Bahnstrecke Minden–Uchte
Mindener Kreisbahnen GmbH
Logo der Mindener Kreisbahnen
Unternehmensform GmbH
Gründung 1893
Unternehmenssitz Minden / Westf.
Unternehmensleitung

Dietmar Schweizer (Geschäftsführer)

Mitarbeiter 51
Umsatz  ?
Produkte

Eisenbahngesellschaft

Website

www.mkb.de

Die Mindener Kreisbahnen GmbH (MKB) ist eine Eisenbahngesellschaft, die seit Ende des 19. Jahrhunderts das Gebiet des heutigen Kreises Minden-Lübbecke in der Region Ostwestfalen-Lippe in Nordrhein-Westfalen erschließt. Zunächst als meterspurige Eisenbahn der dritten Kategorie gebaut, hatte sie die Aufgabe die wirtschaftlichen und personellen Transportleistungen in den damals noch eigenständigen Kreisen Minden und Lübbecke zu bewältigen und damit auch ein Stück Strukturförderung zu leisten. Im Volksmund ist die Bahn auch unter dem Namen Mindener Kleinbahn bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte der Mindener Kreisbahnen

Museumszug bei Hille-Hartum, 2007
Minden–Uchte
Kursbuchstrecke (DB): 106, ex 219m
Streckenlänge: 30 km
Spurweite: 1000 mm, 1435 mm
Maximale Neigung: 25 
Legende
-1,2 Minden Bf
(ehem. Staatsbahn, Reichsbahn, Bundesbahn)
Strecke von Kleinenbremen
Brücke über Wasserlauf (groß)
Weser
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Hafenbahn
Bahnhof, Station
0,0 Minden Stadt
Bahnhof, Station
1,0 Minden Oberstadt
Strecke nach Hille(–Lübbecke)
Mittellandkanal
3,3 Bierpohl Bedarfshalt
4,8 Kutenhausen
ehem. Strecke nach Wegholm
6,0 Todtenhausen
7,6 Graßhoff
9,5 Heisterholz
10,5 Morhoff Bedarfshalt
12,2 Petershagen (Weser)
13,1 Bad Hopfenberg Bedarfshalt
13,8 Pottmühle Bedarfshalt
15,8 Gernheim
17,0 Ovenstädt
Landesgrenze NRW / Niedersachsen
18,1 Glissen
19,4 Harrienstedt
20,8 Kreuzkrug
21,8 Jenhorst
24,1 Höfen bei Uchte
ehem. Steinhuder Meer-Bahn (1899–1935)
Uchte Endbahnhof bis 1910
Museumsstrecke nach Rahden
28,4 Uchte
ehem. Strecke nach Nienburg
Kutenhausen–Wegholm (1915–1976)
Kursbuchstrecke (DB): ex 219h
Streckenlänge: 10 km
Spurweite: 1000 mm, 1435 mm
Maximale Neigung: 10 
Legende
ehem. Strecke von Minden
4,8 Kutenhausen
ehem. Strecke nach Uchte
7,1 Stemmer
9,2 Nordholz
10,6 Südfelde
12,6 Friedewalde
15,1 Wegholm
Minden–Hille(–Lübbecke)
Die Hafenbahn der MKB
Die Hafenbahn der MKB
Kursbuchstrecke (DB): 107, ex 219n
Streckenlänge: 27 km
Spurweite: 1000 mm, 1435 mm
Maximale Neigung: 14 
Legende
Strecke – geradeaus
Strecke von Kleinenbremen / Minden Bahnhof
Bahnhof, Station
1,0 Minden Oberstadt
ehem. Strecke nach Kutenhausen–Uchte
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Hafenbahn (Westhafen)
2,1 Minden Hahlerstraße
Haltepunkt, Haltestelle
2,8 Minden Königstor
Brücke über Wasserlauf (groß)
Mittellandkanal
Bahnhof, Station
5,9 Hahlen
Bahnhof, Station
8,8 Hartum
11,0 Südhemmern
Haltepunkt, Haltestelle
12,1 Specken Bedarfshalt
14,4 Hille
Mittellandkanal
18,3 Eickhorst
19,6 Husen Bedarfshalt
20,5 Nettelstedt
21,6 Landwehr Bedarfshalt
23,0 Eilhausen Bedarfshalt
23,8 Gehlenbeck (Kr Lübbecke)
26,9 Lübbecke Stadt
Ravensberger Bahn nach Rahden
Bahnhof, Station
27,9 Lübbecke
Strecke – geradeaus
Ravensberger Bahn nach Bünde
Minden–Kleinenbremen
Zug der Museumseisenbahn in Kleinenbremen
Zug der Museumseisenbahn in Kleinenbremen
Kursbuchstrecke (DB): ex 219k
Streckenlänge: 14 km
Spurweite: 1000 mm, 1435 mm
Maximale Neigung: 28 
Legende
Strecke – geradeaus
von Hille / Uchte
Bahnhof, Station
1,0 Minden Oberstadt
0,0 Minden Stadt
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Hafenbahn
Brücke über Wasserlauf (groß)
Weser
nach Minden Bahnhof bis 1957
Bahnhof, Station
1,6 Friedrich-Wilhelm-Straße
Datei:BSicon KRZo.svg
Bahnstrecke Hannover–Minden
3,9 Dankersen
Bad Eilsener Kleinbahn, 1919–1922
Mindener Straßenbahn
4,8 Meißen-Notthorn
6,0 Meißen Endpunkt Straßenbahn
Haltepunkt, Haltestelle
8,2 Nammen Bad
9,5 Nammen Dorf
10,9 Nammen Grube
11,8 Wülpke
13,0 Kleinenbremen Haltestelle
13,7 Kleinenbremen
Anschluss Grube Wohlverwahrt
Haltepunkt, Haltestelle
14,0 Eingang Besucherbergwerk
Tunnel – Anfang
Grube Wohlverwahrt/Besucherbergwerk

Die Gründung der Mindener Kreisbahnen beruht auf dem Preußischen Kleinbahngesetz von 1892. Dieses Gesetz diente der Konjunktur- und Strukturförderung in den bevölkerungsarmen Regionen der preußischen Provinzen. Es regelte in allen Einzelheiten die Verfahren und Zuständigkeiten für die Genehmigung, den Bau und den Betrieb von Kleinbahnen. Damit wurde im preußischen Raum ein dritter Wortbegriff für Bahnen eingeführt: Neben Haupt- und Nebenbahnen entstanden jetzt die Kleinbahnen, die die Fläche erschlossen.

In Minden reagierte man besonders schnell. Schon 1893 wurde eine Dampfstraßenbahn nach Porta Westfalica gebaut, um das dort in Bau befindliche Kaiser-Wilhelm-Denkmal zu erschließen (Porta selbst hatte nur einen Bahnhof für den Personenzugverkehr).

Doch die weitere Erschließung des Mindener Landes fand dann nicht durch die Mindener Straßenbahn, sondern durch eine vom Kreis gegründete Kleinbahngesellschaft statt, die 1898 die erste Strecke nach Uchte eröffnete. In den folgenden Jahren bis 1921 folgten die Strecken nach Lübbecke, Wegholm und schließlich nach Kleinenbremen (Erzbahn). Ab 1902 begannen die Kleinbahnzüge nach Uchte, später auch nach Lübbecke, am Kreisbahnhof in unmittelbarer Nähe des Staatsbahnhofes Minden.

Die Verwaltung des Kreises Minden als Betreiber der MKB eröffnete folgende Linien:

Eröffnungsdatum
Länge
Strecke
1898 30,2 km Minden Übergabebahnhof (Friedrich-Wilhelm-Straße)
–Stadtbahnhof–KutenhausenPetershagen–Uchte
1902 1,2 km Minden Staatsbahn–Minden Stadt
1903–1907 26,9 km Minden–Lübbecke, zunächst bis Eickhorst
1915 10,3 km Kutenhausen–Friedewalde–Wegholm
1918–1921 12,2 km Minden Übergabebahnhof–Kleinenbremen, zunächst bis Nammen

Der Personenbahnhof Friedrich-Wilhelm-Straße wurde im Zusammenhang mit der Aufnahme des Personenverkehrs auf der Strecke nach Nammen 1919 eröffnet. Wegen der Mitbenutzung dieser Strecke durch die normalspurige Bad Eilsener Kleinbahn (1919-1922) wurde der Abschnitt bis Notthorn bereits mit drei Schienen ausgestattet. [1]

Damit waren rund 80 km Strecke in der alten Spurbreite 1000 mm gelegt worden, die günstigste Erschließungskosten durch kleineren Kurvenradius und damit weniger Landankauf und nicht so aufwändigen Bahndammbau versprach. Profitiert von der Kleinbahn hat in erster Linie die Landwirtschaft, kam doch jetzt der Kunstdünger kostengünstig ins Land Minden und landwirtschaftliche Produkte zu den Endverbrauchern. Zudem hatten die Mindener Kreisbahnen Anschluss an die wichtigsten Staatsbahnstrecken in Minden, Lübbecke und Uchte und konnte über diese Verknüpfung weitere Kunden erreichen. In Uchte bestand darüber hinaus bis 1935 eine Verbindung zur ebenfalls meterspurigen Steinhuder Meer-Bahn.

In Minden gestaltete sich der direkte Anschluss an die Staatsbahn von Anfang an als Problem. Nachdem die ersten Personenzüge im Bahnhof Minden-Stadt begannen, entstand der damals als „Kleinbahnhof“ bezeichnete Bahnhof Minden Staatsbahn in Höhe der ehemaligen Hauptpost an der Kaiserstraße. Da die Strecke nicht umgespurt wurde, konnten regelspurige Personenzüge, die es ab 1950 auch auf der Strecke nach Uchte gab, den Bahnhof nicht mehr anfahren und endeten in Minden-Stadt, zwischen den beiden Bahnhöfen verkehrten Busse. Nachdem auch die Strecke nach Lübbecke umgespurt war, wurde der Kreisbahnhof am Staatsbahnhof 1956 aufgegeben.

Ab 1914 versuchten die Mindener Kreisbahnen mit dem Erwerb und Bau mehrerer Hafenbahnen die Verknüpfung zwischen Schiene und Schiff zu erreichen. Die ansässige Industrie schloss sich mit Schienenanschlüssen an die MKB an, und gewann so den Anschluss an die Staatsbahn und damit an deutschlandweiten Verkehr. Die Haltepunkte Meißen-Notthorn (ab Dezember 1929) und Meißen (Dezember 1930) wurden bis 1956 von der Straßenbahn mitbenutzt.

Die Meterspur erwies sich recht bald als Hindernis. Durch die Umladung in Wagen für regelspurige Gleise verlor der Transport der Güter Zeit. Daher wurde das Netz der MKB von 1924 bis 1957 etappenweise auf die Normalspur umgestellt. Dazu wurde auf den Kernstrecken zunächst ein dreischieniger Betrieb eingerichtet.

Doch gleichzeitig nahm der Individualverkehr zu und die Nebenbahnen verloren gegenüber den damals als schneller, moderner und preisgünstiger betrachteten Überlandbussen ihr Ansehen. Zunächst wurden einzelne Fahrten der Kreisbahn durch Busse ersetzt, dann wurden nacheinander die Linien für den Personenverkehr eingestellt.

Stilllegungsdatum
Länge
Strecke
1957 1,2 km Minden Bundesbahnhof–Minden Stadt (wurde nicht auf Normalspur umgestellt)
1959 10,3 km Kutenhausen–Wegholm
30.9.1962 14,0 km Minden–Kleinenbremen
1967 29,7 km Petershagen–Uchte und Hille–Lübbecke
26.5.1974 25,6 km Minden–Petershagen
29.9.1974 12,3 km Minden–Hille

An vielen Orten wurden die Gleise entfernt. Teile der ehemaligen Trassen wurden für den Bau von Radfernwegen verwendet, zum Beispiel im Bereich Petershagen (Strecke Minden-Uchte) für den Weserradweg und die Mühlenroute. Zuletzt wurde am 31. Mai 1999 der Güterverkehr nach Kutenhausen eingestellt, die Strecke wurde 2007 offiziell stillgelegt.

Im Gegensatz zu anderen Kleinbahnen bestehen die Mindener Kreisbahnen jedoch weiterhin. Als Standbein diente in erster Linie der Omnibusverkehr, deren erste Linie 1948 nach Rinteln startete. 2002 summierte sich Länge die Buslinien auf rund 600 km. Auf dem restlichen Schienennetz (2002: 48 km) der MKB wurde abschnittsweise noch schienengebundener Güterverkehr durchgeführt.

Seit 1997 war es durch die Bahnreform für die MKB möglich, bundesweit schienengebundenen Güterverkehr auf den Strecken der Deutschen Bahn durchzuführen.

Seit Dezember 2007 ist es der MKB durch den Gewinn der Streckenausschreibung auf dem „Teutoburger-Wald-Netz“ und die Gründung der Westfalenbahn GmbH (mit drei Partnern) möglich, den Personenverkehr auf der Schiene wieder aufzunehmen.

Kapitalformen

Nachdem die Mindener Kreisbahnen zunächst ein Eigenbetrieb des Kreises Minden war, wurde sie 1978 in eine GmbH umgewandelt, die damit auch eigenständig arbeitet. Durch die Gründung der zwei Tochtergesellschaften wurde es zur Unternehmensgruppe, die mit rund 100 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 12 Millionen Euro erwirtschaftet. Auf den Geschäftsbereich Eisenbahn entfallen dabei dabei ein Transportaufkommen von 505.000 Tonnen bzw. eine Transportleistung von 89.530.000 Tonnenkilometern.

Fahrzeuge

In ihrer Geschichte hatte die Mindener Kreisbahn über 402 Schienenfahrzeuge, 30 Dampflokomotiven, 10 Triebwagen, 16 Dieselloks, 52 Personen- und Packwagen, 138 schmalspurige Güterwagen, 96 Rollböcke und 60 normalspurige Güterwagen.

Die Museums-Eisenbahn Minden (MEM)

Fahrkarte der Museums-Eisenbahn Minden

Die Museums Eisenbahn Minden (MEM) ist ein Verein, der auf den Schienen der ehemaligen Wittlager Kreisbahn, der ehemaligen Bahnstrecke Rahden–Nienburg und auf den Strecken der Mindener Kreisbahnen (MKB) einen musealen Eisenbahnverkehr mit historischem Wagenpark betreibt.

Geschichte der Museumseisenbahn Minden

1977 wurde die Museumseisenbahn Minden (MEM) als Verein gegründet. Ziel war es historische Eisenbahnwagen zu erhalten und im Betrieb auf der Strecke zu zeigen. Bald wurde der erste Museumszug auf die Strecke geschickt. Die Museumsfahrzeuge finden eine erste Unterkunft in der Wagenhalle im alten Bahnbetriebswerk der Mindener Kreisbahn (MKB) am Bahnhof Minden Stadt.

Im gleichen Jahr kommen die ersten eigenen MEM-Loks: Die MEM-Dampfloks "Mevissen 4" und die preußische T 13 "STETTIN 7906" (ex. 92 638) werden vom VEB Erfurter Industriebahn übernommen. Gleichzeitig werden auch im ersten Jahr in den Werkstätten Lokomotiven für befreundete Museumseisenbahnen gewartet und repariert.

Gefahren wird auf den Strecken der Mindener Kreisbahnen und der Wittlager Kreisbahn.

Danach werden die Strecken der MKB Stück für Stück durch die MEM übernommen. Der Verein muss den Vereinssitz zum Bahnhof Oberstadt verlagern, da der alte Standort Bahnhof Minden Stadt mit dem Bahnbetriebswerk geschlossen und verkauft wird. Im Bahnhof Minden-Oberstadt wird eine neue Wagenhalle gebaut, um die herum ein umfangreiches Bahnbetriebswerk mit Werkstätten etc. aufgebaut werden kann.

Streckennetz

Die MEM konnte den Rückbau der Strecken nicht verhindern. Aus dem rund 80 km langen Kleinbahnnetz wurde ein rund 40 km langes Netz, das im Wesentlichen aus den Stammstrecken nach Kleinenbremen und nach Hille besteht.

Siehe auch

Literatur

  • Ingrid Schütte; Werner Schütte: Die Mindener Kreisbahnen. Uhle & Kleimann, Lübbecke 1990. ISBN 3-922657-77-X
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 6: Nordrhein-Westfalen (Nordöstlicher Teil). EK-Verlag, Freiburg 2000, ISBN 3-88255-664-1
  • Bau und Kunstdenkmäler von Westfalen, Band 50: Stadt Minden, bearbeitet von Fred Kaspar und Ulf Dietrich Korn, Teil V: Minden ausserhalb der Stadtmauern, Teilband 2, S. 1721–1744, Hrsg: Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Klartext Verlag, Essen 1998, ISBN 3-88474-635-9

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bau und Kunstdenkmäler von Westfalen, Band 50: Stadt Minden, Teil V Minden ausserhalb der Stadtmauern, S. 1726, 1731

52.2986448.9460957Koordinaten: 52° 17′ 55,1″ N, 8° 56′ 45,9″ O


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