrecke Miltach–Straubing
Straubing–Miltach
Streckenlänge: 49,1 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Legende
Strecke – geradeaus
von München
Bahnhof, Station
0,0 Straubing 331 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Passau
Haltepunkt, Haltestelle
Straubing-Ost
Haltepunkt, Haltestelle
4,9 Ittling 322 m
Haltepunkt, Haltestelle
7,9 Sand 315 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Donau
9,7 Bogen 320 m
Bogen-Ost
12,4 Bärndorf
16,1 Hunderdorf 339 m
19,7 Steinburg
22,9 Wiespoint 423 m
24,8 Mitterfels 410 m
27,9 Haselbach 428 m
31,3 Haibach 425 m
34,2 Konzell-Süd 446 m
37,8 Konzell-Streifenau 520 m
40,2 Rattenberg
44,2 Altrandsberg 415 m
46,5 Untervierau 386 m
Regen
von Lam
Bahnhof, Station
49,1 Miltach 383 m
Strecke – geradeaus
nach Cham

Die Bahnstrecke Straubing–Miltach war eine Nebenbahn von Straubing in Niederbayern nach Miltach in der Oberpfalz.

Inhaltsverzeichnis

Streckenbau nach Konzell

Die Stadt Straubing beantragte am 20. Januar 1884 bei der Regierung in München den Bau einer Lokalbahn nach Viechtach im Bayerischen Wald, und als dies abgelehnt wurde, eine Durchgangsbahn nach Cham. Auch dieses Bemühen wurde mit Verweis auf die bereits gebaute Waldbahn abgelehnt und lediglich der Bau einer Stichbahn in Aussicht gestellt.

Man entschied sich für das damals nur 200 Einwohner zählende Konzell als Endbahnhof. Am 26. Mai 1892 wurde der Bahnbau gesetzlich genehmigt. Die Interessenten mussten nach dem Lokalbahngesetz 195.000 Mark für den Grunderwerb aufbringen. Nach längeren Diskussionen stand die Stadt Straubing insgesamt dafür ein. Die Strecke maß 32,7 km bei einer Luftlinie Straubing–Konzell von 21,3 km. Bedeutendstes Bauwerk wurde die Donaubrücke bei Bogen, die mit den Flutbrücken eine Länge von 547 m erreichte.

Am 9. Dezember 1895 wurde der erste Abschnitt von Straubing nach Bogen festlich eröffnet. Mit Böllern und Militärmusik des 11. Infanterie-Regiments fuhr der geschmückte Zug, der um 12 Uhr in Straubing abgefahren war, in den Bahnhof von Bogen ein. Um vier Uhr machte er sich auf die Rückfahrt. Der nächste Abschnitt von Bogen nach Steinburg folgte am 16. Mai 1896 und schließlich von Steinburg nach Konzell am 5. Dezember 1896. Der Personenverkehr übertraf 1897 mit 186.556 Reisenden die Erwartungen beträchtlich, da zahlreiche Schüler mit dem Zug nach Straubing zur Schule fuhren. Der Güterverkehr überstieg bald 20.000 Tonnen, wozu eine große Ziegelei in Bärndorf ihren Teil beitrug.

Weiterbau nach Miltach

Umgehend forderte Straubing den Weiterbau nach Miltach. Nach einigen Diskussionen über die Streckenführung wurde mit Gesetz vom 30. Juni 1900 die Verlängerung Konzell–Miltach beschlossen. Zur Übersetzung des Konzeller Höhenzuges und des Klinglbaches mussten 210.000 m³ Erde bewegt werden, der Klinglbach und der Regen unmittelbar vor Miltach mit einer Brücke überquert werden.

Bei den Rentabilitätsberechnungen zählte man für Konzell, den ehemaligen Endbahnhof, schon 1.000 Einwohner. Erneut übernahm Straubing die Haftung für den Gesamtaufwand, der für den Grundstückserwerb nötig war, Kötzting steuerte 10.000 Mark und Mitterfels 3.000 Mark bei.

Am 1. Juni 1905 wurde das Reststück der Strecke Straubing–Miltach eröffnet. Damit hatte der Vordere Bayerische Wald eine durchgehende Nord-Süd-Eisenbahnverbindung.

Stilllegung

Da man das 50-jährige Bestehen der Strecke 1945 nicht feiern konnte, beging man 1955 eine 60-Jahr-Feier, bei der die Kinder Freifahrkarten erhielten. Mitte der 1960er Jahre begann der Kampf gegen die Stilllegung der Strecke, auf der bis in die 1950er Jahre Lokomotiven der Baureihe 70° zu sehen waren. Später besorgten Uerdinger Schienenbusse den Personenverkehr. 1969 wurde ergebnislos über eine Übernahme durch die Regentalbahn AG verhandelt.

Noch am 27. Februar 1973 feierte die Firma Nolte Möbel KG in Hunderdorf die Verladung des 5.000. Großcontainers. Im September 1978 empfing die Firma Bischof und Klein den 5.000. Waggon der DB auf ihrem Anschlussgleis in Konzell.

Trotz aller gegenteiligen Bemühungen beschloss der Verwaltungsrat der DB am 26. Mai 1983, den Reisezugverkehr zwischen Steinburg und Miltach stillzulegen. Es wurde darauf hingewiesen, dass sich die Zahl der Züge auf diesem Abschnitt von 16 im Jahr 1978 auf nur noch vier verringert habe, während die Zahl der Fahrgäste von 165 auf 23 pro Tag gesunken sei.

Der Personenverkehr zwischen Steinburg und Miltach, zuletzt nur noch ein Schienenbuspaar, wurde mit Ende des Sommerfahrplans am 27. September 1984 eingestellt. Am 28. September 1984 wurde dagegen der neue Haltepunkt Straubing-Ost eröffnet.

Am 29. September 1986 kam es zur Stillegung des Abschnitts zwischen Steinburg und Bogen-Ost. Die letzte Streckenkürzung wurde dann am 27. Mai 1994 vorgenommen, als der Haltepunkt Bogen-Ost geschlossen wurde.

Der Gesamtverkehr zwischen Konzell-Streifenau und Bogen-Ost endete am 1. Dezember 1986, von Miltach nach Konzell-Streifenau am 15. Oktober 1994, von Miltach nach Konzell am 31. Oktober 1995. Der verbliebene Teil Straubing-Bogen ist heute Schlussbereich der Gäubodenbahn.

1988 wurde der Radweg Bogen-Ost–Konzell eröffnet, 1997 der Radweg Konzell–Miltach. Von dem nunmehrigen 39 km langen Radweg Bogen–Miltach verlaufen 37 km auf der ehemaligen Bahntrasse.

Literatur

  • Walther Zeitler: Eisenbahnen in Niederbayern und in der Oberpfalz. Buch & Kunstverlag Oberpfalz, Weiden 1985, ISBN 3-924350-01-9. 

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