Bahnstrecke Mittweida–Dreiwerden/Ringethal
Mittweida–Dreiwerden
Kursbuchstrecke: 163f (1955)
Streckennummer: 6628; sä. MD
Streckenlänge: 5,992 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 33 
Minimaler Radius: 180 m
Legende
Strecke – geradeaus
von Riesa
Bahnhof, Station
-0,431 Mittweida 296 m
Brücke (klein)
-0,236 EÜ Bahnhofstraße
0,000 nach Chemnitz
0,325 EÜ Wirtschaftsweg (12 m)
1,302 Altmittweidaer Weg (11 m)
1,382 Viadukt Mittweida (Gottesaubachtalviadukt; 99 m)
2,034 Mittweida Karl-Marx-Straße 292 m
2,199 Anst Metallaufbereitung
~2,3 Anst Hanko GmbH/BayWa AG
3,364 EÜ Wirtschaftsweg (12 m)
3,975 Anst VEB Weberei Mittweida
von Ringethal
4,168 Anst Baumwollspinnerei AG
4,315 Mittweida Industriebf
4,539 Viadukt Zschopautal (134 m)
5,561 Dreiwerden 236 m
5,600 Anst Papierfabrik Dreiwerden
6,131 (Streckenende)
Mittweida Industriebf–Ringethal
Kursbuchstrecke: -
Streckennummer: sä. MRl
Streckenlänge: 4,520 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 20 
Minimaler Radius: 180 m
Legende
von Dreiwerden
-0,300 Mittweida Industriebf 243 m
nach Mittweida
0,302 EÜ Hainichener Straße (28 m)
0,791 Brücke Gottesaubach (13 m)
1,547 Zschopaubrücke (105 m)
1,768 Anst Elektrizitätswerk Mittweida
1,845 Anst Granitwerk Eims, Müller & Solbrig
1,95 Mittweida Kraftwerk 234 m
3,314 Anst Holzschleiferei Weidenmüller AG
4,20 Anst Sägewerk Schmaltz
4,220 Ringethal 223 m
4,241 (Streckenende)

Die Bahnstrecke Mittweida–Dreiwerden/Ringethal war eine Nebenbahn in Sachsen, welche ursprünglich durch die Sächsische Industriebahnen-Gesellschaft errichtet worden war. Sie diente vorrangig dem Güterverkehr zu den Fabriken im Zschopautal; Reisezugverkehr fand nur während der Notzeit nach dem Zweiten Weltkrieg statt. 1997 wurde die Strecke stillgelegt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Mittweida besaß mit der Bahnstrecke Riesa–Chemnitz schon seit 1852 eine Bahnanbindung. Allerdings befanden sich die meisten Fabriken im Zschopautal, weit ab von dem auf der Hochfläche oberhalb der Stadt gelegenen Bahnhof. Längere Zeit war deshalb der Bau einer Sekundärbahn diskutiert worden, die von Frankenberg durch das Zschopautal in Richtung Waldheim führen sollte. Wegen der erwarteten Unrentabilität einer solchen Strecke kam es jedoch nicht zur Ausführung des Projektes.

Letztlich ergriffen die betroffenen Fabrikanten und der Bürgermeister von Mittweida die Initiative und gründeten 1905 die Sächsische Industriebahnen-Gesellschaft, um den Bahnanschluss in eigener Regie zu erbauen. Am 6. Mai 1906 wurde die Konzession zum Bau und Betrieb einer privaten Güterbahn von Mittweida nach Dreiwerden und Ringethal erteilt

Der nicht öffentliche Güterverkehr begann am 12. Oktober 1906, für den öffentlichen Güterverkehr wurde die Bahn ab 15. Mai 1907 benutzt. Am 25. Januar 1909 wurde noch die Zweigbahn nach Ringethal eröffnet. Die Betriebsführung übernahmen die Kgl. Sächsischen Staatseisenbahnen, die auch die erforderlichen Betriebsmittel stellten.

Personenverkehr war zunächst nicht vorgesehen. Während des Zweiten Weltkrieges bediente man ab 2. November 1942 den starken Berufsverkehr mit nicht öffentlichen Personenzügen. Am Kriegsende wurde dieser Personenverkehr zunächst wieder eingestellt.

Ab dem 14. November 1949 wurde dann sogar ein regulärer Personenverkehr mit drei werktäglichen Zugpaaren bis Mittweida Industriebf. aufgenommen. Im Kursbuch war die Strecke nunmehr unter der Nr. 163 f enthalten. An der Chemnitzer Straße wurde ein Haltepunkt eingerichtet. Erst am 2. Oktober 1955 wurde der Personenverkehr zugunsten eines Omnibusverkehrs wieder aufgegeben.

Wegen des abgängigen Oberbaues und drogender Felsstürze wurde die Ladestelle Ringethal am 31. August 1969 letztmalig bedient. Bis zum 31. Oktober 1973 verkehrten noch gelegentlich Übergabezüge bis Mittweida Kraftwerk, dann wurde der Abschnitt gänzlich aufgegeben. Offiziell wurde die MRl-Linie am 1. Januar 1974 stillgelegt und wenig später abgebaut.

Der Abschnitt Mittweida–Mittweida Industriebahnhof wurde dagen 1971 zum Bahnhofsnebengleis des Bahnhofes Mittweida umgewandelt. Die Bedienung der Papierfabrik Dreiwerden am Streckenendpunkt endete dort erst 1992. Am 30. Juni 1997 verkehrte letztmalig ein Güterzug bis zum Anschluss Schrotthandel auf der Strecke. Danach fanden nur noch einzelne Sonderfahrten statt.

Seit dem 22. Dezember 1997 ist das Gleis für den Zugverkehr gesperrt. Ein Abbau des Gleises erfolgte bis heute nur teilweise.

Streckenbeschreibung

Vom Bahnhof Mittweida führte die Strecke in östlicher Richtung in das tief eingeschnittene Flusstal hinab. Vor der Brücke bei Streckenkilometer 4,8 befand sich der Industriebahnhof Mittweida, dann ging es auf dem rechten Ufer 1,2 km weiter flussaufwärts bis Dreiwerden.

Vom Industriebahnhof Mittweida verlief ab 25. Januar 1909 eine Zweigstrecke flussabwärts zunächst auf dem linken, dann auf dem rechten Ufer der Zschopau und erreichte nach 4,5 km Fahrt den Endpunkt Ringethal.

Literatur

  • Erich Preuß, Rainer Preuß: Sächsische Staatseisenbahnen. transpress Verlagsgesellschaft mbH, Berlin 1991

Einzelnachweise

Weblinks


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