Bahnstrecke Mühldorf–Simbach
Mühldorf (Oberbay)–Simbach (Inn) Grenze
Kursbuchstrecke (DB): 941
Streckennummer: 5600
Streckenlänge: 40,286 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
Legende
Strecke – geradeaus
von München
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Rosenheim
Bahnhof, Station
74,8 Mühldorf (Oberbay)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Freilassing
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Neumarkt-St Veit
Bahnhof, Station
80,6 Töging (Inn)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Industriebahn Töging
Haltepunkt, Haltestelle
87,7 Neuötting (ehemals Bahnhof)
Dampfstraßenbahn Neuötting–Altötting
Perach
Bahnhof, Station
100,8 Marktl
Buch
Haltepunkt, Haltestelle
108,7 Julbach
Bahnhof, Station
113,8 Simbach (Inn)
nach Pocking
Grenze auf Brücke mit Wasserlauf
115,1
59,2
Staatsgrenze Deutschland-Österreich
Bahnhof, Station
58,4 Braunau am Inn
Strecke – geradeaus
nach Ried im Innkreis

Die Bahnstrecke Mühldorf–Simbach am Inn ist eine 39 km lange eingleisige, nichtelektrifizierte Hauptbahn in Bayern.

Ausgehend vom Mühldorfer Bahnhof verläuft sie in Ost-Westrichtung zur deutsch-österreichischen Staatsgrenze, wo sie Anschluss an die Innviertelbahn hat. Bis 1969 bestand hier auch Anschluss an eine Bahnstrecke nach Pocking. Sie stellt die kürzeste Verbindung zwischen München und Wien dar, verlor jedoch im Laufe der Jahre ihre Bedeutung zugunsten der Strecke München–Salzburg–Linz.

Am östlichen Ende des Bahnhofs Töging (Inn) zweigt die Industriebahn zum Töginger Industriepark „Inntal“ ab. Sie versorgte bis Mitte der 1990er Jahre das Werk der Vereinigten Aluminiumwerke (VAW) in Töging. Derzeit wird dort die Firma Aleris Recycling dreimal wöchentlich angefahren.

Inhaltsverzeichnis

Verkehr

Personenverkehr

Entlang der Strecke existieren mit Mühldorf (Obb), Töging (Inn), Marktl und Simbach (Inn) vier Bahnhöfe und mit Neuötting und Julbach weitere zwei Haltepunkte. Julbach wurde am 30. April 2004 wiedereröffnet, nachdem der 1907 errichtete Haltepunkt seit 1984 stillgelegt war. Daneben existierten seit 1899 mit Perach und Buch zwei weitere Bahnhöfe, welche Ende der 1980er Jahre stillgelegt wurden.

Der Personenverkehr auf dieser Strecke wird aktuell von der SüdostBayernBahn, einer 100%-igen Tochter der Deutschen Bahn (DB), abgewickelt. Zwischen 5.00 Uhr und 23.00 Uhr wird die Strecke in beiden Richtungen im Stundentakt bedient. Von den nach München Hbf durchgebundenen RE-Zügen abgesehen, werden die Zugleistungen durch Regionaltriebwagen der Baureihe 628 erbracht. Am Morgen verkehren werktäglich zwei RegionalExpress-Züge durchgängig bis München Hbf. Sie erreichen am Abend wieder Simbach am Inn.

Bis zur Verwirklichung des Konzeptes „Linienstern Mühldorf“ im Sommer 1994 gab es auf dieser Strecke durchgehenden Verkehr zwischen Bayern und Österreich. Dieser wurde durch ein Kurswagen-Paar von Linz nach München und zurück realisiert. In den letzten Jahren vor der Einstellung wurde der Laufweg auf österreichischer Seite bis Wels zurückgenommen.

Seit 14. Dezember 2008 wird auf dieser Strecke wieder durchgehender Reisezugverkehr zwischen Bayern und Oberösterreich angeboten. Ein aus der ÖBB-Lok BR 2016 "Herkules" und vier IC-Wagen gebildetes Zugpaar verkehrt mit wenigen Zwischenhalten morgens von Linz nach München und abends in der Gegenrichtung. Zwischen Mühldorf und Linz wurde ferner ein mit DB-Triebwagen der BR 628 gefahrenes Zugpaar mit Halt an den meisten Stationen eingerichtet, das eine morgendliche Direktverbindung nach Österreich und eine abendliche Rückfahrgelegenheit herstellt[1]. Neben diesem Zug befahren fahren im Stundentakt Regionalbahnen auf der Strecke.

Zwischen Julbach und Simbach ist diese Strecke in den Tarif der Verkehrsgemeinschaft Rottal-Inn integriert.

Güterverkehr

Drei mal wöchentlich verkehrt ein Übergabezug zwischen Mühldorf und Töging, der den dortigen Industriepark bedient. Dieser Zug wird in der Regel von einer Lokomotive der BR 263 oder 294 bespannt. Ein weiterer Übergabezug wird werktäglich zwischen Mühldorf und Simbach in beiden Richtungen durch eine Lokomotive der Südostbayernbahn (BR 218) bespannt. Darüber hinaus verkehren werktäglich einige Ganzzüge, die die Chemiewerke in Burghausen mit Österreich und der Slowakei verbinden. Diese Leistungen erbringt die DB-Tochter Railion mit ihren Baureihen 217, 218 und 233. In Simbach übernehmen die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) diese Züge. Auch ein privates Eisenbahnunternehmen nutzt die Strecke. Die österreichische Firma Logistik- und Transport GmbH (LTE) fährt hier zweimal wöchentlich einen Petrolkokszug zwischen dem Wackerwerk in Burghausen und Ziar nad Hronom (Slowakei) über Bratislava. Zum Einsatz kommen Lokomotiven der Baureihe 2016 "Herkules" in Einzel- und Doppeltraktion.

Einzelnachweise

  1. „Mit dem Zug zum Shoppen von Linz nach München“: Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie vom 16. Mai 2008

Literatur

  • Reinhard Wanka, Wolfgang Wiesner: Die Hauptbahn München - Simbach und ihre Zweigbahnen, Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1996, ISBN 3-922138-59-4
  • Bernd Passer: 130 Jahre Eisenbahn München – Mühldorf – Simbach, Pro Bahn Verlag, München 2001, ISBN 3-9806387-4-X
  • Eisenbahnatlas Deutschland 2008, Verlag Schweers + Wall GmbH, Köln Juli 2007, ISBN 978-3-89494-136-9

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